Opus Dei, wirklich ein "Werk Gottes"?


Guten Morgen,
Ich zitiere zunächst den letzten Beitrag von Burkl zu diesem Them aus dem Thread Wissenschaft, Religion, Unfehlbarkeit:
Zitat:
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Na, dann lies dir mal in Ruhe die Seiten durch, die ich gepostet habe.

Schon die Überschrift bei dem einen Link zeugt von der mangelnden journalistischen Qualität. Dort ist die Rede vom "katholischen Orden" Opus Dei. Ein völliger Unsinn. Wenn der Mann wenigstens auf Wikipedia nachgeschaut hätte, hätte er gesehen, dass das Opus Dei eine sog. "Personalprälatur" ist - also eine rechtsfähige Gliederung der katholischen Kirche, der man nicht kraft Wohnsitzes (wie bei einer Diözese, die sog. "Territorialprälatur" ist) angehört, sondern durch eine besondere Eigenschaft. Im Fall des Opus Dei durch einen Vertrag zwischen Gläubigen und Prälatur. Jemand, der dem Werk beitritt ändert (im wesentlichen Unterschied zum Orden) seinen Stand in keiner Art und Weise - verlässt die Welt nicht - im Gegenteil: es geht um Heiligung der Welt, genau an dem Ort, wo man ist.
Und wenn ein Gläubiger der Prälatur irgendetwas auf politischer, rechtlicher, beruflicher und wirtschaftlicher Ebene tut, so ist das sein gutes Recht und erfolgt ausschließlich im eigenen Namen. Die Mitgliedschaft zum Werk betrifft das geistliche Leben. Deshalb geschieht auch jedwedes weltliches Engagement der Mitglieder niemals im Namen des Opus Dei.


Meine Antwort erfolgt später.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Hallo Burkl,

gg, es geht nicht um die kirchenrechtliche Form dieses Vereins, sondern um seinen stark konservativen Inhalt und die Art, wie er gegen seine Gegner vorgeht.
Aber gerade diese Rechtsform ermöglicht es diesem Verein, sich selbst aus der Schußlinie zu halten und alle nachgewiesenen Fehler als Schuld der einzelnen Mitglieder darzustellen. Das erinnert sehr stark an das Verhalten von Logen wie zB die Loge P2.


Zitat:
Für das Opus Dei treffen diese allgemeinen Kennzeichen für Geheimbünde meiner Einschätzung nach vollumfänglich zu. Die Leitungsstruktur des Opus Dei ist streng hierarchisch. Das Werk ist in »Klassen«, getrennte Abteilurigen gegliedert, die jeweils verschiedene Möglichkeiten des Aufstiegs in der Hierarchie und damit des Zugangs zu Informationen zulassen. Das ehemalige Opus-Führungsmitglied Alberto Moncada äußerte dazu 1990: »Die Dokumente und Aufzeichnungen der Leitung, die von den verschiedenen Machtebenen des Opus Dei untereinander ausgetauscht werden, werden eifrig verwahrt, und wenige Personen, die verschiedene Eide der Verschwiegenheit ablegen, haben Zugang zu ihnen.« (25)


zitiert von:http://geheimpolitik.de/Logen/Mettner-OpusDei.htm

Dies ist eine Seite von 1993. Es kann sich ja inzwischen auch beim Opus Dei einiges gändert haben. Aber deine ganzen Argumentationen und deine Geschichtsklitterung in vielen Fällen lassen mich vemuten, daß dies nicht der Fall ist. Aber vielleicht ist dies ja auch nur in deinem Interesse und nicht im Interesse des Opus Dei.


Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
@Pjotr Kala

Dan Brown & Co und diverse Verschwörungstheoretiker sind nicht gerade die beste Informationsquelle, wenn es um das Opus Dei geht.

