Opus Dei, wirklich ein "Werk Gottes"?


Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Guten Abend,

nach meinem Verständnis ist das Markuswort rein aus der patriarchalischen Kultur der damaligen Zeit zu verstehn. Die Frau galt damals nicht viel und war in den meisten Fällen vollkommen abhängig vom Mann. Zum Schutz vor untergeschobenen Bastards war eine rigide offizielle Sexualmoral üblich, die aber sich aber hauptsächlich auf die gleiche Gesellschaftsschicht bezog. ZB Geschlechtsverkehr mit Sklavinnen war zwar öffentlich nicht so gern gesehen, war aber eher die berechtigte Nutzung des Eigentums.
Die von Markus Jesus in den Mund gelegten Worte sind das Eingeständnis, daß der Ehebruch einer Frau schwerer bewertet wurde als der Ehebruch eines Mannes. Eine Frau, die in der damaligen Kultur wegen Ehebruch aus der Ehe entlassen wurde, hatte kaum eine Chance, sich ihren Lebensunterhalt irgendwie zu verdienen. Sie war ausgestoßen auf Lebenszeit und ich denke, eine große Anzahl von ihnen hat sich den Lebensunterhalt durch den Verkauf ihres Körpers verdient. So sind genau diese Sätze Schuld an dem, was sie eigentlich verhindern sollten.
Dem Manne wird zwar auch das Fremdgehen verboten, er braucht sich im Gegensatz zur Frau aber keine Sorgen um seine Zukunft machen, da er meistens die bessere berufliche und gesellschaftliche Position besaß.

Im totalen Gegensatz dazu steht ein angebliches anderes Jesuswort: "Wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein". Den Spagat zwischen diesen beiden Aussagen muß man erst einmal hin bekommen. Mir ist das bis heute nicht gelungen.

Pjotr Kala

Hallo Pjotr Kala,
Ich denke auch, dass Vieles oder sogar das Meiste in der Bibel vor dem Hintergrund der patriarchalen Kultur entstanden ist. Jedoch glaube ich, dass Jesus genau da hinein gefunkt hat. Das einzige Problem mit seinen persönlichen Worten ist, dass man nicht hundertprozentig sicher sein kann, ob "Zitate" richtig überliefert sind. Ansonsten würde ich sagen, dass seine Aussagen schon Gewicht bis in die heutige Zeit haben. Ich bin sicher, dass er auch den Sex mit Sklavinnen nicht vom Ehebruch ausgenommen hat.

Letztendlich geht es beim Ehebruch ja nicht allein um eine rechtliche Angelegenheit, sondern um eine Verletzung des Gefühls, heute sicher noch mehr als damals, in der Zeit von arrangierten Ehen. Von daher ist überhaupt nicht einzusehen, dass ein Mensch, auf dessen Gefühlen herum getrampelt wurde, sich nicht ein neues Eheglück suchen darf.

Zitat:
Im totalen Gegensatz dazu steht ein angebliches anderes Jesuswort: "Wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein". Den Spagat zwischen diesen beiden Aussagen muß man erst einmal hin bekommen. Mir ist das bis heute nicht gelungen.


Genau!
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Locker bleiben, Maß halten (frei nach Aristoteles)
Elem.Luft hat folgendes geschrieben:
Wann ein Mensch wirklich völlig von Gott getrennt ist, kann nicht die römische Kirche entscheiden.


Nein, das habe ich auch nicht behauptet.

Zitat:
"Der Tod ist der Sünde Sold", interpretiere ich auch anders.


Wie interpretierst Du das?

Ich sehe nur, dass die Katholische Kirche sich fest an das Bibelwort hält.
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Ich zum Beispiel interpretiere das so, dass der sogenannte Tod ein Ausbleiben oder eine Zerstörung eines vorrangigen Lebenszieles bedeutet. Durch die Sünde wird also dieses Lebensziel nicht erreicht.
Hallo Minou,
Zitat:
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Im totalen Gegensatz dazu steht ein angebliches anderes Jesuswort: "Wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein". Den Spagat zwischen diesen beiden Aussagen muß man erst einmal hin bekommen. Mir ist das bis heute nicht gelungen.


Hallo Pjotr,

warum nicht? Wenn jemand nicht wieder heiraten darf, hat das m.E. mit Beschuldigen nichts zu tun. Das Zitat sagt ja nur, dass man niemanden verurteilen darf.


