Wissenschaft, Religion, Unfehlbarkeit


Zitat:
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
später jedoch stieß das Buch auch in der römisch-katholischen Kirche zunehmend auf Ablehnung und 1616 wurde die heliozentrische Lehre für „töricht und philosophisch absurd“ und „formal häretisch“ erklärt. Deren Anhänger wurden verfolgt und nicht wenige fanden dabei den Tod

Bitte dazu um die Primärquellen. Wo ist die Aussage des Lehramts, die Kopernikus Lehre wissenschaftlich angreifen. Und wo sind - abseits von Galilei, der ein Sonderfall ist - die Verurteilungen der Kirche von Menschen, die die Kopernikus' Lehre vertraten.


Die Primärquellen sind im gleichen Artikel genannt. Vielleicht finde ich auch noch Auszüge im Netz.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Zitat:
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:

Selbst die vollständigste ablaufende Reaktion hat nur eine Wahrscheinlichkeit von 99,9 % Periode! Um im Leben zurecht zu kommen, reichen für unterschiedliche Bereiche auch unterschiedliche Wahrscheinlichkeiten.

Burkl:
Genau - oder um es anders zu formulieren: Um ihm Leben zurecht zu kommen benötigst du grundsätzlich Glauben und Vertrauen.


Diese Art des Glaubens und Vertrauens hat nichts mit einem metaphysischen Glauben zu tun, sondern ist eher die Folge des Urvertrauens und baut auf die Verläßlichkeit von Verhalten und das Einhalten von Regeln auf.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Diese Art des Glaubens und Vertrauens hat nichts mit einem metaphysischen Glauben zu tun, sondern ist eher die Folge des Urvertrauens und baut auf die Verläßlichkeit von Verhalten und das Einhalten von Regeln auf.

Die erhoffte Verlässlichkeit anderer Menschen als einzige Grundlage für Glauben und Vertrauen im Leben?
Das halte ich angesichts der Wirklichkeit des Menschen für eine wenig vernünftige Lebensgrundlage.
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
später jedoch stieß das Buch auch in der römisch-katholischen Kirche zunehmend auf Ablehnung und 1616 wurde die heliozentrische Lehre für „töricht und philosophisch absurd“ und „formal häretisch“ erklärt. Deren Anhänger wurden verfolgt und nicht wenige fanden dabei den Tod

Bitte dazu um die Primärquellen. Wo ist die Aussage des Lehramts, die Kopernikus Lehre wissenschaftlich angreifen. Und wo sind - abseits von Galilei, der ein Sonderfall ist - die Verurteilungen der Kirche von Menschen, die die Kopernikus' Lehre vertraten.


Die Primärquellen sind im gleichen Artikel genannt. Vielleicht finde ich auch noch Auszüge im Netz.

Pjotr Kala


http://www.deutsches-museum.de/bibl.....haften/darwin-kopernikus/

Ich finde da nur die einmündende Aussage über die Verurteilung Galileis - mehr nicht. Und wie gesagt, der ist ein Einzel- und Sonderfall.
Zitat:
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Diese Art des Glaubens und Vertrauens hat nichts mit einem metaphysischen Glauben zu tun, sondern ist eher die Folge des Urvertrauens und baut auf die Verläßlichkeit von Verhalten und das Einhalten von Regeln auf.

Burkl:
Die erhoffte Verlässlichkeit anderer Menschen als einzige Grundlage für Glauben und Vertrauen im Leben?
Das halte ich angesichts der Wirklichkeit des Menschen für eine wenig vernünftige Lebensgrundlage.


Tja, nachweisbar und wissenschaftlich beweisbar durch Versuchsreihen und statistische Verfahren sind allerdings nur die zugegeben teilweise nicht so tollen Verhaltensweisen von Menschen.
Es ist nur logisch, diese vorkommenden Verhaltensweisen möglichst umfassend bei den eigenen Reaktionen zu berücksichtigen. Weder sollte man zu gutgläubig noch zu mißtraurisch sein.
Da es weder "das Gute" noch "das Böse" gibt, sondern nur unsere von Zeit und Kultur abhängige Vorstellung von gut und böse, bleibt nichts anderes übrig als sich immer wieder neu an den aktuellen Wertevorstellungen zu orientieren.
Religionsangehörige haben es da einfacher. Sie haben ihre festen unfehlbaren Regelungen, an denen sie oft auch dann noch festhalten, wenn sie aktuellen Forschungsergebnissen widersprechen.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Religionsangehörige haben es da einfacher. Sie haben ihre festen unfehlbaren Regelungen, an denen sie oft auch dann noch festhalten, wenn sie aktuellen Forschungsergebnissen widersprechen.