Ich entnehme deinem Post, dass du vom Grundsatz her nicht weißt, worum es geht. Wenn du dir einmal Zeit nimmst, dann könntest du dieses Werk von Dr. Rhonheimer lesen:

http://opusdei.org/de-ch/article/ma.....mer-erklart-das-opus-dei/
Hallo Burkl,

nö, die Zeit ist mir dafür zu schade.
Mir reichen deine Ergüsse hier und das, was frühere journalistische Veröffentlichungen aufgedeckt haben.
Und das Johannes Paul, einer der konservativste Päpste der letzten Zeit und Verhinderer der Beschlüsse des 2. Vaticranums und Heiligsprecher am laufenden Band dieses "Werk Gottes" gut geheißen hat, spricht Bände.

Hier noch einige Zitate:

Zitat:
Das Opus Dei ist die erste Gruppierung innerhalb der katholischen Kirche, welche den Status der Personalprälatur verliehen bekommen hat. In der öffentlichen Diskussion um das Opus Dei wird dieses Faktum mitunter auch so gedeutet, dass der jetzige Papst Johannes Paul II. das Opus Dei nicht nur protegiert, sondern auch persönlich sehr schätzt und den anderen katholischen Laienbewegungen vorzieht. Die Leitung des Opus Dei betont hingegen, dass sie sich formal nie als Säkularinstitut verstanden haben und erst die neue Rechtsstruktur ihren Anliegen gerecht werden könne, wohingegen andere Bewegungen innerhalb der katholischen Kirche durchaus mit ihrem Status als Säkularinstitut zufrieden seien
....So ist es auch in der Literaturliste der Überblicksbroschüre des Informationsbüros an erster Stelle aufgeführt. Wird da "Der Weg" "ein Betrachtungsbuch in kurzen, prägnanten, persönlich und direkt gehaltenen Aphorismen" (Informationsbüro: 20) genannt, das sich an ein allgemeines Publikum wende und konkrete Denkanstösse für das Gebet beinhalte, so nennt der renommierte Theologe Hans Urs von Balthasar das Buch eher ein "Sammelsurium von barschen, schroffen Marschbefehlen" (Mettner: 49). Tatsächlich ist Escrivás Sprache sehr militärisch und vertritt vielerorts ein Bild eines zürnenden, strafenden Gottes. Dies steht quer zu der Tatsache, dass das Opus Dei den Anspruch hat, die Botschaft eines liebenden Gottes zu verbreiten. Da ist im "Weg" z.B. zu lesen: "Vergiss nicht, was du bist...; ein Kehrrichteimer. Demütige dich: Weisst du nicht, dass du ein Eimer für Abfall bist?" (Der Weg: Nr. 592) Dass das Selbstvertrauen eines Menschen bei solcher Lektüre gewaltig zerrüttet werden kann, wenn nicht eine kritische Auseinandersetzung damit gefördert wird, kann wohl kaum bestritten werden. Tröstlich ist immerhin, dass uns SünderInnen stets von Neuem verziehen wird, aber wertlos sind wir allemal: "Wenn du dem Antrieb deines Herzens und den Aussagen deiner Vernunft entsprechend handelst, dann müsstest du dauernd mit dem Gesicht am Boden liegen, gekrümmt wie ein schmutziger, hässlicher, abscheulicher Wurm ... vor diesem Gott, der dich immer noch erträgt und erträgt." (Der Weg: Nr. 597) Die ständige Betonung der Sünde durchzieht alle Lehren der Prälatur. Der einzige Weg, der uns zum Seelenheil führen kann, ist der absolute Gehorsam Gott gegenüber
....Wenn dem Opus Dei der Vorwurf gemacht wird, es würde sektenähnliche Strukturen aufweisen, so werden damit meist der Personenkult um Escrivá, die Unterdrückung von interner Kritik, Abschottung der Mitglieder von ihrem bisherigen Umfeld und das Diktat, wie die Mitglieder ihr Alltagsleben zu gestalten haben, gemeint. Dem Personenkult um Escrivá dienlich ist natürlich das Heiligsprechungsverfahren, das bereits sechs Jahre nach dessen Tod eingeleitet wurde. Gegner des Opus Dei behaupten, kritische Stimmen seien damals radikal ausgeschaltet worden, um das Verfahren möglichst schnell und ohne Zweifel durchführen zu können (vgl. Mettner: 46). Interne Kritik zu üben ist damit natürlich auch erschwert, denn wer will schon an den Worten eines Heiligen zweifeln? Und da der Gründer sich von Gott berufen glaubte, das Opus Dei ins Leben zu rufen, scheint das Werk quasi gottgewollt zu sein, was eine Kritik zusätzlich erschwert.

