Gedanken zu "Beantwortete Fragen" von Abdu'l Baha


Ich habe mir mal den Thread mit der Erklärung der Bahai`-Religion etwas durchgelesen. Finde ich von der Idee her spannend. Was tatsächlich in den letzten 100-200 Jahren eingetreten ist, ist eine zunehmende Digitalisierung mit einhergehenden erweiterten Kommunikationsmöglichkeiten sowie ein technischer Fortschritt im Sinne von Maschinen zur Verrichtung mechanischer Arbeit bzw. neue Verkehrsmittel im Vergleich zum ziemlich unmotorisierten Verkehr vor etwa ein, 2 Jahrhunderten. Die Welt zur Zeit Christi bis etwa 1900 hat sich von den technischen Errungenschaften historisch betrachtet vermutlich wesentlich weniger verändert als von 1900-2000. So gesehen ist diese Prophezeiung tatsächlich eingetroffen.
Peter.Trim hat folgendes geschrieben:
Was tatsächlich in den letzten 100-200 Jahren eingetreten ist, ist eine zunehmende Digitalisierung mit einhergehenden erweiterten Kommunikationsmöglichkeiten sowie ein technischer Fortschritt im Sinne von Maschinen zur Verrichtung mechanischer Arbeit bzw. neue Verkehrsmittel im Vergleich zum ziemlich unmotorisierten Verkehr vor etwa ein, 2 Jahrhunderten. Die Welt zur Zeit Christi bis etwa 1900 hat sich von den technischen Errungenschaften historisch betrachtet vermutlich wesentlich weniger verändert als von 1900-2000. So gesehen ist diese Prophezeiung tatsächlich eingetroffen.


Das sehe ich auch so; im geistig-spirituellen Bereich bringt Baha'u'llah ebenso gewaltige Erkenntnisse.
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
ÜBER DIE NOTWENDIGKEIT EINES ERZIEHERS

Betrachten wir die Welt des Daseins, so sehen wir, daß das Mineral, die Pflanze, das Tier und der Mensch einen Erzieher brauchen.

Bleibt die Erde unbebaut, so wird sie zur Wildnis, in der Unkraut wächst. Wenn aber der Bauer kommt und sie beackert, bringt sie Ernten hervor, die als Nahrung für Lebewesen dienen. Daraus ergibt sich klar, daß die Bearbeitung der Erde durch den Bauer notwendig ist. Betrachte die Bäume: Ohne die Pflege des Gärtners würden sie keine Früchte tragen, und ohne Früchte wären sie nutzlos. Durch die Pflege des Gärtners aber werden diese ertraglosen Bäume Früchte hervorbringen, und durch Pflege, Veredelung und Pfropfung geben Bäume, die bittere Früchte trugen, süße her. Dies sind verstandesmäßige Beweise, denn heute benötigen die Menschen logische Beweisgründe.

Betrachte in gleicher Weise die Tierwelt: Wird ein Tier vom Menschen gepflegt und erzogen, so wird es zum Haustier. Wenn dagegen ein Mensch ohne Erziehung aufwächst, so wird er zum Tier, ja, wenn er der Natur allein überlassen bleibt, sinkt er sogar unter das Tier herab; wenn er aber richtig erzogen wird, kann er zum Engel werden. Tatsächlich fressen die meisten Tiere nicht ihre Artgenossen auf, während manche Menschen im Inneren Afrikas noch ihresgleichen töten und fressen.

Bedenke nun, daß es die Erziehung ist, die den Osten und den Westen unter die Herrschaft des Menschen bringt. Die Erziehung bringt wunderbare Gewerbe zur Vollkommenheit und unterhält herrliche Wissenschaften und Künste. Sie ist es, die neue Entdeckungen und Gesetze offenbar macht. Gäbe es keinen Erzieher, wären solche Dinge, die das Leben bequem und leichter machen, oder zum Beispiel Kultur und Menschlichkeit nicht da. Wenn man einen Menschen in der Wildnis sich selbst überläßt, und er seinesgleichen nicht sieht, wird er zweifellos wie ein Tier werden. Damit haben wir klar die Notwendigkeit eines Erziehers bewiesen.


Abdu'l Baha
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Es gibt drei Arten der Erziehung: die körperliche, die menschliche und die geistige Erziehung.

Die körperliche Erziehung befaßt sich mit Fortschritt und Entwicklung des Körpers, indem sie materielle Erleichterungen, Behaglichkeit und Entspannung für ihn sicherstellt. Sie gilt in gleicher Weise für Menschen und Tiere.

