Gedanken zu "Beantwortete Fragen" von Abdu'l Baha


Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:

Aber bei deinen Ansichten ist das wahrscheinlich alles nur maßlos übertrieben und nur vom Teufel ausgedacht, um der kath. Kirche zu schaden.

Ich habe nicht gesagt, dass die Welt nur aus einer vollkommenen sündlosen Kirche besteht. Es gibt die Kirche nicht wegen ihrer Gläubigen, sondern trotz ihnen. Aber es ist redlich, sich die Dinge genauer anzuschauen. Es ist selten ganz schwarz oder ganz weiß.
Burkl hat folgendes geschrieben:

ziraki hat folgendes geschrieben:
Auf welchen Kontext beziehst du dich?

Leo X. bezeichnet die von im aggregiert zusammengefassten Irrlehren Luthers, darunter auch den Artikel 19 wie folgt:

"Die vorgenannten Artikel bzw. Irrtümer verurteilen, mißbilligen und verwerfen Wir samt und sonders ganz und gar als, wie vorausgeschickt wird, - je nachdem - häretisch oder anstößig oder falsch oder fromme Ohren verletzend oder einfache Gemüter verführend und der katholischen Wahrheit widerstrebend."
Damit ist klar, dass man die katholische Lehre im Wege der Umkehrung der jeweiligen Artikel erhält. Im Artikel 19 sehr einfach durch Streichung des Wortes "nicht".


Oh je, schau mal Punkt 33. Ich glaube du kannst diese Argumentation nicht schlüssig durchziehen. "33. Daß Häretiker verbrannt werden, ist gegen den Willen des Geistes." http://www.efg-hohenstaufenstr.de/d.....rge_domine_41_saetze.html
ziraki hat folgendes geschrieben:
Burkl hat folgendes geschrieben:

ziraki hat folgendes geschrieben:
Auf welchen Kontext beziehst du dich?

Leo X. bezeichnet die von im aggregiert zusammengefassten Irrlehren Luthers, darunter auch den Artikel 19 wie folgt:

"Die vorgenannten Artikel bzw. Irrtümer verurteilen, mißbilligen und verwerfen Wir samt und sonders ganz und gar als, wie vorausgeschickt wird, - je nachdem - häretisch oder anstößig oder falsch oder fromme Ohren verletzend oder einfache Gemüter verführend und der katholischen Wahrheit widerstrebend."
Damit ist klar, dass man die katholische Lehre im Wege der Umkehrung der jeweiligen Artikel erhält. Im Artikel 19 sehr einfach durch Streichung des Wortes "nicht".


Oh je, schau mal Punkt 33. Ich glaube du kannst diese Argumentation nicht schlüssig durchziehen. "33. Daß Häretiker verbrannt werden, ist gegen den Willen des Geistes." http://www.efg-hohenstaufenstr.de/d.....rge_domine_41_saetze.html

Das war damals die von der weltlichen Justiz vollstreckte Strafe für schwere Fälle von Gotteslästerung, welche die Kirche nicht dezidiert abgelehnt hat.
Der Papst gibt ja mehrere Alternativen, warum ein Artikel zu verwerfen ist. In dem Fall geht es nicht um die Glaubenslehre - sondern er befürchtete wohl eine Verführung von Menschen zur Häresie, indem die dafür vorgesehene Strafe von Luther verworfen wird.
Gerade im Strafrecht sollten wir nicht unsere heutigen Maßstäbe auf eine gänzlich andere Zeit anlegen. Das wäre unredlich.
Burkl schreibt:
Zitat:
Das War damals die von der weltlichen Justiz vollstreckte Strafe für schwere Fälle von Gotteslästerung.

Das stimmt natürlich so auch wieder nicht. Kirchliche Istitutionen und weltliche Justiz arbeiteten damals "Hand in Hand".
Von der weltlichen Justiz konnte praktisch kaum ein Urteil gefällt werden, daß dem Willen der Kirche nicht entsprach. Aber ist natürlich einfach, die Drecksarbeit der weltlichen Justiz in die Schuhe zu schieben und "seine Hände in Unschuld" zu waschen.

Pjotr Kala
_________________
Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Burkl hat folgendes geschrieben:
Mara-Devi hat folgendes geschrieben:
Wie kann man sich anmaßen so über einen Christen und Priester zu urteilen, der sich ihn Verantwortung vor Gott und aus tiefster Gewissensüberzeugung von Gott beauftragt sah, etwas gegen die Abweichungen seiner Kirche von der Lehre Jesu verbal tun zu müssen.

Luther hatte sicherlich hehre Motive und sah sich aufgrund der Missstände, die er wahrnahm in der Pflicht. Er ist dann aber in etwas hineingeschlittert bzw. hat etwas losgetreten, das er so nicht wollte. Ich schätze ihn übrigens durchaus als geistlichen Autor und auch seine streitbare Art.
Wahre Kirchenreform geschieht aber aus katholischer Sicht nicht mit Tinte und Papier sondern mit dem Fleisch und Blut der Heiligen. Für einen Heiligen halte ich Martin Luther nicht.


