Liebe zu einem Menschen als Ersatz für Spiritualität?


Hallo zusammen,

ich möchte hier ein Thema ansprechen, das mich schon seit längerem beschäftigt. Ist jemandem auch schon aufgefallen, dass der Trend in Sachen Liebe und Partnerschaft zunehmend in Richtung „Vergöttlichung“ der geliebten Person geht? Viele Leute behaupten, sie würden ohne einen Partner nicht leben können, würden eingehen, könnten niemals glücklich sein. Wenn man in Internetforen stöbert, findet man unzählige (Jammer)Geschichten dieser Art. Es scheint, dass viele Leute dafür wirklich alles tun und opfern würden, alles dreht sich darum. Für die meisten ist eine glückliche Liebesbeziehung wichtiger als der berufliche Erfolg oder das Geld. Auch wären viele bereit sich der geliebten Person unterzuordnen, sich zu erniedrigen, nur um an sie ranzukommen, sie nicht zu verlieren oder einfach um geliebt zu werden. Dass eine solche Einstellung den Betreffenden zum idealen Opfer für machthungrige und dominant veranlagte Personen anderen Geschlechts macht, liegt auf der Hand. Doch will ich diese Abgründe der Sexualität mit allen Macht- und Verführungsspielchen nur kurz ansprechen. Das alles gab es auch in früheren Zeiten, aber heute ist es noch wesentlich stärker ausgeprägt.

Mir geht es um Folgendes. Könnte es sein, dass hier unbewusst nach einem Ersatz für die verlorene Verbindung zu höheren Sphären / höheren Wesen / Gott gesucht wird? Oder braucht der Mensch einfach etwas Irdisch-Greifbares, einen „Gott zum anfassen“, einen Gott, den er sehen und mit dem er in direkten Kontakt treten kann, nicht nur in seiner Einbildung, sondern ganz real? Und dass sein Unterbewusstsein auf dieses Bedürfnis reagiert und so das Göttliche in einem bestimmten Menschen manifestiert. So kommt es zur Idealisierung der Person und als Folge dieser Idealisierung zu Enttäuschungen, weil der geliebte Mensch dem Idealbild natürlich nicht entspricht und aus diesem Grund niemals das geben kann, was der Liebende für seine Leistung und seine Aufopferung unbewusst von ihm erwartet.

LG Philipp
Die universelle Liebe und die persönliche Liebe

Diese universelle Liebe ist die größte Kraft im Universum, sie durchdringt alles und nichts kann sie aufhalten. Diese Liebe ist stärker als der Geist. Wenn diese Liebe kommt, hört jede Logik auf. Diese Liebe folgt nicht logischen Überlegungen, sondern der Intuition – der Eingebung aus der göttlichen Seele. Diese Liebe kennt kein ICH, kein EGO. Diese Liebe kennt nur die EINHEIT mit ALLEM. Wenn diese universelle Liebe, die alle Lebewesen als EINHEIT sieht, in den Menschen dringt, wird sie PERSONIFIZIERT. Das bedeutet, wir (das ICH) transferieren diese universelle Liebe in eine persönliche Liebe, die NUR einer Person dient.


Somit ist die PERSÖNLICHE Liebe - umgewandelte UNIVERSELLE Liebe.

Das ICH des Menschen sieht und erkennt ja nicht die Einheit, sondern sieht sICH getrennt vom anderen. Darum kann das ICH, diese allumfassende Liebe, auch immer nur auf Einzelne ausstrahlen.


Entsprechend dem Gesetz gibt es drei Arten der Liebe.

1. Die Selbstlose Liebe, die auch als Mutterliebe bezeichnet werden kann, da im Idealfall eine Mutter auf die Liebe zum Kinde nichts für sICH erwartet. Von der universellen Liebe abgesehen – die als Ziel zu erreichen ist – ist diese Mutterliebe die reinste Liebe im Menschen, da sie NICHTS für sICH als Ergebnis dafür erwartet.

2. Die Liebe, die gibt und nimmt. Das ist die Liebe zwischen Ehepartnern, die den anderen lieben, aber doch noch etwas dafür erwarten – die Gegenliebe. Das heißt, sie wollen auch geliebt werden, oder sie erwarten Dankbarkeit, Achtung, Anerkennung, usw.

3. Die egoistische Liebe. Das ist die Liebe die nichts gibt, aber vom anderen nur erwartet. Im eigentlichen Sinne ist das pure Selbstliebe. Das sind Menschen, die sagen: ICH habe Dir doch so viel Gutes getan und wie DANKST du es mir.

Diese UNIVERSELLE Liebe, wie sie in den christlichen Religionen empfohlen wird, ist nicht einzuschalten wie das Licht mit einem Schalter, diese Liebe kommt, wenn man NICHT an sICH selbst denkt. Also durch Selbstlosigkeit.

Persönliche Liebe entsteht durch OFFENHEIT zu anderen. Wenn man den anderen sein INNERSTES Wesen zeigt. Wenn wir uns gegenseitig OFFEN unser wahres Selbst zeigen, MÜSSEN wir uns LIEBEN, weil unser wahres SELBST mit jedem Menschen verbunden ist.

Was den Menschen an dieser Liebe hindert, ist das sICH abschließen, also sich SCHÜTZEN gegenüber dem anderen. (also wieder das ICH – Bewusstsein). Die Liebe zwischen den Geschlechtern entsteht durch die Triebe und dient der Arterhaltung oder der EIGENEN Befriedigung.

Mehr über die persönliche- und universelle Liebe wird Ihnen in meinen Büchern gezeigt und verdeutlicht.

Mit freundlichen Grüßen,
Demetrius Degen

Die Ursache der Liebe: http://www.demetrius-degen.de/gedanken/gedanken06.htm
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Auf der Erde gibt es seit jeher den Kampf zwischen Egoismus und Selbstlosigkeit.
Die Egoisten werden reich, die Selbstlosen schaffen große Werke.
www.demetrius-degen.de
Philipp2 hat folgendes geschrieben:
Ist jemandem auch schon aufgefallen, dass der Trend in Sachen Liebe und Partnerschaft zunehmend in Richtung „Vergöttlichung“ der geliebten Person geht?

Ich weiß nicht, ob es ein aktueller Trend ist. Aber ja - der Mensch sehnt sich nach vollkommener Liebe. Und die kann er von einem anderen Menschen nicht bekommen. Insofern besteht in einem glaubensfernen Umfeld immer eine größere Gefahr der Überhöhung des Partners oder generell des Zwischenmenschlichen. Man projiziert in den Partnern etwas, das sie oder er nie geben können wird: Die Erfahrung des vollkommenen Verstanden-, Angenommen- und Geliebtseins.

Ehe bedeutet im christlichen Zusammenhang, über die menschliche Beziehung mit allen Höhen und Tiefen zur Frau bzw. zum Mann zu Gott zu gelangen. Den Partner gerade wegen seiner Ecken und Kanten zu lieben, weil der Charakter und die Liebe, sich in den Widrigkeiten erprobt und wächst. Die Liebe zeigt sich und wächst in der Schwierigkeit, im Kampf um die Treue, im Schweigen und einem Lächeln, wenn es schwer fällt - und nicht in der rosaroten idyllischen Romantik völliger Harmonie mit dem ersehnten "Traumpartner" - der das bleiben muss, wonach er heißt - Illusion.