Krieg und Frieden – Gedanken aus spiritueller Sicht


„Wir kämpfen nicht gegen den Krieg, sondern leben für den Frieden. Friedliche Menschen setzen sich nicht mit Gewalt durch, sondern mit Liebe und Verständnis für alle Seiten.“

Dies sind meine persönlichen Gedanken zum oben genannten Leitthema. Ich spreche in der Regel die Artikel auf Band und „es“ sprudelt aus mir heraus, ohne großartig nachzudenken. Möglicherweise ist das Gesagte/Geschriebene im Gegensatz zu dem, was manche „Meister“ sagen. Na und? Jeder hat seine eigene Sichtweise. Und es gibt niemanden, der mir vorschreiben kann, was ich denke und fühle. Gäbe es einen persönlichen Gott – ja, dann „müsste“ man seinen Willen erkunden und sich danach richten.

Aber: Es gibt keinen persönlichen Gott. Osho sagt, wenn es einen persönlichen Gott gäbe – er würde ihn töten. Warum sagt er das? Er meint, dass die Freiheit in jeglicher Hinsicht ein „Menschenrecht“ sei. Gäbe es einen, der bestimmt, dann gäbe es im Prinzip keine völlige Freiheit mehr. Wie alles, kann man es aber auch anders sehen.

Wenn Eltern Kinder haben, dann ist die Situation ja ähnlich, als wenn Gott Kinder hätte. Das hieße dann, dass Kinder nie völlig frei wären, solange die Eltern noch leben. Es gibt aber genügend Beispiele von Kindern, die durchaus ihr Leben völlig allein bestimmen, es sei denn, sie fragen vielleicht gelegentlich mal die Eltern um Rat. Also: Wenn es Eltern gibt, die Kinder haben, ist durchaus völlige Freiheit sowohl für Eltern, als auch für Kinder möglich. Somit wäre auch bei einem persönlichen Gott für uns „Kinder“ völlige Freiheit möglich.

Ist Gott also persönlich oder unpersönlich?

Es ist eine Interpretationssache. Spontan würde ich sagen: Beides. Wenn alles, was ist, Gott ist, dann drückt „er“, „sie“, „es“ sich im Menschen aus. Da der Mensch persönlich ist, ist Gott auch persönlich aus dieser Sichtweise. Ist Gott im „Inneren“ der Menschen? Ja – aber nicht nur. Er ist auch im Außen – in den Meeren, in den Wäldern, in den Flüssen – in allem Materiellen. Jetzt könnte ich auch wieder das von mir Gesagte auseinander nehmen: Unsere Seele ist unendlich „groß“. Somit umfasst die ganze Seele alles, was ist. Somit ist Gott in meiner Seele und somit allumfassend und überall; so wie „Ich“ auch.

Somit bin ich Gott. Wir sind miteinander untrennbar verwoben.

Und jeder andere auch. Alle Seelen sind unendlich. Somit verschmelzen sie zu einem. „Gott“ und unsere Seelen sind also nicht getrennt. Eigentlich nicht. Denn: Uns ist das Ganze so noch nicht bewusst. Von Seiten der Wissenschaft wissen wir: Alles strahlt Licht aus, das unendlich „lang“ ist. Somit ist alles mit allem verbunden. Was haben diese Aussagen mit Krieg und Frieden zu tun? Nun – wenn wir selbst Krieg und Frieden in uns haben, drückt sich dies beides natürlich auch im Außen aus.

Solange wir also – zum Beispiel Krieg in uns tragen, ist es logisch, dass dies auch im „Außen“ geschieht. Es gibt also grundsätzlich gegen den Krieg im Außen nichts zu tun. Eine Änderung im Außen ist nur möglich, wenn ich an mir selbst „arbeite“. Wenn jeder in sich Frieden trägt, dann gibt es keinen Krieg mehr. Diejenigen von uns, die noch Krieg erlebt haben, werden Krieg dann auch nur noch als Vergleich kennen. Aber unsere Kindeskinder werden keine Vergleichsmöglichkeit mehr haben. Sie würden in Frieden leben, diesen aber nicht unbedingt mit diesem Begriff benennen, weil sie keinen Vergleich mehr haben. Vielleicht doch, aus der Geschichte heraus ….

Wenn sich also jemand für Frieden einsetzt, „stärkt“ er dadurch automatisch die andere Seite, also den Krieg? Diese Meinung kursiert zurzeit. Ich sehe/fühle es anders.

Ich glaube, dass langfristig die Auflösung der beiden Begriffe „Krieg und Frieden“ kommen wird und es wird nur noch „Frieden“ geben. Dieses „langfristig“ kann durchaus eine Ewigkeit dauern. Beispiel: Wenn überall Licht wäre, kann es keine Dunkelheit mehr geben. Stärkt mehr Licht also die Dunkelheit? Nein! Wenn es nur noch Licht geben würde, gäbe es keine Dunkelheit mehr. Gäbe es dann auch kein Licht mehr? Doch! Vielleicht würden wir es nicht mehr so bezeichnen. Vielleicht aber doch.

Ja – es ist so eine Sache mit der „Auflösung der Polarität“. Wenn es keinen Pluspol mehr geben würde - zum Beispiel beim Strom – gäbe es auch keinen Minuspol. Ist es also sinnvoll, überall die Polarität aufzuheben und in diesem Fall beispielsweise den Pluspol zu „eliminieren“?

Ich glaube nicht, wie an diesem Beispiel nachvollziehbar ist. Bei „schwierigeren“ Begriffen wie „Gut und Böse“ ist es noch etwas anderes, weil dies mit Wertung zu tun hat und dieses keine polaren Begriffe sind, sondern duale. Sicherlich ist es richtig und wichtig, die Begriffe Polarität und Dualität zu unterscheiden. Sobald das „Absolute“ ins Spiel kommt, das es ja geben muss, wenn es Relatives gibt, dann horche ich auf. Gut und Böse kann man nämlich nur unterscheiden, wenn man einen absoluten Maßstab zugrunde legt und meint, diesen gefunden zu haben.

Der absolute Maßstab soll Gottes Wille sein. Wer aber maßt sich an, diesen zu erkennen? Sektenführer und traditionelle Religionsgemeinschaften maßen sich dies an. Wir sehen, was daraus wird: Kriege. Darum mein Rat: Gut und Böse kann keiner wirklich unterscheiden – auf den ersten Blick vielleicht, aber auf den zweiten, tieferen Blick nicht mehr. Am besten, man lässt also die Finger von dieser Frage. Jeglicher Versuch ist zum Scheitern verurteilt.

Wenn es einen absoluten Maßstab gegen würde, würden wir wieder werten und wir würden nie aus unserem „Gefängnis“ herauskommen, ohne Chance auf „Befreiung“. Der geneigte Leser versteht, dass diese Fragen zur Stellungbeziehung oder Nicht-Stellungbeziehung in Sachen Krieg und Frieden unbedingt dazu gehören.

Nicht „gegen“ den Krieg sein…

Wenn ich gegen etwas bin – ich weiß nicht, ob ich den anderen Pol dann stärke, aber in Bezug auf Krieg ist ein „gegen sein“ ungünstig. Was passiert, wenn ich gegen den Krieg bin? Ich trage vielleicht Hass in mir gegenüber einer Partei der Kriegsführenden. Dieses Hassgefühl ist dann in mir. Ich strahle es aus. Was passiert, wenn ich also Hass in mir trage? Richtig – es wird sich auch im Außen widerspiegeln.

Dasselbe, wenn ich einen Menschen hasse. Ich trage den Hass in mir und er ist auch von meinen Freunden zu fühlen. Ich beeinflusse in dieser Weise meine Umgebung. Somit bin ich mitverantwortlich für entstehende Konflikte im Kleinen, sowie für Kriege im Großen. Also – logische Folgerung: Wenn ich Frieden haben möchte, sollte ich Frieden in mir tragen. Ich sollte also, wie leicht nachvollziehbar, nicht gegen Krieg sein, weil dieses „gegen“ in mir Chaos verursacht. Logisch nachvollziehbar?

