Homöopathie, eine technisch-pharmazeutische Frage:


Hallo,
unabhängig von allen Fragen, hilft es, ist es Medizin oder Hokuspokus, egal.

1. Was wiegen übiche Globuli?

2. Mit einem Milliliter ( 1cm³ ) angesetzte fertige Tinktur, nach den vielen Verdünnungen und Schütteln, wie auch immer, wieviel Globuli werden mit dem 1cm³ zu gebrauchsfertigen Globuli benetzt?

1000, 10 0000, 100 000?
Wie bei den meisten medizinischen Präparaten hilft auch bei der Homöopathie in erster Linie der Glaube an die Heilwirkung, der dann die körpereigenen Wiederherstellungskräfte anregt. Vermutlich ist sie Hokuspokus, aber sie hilft -- soweit es biologisch möglich ist --, wenn das Element der Zuversicht und des Glaubens dazukommt. Merkwürdigerweise nicht nur, wenn der Patient dran glaubt, sondern auch der Präparatverordner selbst. Auch Placebos oder religiöse Handlungen können so wirken.
In uns stecken bemerkenswerte Kräfte, denen wir aber oft nicht vertrauen, außer der Glaubensanschub kommt von außen.

Zu Deinen technischen Fragen weiß ich nichts. Die Antworten wären wohl ohnehin ganz unerheblich. Je seltsamer die Herstellungsverfahren, desto
eindrucksvoller.

Also kurz: Homöopathie ist keine technisch-pharmazeutische Frage, keine Medizin, sondern ein Hokuspokus, der im Falle einer erfolgreichen positiven Suggestivwirkung die Selbstheilungskräfte mobilisiert. Und das soll man nicht unterschätzen!
Ich gehe davon aus, dass bei der homöopathischen Behandlung der sog. Placebo-Effekt, man kann es auch "aktivierung der Selbstheilungskräfte" nennen, die entscheidende Rolle spielt. Ich meine das nicht negativ oder abwertend, immerhin wirkt der Placebo-Effekt bei ca. einem Drittel (plus X) der Patienten.
Als großer Anhänger des Placebo-Effekts würde ich mir eine genauere Erforschung dieser heilenden Seeleneffekte wünschen. Allerdings wäre das für die weltweite Pharmaindustrie ein gigantischer Schlag ins Gesicht, wenn es möglich wäre, den Placebo-Effekt auf überzeugende Weise ganz ohne oder nur mit Hilfe manchmal vielleicht doch erforderlicher Medikamente zu erzielen. Auch die Ärzteschaft würde schwer leiden, wenn jeder Mensch wüsste, wie er diese Kräfte, die ja nur in seiner eigenen Seele ruhen, bewusst selber einsetzen könnte.
Es versteht sich von selbst, dass der Placebo-Effekt von diesen Kreisen in eher abwertendem Sinne gebraucht wird.

Der Placebo-Effekt wirkt nur dann, wenn bei dem Patienten ein wirklich hohes Maß an Zuversicht und positiver Überzeugung gegeben ist. Das ist natürlich nicht einfach nur so der Fall. Könnte man den Placebo-Effekt auf andere Weise als durch medizinischen, religiösen oder abergläubischem Hokuspokus erzielen, dann wäre die Erfolgsquote sicher bei weitem höher.

In Teststudien von Medikamenten bei Menschen (ich mache das gerade selber in Bezug auf Diabetes-Zusatzmedikamente) wird der Placebo-Effekt von der Pharmainndustrie und Ärzten sehr ernst genommen und in Doppelblindversuchen durch Gaben von Placebos mit einberechnet.

Der Placebo-Effekt sollte sehr positiv gesehen werden, und Ärzte sollten ihn gezielt einsetzen, indem sie ihren Patienten in ruhigen Gesprächen Zuversicht und guten Glauben einflößen. Das allein könnte schon einen gigantischen Placebo-Effekt auslösen. Dazu harmlose, gerne auch etwas enthusiastisch übertriebene Tipps über die enorme Heilkraft von Spaziergängen in freier Natur oder dergleichen gesunde Sachen, könnten genutzt werden, um diesen Placebo-Effekt auszulösen.
Allerdings kann man das nicht erwarten, denn so sind unsere Ärzte nicht erzogen.
Hallo Fipps,

der "Placebo Effekt" wird bereits häufig in der Medizin angewendet.
Auch bei Medikamenten mit wirksamen Bestandteilen kann ein Teil des Erfolges darauf beruhen.
Die Doppelblind-Studien zeigen auch, daß der Effekt sehr stark von der gesamten psychischen Verfassung der Testperson abhängt.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!