Jesus hat gelehrt , bevor man Gott Opfer bringen wolle, sich zuerst zu versöhnen, wenn man weiß, dass ein Bruder etwas gegen einen hat.

In den Augen jenes Papstes war Luther nur ein einfacher Priester, der ihm die eigene Macht untergraben wollte. Von Versöhnungsversuchen keine Spur.
Im Gegenteil, als die Exkommunikation nicht die gewünschte Wirkung zeigte, spannte der Papst den von ihm abhängigen Kaiser ein, der Luther nun seinerseits zum Widerrufen und Schweigen bringen wollte.
Doch Luther handelte nicht gegen sein Gewissen und nicht gegen Gott, er widerrief seine Schriften nicht, auch nicht aus Angst.
So wurde Luther schließlich vom Kaiser als "vogelfrei" erklärt, zum Töten freigegeben...

Jesus wollte, dass keiner der Jünger höher als die anderen steht.
Und jetzt sollen zur bestehenden Kirchenhierarchie auch noch die Heiligen über einem Bruder stehen?
_________________
***************************************
OM LOKAH SAMASTHA SUKHINO BHAVANTHU
Mögen alle Wesen in allen Welten glücklich sein.
Burkl hat folgendes geschrieben:
ziraki hat folgendes geschrieben:
Burkl hat folgendes geschrieben:

ziraki hat folgendes geschrieben:
Auf welchen Kontext beziehst du dich?

Leo X. bezeichnet die von im aggregiert zusammengefassten Irrlehren Luthers, darunter auch den Artikel 19 wie folgt:

"Die vorgenannten Artikel bzw. Irrtümer verurteilen, mißbilligen und verwerfen Wir samt und sonders ganz und gar als, wie vorausgeschickt wird, - je nachdem - häretisch oder anstößig oder falsch oder fromme Ohren verletzend oder einfache Gemüter verführend und der katholischen Wahrheit widerstrebend."
Damit ist klar, dass man die katholische Lehre im Wege der Umkehrung der jeweiligen Artikel erhält. Im Artikel 19 sehr einfach durch Streichung des Wortes "nicht".


Oh je, schau mal Punkt 33. Ich glaube du kannst diese Argumentation nicht schlüssig durchziehen. "33. Daß Häretiker verbrannt werden, ist gegen den Willen des Geistes." http://www.efg-hohenstaufenstr.de/d.....rge_domine_41_saetze.html

Das war damals die von der weltlichen Justiz vollstreckte Strafe für schwere Fälle von Gotteslästerung, welche die Kirche nicht dezidiert abgelehnt hat.

Nicht nur dass die Kirche diese Strafe nicht dezidiert abgelehnt hat, sondern entschieden befürwortet hat, würde ich herauslesen. Ansonsten hat Pjotr schon was zum Thema geschrieben.
Mara-Devi hat folgendes geschrieben:
In den Augen jenes Papstes war Luther nur ein einfacher Priester, der ihm die eigene Macht untergraben wollte. Von Versöhnungsversuchen keine Spur.

Zitat aus "Exsurge Domine" - ich versuche mich in der freien Übersetzung.

"Nihilominus de eorundem fratrum nostrorum in consilio, omnipotentis Dei imitantes clementiam, qui non vult mortem peccatoris, sed magis ut convertatur et vivat, omnium injuriarum hactenus nobis et Apostolicqae sedi illatarum obliti, omni qua possumus pietate uti decrevimus, et quantum in nobis est, agere, ut propositâ mansuetudinis viâ ad cor revertatur, et a praedictis recedat erroribus, ut ipsum tanquam filium illum prodigum ad gremium Ecclesiae revertentem benigne recipiamus."

Nichtsdestotrotz fordere ich meinen Bruder zur Umkehr auf, indem ich die Milde des Herrn nachahme, der den Tod des Sünders nicht will, sondern umso mehr dass er sich bekehrt und lebt, und übe als Inhaber des Apostolischen Stuhles soviel Milde wie mir das angesichts des bisherigen Unrechts möglich ist und schlage vor, dass er in der aufgezeigten Weise sein Herz zum rechten Weg zurückwendet und von den vorstehenden Irrtümern absteht, damit die aufopferungsvolle Kirche jenen Sohn wohlwollend in ihre Gemeinschaft aufnehmen möge.
ziraki hat folgendes geschrieben:
Burkl hat folgendes geschrieben:
ziraki hat folgendes geschrieben:
Burkl hat folgendes geschrieben:

ziraki hat folgendes geschrieben:
Auf welchen Kontext beziehst du dich?