Wenn ich also verstehe, dass Krieg im Moment „normal“ ist, weil fast alle Menschen Krieg und Konflikte in sich tragen, macht diese Erkenntnis es mir leichter, Kriege als logische Folgerung zu sehen. Somit verliert sich automatisch „Hass“ gegen Kriegsführende. Denn: Man versteht, dass es im Moment gar nicht anders sein kann. Osho sagt: „Wähle nicht. Nimm alles so, wie es ist und schlage dich auf keine Seite.“ Ich verstehe, was er meint. Frieden und Krieg ist, wie es ist. Je mehr ich bewusster werde, umso schneller verschwindet Krieg in mir.

Osho hat gelehrt. Er sagte, er wolle niemanden verändern. Trotzdem hat er dies getan. Er sagte, es sprudelt aus ihm einfach heraus. Er wähle nicht, zu lehren oder nicht zu lehren. Daran angeknüpft kann ich sagen: Ich wähle auch nicht zwischen Frieden und Krieg, aber von innen sprudelt es einfach nach Frieden. Es ist jetzt eine ganz natürliche Empfindung. Liebe schließt Krieg aus. Im Prinzip heißt das: Ich setze mich für den Frieden ein. Ich wähle dies nicht mit dem Verstand - dies ist einfach so bei mir. Und: Ich glaube, auch ein „Meister“, der vielleicht seine Familie bei sich hat und alle befinden sich in einem Bombenhagel – und einer nach dem anderen stirbt, kann nicht unbedingt im inneren Frieden bleiben. Es sei denn, es ist doch so.

Also – beim nächsten Mal, wenn Sie von Kriegsschauplätzen lesen oder im Fernsehen schauen, haben Sie die Wahl. Entweder Sie beginnen sich zu ärgern (was letztlich auch nichts an der Situation ändert) oder Sie halten sich vor Augen, dass Ärger in Ihnen in ihre eigene Umgebung ausstrahlt und Sie damit im Prinzip das Gegenteil von dem erreichen, was Sie möglicherweise wollen. Aber: Probieren Sie beides einfach mal aus. Glauben Sie nicht, was ich hier schreibe. Fühlen Sie, welche Sichtweise für Sie und für das Gesamte am günstigsten ist. Eine weitere Möglichkeit ist, eben dass Sie keine Wahl treffen und ohne Wertung das akzeptieren, was ist. Dennoch mögen Sie eine Vorliebe haben …

Karma – mal anders

Sind Sie offen für neue Sichtweisen? Landläufig wird Karma als das Gesetz von Ursache und Wirkung betrachtet. Das heißt, viele meinen, wer in einem früheren Leben zum Beispiel einen Banküberfall verübt hat, der würde dann in einem Folgeleben zum Beispiel bestohlen werden. Ich persönlich glaube und vermute, dass dies so nicht unbedingt stimmt. Ich glaube, dass niemand außerhalb von mir ein Karmagesetz erschaffen hat. Erinnern Sie sich bitte, was ich gerade schrieb: Wenn ich mich ärgere – strahle ich dies aus. Dies schafft dann auch äußere Umstände, die mir weiteren Grund zum Ärgern geben, aber auch anderen.

Dasselbe: Wenn ich Hass in mir trage, strahle ich dies aus und ziehe außerdem noch entsprechende Situationen an, die mir dann begegnen. Bleiben wir bei dem Beispiel des Banküberfalls. Ich muss nicht im vergangenen Leben eine Bank überfallen haben, um im späteren Leben bestohlen zu werden. Es reicht schon, eine dementsprechende Überzeugung in mir zu tragen, dass ich es gutheiße, eine Bank zu überfallen.

Diese Überzeugung/Glaubenssatz bzw. Muster trage ich in mir, so dass ich entsprechende Situationen anziehe, zumindest als Tendenz. Ich muss nicht zwangsläufig dann daraufhin bestohlen werden. Es ist nur eine Tendenz in der Art eines Magneten. Dies schafft auch eine andere Sichtweise auf Kriege. Möglicherweise sind diejenigen jetzt in Kriegsschauplätzen direkt involviert, die eine Art von Krieg in sich getragen haben. Aber dies sind ja eigentlich alle von uns. Wie genau eine solche „Auswahl“ stattfindet, wer dann wirklich direkt am äußeren Krieg beteiligt ist, das weiß ich nicht.

Dann kommt Folgendes noch hinzu: Wenn ich den Gedanken in mir trage, eine Bank zu überfallen und dies mit vollster Überzeugung, wenn ich also wirkliche Freude von innen heraus dabei habe, dann wird das zu einem späteren Zeitpunkt keinerlei Konsequenz nach sich ziehen. Bei allem, was ich mit innerer Überzeugung, Liebe und Freude mache, überwiegt dieses Gefühl der Liebe. Diese Liebe löst dann auf der Stelle jegliches „Karma“, das ja wie die Anziehung eines Magneten wirkt, sofort und auf der Stelle auf.

Der Banküberfall wird dann zu einem Akt – aber ohne ein schlechtes Gewissen. Gewagte These – oder?

Auf der anderen Seite könnte man vermuten, dass jemand, der Gedanken eines Banküberfalls hat, doch irgendwie ganz tief im Inneren darin ein „Unrecht“ vermutet. Somit wäre trotzdem die Tendenz geschaffen, Ähnliches anzuziehen und selbst einmal zu erleben. Wie es genau ist? Ich weiß es nicht. Es sind alles nur Vermutungen – vielleicht ist es auch ganz anders. Aber es macht mir halt Spaß, in dieser Weise zu philosophieren. So ist es im Prinzip mit so gut wie allen Ereignissen, Krankheiten, Unglücken.

Es gibt viele Sichtweisen. Welche die Richtige ist? Ich weiß es nicht. Ich glaube auch nicht, dass es irgendein anderer wissen kann. Es ist einfach so. Und: Was spielt es für eine Rolle, wenn ich alles weiß? Es kommt meiner Ansicht nach darauf an, einfach zu leben. Ohne Widerstände mit einem inneren Gefühl der Liebe. Warum muss ich dann andere Dinge noch wissen? Aus Interesse – ja, vielleicht. Vielleicht aber auch nicht.

Hat alles einen Sinn?

Kurze Antwort: Nein. Haben Krieg und Frieden einen Sinn? Nein! Das gesamte Leben hat keinen Sinn. Das Leben ist neutral. Nur wenn ich ihm einen Sinn gebe – dann hat es einen. Durch meine Wertung bekommt das Leben einen Sinn. Durch meine Wertung bekommen Krieg und Frieden einen Sinn. Ist es günstig, etwas einen Sinn zu geben? Die Frage mag sich jeder selbst beantworten. Wenn nichts einen Sinn hat, wenn alles neutral ist, ist eine „Leere“ da. Diese „Leere“ ist gleichzeitig aber auch wieder eine Fülle. Viele spirituelle Suchende möchten diese „Leere“ finden. Solange wir suchen, werden wir sie nie finden. Erst wenn wir alles so nehmen, wie es ist, ohne Erwartungen, Ziele oder eine Vision, dann besteht die Chance, „tiefer“ zu gehen und fündig zu werden.

Bisherige Friedensbewegungen haben nichts in Richtung Frieden verändert. Kein Wunder! Ich erinnere mich noch, als ich vor mehreren Jahrzehnten gegen Krieg, gegen Pershing II etc. auf der Straße demonstriert hatte. Die Atmosphäre war alles andere als von Liebe getragen. Im Gegenteil – es herrschte eine pure Aggression. Somit verwundert es nicht, dass aus der so genannten 68er Bewegung nichts „Positives“ herauskam – eher im Gegenteil.

Wer das Voranstehende aufmerksam gelesen hat, weiß warum. Es ist halt nicht beherzigt worden.

„Nur wenn es Frieden in mir gibt, kann es Frieden in der Welt geben.“

Die anderen sollten sich verändern. Friede sollte „einfach so“ beschlossen werden. Das geht jedoch nicht. Es gilt, zunächst einmal den Kriegstreibern und sich selbst zu verzeihen, und zwar vollständig. Obwohl das Wort „verzeihen“ hier möglicherweise auch unangebracht ist. Denn die Kriegstreiber und die „Opfer“ tun ja nur das, was sie möglicherweise vorher abgesprochen haben, worauf ich gleich noch eingehen werde. Nun zitiere ich ein Bibelwort, was ich sehr selten tue, weil ich die Bibel für ein Märchenbuch halte. Aber dieses Zitat ist zumindest zum Teil sehr wichtig. Es lautet: „Herr, vergib ihnen, sie wissen nicht, was sie tun“. Den ersten Teil des Zitates würde ich gerne weglassen, da er irreführend ist und auf einen imaginären Herrn, also auf einen anderen, hinweist und nicht auf mich!

Was nützt es, wenn ein anderer vergibt – in diesem Falle Gott? Darum konzentriere ich mich auf den zweiten Teil, der da lautet: „Sie wissen nicht, was sie tun.“

Wer dies beherzigt, kann seine eigene Aggression auf Kriegstreiber zum „verdampfen“ bringen. So, wie kleine Kinder gelegentlich viel Unsinn anrichten, aber den Erwachsenen ist bewusst: Sie wissen (noch) nicht, was sie tun. Dann kann man mit einem Lächeln über die Possen der Kinder hinwegsehen. Somit ist ihnen automatisch verziehen.

So schrieb Bruno Würtenberger in unserem Friedensmanifest, das unserer Bewegung zur Grundlage dient: „Wir kämpfen nicht gegen den Krieg, sondern leben für den Frieden. Friedliche Menschen setzen sich nicht mit Gewalt durch, sondern mit Liebe und Verständnis für alle Seiten.“

Wie wäre es mit noch einer anderen Sichtweise? Angenommen mal, alle, die an einem Krieg beteiligt sind, haben dies vorher in der geistigen Welt abgesprochen. Viele sind dabei, einfach um diese Erfahrung einmal zu machen. Einfach, um diese Art von Gewalt einmal kennen zu lernen. Halten Sie das für möglich? Ja – das Leben ist ein Mysterium. Wir werden es nie mit dem Verstand erkunden können. Oder vielleicht gibt es noch einen anderen Grund für Kriege? Vielleicht gibt es einen Faktor X, den wir noch nicht kennen und deswegen nicht berücksichtigt haben? Wie dem auch sei, es ist, wie es ist.

„Was will Gott? Gott will nichts!“ (Neale Donald Walsch)

Alles Liebe wünsche ich euch!
Dieter Wiergowski
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Die Andere Realität
Zeitung für Spiritualität & Wissenschaft,
Parapsychologie & bodenständige Esoterik

Homepage: http://www.d-a-r.de
D-A-R hat folgendes geschrieben:

Hat alles einen Sinn?

Kurze Antwort: Nein.

Dein Beitrag ist ein anschauliches Musterbeispiel für die Esoterik. Es wird viel geschrieben und nichts gesagt. Am Ende steht der Leser verwirrt da und meint womöglich etwas Gescheites gelesen zu haben obwohl es nur heiße Luft war.

Für den Christen hat Alles Sinn, wenn es von Gott her gesehen, angenommen und Ihm dargebracht wird.

Das gelingt letztlich nur durch, mit und in Jesus Christus, weil in ihm Gott und Mensch, Himmel und Erde, miteinander vereint sind - und Er der im wahrsten Sinne "begreifbare" Gott ist. Gott macht sich zu einem von uns, dass wir Ihn und damit Alles finden können. Darum nennt ihn das Johannesevangelium "Logos", was Wort und auch Sinn bedeutet. Darum, weil er wusste, dass diese alles bedeutende Wahrheit tausendfach verwässert und bekämpft werden wird sagt Er:

"Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich!" Joh 14,1

Kurz zusammengefasst:

Hat das Leben auf Basis der Esoterik Sinn? Nein. Es ist die Selbsteerhöhung des überheblichen Menschen, der meint Alles zu durchschauen und am Ende nur um sich kreist und die Leere findet.

Hat das Leben als Christ Sinn? Ja. Dieser beruht auf der Selbsterniedrigung Gottes durch seine Menschwerdung in Jesus, dem fleischgewordenen Sinn, in der Vereinigung mit ihm, welche die maximale Fülle des Lebens bedeutet, die in der Auferstehung zum ewigen Leben ihre letzte Erfüllung findet. Christen leben schon jetzt in der Wirklichkeit der Auferstehung, leben also schon jetzt in der alten Welt das neue Leben.

Zitat:

„Was will Gott? Gott will nichts!“

Gott ist die Liebe und will sie daher auch. Ablesbar ist sie geworden am Leben, Tod und der Auferstehung Jesu Christi.

"Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe." Joh 15,12
Zitat:
„Was will Gott? Gott will nichts!“


Es ist unser Wunsch und Verlangen, dass jeder von euch zu einem Quell alles Guten unter den Menschen und zu einem Beispiel der Aufrichtigkeit für die Menschheit werde. Bahá'u'lláh

Das ist jetzt ein Beispiel von vielen dafür was Gott von uns will, das mir so auf die Schnelle eingefallen ist.
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
Zitat:

Es ist unser Wunsch und Verlangen, dass jeder von euch zu einem Quell alles Guten unter den Menschen und zu einem Beispiel der Aufrichtigkeit für die Menschheit werde. Bahá'u'lláh

Der Mensch ist zum Erlernen der Menschlichkeit auf das menschliche Beispiel angewiesen, das gute Beispiel ist daher essentiell für die Entwicklung der Humanität des Einzelnen und der Gesellschaft - das ist wahr.

Aber die Kernfrage ist damit nicht beantwortet: Wer ist das maßgebliche Beispiel, an dem zuverlässig ablesbar ist, was und wie das Gute und die Liebe von ihrem Wesen her ist? Gar niemand, mehrere oder nur einer? Das ist doch die Schlüsselfrage.
Burkl hat folgendes geschrieben:
... Esoterik. Es wird viel geschrieben und nichts gesagt. Am Ende steht der Leser verwirrt da und meint womöglich etwas Gescheites gelesen zu haben obwohl es nur heiße Luft war.


Da muss ich jetzt aber schon einmal die Esoterik in Schutz nehmen. Seit einigen Dekaden wird praktisch jeder Unsinn als Esoterik vermarktet, entsprechend Glauben die Leute auch das sei Esoterik. Natürlich gab es Esoterik auch schon immer in sehr verschiedenen Stufen der Qualität und auch rationalen Verträglichkeit. Aber so ein generelles negatives Urteil über Esoterik finde ich vermessen und falsch. Es gibt sehr wohl wahre Meisterwerke der Esoterik mit tiefem sowohl mystischen wie auch philosophischem Gehalt.

Würdest du etwa die Werke und Ideen von Hildegard von Bingen und Meister Eckhart auch als Quatsch abtun? Interessanterweise waren faktisch alle zentralen Figuren der Naturwissenschaft in der Frühen Neuzeit ebenso in esoterischen Wissenschaften unterwegs: Newton, Galilei, Kepler, Kopernikus, etc. Böhme und Rosencreutz trugen viel zur protestantischen Frömmigkeit bei. Von dem Einfluss der Freimaurer nicht zu sprechen.

Ob man nun alles mag was aus ihrer Tradition hervorgegangen ist oder nicht, aber Helena P. Blavatsky erzeugte wohl erste Formen einer kosmopolitische Religiosität.

Im islamischen Kulturraum spielte die 'innere' Auslegung heiliger Schriften (batin) praktisch bei jedem großen Denker. Von Rumi über Ibn Arabi und al-Farabi bis zu Mulla Sadra.

