Der Fall aus dem Paradies und die Rückkehr.


Der Fall aus dem Paradies und die Rückkehr.

Die Symbolik vom "Fall aus dem Paradies" zeigt, daß am ANFANG, noch keine Unterschiede für WAHR genommen (Sinneswahrnehmung) wurden. Somit bedeutet das Paradies die Wahrnehmung der EINHEIT. Alles IST EINS, und ICH BIN in dieser EINHEIT.

Dann gibt es 2 Bäume. Den Baum des Lebens, und den Baum der Erkenntnis.
Der Baum des Lebens bedeutet, daß jede Vorstellung und der Glaube daran (Gott macht das), zur materiellen Wirklichkeit wird. Diese "Früchte" (Ergebnisse) durften gegessen (verinnerlicht) werden. Doch die Früchte des Baumes der Erkenntnis von gut und böse, durften nicht gegessen werden. Aber die Schlange (der Verstand) redete Adam und Eva ein, daß sie durch das Essen dieser Früchte, wie Gott werden würden. Sie müssen diesen Gott also um nichts mehr bitten, und könnten alles SELBST machen. So haben eben beide diese Früchte gegessen - ICH mache es SELBST!

Von da an, erkannten sie UNTERSCHIEDE (die Polarisation der materiellen Natur), und fielen im Geiste (ihrer Vorstellung) aus der EINHEIT HERAUS - in die Polarisation und die unendliche VIELFALT. Sie VERGASEN, daß sie sich einfach nur eine Vorstellung machen, und den Glauben an einen Gott haben mussten. Von nun an, mussten sie alles SELBST machen. Das ICH der PERSON, das EGO, war in der geistigen Vorstellung "geboren".

Das Prinzip der materiellen Natur: Die Symbolik der materiellen Natur zeigt den Würfel.
Der Würfel hat 6 Seiten, mit der Polarisation (gerade- und ungerade Zahlen) und den jeweils DREI Erscheinungsweisen der materiellen Natur.
Die erste Polarisation ist ZEIT und RAUM.
Diese 2 Pole ERSCHEINEN in der materiellen Welt jeweils in 3 Erscheinungsweisen der materiellen Natur.
ZEIT - erscheint als - Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
RAUM - erscheint als - Länge, Breite und Höhe.
Somit haben wir wieder die 6 Tage der Schöpfung, und so verhält es sich mit JEDER Polarisation, bis in die unendliche Vielfalt.

Lao-Tse: Aus Einheit wird Zweiheit, aus Zweiheit wird Dreiheit, aus Dreiheit entstehen die hunderttausend Wesen.

Diese 3 Erscheinungsweisen werden in der Bhagavad Gita deutlich erklärt, und werden als REINHEIT (Seele), LEIDENSCHAFT (Geist) und UNWISSENHEIT (Materie) bezeichnet. LINK:
Der Mensch läßt sICH durch seine Sinneswahrnehmung von der Polarität, und den jeweils 3 Erscheinungsweisen, im Geiste beirren. Er UNTERLIEGT im Geiste der Polarität und den jeweils 3 Erscheinungsweisen. Durch die Sinne, und die jeweilige Art der Wahrnehmung, bildet der Mensch seine ganz individuelle Überzeugung.
Daraus entstehen dann auch diese unzähligen Vorstellungen, Auffassungen und Meinungen in dieser aktuellen Welt. Denn jeder Mensch wird in eine ganz individuelle Situation hinein geboren, und sammelt dann auch in seinem weiteren Leben, an unterschiedlichen Orten, durch unterschiedliche Erlebnisse, ganz UNTERSCHIEDLICHE Erfahrungswerte. Entsprechend dieser Erfahrungswerte, der Art der Wahrnehmung (Reinheit, Leidenschaft oder Unwissenheit), hat dann so gut wie jeder Mensch mehr oder weniger unterschiedliche Meinungen und Auffassungen zu einer Sache. Sei es Politik, Wirtschaft, Schule, Beruf, Atomkraftwerk oder Todesstrafe, usw.