Leo X. bezeichnet die von im aggregiert zusammengefassten Irrlehren Luthers, darunter auch den Artikel 19 wie folgt:

"Die vorgenannten Artikel bzw. Irrtümer verurteilen, mißbilligen und verwerfen Wir samt und sonders ganz und gar als, wie vorausgeschickt wird, - je nachdem - häretisch oder anstößig oder falsch oder fromme Ohren verletzend oder einfache Gemüter verführend und der katholischen Wahrheit widerstrebend."
Damit ist klar, dass man die katholische Lehre im Wege der Umkehrung der jeweiligen Artikel erhält. Im Artikel 19 sehr einfach durch Streichung des Wortes "nicht".


Oh je, schau mal Punkt 33. Ich glaube du kannst diese Argumentation nicht schlüssig durchziehen. "33. Daß Häretiker verbrannt werden, ist gegen den Willen des Geistes." http://www.efg-hohenstaufenstr.de/d.....rge_domine_41_saetze.html

Das war damals die von der weltlichen Justiz vollstreckte Strafe für schwere Fälle von Gotteslästerung, welche die Kirche nicht dezidiert abgelehnt hat.

Nicht nur dass die Kirche diese Strafe nicht dezidiert abgelehnt hat, sondern entschieden befürwortet hat, würde ich herauslesen. Ansonsten hat Pjotr schon was zum Thema geschrieben.

Bis heute hält die Kirche in drastischen Fällen, in denen die Gesellschaft nicht anders geschützt werden kann, die Todesstrafe als letztes Mittel für zulässig. Allerdings ist die Kirche soziologisch an die Entwicklung des weltlichen Strafrechts angeschlossen. Die damalige Zeit hat für uns heute inakzeptable Strafen vorgesehen. Die Kirche pflegt und entwickelt kein eigenes Strafrecht. Demgegenüber gibt es Religionen, die hunderte Jahre nach den Ereignissen rund um Luther, den Feuertod aus der Feder ihres Gründers als göttliches Recht für bestimmte Verbrechen als Glaubenslehre festgeschrieben haben. Ich glaube ich brauche dir nicht näher sagen, worauf ich anspiele.
Burkl hat folgendes geschrieben:
Demgegenüber gibt es Religionen, die hunderte Jahre nach den Ereignissen rund um Luther, den Feuertod aus der Feder ihres Gründers als göttliches Recht für bestimmte Verbrechen als Glaubenslehre festgeschrieben haben. Ich glaube ich brauche dir nicht näher sagen, worauf ich anspiele.


Nanana, ganz so einfach ist die Lage dann auch wieder nicht. Im Kontext betrachtet klingt das nämlich ganz anders.

Bahá'u'lláh hat folgendes geschrieben:
Wer ein Haus vorsätzlich durch Feuer zerstört, den sollt ihr auch verbrennen. Wer einem anderen vorsätzlich das Leben nimmt, den sollt ihr auch töten. Haltet euch an Gottes Gesetz mit eurer ganzen Kraft und Macht und verlasset die Wege der Unwissenden. So ihr sie zu lebenslangem Gefängnis verurteilt, ist dies nach den Vorschriften des Buches statthaft.


Wenn man sich diesen Absatz mal in Ruhe ansieht, dann stellt man fest, dass hier gar nichts "festgeschrieben" wird. Festschreiben wäre auf X folgt automatisch Y. Hier gibt es aber zwei mögliche Strafen, den Tod und lebenslange Haft. Entsprechend ist das auch kein Gesetz, das man 1:1 umsetzen könnte, sondern in meinem Verständnis mehr ein allgemeiner Hinweis, dass auf ein Kapitalverbrechen eine adäquate Strafe folgen muss. Darüber hinaus sind das ja nur zwei Koordinaten für ein ganzes Rechtssystem, das darum herum entwickelt werden muss. Diese beiden Punkte zu verabsolutieren würde ihre Kontextualisierung innerhalb eines Systems völlig unmöglich machen.

Das Universale Haus der Gerechtigkeit hat folgendes geschrieben:
Auf eine Frage zu diesem Vers hat Shoghi Effendi ausgeführt, daß die Todesstrafe zulässig, die "lebenslange Freiheitsstrafe" aber als Alternative vorgesehen ist, "wodurch die Härte einer solchen Verurteilung entscheidend gemildert werden kann". Er sagt, "Baháu'lláh hat uns die Wahl überlassen und es uns somit freigestellt, innerhalb der Grenzen, die Sein Gesetz festlegt, unser eigenes Urteil walten zu lassen". Da es zu diesem Aspekt des Bahá'í-Rechts keine besondere Anleitung gibt, liegt die künftige Gesetzgebung darüber beim Universalen Haus der Gerechtigkeit.

_________________
"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523
@Sören
Für eine Religion, die sich selbst als die fortschrittlichste sieht, finde ich es eher schwach, dass im 19. Jahrhundert die Verbrennung des Delinquenten im Strafrecht als göttlich gewollt vorgesehen wird - selbst wenn Alternativen zugelassen sind. Zudem soll das ja laut Bahai-Glauben zumindest bis ins 29. Jahrhundert vom Grundsatz her so gelten. Also ein "Trendsetter" im rechtlichen und humanitären Fortschritt ist diese Religion wohl nicht.