Die Christliche Kernbotschaft, eine Erfindung von Petrus?


hallo,
vorab, Christen gedenken mit Karfreitag an Jesus Opfertod für die gesamte Menscheit.

Überlegung, ein wirklich allmächtiger Gott häte doch die Macht der absoluten Gnade, die zu gewähren ohne eine Ersatzofper an Stelle der zu Bestrafenden.

Selbst Herodes wurde ja nachgesagt daß er von den Hinzurichtenden einen begnadigte, ohne deshalb aus dem Kerker einen anderne holen zu lassen um die korrekte Zahl der nötigen "Opfer" zu erfüllen.

Absolute Macht ist beliebig Gnade zu gewähren, Gnade ohne Sühne.

Praktisch wie früher angeführt, Herodes hätte ( christlich phantasiert ) nach einem Traum die Henker anweisen können, tötet ihn nicht, macht es so daß er lebend abgehängt werdne kann, und sagt ihm er soll "Leine ziehen", sein Tod interssiert micht nicht, aber ich will hier in Jerusalem keinen Zoff mit den Tempelirren. Und Jesus tauchete erst ab und machte sich auf nach Indien...

Vieleicht wr es so und Petrus schuf die andere Legende.
Wenn jemandem die "Erfindung" der christlichen Kernbotschaft angelastet werden müsste, dann doch wohl Paulus. Schließlich war er es, der Kreuzigung und Auferstehung als Kern einer übergreifen Heilsgeschichte verkündete und das Kreuz, nicht den lebenden Wanderprediger, ins Zentrum seiner Predigt rückte.

Anschließen kann ich mich dieser Deutung allerdings in keinem Fall. Ich glaube zwar nicht, dass der Kreuzestod Jesu eine notwendige Versöhnungstat Gottes darstellt und der Jesus vor dem Kreuz damit in den Hintergrund rückt, dass es mit ihm aber etwas auf sich hatte, er mit göttlicher Vollmacht sprach und auch nach seiner Kreuzigung wirkmächtig blieb, glaube ich schon.
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"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523
Sören hat folgendes geschrieben:
Ich glaube zwar nicht, dass der Kreuzestod Jesu eine notwendige Versöhnungstat Gottes darstellt ...


Zum Thema Opfertod schreibt Baha'u'llah in der Ährenlese folgendes:

"Was du über Abraham, den Freund des Allbarmherzigen, gehört hast, ist die Wahrheit, daran besteht kein Zweifel. Die Stimme Gottes befahl Ihm, Ismael als Opfer darzubringen, damit Seine Standhaftigkeit im Glauben Gottes und Seine Loslösung von allem außer Ihm den Menschen dargetan werde. Überdies war es Gottes Absicht, ihn als Lösegeld für die Sünden und Frevel aller Völker auf Erden zu opfern. Jesus, der Sohn Marias, flehte zu dem einen, wahren Gott - gepriesen seien Sein Name und Seine Herrlichkeit - Ihm die gleiche Ehre zuteil werden zu lassen. Aus demselben Grunde wurde Husayn von Muhammad, dem Gesandten Gottes, als ein Opfer dargebracht."

Ich fasse es so auf, dass die Leiden, welche die Gottesboten zu tragen hatten durchaus auch als Opfer für die Sünden der Menschen gedacht waren.
Durch die Erkenntnis der aktuellen Manifestation Gottes und den Gehorsam unter seine Gebote findet der Mensch daher Erlösung und ist gerettet.
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Minou hat folgendes geschrieben:

Ich fasse es so auf, dass die Leiden, welche die Gottesboten zu tragen hatten durchaus auch als Opfer für die Sünden der Menschen gedacht waren.
Durch die Erkenntnis der aktuellen Manifestation Gottes und den Gehorsam unter seine Gebote findet der Mensch daher Erlösung und ist gerettet.


Eben, ein wirklich Mächtiger, das sollte ja ein von Menschen erfundener Gott auch sein, der kann auch ohne Opfer begnadigen. Ein wirklich Mächtiger ist keinem höheren Gesetz, Tradition oder Regelung unterworfen.

Irgendwie ist an diesem als sehr wichtig dargestellten Punkt die Gotteskosntruktion der Christenheit mißglückt und widersprüchlich.

Wie oben geschrieben, nach den alten Texten stand schon Herodes mit seiner Vollmacht zur Begnadigung über Justizregeln mit "Auge um Auge", "Blut für Blut".
Weinberg hat folgendes geschrieben:

Eben, ein wirklich Mächtiger, das sollte ja ein von Menschen erfundener Gott auch sein, der kann auch ohne Opfer begnadigen
...
Irgendwie ist an diesem als sehr wichtig dargestellten Punkt die Gotteskosntruktion der Christenheit mißglückt und widersprüchlich.