Die menschliche Erziehung bedeutet Kultur und Fortschritt, nämlich Regierung, Verwaltung, Wohlfahrtseinrichtungen, Verkehr, Handel und Gewerbe, Künste, Natur- und Geisteswissenschaften, große Erfindungen und Entdeckungen physikalischer Gesetze. Diese Äußerungen des Menschengeistes machen den Unterschied zur Tierwelt deutlich.

Die geistige, göttliche Erziehung ist die Erziehung zum Himmelreich. Durch sie erwirbt der Mensch göttliche Vollkommenheiten. Sie ist die wahre Erziehung, denn auf dieser Stufe tritt das Göttliche im Menschen in Erscheinung, und die Worte "Lasset Uns Menschen schaffen nach Unserem Bild und Gleichnis", werden in ihm offenbar. Dies ist das höchste Ziel der Menschheit.

Dazu brauchen wir einen Erzieher, der zugleich körperlicher, menschlicher und geistiger Erzieher ist, und dessen Autorität in allen Bereichen Einfluß hat. Wenn jemand sagen wollte: "Ich habe einen vollkommenen Verstand und ein rasches Auffassungsvermögen und bedarf dieses Erziehers nicht", so würde er selbstverständliches leugnen und wie ein Kind sein, das sagen würde: "Ich brauche keine Erziehung, ich werde nach meiner Einsicht und Vernunft verfahren und so alle Vollkommenheiten der Welt erwerben", oder er wäre wie ein Blinder, der sagen würde: "Ich brauche kein Augenlicht, denn es gibt viele Blinde, die sich zurechtfinden können."

Die Notwendigkeit eines Erziehers für den Menschen ist demnach klar und deutlich erwiesen. Dieser Erzieher muß zweifellos auf allen Gebieten vollkommen sein und alle anderen Menschen übertreffen, denn sonst könnte er nicht ihr Erzieher sein, um so mehr, da er ihr körperlicher, menschlicher und zugleich geistiger Erzieher sein muß. Dies bedeutet, daß er die Menschen lehrt, die materiellen Dinge zu ordnen und voranzubringen und die menschliche Gemeinschaft so zu gestalten, daß gegenseitige Hilfe und Fürsorge eingerichtet und alle materiellen Fragen in jeglichen Verhältnissen geordnet und geregelt werden.


Abdu'l Baha
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Eine Sache, die alle Regierungen und Völker der Welt mit all ihrer Macht und ihren Heeren nicht zu verkündigen und auszubreiten vermögen, wird durch eine einzige heilige Seele ohne Hilfe und Beistand vorwärtsgebracht! Ist dies den menschlichen Kräften möglich? Nein, bei Gott! So hat Christus allein und ohne Hilfe das Banner des geistigen Friedens und der Rechtschaffenheit erhoben, während alle siegreichen Regierungen mit ihren Heeren dazu unfähig waren. Denke daran, was aus so vielen verschiedenen Reichen und Völkern wurde: Das römische Reich, Frankreich, Deutschland, Rußland, England und andere; alle versammelten sich unter dem einen Zelt. Damit soll gesagt sein, daß das Erscheinen Christi diese verschiedenartigen Völker zur Einigkeit führte. Unter dem Einfluß des Christentums ging diese Einigkeit bei manchen dieser Völker so weit, daß sie Gut und Leben füreinander opferten. Nach der Zeit Konstantins, des Vorkämpfers für die Christenheit, brach allerdings wieder Uneinigkeit unter ihnen aus. Der Punkt aber, auf den es mir ankommt, ist, daß Christus etwas vollbracht hat, was alle die Könige der Erde nicht fertigbringen konnten. Er vereinigte die verschiedenen Religionen und änderte alte Sitten. Bedenke, welch große Verschiedenheit zwischen Römern, Griechen, Syriern, Ägyptern, Phöniziern, Israeliten und anderen Völkern Europas bestanden hatte. Christus hob alle Gegensätze auf und wurde zum Vermittler der Liebe zwischen diesen Völkern. Obwohl ihre Regierungen diese Einheit später zerstörten, hatte Christus Sein Werk doch vollendet.

Ein vollkommener Erzieher muß demnach gleichzeitig nicht nur ein körperlicher, sondern auch menschlicher und geistiger Erzieher sein; und es muß ihm eine übernatürliche Kraft gegeben sein, die ihn zum hohen Rang des göttlichen Lehrers erhebt. Wenn er keine so heilige Kraft besäße, könnte er nicht erziehen, denn wäre er selber unvollkommen, wie könnte er dann vollkommene Erziehung vermitteln? Wenn er unwissend wäre, wie könnte er andere zum Wissen führen? Wenn er selber ungerecht wäre, wie könnte er andere gerecht machen, oder wenn er selber irdisch gesinnt wäre, wie könnte er andere göttlich machen?