Nein, das seh ich vollkommen anders!
Hier geht es nicht nur um Beschuldigung sondern hauptsächlich um Bestrafung, nämlich die Steinigung. Und Jesus hat sicher nicht im Sinn gehabt, die Bestrafung der Steinigung zurückzunehmen, um sie dann in der vorhandenen Sozialstruktur und Kultur langsam aber sicher umkommen zu lassen. Da wäre ja in manchen Fällen die Steinigung humaner.
Das Verbot der Wiederverheiratung nach einem Fehltritt war aber insbesondere für die Frauen in der damaligen Zeit meistens der soziale Tod, da sie oft vollkommen abhängig vom Verdienst des Mannes war.
Daher steht das Jesuswort des Markus im Widerspruch zu der Aussage: "Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein".

Hinzu sollte man das 11. Gebot beachten, daß in allen Kulturen besonders im sexuellen Verhalten seine Richtigkeit bewiesen hat, nämlich "Du solltst dich nicht erwischen lassen". (Gilt sogar bis in die Strukturen des Vatikans).

Pjotr Kala
[/quote]
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
@ Peter, Pjotr, Mara und Elem.Luft

Natürlich kann man alles drehen und nach seinen eigenen Wünschen interpretieren, doch darin sehe ich nicht den Sinn der Heiligen Schriften. Sie sollen ja schon Richtung geben.
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Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Hallo Minou,

gg, und du meinst, deine Interpretation wäre die richtige?

Jede eingeschlagene Richtung einer "heiligen Schrift" ist immer zeit- und
kultur-bezogen, und nur so können wir sie interpretieren.
Zeit und Kultur ändern sich und damit stimmt auch oft die Richtung der "heiligen Schriften" nicht mehr.

Außerdem, eklatante Widersprüche lassen sich nicht wegdiskutieren.
Darf ich daran erinnern, daß Tobias das einmal mit LongRoad versucht hat und dabei kläglich gescheitert ist.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Hallo Minou,

gg, und du meinst, deine Interpretation wäre die richtige?


Wo habe ich das je behauptet ? !

Zitat:
Außerdem, eklatante Widersprüche lassen sich nicht wegdiskutieren.
Darf ich daran erinnern, daß Tobias das einmal mit LongRoad versucht hat und dabei kläglich gescheitert ist.


Auch das war und ist absolut nicht meine Intention.
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Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Hallo Minou,

Du hast geschrieben:
Zitat:
Natürlich kann man alles drehen und nach seinen eigenen Wünschen interpretieren, doch darin sehe ich nicht den Sinn der Heiligen Schriften. Sie sollen ja schon Richtung geben.


Wer sagt, daß die Kritiker der heiligen Schriften sie nach ihren eigenen Wünschen auslegen? In der Regel versuchen sie sich an beweisbaren Fakten zu halten bzw logische Widersprüche aufzufinden.

Die Richtung, die die heiligen Schriften vorgeben sollen, ist ja bereits eine Interpretation des Lesers. Also kannst du außerhalb der ganz allgemeinen moralischen Werte überhaupt keine Richtung allgemeingültig festlegen.

Und selbst bei den allgemein akzeptierten Werten können wir nur annehmen, daß sie auch auf Dauer Bestand haben werden.

Ein fiktives Beispiel: Angenommen, der Mensch schafft es, die Lebensdauer auf 1000 Jahre zu verlängern. Es gibt aber das Problem, daß er sich davon nur 50 Jahre fortpflanzen kann und seine geistige und körperliche Leistungsfähigkeit mit bereits 200 Jahren stark abnimmt. Wie soll man da die Überalterung verhindern? Hier müßten dann neue Wertsysteme entwickelt werden, die wahrscheinlich auch in das Recht auf Leben eingreifen würden.

Pjotr Kala
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Zitat:
Wer sagt, daß die Kritiker der heiligen Schriften sie nach ihren eigenen Wünschen auslegen? In der Regel versuchen sie sich an beweisbaren Fakten zu halten bzw logische Widersprüche aufzufinden.


Das war überhaupt nicht mein Thema, Pjotr.
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Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Hallo Minou,

was war denn dann deine Meinung zu "Richtung vorgeben"?

Pjotr Kala
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