Wie oben geschrieben, nach den alten Texten stand schon Herodes mit seiner Vollmacht zur Begnadigung über Justizregeln mit "Auge um Auge", "Blut für Blut".

"Amare amare est, Lieben ist bitter. Gott liebt uns mit Bitterkeit, so Bernhard von Clairvaux, für die der Schmerz der jungen Frau im Hohelied zeugt.

Es gibt ein modisches Raisonnement, wie Gott sich habe erlauben können, seinen Sohn für alle "schlachten" zu lassen und sein Blutopfer einzufordern als Abzahlung an die Gerechtigkeit. Bei einem solchen Vorwurf handelt es sich um ein grandioses Missverständnis.

Nirgends geht es um kleinkrämerische Gerechtigkeit, es geht um die Preisgabe Gottes selbst: Bitter wie sonst nichts ist das Hergeben des Sohnes.
Und dieses Hergeben bis ins Maßlose und Missverständliche führt zur Verwechslung der Liebe mit Prostitution - eben dasselbe geschieht Gott in solcher Anklage, er hätte doch einen Sohn nicht ausliefern dürfen. Damit ist Gott in die äußerste Verwechslung seiner Liebe eingetreten. Weil er eine Liebe gelebt hat, unter deren unverstandenen Vorzeichen die Menschheit mit ihm zu rechten beginnt, ob es eigentlich soviel "Verschwendung" gebraucht hätte.

Als Abraham seinen Sohn opfern wollte, hielt ein Engel den Arm des Geprüften auf. Auf Golgotha geschah keine Schonung: "Diesmal hing kein Widder mehr im Strauch" - weder für den Vater noch für den Sohn. So dass der Vater das Letzte gab, ja, dass er sich verschwendete, gratis, aber auch frustra - umsonst und bis ins Missverständnis hinein umsonst. Dieses große Umsonst der Liebe Gottes, das sich an unserem Begreifen bricht, ist die Stelle, an der sich die Agape ins Unausdenkliche öffnet.

"Deus caritas est" überschrieb Benedikt XVI. seine erste Enzyklika. Und was niemand vorhersah: Er hat beide Arten von Liebe ins Gespräch gebracht, die irdische und die himmlische Liebe. Überraschend fügt er Eros und Agape zusammen, denn die Liebe, die aus der Natur, von unten stammt und von sich aus irregehen kann, wird durch die Liebe von oben gehalten, geleitet, geheiligt: im Sakrament. Und die Liebe von oben, die göttliche Liebe selbst, ist "abgestiegen" in unsere nächtlichen Gassen, um uns zu holen.

Ja, rätselhafte Liebe."

Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz

Zitat:
Ein wirklich Mächtiger ist keinem höheren Gesetz, Tradition oder Regelung unterworfen.

Die wahre Macht zeigt sich in der Demut trotz überlegener Größe nicht "darüber stehen" zu wollen.

"In Jener Zeit kam Jesus Jesus von Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. Johannes aber wollte es nicht zulassen und sagte zu ihm: Ich müßte von dir getauft werden, und du kommst zu mir? Jesus antwortete ihm: Laß es nur zu! Denn nur so können wir die Gerechtigkeit (die Gott fordert) ganz erfüllen." Mt 3,13-15
Burkl hat folgendes geschrieben:


Es gibt ein modisches Raisonnement, wie Gott sich habe erlauben können, seinen Sohn für alle "schlachten" zu lassen und sein Blutopfer einzufordern als Abzahlung an die Gerechtigkeit. Bei einem solchen Vorwurf handelt es sich um ein grandioses Missverständnis.


Hallo,
kein Mißverständniss sondern klare logische Text- und Legendenanalyse. Ein sehr berectigter Vorwurf an die Menschen die diese Idee von Gott zurechtbastelten.
Minou hat folgendes geschrieben:
Zum Thema Opfertod schreibt Baha'u'llah in der Ährenlese folgendes:

"Was du über Abraham, den Freund des Allbarmherzigen, gehört hast, ist die Wahrheit, daran besteht kein Zweifel. Die Stimme Gottes befahl Ihm, Ismael als Opfer darzubringen, damit Seine Standhaftigkeit im Glauben Gottes und Seine Loslösung von allem außer Ihm den Menschen dargetan werde. Überdies war es Gottes Absicht, ihn als Lösegeld für die Sünden und Frevel aller Völker auf Erden zu opfern. Jesus, der Sohn Marias, flehte zu dem einen, wahren Gott - gepriesen seien Sein Name und Seine Herrlichkeit - Ihm die gleiche Ehre zuteil werden zu lassen. Aus demselben Grunde wurde Husayn von Muhammad, dem Gesandten Gottes, als ein Opfer dargebracht."

