Suyzit


Hallo,
Am
23.08.2016 hat sich mein noch Ehemann das Leben genommen. Ich habe mich letztes Jahr im Oktober getrennt wir waren 13jahre verheiratet.
Ich mach mir große Vorwürfe da ich mich von ihm getrennt habe weil ich mich in einen anderen Mann verliebt habe.
wir hatten bis zu seinem Tod ein gutes verhältniss.
Natürlich hatte er auch andere Probleme seiner Firma ging es nicht so gut ,Probleme mit Mitarbeitern und kein gutes verhältniss zu seinen Eltern.Mit sechs Jahren starb seine Leibliche Mutter. In der neuen Familie fand er nie richtig seinen Platz .Er litt seit dem ich ihn kannte an Depressionen.
Ich denke aber wenn ich ihn nicht verlassen hätte und weiter für ihn da gewesen wäre ,würde er jetzt noch leben.ich komm mit meiner schuld nicht zurecht.Mein Freund,meine Familie. Freunde und Bekannte und auch meine therapeutin sagen das ich mir nicht die Schuld geben darf und nicht schuld daran habe.ich glaube aber sie sagen es weil sie wollen das es mir nicht so schlecht geht und nicht erlischt zu mir sind.
Deswegen würden mir Meinungen von ausenstehenden sehr interessieren.
Es wäre nett wirklich erlischt Meinungen zu lesen.
Danke Nicole
Hallo Nicole,
also die Freundin von meiner Frau hat vor einem Jahr das gleiche erlebt wie du. Deren Ex-Freund hat sich in der Saune die Pulsadern aufgeschnitten. Sie fand ihn ein paar Tage nach der Tat. Es schien mir damals so als wenn der Ex-Freund das so "inszeniert" hat von seiner Ex-Freundin gefunden zu werden und dann noch in dieser melodramatischen weise (die ganze Sauna war voller Blut).
Die Freundin meiner Frau hatte nach diesem Erlebnis einen Schock und konnte 2 Wochen nicht zur Arbeit.

Wenn sich jemand umbringt dann ist das doch immer eine psychische Steigerung bis hin zur eigentlichen Tat. Meist mit einigen Selbstmordversuchen bis hin zum Finale. Du sagst ja selbst dass dein Ex-Mann über Jahre depressiv war.
Meine Erfahrung ist das Depressionen mit Chemie nicht geheilt werden können, nur mit einer spirituellen Neuausrichtung. In dem man die materialistische Lebensweise aufgibt und eine innige Verbindung mit Gott sucht. (die Depression als ein Hilfeschrei der Seele)
Shri Kirshna erklärt in Seiner Unterhaltung mit seinem Freund und Geweihten Arjuna in der Bahgavad-Gita:
Zitat:
"O Partha, wie kann ein Mensch, der weiss, dass die Seele unzerstörbar, ewig, ungeboren und unveränderlich ist, jemanden töten oder jemanden veranlassen zu töten?" BG 2.21
"Wie ein Mensch alte Kleider ablegt und neue anzieht, so gibt die Seele alt und unbrauchbar gewordene Körper auf und nimmt neue materielle Körper an." BG 2.22
"Jemandem, der geboren wurde, ist der Tod gewiss, und jemandem, der gestorben ist, ist die Geburt gewiss. Deshalb solltest du bei der unvermeintlichen Erfüllung deiner Pflichten nicht klagen." BG 2.27


Die Existenz Gottes ist eine Tatsache und so auch die der unsterblichen Seele. Gott ist die höchste Seele und wir sind Seine winzigen abgesonderten Teilchen. Somit haben wir alle eine individuelle, ewige Beziehung zu Gott... wir haben es nur vergessen. Wir haben nur verlernt "hinzuhören", was uns unsere innere Stimme mitteilen möchte.
Liebe Grüsse und viel Kraft wünsche ich dir!
Zitat:
Deren Ex-Freund hat sich in der Saune die Pulsadern aufgeschnitten. Sie fand ihn ein paar Tage nach der Tat. Es schien mir damals so als wenn der Ex-Freund das so "inszeniert" hat von seiner Ex-Freundin gefunden zu werden und dann noch in dieser melodramatischen weise (die ganze Sauna war voller Blut).


Ochneee, neee , neee! Sowas ist doch eine riesen Sauerei.
Danke das du mir geschrieben hast.
ich kann nicht verstehen warum er es gemacht hat.
er fehlt mir so.Mir geht so viel durch den Kopf. Ich träume jede Nacht von ihm.ich weiß einfach nicht wie ich mit dieser schuld umgehen soll.ich kann auch noch nicht realisieren das er nicht mehr da ist .
Narasimha hat folgendes geschrieben:

Die Existenz Gottes ist eine Tatsache und so auch die der unsterblichen Seele. Gott ist die höchste Seele und wir sind Seine winzigen abgesonderten Teilchen. Somit haben wir alle eine individuelle, ewige Beziehung zu Gott... wir haben es nur vergessen. Wir haben nur verlernt "hinzuhören", was uns unsere innere Stimme mitteilen möchte.

Ich denke, das ist gut beschrieben! Winzige Teilchen... Wir haben es freiwillig vorgezogen, da nicht "hinzuhören", finde ich in diesem Zusammenhang.
_________________
Jedes Schicksal ist angemessen, individuell zugeschnitten, denn nichts, was Gott tut, ist sinnlos!
Nicole 74 hat folgendes geschrieben:
23.08.2016 hat sich mein noch Ehemann das Leben genommen. Ich habe mich letztes Jahr im Oktober getrennt wir waren 13jahre verheiratet.