Nun müssen wir gerecht prüfen, ob die göttlichen Offenbarer¹, die in die Welt gekommen sind, alle diese Eigenschaften besessen haben. Wenn sie diese Eigenschaften und Vollkommenheiten nicht besaßen, konnten sie keine wahren Erzieher sein.


Abbdu'l Baha
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Ich denke, das spricht ganz und gar für das Christentum und Christus, welcher mit Gott uneingetrübt verbunden ist/war.
Peter.Trim hat folgendes geschrieben:
Ich denke, das spricht ganz und gar für das Christentum und Christus, welcher mit Gott uneingetrübt verbunden ist/war.


Ja, Jesus gilt auch in der Baha'i-Religion als Gottesoffenbarer.
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Wir müssen daher die Prophetenschaft Mose, Christi und der anderen Offenbarer Gottes durch verstandesmäßige Beweise für verständnisvolle Menschen prüfen. Diese Beweise und Zeugnisse, die Wir anführen wollen, dürfen sich nicht auf überlieferte Argumente, sondern nur auf verstandesmäßige stützen.

Es wurde jetzt durch vernünftige Schlußfolgerung bewiesen, daß für die Welt ein Erzieher von größter Notwendigkeit ist und daß diese Erziehung durch göttliche Kraft bewirkt werden muß. Ohne Zweifel ist diese göttliche Kraft auf Eingebung zurückzuführen, und die Erziehung der Menschheit durch diese Kraft, die über jeder menschlichen Fähigkeit steht, ist eine Notwendigkeit.


Abdu'l Baha
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ABRAHAM

Abraham gehörte zu den Menschen, die diese Kraft besaßen und von ihr geführt worden sind. Er wurde in Mesopotamien geboren und stammte aus einer Familie, die nichts von der Einheit Gottes wußte. Indem Er alle ihre Götter verwarf, geriet Er in Widerspruch zu Seinem Volk und Seinen Verwandten, ja sogar zu Seiner eigenen Familie. Er widersetzte Sich allein und ohne Hilfe einem mächtigen Stamm, was wahrlich weder leicht noch einfach ist. Es war so, als wollte heute jemand bei einem christlichen Volke, das an die Bibel glaubt, Christus verleugnen, oder Ihn - möge mir Gott verzeihen! - in der Umgebung des Papstes im Widerspruch zur Christenheit aufs heftigste schmähen.

Die damaligen Menschen glaubten nicht an einen Gott, sondern an viele Götter, denen sie Wundertätigkeit zuschrieben. Daher erhoben sich alle gegen Abraham. Außer Seinem Neffen Loth und ein oder zwei anderen einflußlosen Menschen hielt niemand zu Ihm. Schließlich mußte Er, durch den Widerstand Seiner Feinde in äußerste Bedrängnis gebracht, Seine Heimat verlassen. Vielmehr verbannten sie Ihn, um Ihn zu Grunde zu richten und jede Spur von Ihm auszulöschen.

Dann kam Abraham in das Heilige Land. Seine Feinde hatten geglaubt, daß diese Vertreibung zu Seiner Vernichtung und zu Seinem Untergang führen würde, da es unmöglich schien, daß ein Mensch, selbst wenn er ein König wäre, dem Tod oder der Unterjochung entrinnen könnte, wenn er aus seiner Heimat vertrieben, seiner Rechte beraubt und in jeder Weise unterdrückt wird. Aber Abraham hielt stand und bewies eine außergewöhnliche Beharrlichkeit. Gott ließ Seine Vertreibung zu ewiger Ehre werden, weil Er die Lehre von der Einheit Gottes inmitten eines Geschlechts begründete, das der Vielgötterei huldigte. Durch diese Verbannung wurden Seine Nachkommen mächtig und erhielten das Heilige Land geschenkt. Seine Lehren wurden verbreitet, aus Seinen Nachkommen gingen Jakob und Joseph, der Herrscher in Ägypten wurde, hervor und später Moses und Christus. Durch diese Vertreibung fand Abraham Hagar¹, und von ihr wurde Ismá'íl² geboren, aus dessen Nachkommen der Prophet Muhammad und später der Báb hervorgingen. Auch die Propheten Israels werden zu Abrahams Nachfahren gerechnet. So geht dies in alle Ewigkeit weiter. Schließlich kamen infolge Seiner Verbannung ganz Europa und der größte Teil Asiens unter den Schutz des Gottes Israels.


¹ Kebsweib Abrahams 1.Mos.16)

² Begründer einiger arabischer Stämme, der Ismá'íliten.
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten