Abtötung


impressum in einem anderen Thread hat folgendes geschrieben:
Burkl hat folgendes geschrieben:
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
gg, ich wüßte nicht, daß die kath. Kirche verbietet, Blutwurst zu essen.
Wieder eine selektive Auswahl, wie es Burkl in den Kram paßt.

Du musst den Kontext beachten - es geht dem Hl. Paulus nicht um die Etablierung von Speisegesetzen, die Christus allesamt aufgehoben hat, sondern um die Abkehr der Heiden von den irdischen Götzen. Götzendienst und Unzucht stehen als Hauptkennzeichen heidnischen Lebens, die überwunden werden müssen.

"Darum tötet, was irdisch an euch ist: die Unzucht, die Schamlosigkeit, die Leidenschaft, die bösen Begierden und die Habsucht, die ein Götzendienst ist." Kol 3,5


Zum töten ließ sich doch Religion immer schon bestens benutzen, was? Oder?

Da geht's um die sog "Abtötung" (lat. Mortifikation) - sie ist eine wesentliche Dimension der christlichen Aszese, der ständige und notwendige Kampf um die Beherrschung des Egoismus und des ungeordneten Begehrens bedarf sozusagen permanenten und ausdauernden "Trainings". Abtötung kostet zwar Überwindung, ist aber sehr notwendig, um im geistlichen Leben Fortschritte zu machen.

http://www.de.josemariaescriva.info/artikel/opfer-aus-liebe
Wenn "Abtötung" mit Fasten in einem größeren Sinn gleichgesetzt wird, wird es mit Maß und Ziel schon sinnvoll sein.
Zitat:
@burkl
Da geht's um die sog "Abtötung" (lat. Mortifikation) - sie ist eine wesentliche Dimension der christlichen Aszese, der ständige und notwendige Kampf um die Beherrschung des Egoismus und des ungeordneten Begehrens bedarf sozusagen permanenten und ausdauernden "Trainings". Abtötung kostet zwar Überwindung, ist aber sehr notwendig, um im geistlichen Leben Fortschritte zu machen.


Shri Krishna erklärt in der Bhagavad-Gita:
Zitat:
"Es gibt drei Tore, die zu dieser Hölle führen - Lust, Zorn und Gier. Jeder vernünftige Mensch sollte diese Drei Dinge aufgeben, denn sie führen zur Erniedrigung der Seele." BG 16.21

Am Anfang versucht man seine Lust zu befriedigen, wenn dies nicht gelingt entstehen Zorn und Gier. Aber da das Lebewesen immer den Wunsch hat zu geniessen, kann es von dem Wunsch nach Freude nicht künstlich zurückgehalten werden. Dies wird auch nicht durch ein "Training" gelingen.

Der entscheidende Faktor ist der Höchste Herr. Nur durch Ihn kann die Lust transformiert werden.
Shri Krishna macht diesbezüglich aber folgende Feststellung:
Zitat:
"Die verkörperte Seele kann zwar von Sinnenfreuden zurückgehalten werden, doch der Geschmack für die Sinnesobjekte bleibt. Wenn sie jedoch solche Neigungen aufgibt, da sie einen höheren Geschmack erfährt, ist sie im Bewusstsein gefestigt." BG 2.59

Durch eine spirituelle Verbindungsaufnahme mit Gott, ist es dem Lebewesen möglich eine grössere Freude zu erfahren als durch profane Sinnenbefriedigung. Es ist diese "höhere (grössere) Freude, die es dem Lebewesen ermöglicht sich von Sinnenbefriedigung zu lösen.

In unserem Zeitalter, wo der Mensch versucht durch industrielle Entwicklung ein Maximum an materiellen Freuden zu erfahren und somit extrem verstrickt ist mit den daraus entstehenden karmischen Reaktionen, ist das Chanten der Heiligen Namen Gottes der einzige Weg zur Erlösung.
siehe: Kalisantarana Upanisad 5; 6
Narasimha hat folgendes geschrieben:

Aber da das Lebewesen immer den Wunsch hat zu geniessen, kann es von dem Wunsch nach Freude nicht künstlich zurückgehalten werden. Dies wird auch nicht durch ein "Training" gelingen.