So lange jeder Mensch in seiner Meinung und Auffassung, nur von sICH (Ego) ausgeht, wird sich die Menschheit auch ewig streiten, und keine Einigung finden. Es sei denn, Interessengruppen. Egoismus führt zur Trennung, und gleiche Interessen führen zur Einigkeit. Einigkeit führt zum Wachstum, und Streit führt zum Zerfall.
Darum steht auch in der Bibel: "Wenn 2 oder 3 in meinem Namen (EINIGER GEIST) zusammen sind, bin ich mitten unter Euch".
LINK:

So ist der Mensch noch heute! Er wird geboren, und durch seine Sinneswahrnehmung erkennt er UNTERSCHIEDE - angenehmes und unangenehmes - und dadurch entsteht Begehren für das Angenehme und Angst vor dem Unangenehmen. So muß der Mensch um seine Existenz in der materiellen Welt SELBST KÄMPFEN.

Das PRINZIP, daß die Vorstellung des Geistes zur materiellen Wirklichkeit wird, besteht nach wie vor. Nur kann der Mensch sich 1. NICHT Vorstellen was er will - weil ihn seine Sinneswahrnehmung, und die daraus entstehenden Erfahrungswerte aus dem Leben daran hindern - 2. hat er seinen Glauben an einen Gott verloren, und glaubt, sICH anstrengen zu müssen (oder auch betrügen zu müssen), um etwas zu erreichen - 3. unterliegt die materielle Natur SELBST höheren Gesetzen, welche ein unendliches Wachstum - welcher Art auch immer - verhindern. Denn die materielle Welt unterliegt selbst, kontinuierlichen KREISLÄUFEN, welche unabänderlich sind wie Geburt, Heranwachsen, Altern und Tod - wie Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter. NICHTS in der Welt hat einen DAUERHAFTEN Bestand. Der Sinn dieser Sache ist, die VERGÄNGLICHKEIT von allem Irdischen zu erkennen.

Aus dieser GEFANGENSCHAFT des Geistes (begrenzte und eingeengte Vorstellung, ohne Glauben und Vertrauen) muß (sollte, kann, darf) der Mensch sich wieder befreien. Das ist die eigentliche Aufgabe des Menschen. So lange er aber sein Vergnügen noch in der materiellen Welt hat, wird er das nicht tun. Denn es gibt ein weiteres Gesetz oder Prinzip.

Der Geist funktioniert wie eine Taschenlampe in der Nacht. Worauf er gerichtet wird, das kommt zum Entstehen (wird erkennbar - sichtbar). Der Geist kann immer nur in EINE Richtung gelenkt werden. Entweder in die materielle Welt, ODER in die geistige Welt. Beides geht nicht. Wer im Materiellen Erfolg haben will, muß den Geist in die Materie richten. Wer Erkenntnis und Weisheit erreichen will, muß den Geist in die geistige Welt richten.

In unserer Luxuswelt, richten die Massen ihren Geist in die materielle Welt. Auf Geld, Beruf, Ehe, Kinder, Aussehen, Kleidung, Auto, Macht, Einfluss, usw.
Ist der Geist des Menschen "zersplittert" auf viele Dinge, dann ist er schwach. Wird der Geist NUR auf EINE Sache gerichtet, dann ist er stark. Nur so kann einer Reich werden, oder im Sport Weltmeister werden. Der lebt dann nur noch für das Geld, oder für den Sport. Diese sind aber ALLE im Geiste GEBUNDEN in der Welt.

