Opus Dei, wirklich ein "Werk Gottes"?


Seit 1964 arbeitet die gebürtige Kölnerin Marlies Kücking in der Zentralleitung der Prälatur Opus Dei in Rom. Mehr als zehn Jahre war sie somit eng mit dem heiligen Josemaría Escrivá de Balaguer verbunden, dem Gründer der 1928 in der spanischen Hauptstadt Madrid entstandenen katholischen Einrichtung. Vor allem von der „mütterlichen Sorge“ dieses Priesters, der am 26. Juni 1975 gestorben ist, zeigt sich die Deutsche im Interview mit ZENIT beeindruckt. Und sie erklärt, wie die Leitung der Personalprälatur auf der ganzen Welt vor sich geht.

https://de.zenit.org/articles/marli.....tungsaufgabe-im-opus-dei/
Die Auszüge aus dem Buch von Maria Carmen Tapia sind erschreckend. Ziemlich beängstigend, sollten auch nur Bruchteile davon wahr sein.

http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelspecial/d-52691125.html
Burkl hat folgendes geschrieben:
ziraki hat folgendes geschrieben:
Es steht gar nicht dort, dass Maria es als einzige bemerkt hat, dass der Wein ausgeht, vielleicht wurde sie ja darauf aufmerksam gemacht.

Das wäre zwar grundsätzlich denkbar - ist aufgrund der vorherrschenden Liebe zum Detail des Apostels und Evangelisten Johannes in den Schilderungen zwischenmenschlicher Interaktion und Kommunikation aber eher unwahrscheinlich. So etwas Wesentliches hätte er nicht unter den Tisch fallen lassen.

Zitat:
Die hauswirtschaftliche Arbeit, die Diener füllen die Krüge und der Speisemeister kostet, wurde wohl auch von Männern ausgeführt.

Sicher sogar - das war schwere körperliche Arbeit. Es gab sechs jeweils hundert Liter fassende Krüge (vgl. Joh 2,6). Diese mussten mit Hilfe von Holzkübeln oder anderen Transportgefäßen in vielen Arbeitsgängen mühsam und unter Zeitdruck mit Brunnenwasser gefüllt werden.



Bisher habe ich mich nicht sonderlich mit dem Bericht über die Hochzeit zu Kana auseinandergesetzt, aber nun hast du mit dem Zitat von Escrivá mein Interesse geweckt und ich habe mal ein bisschen im Internet gelesen. Ich wollte wissen, warum man für eine Hochzeit, bei der laut Aussage des Speisemeisters, schon etliche angetrunken sind, 600 Liter Wein benötigt.

Da gibt es wohl etliche symbolische Deutungen.
In einem anderen Zusammenhang hast du geschrieben, dass du die Evangelien und Briefe des NT für historische Berichte hältst. Was ist denn deine Meinung zu den 600 Litern?

Hat Escrivá sein Verständnis über die Rolle der Frau noch anderweitig beschrieben und eventuell mit Bibelzitaten begründet?
ziraki hat folgendes geschrieben:
Da gibt es wohl etliche symbolische Deutungen.
In einem anderen Zusammenhang hast du geschrieben, dass du die Evangelien und Briefe des NT für historische Berichte hältst. Was ist denn deine Meinung zu den 600 Litern?

Die Evangelien sind eine eigene Literaturgattung - man kann sie nicht trennscharf einem oder mehreren Typen zuordnen. Sicherlich spielt die Symbolik und Zahlenmystik auch immer wieder eine Rolle. Aber die historische Realität der geschilderten Ereignisse ist ebenfalls wesentliches Kernelement. Deshalb kann z.B. eine symbolische Deutung der Auferstehung niemals die Tiefe und Wucht und Bedeutung dieses Ereignisses erfassen.

Aus der Hochzeit von Kanada lässt sich - so wie aus jeder Stelle des Evangeliums - tief schöpfen. Gerade den 600 Litern würde ich jetzt prima vista keine Zahlenmystik zuordnen. Im Original steht hier ja sicherlich nichts von Litern, sondern es wird irgendeine antike Maßeinheit verwendet. Es wäre interessant welche und die Anzahl...

Ich sehe in der realen Begebenheit der Hochzeit zu Kana und der Verwandlung von Wasser in Wein vor allem folgende Aspekte:

Zum Einen - wenn der Herr mit "von der Partie" ist geht der Wein niemals aus, das bedeutet, solange ich im Herrn bin ist die tiefe innere Freude, die mir durch keine äußeren Widrigkeiten genommen werden kann, sicheres Zeichen für die Anwesenheit des Heiligen Geistes in meiner Seele.

Und zum Anderen - aus unseren normalen redlichen Bemühungen und unserer alltäglichen Arbeit macht der Herr etwas Edles und Besonderes. Aber das zu tun, was Er verlangt - auch wenn "Wasser schöpfen" eine anstrengende und langwierige Tätigkeit sein mag, die den Dienern in der betreffenden Situation noch dazu nicht sinnvoll erschien - seinen Willen zu erfüllen führt immer in die Freude und ins Glück. Der Herr lässt sich an Großzügigkeit nicht überbieten, sodass Er, wenn wir treu sind und Ihm folgen, unsere Erwartungen sogar bei Weitem übertrifft und im Überfluss gibt.

