Die Rache eines gekündigten Buchhalters


Anton war an und für sich ein guter Mensch, noch unverheiratet und konnte keiner Fliege etwas zu leide tun. Zwanzig Jahre lang hatte er als Buchhalter ehrlich und gewissenhaft gearbeitet, nicht einen einzigen Tag war er krank, und hatte viele Überstunden geleistet, ohne deswegen je zu reklamieren.
Doch dann fand der Chef, dass er nicht mehr in das Team passen würde, weil dort jetzt nur noch junge weibliche Angestellte beschäftigt waren. So wurde er dann weg geärgert und mit einer fadenscheinigen Kündigung entlassen. Der Chef begründete das damit, er könne mit dem neuen Computer nicht umgehen und sei altmodisch gekleidet.

Bereits am ersten Tag suchte Anton nach einer neuen Stelle. Doch überall wurde er abgewiesen, er hatte keine Chance mehr, eine Arbeit zu finden, die seinen Fähigkeiten entsprochen hätte. Das Arbeitsamt wollte ihn nach langen erfolglosen Bewerbungen schließlich noch in einen Nachtclub vermitteln, um dort die Toiletten zu putzen. Doch als frommer Buchhalter war etwas derartiges natürlich weit unter seiner Würde, sein Leben war jetzt ordentlich verpfuscht.

Eine Abgangsentschädigung vom Chef konnte er auch nicht verlangen. Er war eben nachträglich noch einmal in „sein“ Büro gegangen war, um mit dem Chef erneut zu verhandeln. Er hatte sich dann geweigert das Büro zu verlassen, bevor der Chef ihn wieder anstellen würde. Dann hatte er noch den Chef tätlich angegriffen. Schließlich kam es dann auf dem Polizeiposten zu einem Kompromiss: Anton musste unterschreiben, das er die Kündigung akzeptiere, im Gegenzug verzichtete der Chef dann auf eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch etc.

Doch Anton gab sich noch lange nicht geschlagen. Beim Gericht hatte er die Chance vertan, aber er wandte sich jetzt an den allerhöchsten allmächtigen Richter im Himmel oben. Mit dem war er ja per du, und der war „online“ Tag und Nacht und verlangte auch kein Honorar. Bei seinem alltäglichen Tischgebet fügte er dann noch folgendes hinzu:
„....und mache doch auch, dass mein Chef- dieser Unmensch, seine gerechte Strafe bekommt....“

So verging denn fast ein Jahr, bis eines Tages das Telefon läutete, ein Freund war dran und sagte:
„Anton, hast du es schon gehört, dein Ex-Chef ist mit seinem Auto tödlich verunglückt“. Anton erschrak dermaßen, dass er fast vom Stuhl gefallen ist. Seine Haare standen zu Berge und wurden zusehends weiß wie Schnee. Er hatte eigentlich gar nicht mehr daran gedacht, was er da jeden Tag betete. Er fühlte sich jetzt für dieses Geschehen schuldig, er wurde depressiv und musste psychiatrisch behandelt werden. Doch dann traf er auf dem Sozialamt eine sehr nette Fürsorgerin, in die er sich Hals über Kopf verliebte. Erst beim zweiten Treffen stellte es sich dann heraus, dass die Frau die Tochter seines verstorbenen Ex-chef war. Sie hatten aber diese komischen Ereignisse vergessen, und sie heirateten.

Jetzt konnte er wieder in sein Büro gehen, aber nicht mehr als kleiner Buchhalter, sondern als Miteigentümer, seine Frau hatte ihn die Hälfte der Firma überschrieben.
So ist das. Gott lässt sich an Großzügigkeit nicht überbieten, wenn jemand das tut, was in seiner Macht liegt und auf Ihn vertraut. Und er hat immer die Möglichkeit zu helfen, auf Wegen, mit denen wir nicht entfernt rechnen. Das Gebet des Buchhalters war allerdings nicht ganz im christlichen Geist, wenn es ihm zuerst um Rache geht. Aber immerhin, er erkennt seine Lage, sein Angewiesensein auf die Gnade und vertraut seine Sache Gott an.

Aber selbst wenn das in der Geschichte wirtschaftlich nicht so gut für den Buchhalter verlaufen wäre - erfolgreich wäre sein jahrelanges, treues und unauffälliges fleißiges Arbeiten dennoch gewesen, denn bei Gott zählt nicht der vordergründige und äußere Erfolg einer Tätigkeit, sondern die aufrechte Redlichkeit und der in die Arbeit hineingelegte Opfergeist und Liebe.
Ziemlich lustige Geschichte! Ich nehme mal an, dass es sich dabei um ein Gedankenexperiment und nicht um ein reales Ereignis handelt. Jedenfalls finde ich, hat Anton da keinen Grund, depressiv oder aggressiv gegen sich selbst zu sein, denn er hat ja schließlich zu Gott und nicht zu Saten und/oder generell zweifelhaften dämonischen Mächten gebetet. Und Gott erhört nur was, was in diesem Zusammenhang nicht sündig oder skrupellos ist. So würde ich das anhand dieser Beispielgeschichte sehen.