Keuschheit


Keuschheit - in nahezu allen Religionen taucht dieser Begriff auf.
Und in nahezu allen Religionen wird der Begriff auf die körperliche Unversehrtheit bzw. Zurücknahme reduziert.

Dabei sollte es doch jedem denkenden Menschen klar sein, dass ich zwar unberührt sein kann, aber trotzdem durch unkeusche Gedanken nicht rein bin.

Andererseits kann ich ein befriedigendes sexuelles Liebesleben führen und trotzdem keusch in meinen Gedanken/Spirit sein.

Keuschheit ist ein Begriff des Spirits.
Rowanny hat folgendes geschrieben:
Dabei sollte es doch jedem denkenden Menschen klar sein, dass ich zwar unberührt sein kann, aber trotzdem durch unkeusche Gedanken nicht rein bin.

Die aufkommenden Gedanken sind keine Sünde. Sünde wird es dann, wenn ich mich mit ihnen anfreunde, sie aufgreife und in ihnen verweile. Mir hilft die Vorstellung, dass solche Gedanken wie Wespen sind. Lästig, aber sie stechen erst wenn man versucht sie aktiv zu verscheuchen. Also die richtige Herangehensweise - einfach unbeteiligt vorbeiziehen lassen.
Rowanny hat folgendes geschrieben:
Andererseits kann ich ein befriedigendes sexuelles Liebesleben führen und trotzdem keusch in meinen Gedanken/Spirit sein.

Man kann meines Erachtens die sexuelle Befriedigung nicht isoliert betrachten, wenn Sexualität voll menschlich gelebt werden soll.
Sie ist weder etwas, worauf man "Anspruch" hat, noch stellt sie isoliert einen Wert dar. Die Sexualität ist die Fortsetzung der Kommunikation zwischen den Eheleuten auf körperlicher Ebene. Sie ist also nur dann keusch, wenn sie sich dem Primat der Liebe unterordnet. Für den Mann bedeutet das, dass er lernen muss, dass Liebe zu seiner Frau bedeutet an erster Stelle sie zu suchen und die gute Kommunikation zu ihr. Nur "Sex zu wollen" ist auch in der Ehe unkeusch.
Keuschheit ist ein Begriff des Spirits.

Sagt mir nichts.
Ballermann hat folgendes geschrieben:
Keuschheit ist ein Begriff des Spirits.

Sagt mir nichts.



Macht nichts!
Nach meinem Begriff bin ich schon dann keusch, wenn ich keine verbrecherischen Gedanken im Sinne von Unreinheit aktiv zulasse.
Peter.Trim hat folgendes geschrieben:
Nach meinem Begriff bin ich schon dann keusch, wenn ich keine verbrecherischen Gedanken im Sinne von Unreinheit aktiv zulasse.


Da stellt sich wieder die Frage, wie man Unreinheit definiert.
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Minou hat folgendes geschrieben:
Peter.Trim hat folgendes geschrieben:
Nach meinem Begriff bin ich schon dann keusch, wenn ich keine verbrecherischen Gedanken im Sinne von Unreinheit aktiv zulasse.


Da stellt sich wieder die Frage, wie man Unreinheit definiert.

Eine ausdrückliche Definition finden wir in der Bibel nicht. Allerdings sie deutliche Hinweise darauf, dieser Frage näher zu kommen. Es geht darum, dass die Liebeskräfte der Herzens (die Bibel meint mit "Herz" die innere Wesensmitte des Menschen) auf ein anderes Ziel als Gott ausgerichtet sind. Das macht den Menschen unrein.

Der Apostel Johannes zählt drei Mächte zur „Welt“: „Liebt nicht die Welt und was in der Welt ist! Wer die Welt liebt, hat die Liebe zum Vater nicht. Denn alles, was in der Welt ist, die Begierde des Fleisches, die Begierde der Augen und das Prahlen mit dem Besitz, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. Die Welt und ihre Begierde vergeht; wer aber den Willen Gottes tut, bleibt in Ewigkeit“ (1 Joh 2,15-17).

Hier ist mit der „Welt“ nicht die sichtbare Schöpfung gemeint, die Gott als gute Welt erschaffen hat. „Welt“ bedeutet vielmehr den Inbegriff der gottfeindlichen Mächte. Sie ist das Symbol dessen, was sich vor Gott verschließt und in sich selbst verkrampft.

"Unrein" ist also nach christlicher Definition derjenige, der einer oder mehrerer der drei Kategorien der Begierden der Welt anhängt. Je stärker das der Fall ist, desto unreiner wird er und proportional desto blinder für die Dinge Gottes und unempfänglicher für die Gnade. Darum preist Jesus diejenigen selig, die "ein reines Herz haben, denn sie werden Gott schauen" (vgl. Mt 5,8 ). Die Reinheit ist Voraussetzung, um etwas von Gott wahrnehmen zu können.

Ein Beispiel für die Blindheit, die ein unreines Herz bewirkt ist Herodes. Als Jesus vor ihm steht schaut die Szene so aus:

"Als Pilatus das hörte, fragte er, ob der Mann ein Galiläer sei.
Und als er erfuhr, dass Jesus aus dem Gebiet des Herodes komme, ließ er ihn zu Herodes bringen, der in jenen Tagen ebenfalls in Jerusalem war.
Herodes freute sich sehr, als er Jesus sah; schon lange hatte er sich gewünscht, mit ihm zusammenzutreffen, denn er hatte von ihm gehört. Nun hoffte er, ein Wunder von ihm zu sehen.
Er stellte ihm viele Fragen, doch Jesus gab ihm keine Antwort." Lk 23,6-9

Herodes ist völlig in der Unreinheit des Herzens gefangen - er hängt allen Begierden der Welt an, ist von ihnen vollständig eingenommen - und dadurch ganz blind für die Dinge Gottes. Jesus sagt kein Wort zu ihm, denn er weiß, dass jedes Wort völlig nutzlos wäre. Die Unreinheit des Herzens ist also deshalb so verheerend, weil sie blind für Gott macht. Die Unkeuschheit ("Begierde des Fleisches") ist nur ein Teilaspekt der Unreinheit. Die anderen beiden Begierde-Arten ("Begierde der Augen", "Prahlen mit dem Besitz"), die das Herz des Menschen unrein machen, haben nicht primär etwas mit der sexuellen Sphäre zu tun. Reinheit des Herzens ist daher der weitere Begriff - er beinhaltet die Tugend der Keuschheit, geht jedoch über sie hinaus und meint das Freisein von Anhänglichkeiten an die "Welt" - also bedeutet Reinheit des Herzens im Kern, die geschaffenen Dinge gemäß der ihnen mit der Vernunft zu erkennenden Eigenart im Hinblick auf Gott und zu seiner Ehre zu gebrauchen. Dann dient alles der Reinheit des Herzens.

"Ihr Unverständigen! Hat nicht der, der das Äußere schuf, auch das Innere geschaffen?
Gebt lieber, was in den Schüsseln ist, den Armen, dann ist für euch alles rein." Lk 11,40 u. 41
Burkl, da Du ausschließlich über einer der zahlreichen Bibeln argumentierst, liegst Du immer auf der unsicheren Seite!

Aber in diesem Leben wird sich das wohl auch nicht mehr ändern.
Danke Burkl, für diesen wertvollen Beitrag!
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten