Biblische Prophetie -- Baha'u'llah die Wiederkehr Christi?


Minou hat folgendes geschrieben:
Lieber Burkl, ich habe es eher soo verstanden, dass nach der Wiederkunft Jesu noch die "tausend Jahre" folgen, waehrend derer der Satan "gebunden" ist; darauf soll erst der Endkampf gegen das Boese stattfinden?

Diese 1000 Jahre des angeketteten Satans kommen in der Offenbarung des Johannes vor.

"Dann sah ich einen Engel vom Himmel herabsteigen; auf seiner Hand trug er den Schlüssel zum Abgrund und eine schwere Kette.
Er überwältigte den Drachen, die alte Schlange - das ist der Teufel oder der Satan -, und er fesselte ihn für tausend Jahre.
Er warf ihn in den Abgrund, verschloss diesen und drückte ein Siegel darauf, damit der Drache die Völker nicht mehr verführen konnte, bis die tausend Jahre vollendet sind. Danach muss er für kurze Zeit freigelassen werden." Offb 20,1-3

Da es sich um einen begrenzten Zeitraum handelt muss es sich um etwas Anderes als die Ewigkeit handeln - dieser Zeitraum kann also nicht nach dem Endgericht liegen.
Die Lehre der Kirche sieht in diesem Zeitraum die Zeit zwischen Kreuzestod und Auferstehung Christi und seiner Wiederkehr - die Zeit der "streitenden Kirche" - also von der Gründung der Kirche durch den Heiligen Geist zu Pfingsten bis zum jüngsten Gericht. Die Zeit in der wir leben.

In der Kirche ist - durch ihre Heilskraft, die vor Allem in den Sakramenten wirkt - sozusagen der "Raum des angeketteten Satans". Er kann, wie ein Kettenhund, zwar immer noch beißen - sein Radius und damit seine Gefährlichkeit sind jedoch massiv eingeschränkt - insbesondere durch die Sakramente.

Im wohl bekanntesten deutschen Osterlied heißt es:

Der Heiland ist erstanden,
befreit von Todesbanden,
der als ein wahres Gotteslamm
für mich den Tod zu leiden kam.
Alleluja.

Nun ist der Mensch gerettet
und Satan angekettet.
Der Tod hat keinen Stachel mehr,
der Stein ist weg, das Grab ist leer.
AIleluja.
Burkl hat folgendes geschrieben:
Da es sich um einen begrenzten Zeitraum handelt muss es sich um etwas Anderes als die Ewigkeit handeln - dieser Zeitraum kann also nicht nach dem Endgericht liegen.

Die Lehre der Kirche sieht in diesem Zeitraum die Zeit zwischen Kreuzestod und Auferstehung Christi und seiner Wiederkehr - die Zeit der "streitenden Kirche" - also von der Gründung der Kirche durch den Heiligen Geist zu Pfingsten bis zum jüngsten Gericht. Die Zeit in der wir leben.


Und somit ist die Katholische Kirche religionswissenschaftlich in den Amillenarismus einzuordnen (siehe Bild oben).

Andere Gruppen gehen davon aus, dass Christus insgesamt zweimal wiederkehrt (dispensationalistischer Millenarismus), bei der ersten Wiederkehr die Gläubigen entrückt (entweder in der Form, dass sie völlig aus der Welt hinausgenommen werden und 1000 Jahre bei Gott leben und dann mit Christus zum Weltgericht auf die Erde zurückkehren werden, oder aber in der Form, dass Christus zurückkehrt, die Gläubigen aber nur geistig aus der Welt hinausgenommen werden, also immer noch physisch auf der Erde leben, geboren werden und sterben, aber in dieser Zeit bereits im Zustand der Heiligung und Sündlosigkeit leben und mit dem dritten Kommen Christi dann dem Gericht nicht mehr unterliegen.) und erst 1000 Jahre später geschieht das eigentliche Weltgericht - das dann auch sehr konkret als 1000 Sonnenjahre verstanden.
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"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523
Sören hat folgendes geschrieben:
Burkl hat folgendes geschrieben:
Da es sich um einen begrenzten Zeitraum handelt muss es sich um etwas Anderes als die Ewigkeit handeln - dieser Zeitraum kann also nicht nach dem Endgericht liegen.