Wer aber in die EINHEIT zurück will, der muß seinen Geist (wie auch immer) von der materiellen Welt zurück ziehen. Dem entsprechend, kann auch kein geistig strebender, in der materiellen Welt reich werden - genau so wenig, wie ein Reicher eine hohe Erkenntnis erreichen kann. Weil das EINE das ANDERE ausschließt.
Darum steht auch in der Bibel: "Eher geht ein Kamel durchs "Nadelöhr", als ein Reicher in den Himmel kommt"!
Das liegt eben daran, daß ein Mensch der reich werden will, seinen ganzen Geist nur auf Geld und Gewinn ausrichten muß. Selbst wenn er schon reich ist, wird er im Geiste an seinen Reichtum GEBUNDEN sein, und ANGST haben, ihn zu verlieren.

Alle großen Religionen, zeigen nun auf verschiedene Art und Weise, wie der Mensch seinen Geist von der ANHAFTUNG oder BINDUNG an die materielle Welt wieder BEFREIEN kann, um im Geiste wieder in die EINHEIT - aus der der Geist heraus gefallen ist - zurück zu kehren. Wer FREI werden will, muß seinen Geist von der Welt (auf welche Art auch immer) zurück ziehen.

Bibel: "Geist gesinnt wird zum Geist, Fleisch gesinnt wird zu Fleisch".
Bhagavad Gita: "Kämpfe um des Kampfes Willen, und lasse dich von Glück oder Unglück, von Erfolg oder Misserfolg, von Gewinn oder Verlust (Polarisation) NICHT beirren".
Buddha: "… durch NICHT eingehen auf die Vielheitswahrnehmung, durch nicht eingehen auf die Unterschiedswahrnehmung …"
Upanishaden: "Wenn alle Begehren die im Herzen wallen aufgegeben sind, wird der Sterbliche unsterblich".

Dieser Weg zurück zur Einheit ist sicherlich nicht einfach, denn es geht darum, den GEIST zu BEHERRSCHEN.

Bhagavad Gita: "Wer den Geist beherrscht, dem ist der Geist der größte Freund.
Wer ihn aber nicht beherrscht, dem ist der gleiche Geist der größte Feind"!

Seinen Geist kann der Mensch aber nur dann beherrschen, wenn er sein EGO überwindet, und seine Begehren in die materielle Welt immer weiter MINDERT. Darum sage ich auch, der Mensch muß SATT werden von der Welt. Denn wer nicht satt ist, der hat noch Hunger, und wer hungrig ist, der sucht sich Nahrung (Begehren). So hat der Mensch auch noch Begehren in die Welt, und will in dieser Welt noch etwas bewirken, erreichen oder verwirklichen. Das alles ist noch ICH will das Machen - also EGO.
Wer aber das Ego - das persönliche ICH überwunden hat, der kommt zu immer höherer Erkenntnis und zu immer mehr Verständnis vom Ablauf dieser Welt. Der erkennt eben, daß alles in der Welt nur Auffassung und Meinung von einem bestimmten Standpunkt aus ist. Darum streitet er nicht mehr, und er will auch nicht mehr RECHT haben, oder seine Erkenntnis durchsetzen. Denn er VERSTEHT, daß die Menschen auf Grund ihrer Erfahrungswerte nur so, und nicht anders handeln können. Daß jede Entwicklung seine Zeit braucht, und irgendwann jeder zur GLEICHEN Erkenntnis kommen wird. Denn, so wie es junge und alte Menschen gibt, so gibt es auch junge und Alte Seelen. Die jungen Seelen, müssen eben noch etwas mehr Erfahrung in weiteren Leben sammeln, um höhere Erkenntnisse zu erringen.
Körperlich handelt er noch in der Welt - was er für hilfreich, notwendig oder richtig hält - doch im Geiste kehrt er in die EINHEIT zurück. Der ist FREI und UNGEBUNDEN.

©Demetrius Degen
02.05.2013

Noch ein Beitrag:
Fall aus dem Paradies und die Erbsünde
http://demetrius-degen.de/gedanken/gedanken14.htm
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Auf der Erde gibt es seit jeher den Kampf zwischen Egoismus und Selbstlosigkeit.
Die Egoisten werden reich, die Selbstlosen schaffen große Werke.
www.demetrius-degen.de

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