Klar kann man die Anschuldigungen machen die du machst. Eben weil es auch Mist gibt der als Esoterik ausgegeben wird und weil es auch schlechte Esoterik gibt. Aber das gleiche Argument könnte man für exoterische religiöse Schriften auch machen.
linde hat folgendes geschrieben:
Zitat:
„Was will Gott? Gott will nichts!“


Es ist unser Wunsch und Verlangen, dass jeder von euch zu einem Quell alles Guten unter den Menschen und zu einem Beispiel der Aufrichtigkeit für die Menschheit werde. Bahá'u'lláh

Das ist jetzt ein Beispiel von vielen dafür was Gott von uns will, das mir so auf die Schnelle eingefallen ist.


Das ist ein wichtiger Punkt: Gott wird - trotz aller Abstraktion - im Baha'itum trotzdem als eine 'Person' mit einem Willen gesehen.
Burkl hat folgendes geschrieben:
Aber die Kernfrage ist damit nicht beantwortet: Wer ist das maßgebliche Beispiel, an dem zuverlässig ablesbar ist, was und wie das Gute und die Liebe von ihrem Wesen her ist? Gar niemand, mehrere oder nur einer? Das ist doch die Schlüsselfrage.


Aus Baha'i-Sicht ist der Maßstab für dieses Zeitalter die Offenbarung Baha'ullahs und das perfekte Beispiel für dessen menschliche Umsetzung ist 'Abdulbaha'. Darüber existiert freilich noch der gemeinsame Kern aller Offenbarung.
Burkl hat folgendes geschrieben:
Wer ist das maßgebliche Beispiel, an dem zuverlässig ablesbar ist, was und wie das Gute und die Liebe von ihrem Wesen her ist? Gar niemand, mehrere oder nur einer? Das ist doch die Schlüsselfrage.


Im Prinzip kann jeder dieses maßgebliche Beispiel sein.
Tobias hat folgendes geschrieben:
Burkl hat folgendes geschrieben:
Aber die Kernfrage ist damit nicht beantwortet: Wer ist das maßgebliche Beispiel, an dem zuverlässig ablesbar ist, was und wie das Gute und die Liebe von ihrem Wesen her ist? Gar niemand, mehrere oder nur einer? Das ist doch die Schlüsselfrage.


Aus Baha'i-Sicht ist der Maßstab für dieses Zeitalter die Offenbarung Baha'ullahs und das perfekte Beispiel für dessen menschliche Umsetzung ist 'Abdulbaha'. Darüber existiert freilich noch der gemeinsame Kern aller Offenbarung.

Und Jesus ist in diesem System nehme ich an Teil des ominösen "gemeinsamen Kerns", in den er neben allen anderen "Offenbarern" gleichwertig und gleichberechtigt aufgeht.
Von der praktischen Bedeutung her ist Jesus jedoch als "abgelaufene Offenbarung" Baha'ullah und 'Abdulbaha' untergeordnet. Die beiden setzen sich durch ihre Lehre de facto über Christus und bleiben dabei aber den entscheidenden Beweis ihrer Göttlichkeit schuldig, den Jesus Christus durch seine Auferstehung erbracht hat.
luschn hat folgendes geschrieben:
Burkl hat folgendes geschrieben:
Wer ist das maßgebliche Beispiel, an dem zuverlässig ablesbar ist, was und wie das Gute und die Liebe von ihrem Wesen her ist? Gar niemand, mehrere oder nur einer? Das ist doch die Schlüsselfrage.


Im Prinzip kann jeder dieses maßgebliche Beispiel sein.

Für Christen ist das maßgebliche Beispiel Jesus und Maria. Jesus als vollkommener Mensch und vollkommener Gott und Maria als vollkommenes Geschöpf. Jesus ist aus eigener Göttlichkeit sündlos, Maria aus Gnade der göttlichen Vorherbestimmung.
Daher soll der Christ sich in jeder Situation fragen, was Maria bzw. Jesus denken, reden und tun würden. Wenn seine Gottesbeziehung intakt ist, wird er so handeln wie Gott es will - und damit vollkommen.

Insofern kann tatsächlich jeder Mensch das maßgebliche Beispiel sein, weil jeder Mensch durch die christliche Religion ein "anderer Christus" werden kann.