Ich fasse es so auf, dass die Leiden, welche die Gottesboten zu tragen hatten durchaus auch als Opfer für die Sünden der Menschen gedacht waren.
Durch die Erkenntnis der aktuellen Manifestation Gottes und den Gehorsam unter seine Gebote findet der Mensch daher Erlösung und ist gerettet.


Liebe Minou,

meine Ausführungen bezogen sich erst einmal nur auf das christliche Verständnis des Opfers Christ als Aufhebung der Erbsünde.

Darüber hinaus opfert aber natürlich jeder Prophet sein eigenes, privates Leben für die Sache Gottes - und somit im übertragenden Sinne auch für die Menschheit, zu der er in Gottes Auftrag gesandt ist. Er lebt nur noch für seine Aufgabe und ist so von seiner Sendung erfüllt, dass er ebenfalls in Kauf nimmt, dafür zu sterben. So würde ich es zumindest verstehen.
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"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523
Sören hat folgendes geschrieben:
meine Ausführungen bezogen sich erst einmal nur auf das christliche Verständnis des Opfers Christ als Aufhebung der Erbsünde.


Lieber Sören, wenn ich das Zitat von Baha'u'llah

"Überdies war es Gottes Absicht, ihn als Lösegeld für die Sünden und Frevel aller Völker auf Erden zu opfern. Jesus, der Sohn Marias, flehte zu dem einen, wahren Gott - gepriesen seien Sein Name und Seine Herrlichkeit - Ihm die gleiche Ehre zuteil werden zu lassen."

lese, sehe ich das schon als ein Opfer für die Sünden der Menschen.

Baha'u'llah sagt ja weiterhin

"So groß sind die Verderbtheit der Menschen und ihre Übertretungen, so schmerzlich die Prüfungen gewesen, welche die Propheten Gottes und ihre Erwählten heimsuchten, dass die ganze Menschheit Folter und Untergang verdiente."

Das empfinde ich als gleichbedeutend mit den Aussagen der Bibel, dass der Mensch aufgrund seiner Sünden den Tod verdient hätte, Jesus aber diesen Tod auf sich genommen hätte in Stellvertretung für die Menschen. Ich sehe es nur dahingehend erweitert, dass dies alle Manifestationen Gottes jeweils zu ihrer Zeit getan haben.

Bezüglich Erbsünde sagt Abdu'l Baha in Beantwortete Fragen:

"Denn als sich Geist und Seele Adams mit der irdischen Welt verbanden, gerieten sie von der Welt der Freiheit in die Welt des Zwangs, und seine Nachkommen blieben in Knechtschaft. Diese Bindung von Seele und Geist an die menschliche Welt ist Sünde und wurde von Adam auf seine Nachkommen vererbt. Sie ist die Schlange, die immer im Geiste seiner Nachkommen lebt und mit ihnen im Kampf steht. Diese Feindschaft währt immerfort. Denn die Bindung an die Welt wurde zur Ursache der Unfreiheit des Geistes, und sie ist das gleiche wie die Sünde, die von Adam auf seine Nachkommenschaft übertragen wurde. Durch diese Bindung werden die Menschen von wesentlicher Geistigkeit und erhabener Stufe ausgeschlossen.

Als der heilige Odem Christi und die geheiligten Strahlen des Größten Gestirns sich verbreiteten, wurden die menschlichen Wirklichkeiten, nämlich diejenigen Menschen, die sich dem Wort Gottes zuwandten und den Reichtum Seiner Gnadengaben empfingen, frei von dieser Bindung und Sünde, gewannen ewiges Leben, wurden aus den Fesseln des Zwangs gelöst und gelangten zur Welt der Freiheit. Sie wurden von den Schwächen der menschlichen Welt gelöst und mit den Tugenden des Königreiches gesegnet. Das ist die Bedeutung der Worte Christi: "Ich gab Mein Blut für das Leben der Welt."¹ Das heißt: Alle Heimsuchungen, Prüfungen und Trübsale, selbst das größte Martyrium habe ich auf Mich genommen, um dieses Ziel, die Überwindung der Sünde, zu erreichen. Damit ist die Loslösung des Geistes von der menschlichen Welt und sein Hingezogenwerden zum göttlichen Reich gemeint, damit sich Seelen erheben, die zum innersten Wesen der Führung der Menschheit werden und zu Offenbarungen der Vollkommenheiten des höchsten Königreichs."


Da sehe ich schon Zusammenhänge zwischen einer Erbsünde, obwohl sie in der Baha'i-Religion nicht so genannt wird, und der Opfer der Manifestationen Gottes für die Menschen.
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
*gelöscht*
Hallo Burki,
Ist alles von Gott geschaffen?
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Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.