Und sehr wichtig ist auch noch die heilige Jungfrau Maria. Ihr ganzes Leben und Sein lässt sich in dieser ihrer Aufforderung auf der Hochzeit zu Kana festmachen: "Was Er euch sagt, das tut." (Joh 2,5)
Und Er bewirkt sein erster Wunder auf ihre Fürsprache...
ziraki hat folgendes geschrieben:

Hat Escrivá sein Verständnis über die Rolle der Frau noch anderweitig beschrieben und eventuell mit Bibelzitaten begründet?

Hier findet sich z.B. etwas Aussagekräftiges dazu in den "Gesprächen":

http://de.escrivaworks.org/book/gesprache-kapitel-7.htm
Hallo luschn,

gg, du glaubst doch nicht, daß Burkl sich dazu herabläßt, so etwas zu kommentieren.
Das Opus Dei ist streng hierarchisch organisiert, man kann sagen es hat viele Ähnlichkeiten mit gewissen Sekten. (Wöchentliche Beichte möglichst bei einem Opus Dei Priester, nur ausgewählte (zensierte) Literatur lesen, Bußgürtel tragen, teilweise sehr strenge Protokolle usw). Zwar hat jeder Kleckerverein seine Rituale und Regeln, die Frage ist aber, wieweit diese das Vereinsmitglied eben von dem Verein abhängig machen.

Da das Opus Dei eine eingebaute Unfehlbarkeit hat, wirst du auch selten von einem Mitglied das Geständnis erhalten, daß er sich geirrt hat. Von Burkl ist mir im Augenblick nicht bekannt, daß er hier in irgendeinem Beitrag jemals geschrieben hat, daß er sich geirrt hat. Wenn er widerlegt wird, schweigt er sich einfach aus. Aber das kennt man ja auch von den Fehltritten der kirchlichen Würdenträger, egal in welchem Bereich sie vorgekommen sind.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Wöchentliche Beichte möglichst bei einem Opus Dei Priester

Die Beichte als wöchentliche Norm im Werk erwähnst du sehr oft. Womöglich weil du Sehnsucht nach diesem Sakrament hast? Das wäre dann jedenfalls ein gutes Zeichen für deinen Seelenzustand. Solange diese Sehnsucht intakt ist, ist noch viel Lebendiges in der Seele da - vielleicht unter einer Schicht Asche, aber irgendwo ist da noch eine Glut darunter, die antreibt - ich will rauskriechen aus meinem finsteren Loch, das ich mir durch meine Sünden selbst gebuddelt habe. Ich würde es dir jedenfalls sehr wünschen, dass du zur Kirche zurückfindest - womöglich sogar durch die Beichte. Wie gesagt - der Vorschlag steht: Wenn du einmal in Wien bist kann ich sich mit der "furchtbaren Sekte" und ihren "finsteren und hierarchischen" Priestern, die uns wöchentlich unter wuchtigen Hieben mit der Bußgeisel in den Beichtstuhl hineintreiben, bekannt machen . Scherz beiseite - ich würde mich sehr freuen.
Hallo Burkl,

gg, nö, nur weil es bekannt ist, daß Beichtväter auch in der Vergangenheit ziemlich gute Einflüsterer gewesen sind. Und auch die Scientologen nutzen z.B. das Wissen über die "Sünden" ihrer Anhänger sehr gut aus.

Wie "weich gespült" sich das Opus Dei" heute gibt, verändert nichts am Verhalten in der Vergangenheit.
Außerdem ist es mir ziemlich egal, ob du dich geißelst oder nicht, ich leide ja schließlich nicht darunter.
Aber wie wär's denn mal mit dem Eingeständnis, daß die kath. Kirche sehr wohl an Todesurteilen gegenüber Hexen usw. beteiligt gewesen ist?

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Außerdem ist es mir ziemlich egal, ob du dich geißelst oder nicht, ich leide ja schließlich nicht darunter.

Keine Sorge, ich tue es nicht. Aber ja - es gibt die körperliche Abtötung im Werk. Als Mensch sind wir nun einmal eine Einheit aus Leib, Geist und Seele. Auch der Körper ist wesentlich für das Heil. Und Christus hat uns nicht am Federbett sondern am Kreuz erlöst.

Wer stößt sich eigentlich daran, dass Menschen im Sport körperlich an die Grenzen und sogar regelmäßig über sie gehen? Kein Mensch. Dagegen sind die Bußübungen der zölibatären Opus Dei Mitglieder ein "Waldspaziergang".

Zitat:
Aber wie wär's denn mal mit dem Eingeständnis, daß die kath. Kirche sehr wohl an Todesurteilen gegenüber Hexen usw. beteiligt gewesen ist?

http://religionv1.orf.at/tv/news2/ne00315_meaculpa.htm
Hallo Burkl,

tja, die allgemeinen Schuldbekenntnisse sind schon lange Tradition der kath. Kirche. Nur, wenn es speziell um das Bekenntnis einer Person geht, sieht das alles ganz anders aus. Da wird sich dann gewunden bis zum Verbiegen.
Wie du es z. B. jetzt auch machst.
Sind nun Menschen durch die kath. Kirche in Hexenprozessen zum Tode verurteilt worden oder nicht. Ich erwarte eine eindeutige Antwort.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!