Die Lehre der Kirche sieht in diesem Zeitraum die Zeit zwischen Kreuzestod und Auferstehung Christi und seiner Wiederkehr - die Zeit der "streitenden Kirche" - also von der Gründung der Kirche durch den Heiligen Geist zu Pfingsten bis zum jüngsten Gericht. Die Zeit in der wir leben.


Und somit ist die Katholische Kirche religionswissenschaftlich in den Amillenarismus einzuordnen (siehe Bild oben).

Andere Gruppen gehen davon aus, dass Christus insgesamt zweimal wiederkehrt (dispensationalistischer Millenarismus), bei der ersten Wiederkehr die Gläubigen entrückt (entweder in der Form, dass sie völlig aus der Welt hinausgenommen werden und 1000 Jahre bei Gott leben und dann mit Christus zum Weltgericht auf die Erde zurückkehren werden, oder aber in der Form, dass Christus zurückkehrt, die Gläubigen aber nur geistig aus der Welt hinausgenommen werden, also immer noch physisch auf der Erde leben, geboren werden und sterben, aber in dieser Zeit bereits im Zustand der Heiligung und Sündlosigkeit leben und mit dem dritten Kommen Christi dann dem Gericht nicht mehr unterliegen.) und erst 1000 Jahre später geschieht das eigentliche Weltgericht - das dann auch sehr konkret als 1000 Sonnenjahre verstanden.

Ich glaube die Auslegungen, welche die Zahlen- und Zeitangaben in der Offenbarung des Johannes wörtlich nehmen, weisen eine substantielle Schwäche auf. In diesem Konnex ist nämlich wirklich von tiefer Symbolik und Zahlenmystik auszugehen - selbstverständlich eingebettet in das biblische Umfeld und die ganze Offenbarungsgeschichte.
Nehmen wir als Beispiel die 144000 mit dem Siegel des Lammes Bezeichneten (Offb 7,4). Die Zeugen Jehovas (Millenaristen) legen das so aus, dass exakt 144000 Menschen gerettet werden.
In Wahrheit ist auch für den ungeübten Exegeten recht einfach zu erkennen, dass diese Zahl mit der potenzierten Zahl 12 zusammenhängt, welche für die Vollzähligkeit und übertragen für die Vollkommenheit der Heiligen des Volk Gottes im Alten Bund steht.
Burkl hat folgendes geschrieben:

Ich glaube die Auslegungen, welche die Zahlen- Zeitangaben in der Offenbarung des Johannes wörtlich nehmen, weisen eine substantielle Schwäche auf. In diesem Konnex ist nämlich wirklich von tiefer Symbolik und Zahlenmystik auszugehen - selbstverständlich eingebettet in das biblische Umfeld.
Nehmen wir als Beispiel die 144000 mit dem Siegel des Lammes Bezeichneten (Offb 7,4). Die Zeugen Jehovas (Millenaristen) legen das so aus, dass exakt 144000 Menschen gerettet werden.
In Wahrheit ist auch für den ungeübten Exegeten recht einfach zu erkennen, dass es sich um eine Potenz der Zahl 12 - also der Vollkommenheit handelt, welche für die Vollkommenheit der Heiligen im Volk Gottes des Alten Bundes steht.

Ich sehe das auch so, dass es alles Bildersprache ist. Genauso sehe ich in diesem Kontext Satan als keine Einzelperson an, sondern als das Prinzip der Ungerechtigkeit.
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Jedes Schicksal ist angemessen, individuell zugeschnitten, denn nichts, was Gott tut, ist sinnlos!
Peter.Trim hat folgendes geschrieben:
Genauso sehe ich in diesem Kontext Satan als keine Einzelperson an, sondern als das Prinzip der Ungerechtigkeit.

Wenn ich Satan wäre - was würde mich dann am meisten freuen?
Wenn meine Existenz als reale Person mit der unheimlichen Fähigkeit Menschen persönlich anzusprechen, zu verwirren, zu verblenden, zu verführen und ins Verderben zu stürzen relativiert würde.