Kritik wird dem Opus Dei gegenüber oft auch entgegengebracht, was die Schweigepflicht anbelangt. Obwohl die Informationsbüros der Prälatur behaupten, die Mitglieder sprechen frei und offen über ihre Zugehörigkeit, ist "Der Weg" voller Ermahnungen zur "Diskretion". So ist auch unklar, wieviele Mitglieder das Opus Dei tatsächlich aufweist, und oft wird erst bei Schwierigkeiten oder nach einem Todesfall die Mitgliedschaft eines Pfarrers oder eines hohen Würdenträgers in Rom bekannt.

Ebenfalls ungern geredet wird über die Vergangenheit der Prälatur. Man wirft ihr vor, während des Spanischen Bürgerkrieges eng mit Francos Regime kollaboriert zu haben. Wieviel davon sich bewahrheitet ist unklar, sicher aber ist, dass das Opus Dei kein Freund demokratischer Strukturen ist und gerne wohlhabende, einflussreiche Persönlichkeiten, die politisch rechts stehen, für sich gewinnt.


zitiert von:http://www.relinfo.ch/opusdei/info.html

Zitat:
Betrug an der Gesellschaft insgesamt:

Ebensowenig bestehen Bedenken, historische Dokumente zu verfälschen und verschwinden zu lassen. Besonders auffällig war dies der Fall beim Adelstitel des Gründers (Siehe Ricardo de la Cierva, Los años mentidos (“Die erlogenen Jahre”), Verlag Fénix, S. 143-158.), oder bei den akademischen Graden, die ihm zugeschrieben werden (Siehe die Untersuchungen von “Libero”, unter dem Titel “Tesis y doctorados” (“Dissertationen und Doktorate”), veröffentlicht am 22. 2. 2008 bei http://www.opuslibros.org/nuevaweb/.....le=article&sid=11856. ). In gleicher Weise wird die Geschichte der Prälatur immer wieder neu geschrieben (Siehe die Untersuchung von Joan Estruch, “Santos y pillos. El Opus Dei y sus paradojas” (“Heilige und Schurken. Das Opus Dei und seine Paradoxien”. Herder, 1993, Kap. I, S. 3.), indem die weggelassen werden, die sich aus ihrer Mitte entfernt haben, indem das verändert wird, was sich im Lauf der Zeit als schädlich für sein Image herausgestellt hat, indem dem Gründer Schriften zugeschrieben werden, die er nicht geschrieben hat (“Forja” – “Im Feuer der Schmiede”) (Siehe Oráculo, “La patología narcisista del Opus Dei” (“Der pathologische Narzissmus des Opus Dei”), Nr. 4: http://www.opuslibros.org/nuevaweb/.....ile=article&sid=10976), indem die “Instruktionen” und die Gründungsbriefe falsch datiert werden ( Siehe “Las cartas de antes de la guerra, ¿son realmente de los años treinta?” (“Die Briefe aus der Vorkriegszeit – sind sie wirklich aus den dreißiger Jahren?”) http://www.opuslibros.org/nuevaweb/.....file=article&sid=8320), etc.

Kein Mitglied erhält für seine monatlichen wirtschaftlichen Beiträge eine Quittung; das erlaubt es der Prälatur seine materiellen Güter in einer Grauzone zu nutzen, es betrügt die Finanzämter, dort wo es arbeitet, und es tarnt einen Teil der erhaltenen Gelder mit Hilfe von NGOs und Stiftungen.
Es geschehen beständige und skandalöse wirtschaftliche Manipulationen, um die Finanzbehörden aller Länder zu foppen, eine Tatsache, die zugleich für diejenigen Mitglieder einen Anstoß bedeutet, die sich hingegeben haben, indem sie dem Ideal der Heiligung in der Welt durch die tägliche Arbeit und durch den Umgang mit Ihresgleichen in allen Milieus folgen.

zitiert von:http://www.opusfrei.org/

Und noch eine Seite, die sich kritisch mit dem Opus Dei auseinandersetzt:

http://www.bornpower.de/opus/1.htm

Du kannst noch etliche kritische Seiten im Netz finden.
Fürsprecher dagegen findest du nur unter den ultrakonservativen Christen.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Nun habe ich auch ein paar Berichte zum Opus Dei gelesen. Unter anderem "Eine Jugend im Opus Dei" von Michael Lehner. Herr Lehner äussert sich eigentlich weitgehend wohlwollend über das Opus Dei. Stellt es als eine Organisation dar, in der hohe moralische und intellektuelle Ansprüche verfolgt werden. Die Methoden, die dazu verwandt werden, diese Ansprüche umzusetzen, schildert er in einer Weise, die aus meiner Sicht sehr seltsam anmuten.
Beispielsweise die Geschlechtertrennung. In Putzzeiten müssen die Numerarier den Wohnbereich verlassen, um nur ja nicht mit den Damen des Reinigungsdienstes in Kontakt zu kommen. (Können eigentlich Männer nicht putzen?) Falls sich auf der Straße oder bei kirchlichen Veranstaltungen Männer und Frauen begegnen, die sich aus dem Werk kennen, wird so getan als kenne man sich nicht, denn damit wird weiterer Kontakt vermieden.

Herrn Lehner war es untersagt, ohne vorher eingeholte Sondererlaubnis bestimmte Werke zu lesen, er erwähnt auch Heidegger und Kant. Da er für Abitur und Studium aber diese Schriften kennen sollte, wurden ihm Rezensionen zur Verfügung gestellt.

@ Burkl, gibt es auch für Supernumerarier eine Pflicht sich bestimmte Lektüre genehmigen zu lassen?
ziraki hat folgendes geschrieben:
Beispielsweise die Geschlechtertrennung. In Putzzeiten müssen die Numerarier den Wohnbereich verlassen, um nur ja nicht mit den Damen des Reinigungsdienstes in Kontakt zu kommen. (Können eigentlich Männer nicht putzen?)

Das habe ich mich am Anfang auch gefragt - so nach dem Motto: Das gibt's ja nicht, dass Männer nicht putzen und kochen - gibt es im Opus Dei eine Art eingefrorenen Chauvinismus der späten 50er Jahre?
Aber es geht um etwas Anderes - das habe ich erst mit der Zeit mitbekommen. Es ist zwar richtig, dass die Haushaltskräfte in den Einrichtungen des Werkes ausschließlich weiblich sind, sogenannte "Auxiliarnummerarierinnen" - dem steht aber etwas Entscheidendes gegenüber. Die Männer verhalten sich so, dass eigentlich kaum geputzt werden muss. Es ist üblich die Zimmer und Anlagen so zu verlassen, dass sie "wie frisch gemacht" aussehen. Es ist eine unaufdringliche Art gegenseitiger Wertschätzung.
Und ja - da die Nummerarierinnen und Nummerarier zölibatär leben, aber im gleichen Zentrum untergebracht sind, sind die Abläufe und die Raumnutzungen so organisiert, dass sich Männer und Frauen im Zentrum im Normfall nicht begegnen. Und warum? Weil wir alle Menschen aus Fleisch und Blut sind. Es gibt ein spanisches Sprichwort, das sinngemäß übersetzt lautet: Zwischen einer Heiligen und einem Heiligen bedarf es einer Mauer.

Und ja - grundsätzlich wird in den Einrichtungen des Werkes daran festgehalten, dass Reinigungs- und Haushaltsarbeiten Frauen machen, Reparaturen und handwerkliche Arbeiten die Männer. Ich weiß nicht, wie es euch geht - aber ich habe das Gefühl, dass meine Frau erwartet, dass ich die Bohrmaschine und den Hammer in die Hand nehme und auf der anderen Seite, dass es ihr lieber ist, wenn sie die Wäsche macht. Ich glaube daher persönlich nicht an glückliche weibliche Automechanikerinnen und Bauarbeiterinnen und männliche Kindergärtner als Standardfall.

Grundsätzlich wird die Hausarbeit auch nicht als etwas Erniedrigendes gesehen - im Gegenteil: Der Gründer des Werkes nannte diesen Dienst den wichtigsten, weil er Grundvoraussetzung ist, dass das Werk überhaupt seine apostolische Arbeit entfalten kann. Zudem werden diesen Arbeiten, so wie alle menschlichen Arbeiten, im Opus Dei als ein wesentliches Element der christlichen Spiritualität gelebt. "Putzen ist nicht einfach Putzen" - es soll so wie jede Arbeit zum Gebet, zur Hingabe, zum Mittel und Werkzeug der Heiligung werden. Für die erste Auxiliarnummerarierin des Opus Dei läuft ein Seligsprechungsverfahren.

http://www.de.josemariaescriva.info.....urtstag-von-dora-del-hoyo

Zitat:
Falls sich auf der Straße oder bei kirchlichen Veranstaltungen Männer und Frauen begegnen, die sich aus dem Werk kennen, wird so getan als kenne man sich nicht, denn damit wird weiterer Kontakt vermieden.

Darum geht es nicht. Es geht um natürliches Verhalten. Als Mitglied des Opus Dei bleibt man normale Katholikin bzw. Katholik. Darum wäre ein "augenfälliges Gehabe" nicht passend. Es geht darum alles Auffällige, Unangenehme und Sonderbare im Aussehen und im Verhalten zu vermeiden. Wenn Mitglieder des Opus Dei unter sich sind ist die einzige Besonderheit, dass wir eine spezielle Grußformel verwenden, die gleichzeitig eine Andachtsübung ist. Man grüßt "Pax" - Erwiderung: "In Aeternum". Also "Friede" - "In Ewigkeit".

Zitat:

Herrn Lehner war es untersagt, ohne vorher eingeholte Sondererlaubnis bestimmte Werke zu lesen, er erwähnt auch Heidegger und Kant. Da er für Abitur und Studium aber diese Schriften kennen sollte, wurden ihm Rezensionen zur Verfügung gestellt.

"Untersagt" klingt ein wenig apodiktisch. Man geht ja zum Werk um der geistlichen Leitung freiwillig zu gehorchen - und kann auch jederzeit wieder gehen, wenn es einem nicht passt.
Die Literatur ist grundsätzlich Thema im Rahmen der geistlichen Leitung, die man im Opus Dei bekommt. Und hier erfolgt tatsächlich eine Auswahl der gelesenen Bücher im Einvernehmen mit seinem jeweiligen geistlichen Leiter. Es gibt auch eine Online-Orientierungshilfe - eine Art Nachfolger des berüchtigten "Index der verbotenen Bücher".

http://www.delibris.org/en/

Es geht darum Menschen zu helfen, die richtige Literatur für ihr menschliches und geistiges Wachstum zu finden. Wir werden sehr stark geprägt durch das, was wir lesen. Bücher können zum Segen werden, es gibt aber auch Fälle, wo Bücher letztlich sogar ein Leben zerstört haben. Das Richtige zu Lesen ist daher essentiell.
Hallo Burkl,

gg, wenn ich mir deine Antworten so durchlese, scheinen es ausgesprochen schwache Menschen zu sein, die dieser Vereinigung angehören, da sie unbedingt Führung von oben benötigen.

Zitat:
Es geht darum Menschen zu helfen, die richtige Literatur für ihr menschliches und geistiges Wachstum zu finden. Wir werden sehr stark geprägt durch das, was wir lesen. Bücher können zum Segen werden, es gibt aber auch Fälle, wo Bücher letztlich sogar ein Leben zerstört haben. Das Richtige zu Lesen ist daher essentiell.


Tja, da bleibt dann nur die Frage, wer die "richtige Literatur" auswählt.
Ich halte es schlicht und einfach für eine Form der Zensur. (gg, deswegen hat auch der Vatikan die größte Sammlung von Erotika).

Pjotr Kala
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Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
wenn ich mir deine Antworten so durchlese, scheinen es ausgesprochen schwache Menschen zu sein, die dieser Vereinigung angehören, da sie unbedingt Führung von oben benötigen.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass eher starke Persönlichkeiten dazu neigen die Einsicht zu gewinnen, dass sie die "Außensicht" benötigen, um wirklich Fortschritte in einem Lebensbereich zu machen. Nimm als Beispiel im profanen Bereich die Führungskraft, die regelmäßig zum "Coaching" geht.

Im geistlichen Bereich gibt es überhaupt eine große Notwendigkeit einen Seelenführer zu haben. Niemand kann selbst sein eigener Hirte sein. Große und wirklich sehr starke Persönlichkeiten wie die Heilige Teresa von Avila, die viele Klöster gegründet hat - sie alle hatten ihre geistliche Leitung.
Hallo Burkl,

Zitat:
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass eher starke Persönlichkeiten dazu neigen die Einsicht zu gewinnen, dass sie die "Außensicht" benötigen, um wirklich Fortschritte in einem Lebensbereich zu machen. Nimm als Beispiel im profanen Bereich die Führungskraft, die regelmäßig zum "Coaching" geht.


Das ist durchaus richtig. Nur, daß bei einem guten Coaching Verhaltens- und Führungstechniken gelehrt und eine auch kritische Sicht von außen auf ein Unternehmen oder eine Zielsetzung diskutiert werden. Dies ist aber beim Opus Dei wohl kaum der Fall.

Zitat:
Im geistlichen Bereich gibt es überhaupt eine große Notwendigkeit einen Seelenführer zu haben. Niemand kann selbst sein eigener Hirte sein. Große und wirklich sehr starke Persönlichkeiten wie die Heilige Teresa von Avila, die viele Klöster gegründet hat - sie alle hatten ihre geistliche Leitung.


Da stellt sich dann gleich die Frage, ob diese "geistliche Leitung" nicht mehr Einfluß auf das Leben der Heiligen Theresa genommen, als es ihr eigentlich lieb gewesen ist.
So, wie sich mir die Frage stellt, wie jemand, der jede Woche bei einem konservativen Priester des Opus Dei beichtet und damit einem immensem Einfluß dieser Vereinigung ausgesetzt ist, überhaupt noch in der Lage ist, selbstkritisch zu handeln.

Pjotr Kala
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Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
So, wie sich mir die Frage stellt, wie jemand, der jede Woche bei einem konservativen Priester des Opus Dei beichtet und damit einem immensem Einfluß dieser Vereinigung ausgesetzt ist, überhaupt noch in der Lage ist, selbstkritisch zu handeln.

Es gibt tatsächlich keinen Spielraum, was den Geist und die Art der der Bildungsmittel und Normen anbelangt, die im Opus Dei als Mittel zur Heiligung vorhanden sind. Die spezifische Spiritualität, nach der wir leben, ist vom Gründer so vorgegeben und keiner Abänderung zugänglich.
Im Opus Dei ist es so, dass man relativ schwer hineinkommt - die Vorbereitungszeit dauert Jahre. Es ist daher ein hohes Maß an persönlicher Freiheit erforderlich ins Opus Dei zu kommen und dort auszuharren. Der Gründer hat einmal gesagt wir sind im Opus Dei "weil es uns so passt". Das ist der höchste übernatürliche Grund.