Liebe Nicole,

Zunächst ist zu sagen:

Wenn er dein erster Mann war und du seine erste Frau, das heißt ihr beide jeweils zum ersten Mal gemeinsam in die Ehe gegangen seid mit dem echten und unbedingten Willen euer ganzes restliches Leben zu zweit miteinander zu teilen, dann war dieser Mann auch vor Gott dein Ehemann.

Zitat:

Ich mach mir große Vorwürfe da ich mich von ihm getrennt habe weil ich mich in einen anderen Mann verliebt habe.

Wenn dein jetzt verstorbener Ehemann in Wahrheit eigentlich nicht dein Ehemann war, weil das vorige Kriterium nicht zugetroffen hat, dann hattest du dennoch bestimmte sittliche Verpflichtungen ihm gegenüber. Obwohl dann die Beziehung sündhaft war und grundlegend nicht Ordnung hattest du sicherlich nicht das Recht ihn aus egoistischen Motiven im Stich zu lassen.
Wenn er dein wirklicher Ehemann war, dann wiegt das Verlassen und die Untreue natürlich viel schwerer.

Zitat:
Natürlich hatte er auch andere Probleme seiner Firma ging es nicht so gut ,Probleme mit Mitarbeitern und kein gutes verhältniss zu seinen Eltern.Mit sechs Jahren starb seine Leibliche Mutter. In der neuen Familie fand er nie richtig seinen Platz .Er litt seit dem ich ihn kannte an Depressionen.

Eine Depression ist eine schwere psychiatrische Erkrankung, die oft auch zum Suizid führt. Hinsichtlich der Tatsache seiner Erkrankung trifft dich keine Schuld.

Zitat:
Ich denke aber wenn ich ihn nicht verlassen hätte und weiter für ihn da gewesen wäre ,würde er jetzt noch leben.

Wie gesagt, vor Allem wenn er dein Ehemann in den Augen Gottes war, dann hast du mit dem Verlassen aus dem Motiv der Untreue sehr schwere Schuld auf dich geladen.

Allerdings ist der zweite Teil deines Satzes aus meiner Sicht reine Spekulation und unangebracht - du weißt nicht wirklich, ob er noch leben würde, wenn du ihn nicht verlassen hättest. Hinsichtlich der Tatsache des Selbstmords musst du dir aus meiner Sicht keine Vorwürfe machen. Bei an Depression Erkrankten ist so etwas jederzeit möglich - auch aus heiterem Himmel.

Zitat:

ich komm mit meiner schuld nicht zurecht.Mein Freund,meine Familie. Freunde und Bekannte und auch meine therapeutin sagen das ich mir nicht die Schuld geben darf und nicht schuld daran habe.ich glaube aber sie sagen es weil sie wollen das es mir nicht so schlecht geht und nicht erlischt zu mir sind.

Ja - das glaube ich dir. Das Thema des Umgangs mit der Schuld - der eigenen und der der Anderen - ist das größte Lebensthema des Menschen überhaupt. Kennst du das "Vater-Unser"? Bei den Bitten, die sich auf das menschliche Leben beziehen lautet die erste Bitte an Gott: "Unser tägliches Brot gib uns heute" - also die Bitte darum alles materiell Lebensnotwendige zu haben, um überhaupt leben zu können. Die zweite Bitte ist dann gleich "Und vergib uns unsere Schuld." - Das Thema des Umgangs mit der Schuld ist - nach dem schieren Überleben - das existenzielle Thema des Menschen überhaupt.

Den echten Ausweg und die letzten Antworten auf die Fragen des Schuldigwerdens und des sich schuldig Fühlens und des Bedürfnisses nach Vergebung - das findest du nicht im Gespräch mit Freunden und Therapeuten. Die können dir da keine letzten Antworten bieten. Das kann nur Gott. Er weiß, dass wir mit unserer Schuld und der Schuld anderer mit menschlichen Mitteln allein nicht zurechtkommen. Ich kann dir daher aus meiner Sicht nur sagen - du brauchst letzlich die Beichte. Dorthin kann es natürlich eines langen Weges bedürfen - vor Allem wenn du vielleicht noch gar nicht Christin bist.
Hallo Nicole,
Zitat:
Danke das du mir geschrieben hast.
ich kann nicht verstehen warum er es gemacht hat.
er fehlt mir so.Mir geht so viel durch den Kopf. Ich träume jede Nacht von ihm.ich weiß einfach nicht wie ich mit dieser schuld umgehen soll.ich kann auch noch nicht realisieren das er nicht mehr da ist .

So ein Erlebnis ist nicht nur negativ zu verstehen. Sie es auch positiv, denn es gibt dir die Möglichkeit über den Sinn des Lebens nachzudenken und dich neu zu orientieren.
Du kannst an seiner Situation nichts mehr ändern, aber du kannst deine verändern.
Er hat vorgezogen seine jetzige Inkarnation "vorzeitig zu beenden". Die Probleme wird er aber mit sich nehmen in sein nächstes Leben. Vergleichbar mit einem Kind das seine Abschlussprüfung nicht bestanden hat und die Klasse wiederholen muss.
hier noch eine kleine Buchempfehlung für dich:
https://www.amazon.de/Sch%C3%B6nhei.....-Prabhupada/dp/9171495029
LG
Markus