Du spielst z.B. auf das Thema des Auftretens von Homosexualität im Tierreich an, woraus du die nunmehr als "zeitgemäß" anzunehmende moralische Legitimitierung beim Menschen folgerst.
Wie ist das z.B. mit der sozialen Bewertung des Diebstahls - Schimpansen fühlen sich dadurch nicht sozial beeinträchtigt, wenn gestohlen wird.
Ist die Strafbarkeit des Diebstahls in der menschlichen Gesellschaft jetzt auch zu relativieren, bzw. könnte aufgrund dieser aktuellen Forschungsergebnisse irgendwann zu relativieren sein, wenn sich die "soziale Evolution" des Menschen eben einmal dorthin entwickelt?

https://www.google.at/url?sa=t&.....g2=a-FlQh7j2bA8CwocHVXeIw
gg, di nähere Abstammung des Menschen umfaßt zwar nur einen Zeitraum von ca 6 Millionen Jahre von den ungefähr 13-14 Milliarden Entstehungsgeschichte des Universums, berücksichigt man aber die Beschleunigung in der Evolution durch Sprache, Werkzeugbrauch, soziales Verhalten usw, konnten sich eben auch Wertesysteme etablieren, die aber ebenso wie Kulturen einem zeitlichen Wandel unterliegen.

Auf der angegebenen Seite steht ja dann auch:

Zitat:
Nach Angaben der Wissenschaftler hat sich die Bestrafung Dritter als Durchsetzungsmaßnahme erst im Laufe der Evolution zum Menschen entwickelt. Diese Eigenschaft halte das soziale Zusammenleben der Menschen aufrecht. "Wenn es keine Möglichkeiten der Sanktionierung gäbe, würde in einer Gruppe kooperierender Individuen die Zusammenarbeit nachlassen, sobald sich nur wenige Individuen rein eigennützig verhalten", erklärt Riedl.


Pjotr Kala
PS: Die Frage zum Diebstahl kann man wohl nur so sehen: Ein Diebstahl kann nur dann nicht mehr bestraft werden, wenn es zu einer gleichmäßigen und gerechten Verteilung aller Güter dieses Universums käme. Das allerdings ist eine wahrscheinlich nie realisierbare Utopie.
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Die Frage zum Diebstahl kann man wohl nur so sehen: Ein Diebstahl kann nur dann nicht mehr bestraft werden, wenn es zu einer gleichmäßigen und gerechten Verteilung aller Güter dieses Universums käme. Das allerdings ist eine wahrscheinlich nie realisierbare Utopie.

Abgesehen davon, dass die erste Aussage ein Widerspruch in sich ist, weil ja der aufgrund der fiktiven absolut gerechten Güterverteilung legitime Diebstahl diese gerechte Verteilung sofort wieder aufhebte, ist an deiner Aussage interessant, dass es nun auf einmal doch - entgegen der von dir hartnäckig vertretenen Maxime der Relativität und Zeitgebundenheit aller Moral - zeitlich unbefristet gültige moralische Normen für den Menschen zu geben scheint. Du gehst jedenfalls davon aus, dass sich am grundsätzlichen Verbot des Diebstahls faktisch niemals etwas ändern kann.
Im ersten Satz habe ich etwas falsch formuliert: Richtiger wäre der Satz mit dem Beginn: Ein Diebstahl wäre nur dann weniger wahrscheinlich, wenn...


Zitat:
....ist an deiner Aussage interessant, dass es nun auf einmal doch - entgegen der von dir hartnäckig vertretenen Maxime der Relativität und Zeitgebundenheit aller Moral - zeitlich unbefristet gültige moralische Normen für den Menschen zu geben scheint.


gg, man hat gewisse Vorteile, wenn man des Lesens mächtig ist und das Gelesene auch wenigstens halbwegs im Gedächtnis behält. Ich habe schon mehrfach geschrieben, daß Wertesysteme zeitgebunden und veränderlich sind, es aber einige Wertvorstellungen gibt (Goldene Regeln) die wahrscheinlich sehr lange bestehen bleiben.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
wenn man des Lesens mächtig ist und das Gelesene auch wenigstens halbwegs im Gedächtnis behält. Ich habe schon mehrfach geschrieben, daß Wertesysteme zeitgebunden und veränderlich sind, es aber einige Wertvorstellungen gibt (Goldene Regeln) die wahrscheinlich sehr lange bestehen bleiben.

Ich habe sehr genau gelesen, was du geschrieben hast:

Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:

Ein Diebstahl kann nur dann nicht mehr bestraft werden, wenn es zu einer gleichmäßigen und gerechten Verteilung aller Güter dieses Universums käme. Das allerdings ist eine wahrscheinlich nie realisierbare Utopie.

Du hältst also ein Szenario, in dem der Diebstahl als moralische Regel zulässig wäre, für de facto unmöglich ("wahrscheinlich nie realisierbare Utopie") und anerkennst damit das Verbot des Diebstahls als zeitlich unbefristet geltende sittliche Norm, was der Maxime von der zeitgebundenen Relativität aller Moralvorschriften widerspricht.