Der Sinn der christlichen Askese ist die Freude, die im Kreuz liegt zu entdecken. Sie ist eine Freude, die erst gehoben werden muss, weil sie tief verborgen liegt im Geheimnis des Kreuzes - das letztlich nichts anderes ist als das Geheimnis der Liebe, das Geheimnis Gottes. Darum ist auch Alles, um was es geht - die Menschheit und die Gottheit dort auf Golgotha zu finden.

"Im Kreuz war nur die Gottheit verborgen,
aber hier ist zugleich auch die Menschheit verborgen."

Thomas von Aquin in Adoro te devote

Narasimha hat folgendes geschrieben:

In unserem Zeitalter, wo der Mensch versucht durch industrielle Entwicklung ein Maximum an materiellen Freuden zu erfahren und somit extrem verstrickt ist mit den daraus entstehenden karmischen Reaktionen, ist das Chanten der Heiligen Namen Gottes der einzige Weg zur Erlösung.
siehe: Kalisantarana Upanisad 5; 6

Das mag ein entspannender Ausgleich nach einem harten Arbeitstag sein - erlöst hat uns Gott aber nicht durch Gesang und Meditation, sondern am Kreuz.
Heute feiert die Kirche das Fest der Kreuzerhöhung. Im Mittelpunkt dieses Festes steht der Gedanke, dass das aus Liebe zu Gott freiwillig angenommene Leid auf geheimnisvolle Weise mit der Erlösung am Kreuz verbunden ist.
Das für Christus aufgeopferte Leid wird auf geheimnisvolle Weise mit dem Geheimnis des Kreuzes, mit dem Geheimnis der göttlichen Liebe verbunden. Dadurch gibt es keine Widrigkeit mehr, die sinnlos und leer sein könnte. Alles hat Gott am Kreuz mit seiner durchdringende Liebe umarmt, auch die tiefste Finsternis des Todes wurde so erhellt. Auf den Karfreitag kommt der Ostersonntag - im Leben Christi und auch in unserem.

"Verbinden wir die Kleinigkeiten, die wir zu tragen haben - die kleinen wie die großen Widrigkeiten -, mit dem grenzenlosen Leiden des Herrn, der sich opfert - Er ist das einzige Opfer! Unsere geringfügigen Überwindungen gewinnen so an Wert, sie sammeln sich zu einem Schatz an, und wir werden dann das Kreuz Christi willig und großzügig auf uns nehmen.
So wird jedes Leid nach kurzer Zeit überwunden. Weder Menschen noch Dinge können uns den Frieden und die Freude rauben."

Hl. Josemaria Escriva, Im Feuer der Schmiede, 785

"Erinnert euch an die Worte Christi: Wer mir nachfolgen will, verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich, und so folge er mir. Seht ihr? Täglich das Kreuz. Nulla dies sine cruce! Kein Tag ohne Kreuz; kein Tag, an dem wir nicht das Kreuz des Herrn tragen, an dem wir nicht sein Joch auf uns nehmen. Aus diesem Grunde möchte ich es nicht unterlassen, euch daran zu erinnern, dass die Freude der Auferstehung dem Leid des Kreuzes entspringt.
Habt nun aber keine Furcht, denn der Herr selbst hat uns gesagt: Kommt zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch und lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig. Und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft und meine Bürde leicht. Kommt, - so schreibt der heilige Johannes Chrysostomus - nicht um Rechenschaft abzulegen, sondern um von euren Sünden befreit zu werden; kommt, denn ich habe eure Ehre, die ihr mir erweisen könnt, nicht nötig: eure Rettung habe ich nötig... Fürchtet euch nicht, wenn ihr von Joch hört, denn es ist sanft; fürchtet euch nicht, wenn ich von Bürde spreche, denn sie ist leicht.
Der Weg unserer persönlichen Heiligung führt Tag für Tag über das Kreuz. Doch trostlos ist dieser Weg nicht, denn Christus selbst hilft uns, und bei Ihm kann es keine Traurigkeit geben. In laetitia, nulla dies sine cruce! pflege ich oft zu sagen: die Seele von Freude durchdrungen, keinen Tag ohne Kreuz."

Hl. Josémaria Escrivá, Froh mit Christus am Kreuz, Christus begegnen, 176
Das muss aber nicht heißen, dass ich mich jeden Tag mit was herumärgern muss oder so, damit dann ein tolles Special folgt!
Peter.Trim hat folgendes geschrieben:
Das muss aber nicht heißen, dass ich mich jeden Tag mit was herumärgern muss oder so, damit dann ein tolles Special folgt!

Wenn du dich mit den vielen Widrigkeiten des Alltags herumärgerst und diese nicht mit übernatürlichem Opfergeist tragen magst bedeutet das, dass du dich innerlich vom Herrn entfernt hast.

Die "kleinen Nadelstiche" des Alltags zu tragen, ohne die innere Freude und den Optimismus und die gute Laune zu verlieren, das ist untrügliches Zeichen für die Nähe zum Kreuz. Den Kollegen, der ungelegen ins Büro kommt mit seinen Eigenheiten liebevoll ertragen, sich die "passende Bemerkung" verkneifen, Schweigen bei ungerechten Vorwürfen der schlecht gelaunten Ehefrau, nachdem die Straßenbahn vor der Nase weggefahren ist "kein Gesicht ziehen" und dem nächsten Menschen ein Lächeln schenken, trotz überraschendem Regen ohne Schirm dabei keine üble Laune beim nach Hause Kommen haben, wenn einem unangenehme Dinge in der Familie auffallen diese nicht ärgerlich sofort vor allen sondern liebevoll im passenden Moment unter vier Augen ansprechen, mir ungefällige Arbeiten nicht auf "später" verschieben sondern sofort angehen und zu Ende führen, beim Essen sich als letzter nehmen und den anderen das bessere Stück lassen, bei ordinären Witzen nicht mitlachen sondern die Unterhaltung behutsam auf positive Dinge umlenken, die Nachrichten abdrehen und stattdessen das weinerliche Kind beruhigen und mit ihm spielen, sich nicht über Hitze, Kälte, Schnupfen und Kopfweh beklagen, die vorgenommene Tennisstunde absagen und stattdessen der Frau alleinige Zeit schenken...
Das alles und hundert Dinge mehr sind handfeste Opfer, die sich mit dem Kreuz vereinigen lassen und Gott wohlgefällig sind.
Wobei ich meine, dass ich auf keinen Fall bei ungerechten Vorwürfen immer schweigen darf! Allerdings sollte ich möglichst ohne persönliche Verachtung darauf aufmerksam machen, dass ich im Recht bin!
Halo zusammen,

ist das Chanten der Heiligen Namen Gottes der einzige Weg zur Erlösung.
siehe:
Kalisantarana Upanisad 5; 6

Bhagavad Gita
18.65 Denke ständig an Mich und werde Mein Geweihter. Verehre Mich und bringe Mir deine Ehrerbietung dar. Auf diese Weise wirst du ohne Fehl zu Mir kommen. Ich verspreche dir dies, weil du mein lieber Freund bist.
18.66 Gib alle Arten von Religion auf und gib dich einfach Mir hin. Ich werde dich von allen sündhaften Reaktionen befreien. Fürchte dich nicht.


Bibel – Moses - 1. Gebot: „Du sollst den Herrn Deinen Gott lieben, aus Deinem ganzen Herzen, Deiner ganzen Seele, deinem ganzen Gemüte, und aus all Seinen Kräften.

Wo ist da ein Unterschied???

Burkl: Das mag ein entspannender Ausgleich nach einem harten Arbeitstag sein - erlöst hat uns Gott aber nicht durch Gesang und Meditation, sondern am Kreuz.


Das Kreuz in der Bibel ist die Symbolik für Zeit und Raum – auf dem Der Mensch „gekreuzigt (Gefangen in seiner Vorstellung) ist! (Zeit und Raum ist die erste Polarisation, wenn der Geist aus der EINHEIT (Gott – göttlichem Seinzustand) herausfällt.
Aus dieser Polarisation geht dann aus Zeit - Gestern, Heute und Morgen hervor, und der Raum erscheint als Länge, Breite und Höhe.
Zusammen, man höre und staune, die SECHS TAGE DER SCHÖÜFUNG (das göttliche PRINZIP in der materiellen Natur).
Bhagavad Gita: 14. Die drei Erscheinungsweisen der materiellen Natur
http://www.demetrius-degen.de/religionen/hinduismus/gita5.htm

Jesus, hat das Kreuz Zeit und Raum überwunden, und geht daher in die EWIGKEIT – die EINHEIT zurück.

Zitat: "Im Kreuz war nur die Gottheit verborgen,
aber hier ist zugleich auch die Menschheit verborgen."

Thomas von Aquin in Adoro te devote


Im Kreuz ist das PRINZIP der ganzen materielle Natur verborgen!

Der Mensch kann von Wissen zum Glauben kommen, oder vom Glauben zum Wissen
Am GIPFEL werden diese beiden Pole wieder EINS: Wissen und Glauben - die zwei Pole.
http://www.demetrius-degen.de/zeit-themen/mensch03.htm

© Demetrius


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Auf der Erde gibt es seit jeher den Kampf zwischen Egoismus und Selbstlosigkeit.
Die Egoisten werden reich, die Selbstlosen schaffen große Werke.
www.demetrius-degen.de
Und wenn wir gerade einmal bei ABTÖTUNG sind:
Abtöten muß der Mensch all seine Zuneigungen und Abneigungen - alle Begehren, und all seine Ängste.
Letztendlich seine PERSÖNLICHE Ichvorstellung. Das bedeutet dann den „Tod“ für das EGO!
Erst dann kann das wahre SELBST (im Geist und Bewusstsein) auferstehen.

In den Upanishaden steht: „Wenn alle Begehren, die im Herzen wallen, abgetan sind, wird der Sterbliche UNSTERBLICH!

Was aber übrig bleibt, sind die ABNEIGUNGEN und ÄNGSTE!
Auch diese müssen noch überwunden werden.
Hier beginnt dann der „Leidensweg“ des Jesu. Auch die dunkle Nacht oder finsteres Tal genannt.

Dazu sagt Lao-Tse: „13. Himmel und Erde sind nicht menschenfreundlich; sie nehmen die zehntausend Wesen für Strohhunde. Der Heilige Mensch ist nicht menschenfreundlich; Er nimmt die hundert Geschlechter für Strohhunde. (wie Strohballen, die man zum verbrennen ins Feuer wirft).
http://www.demetrius-degen.de/religionen/daoismus/laotse1.htm

Wenn der Mensch alle Begehren abgelegt hat, sieht er nur noch das ÜBEL in der Welt. So wie sie in der heutigen Zeit ist – voller Begehren und Eigennutz!
Diese Art der Wahrnehmung ist notwendig, für die endgültige BEFREIUNG des Geistes im Bewusstsein – von der BINDUNG an die materielle Welt.
Das muß dann eben auch noch überwunden werden. Denn wer auch immer, an der irdischen Welt noch sein Gefallen, oder gar sein Vergnügen findet, wird sich sicher nicht befreien können!

Darum steht in den Upanishaden weiter: „Wenn alle Knoten, die das Herz einschnüren, gelöst sind, wird der Sterbliche unsterblich“!

Denn Begehren (Zuneigung) und Angst (Abneigung), sind die 2 Hürden, die genommen werden müssen.
Begehren läßt den Menschen tun, was er nicht tun sollte, und vielleicht auch nicht wollte.
Angst läßt den Menschen nicht tun was er eigentlich sollte, und was er vielleicht doch wollte.

© Demetrius
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Auf der Erde gibt es seit jeher den Kampf zwischen Egoismus und Selbstlosigkeit.
Die Egoisten werden reich, die Selbstlosen schaffen große Werke.
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Ich denke, dass ich diesen Gedankengang schon durchaus intensiv erlebt habe und teils noch erlebe. Wesentlich dabei ist, Raum und Zeit sind variabel, also nicht unvergänglich gleichbleibend.