Wissenschaft, Religion, Unfehlbarkeit


Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:

Bis dato bekannte physikalische Gesetze und Theorien brauchen zur Erklärung des Universums keinen "Gott". Sie können ihn allerdings auch nicht ausschließen, bzw ist es unmöglich die "Nichtexistenz Gottes" zu beweisen. Aber alle bekannten Fakten machen den Wahrscheinlichkeitsgrad der Existenz eines "Gottes" (und vor allen Dingen eines Gottes der Religionen) immer geringer. Wenn das bereits als Grenzübertritt zur Metaphysik gesehen wird, kann man mit Religionsanhängern gar nicht mehr diskutieren.

Das ist ein verklausukiertes "Ich glaube nur, was ich sehe."

Sagen wir so - auf Basis dieser Prämisse erübrigt sich jede weitere Glaubensdiskussion. Die Dimension des Glaubens geht über menschliches Faktenwissen hinaus.

"Glaube aber ist: Feststehen in dem, was man erhofft, Überzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht." Hebr 1,11
Zitat:
Sagen wir so - auf Basis dieser Prämisse erübrigt sich jede weitere Glaubensdiskussion. Der Dimension des Glaubens geht über menschliches Faktenwissen hinaus.


gg, ich versuche nur die Widersprüche zwischen Glauben und Wissen dar zu stellen. Rein metaphysische Diskussionen überlasse ich gerne den Religionsanhängern. Leider werden von Religionsanhängern immer wieder Fakten vernachlässigt, weil sie nicht ins Glaubens-System passen.

Und, im Gegensatz zu den Aussagen vieler Religionen, sind wissenschaftliche Sätze immer kritisierbar und können widerlegt werden.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
ich versuche nur die Widersprüche zwischen Glauben und Wissen dar zu stellen

Das mag sein, dass es diesen Widerspruch in deiner materialistischen Sicht gibt. Du tust mir nur insofern leid, als du selbst dein Leben ohne Glauben nicht leben kannst. Jeden Tag nimmst du hunderte Handlungen rein auf Basis des Glaubens an den Eintritt bestimmter Umstände vor - nimm das Aufstehen um eine bestimmte Uhrzeit oder das Kochen eines Abendessens für Freunde, die noch nicht da sind oder den Abschluss eines Kredits (darin steckt sogar "credere", lat. glauben), von dem du glaubst ihn zurückzahlen zu können. Wenn Wissen also für dich mehr und größer ist als Glauben, lebst du ein sehr ärmliches Leben.
Zitat:
Jeden Tag nimmst du hunderte Handlungen rein auf Basis des Glaubens an den Eintritt bestimmter Umstände vor - nimm das Aufstehen um eine bestimmte Uhrzeit oder das Kochen eines Abendessens für Freunde, die noch nicht da sind oder den Abschluss eines Kredits (darin steckt sogar "credere", lat. glauben), von dem du glaubst ihn zurückzahlen zu können.


gg, riesengroßer Fehler! Das ist kein metaphysischer Glaube, sondern sind mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit eintreffende Verabredungen auf die Zukunft. Dies kann bis heute keine Religion leisten. Ich kann sehr gut mit
Wahrscheinlichkeiten leben, die eintreten.

Pjotr Kala
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Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Das ist kein metaphysischer Glaube, sondern sind mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit eintreffende Verabredungen auf die Zukunft. Dies kann bis heute keine Religion leisten. Ich kann sehr gut mit
Wahrscheinlichkeiten leben, die eintreten.

Demnach dürftest du nicht heiraten, wenn die Wahrscheinlichkeit, dass die Ehe nicht hält statistisch größer ist als dass sie hält - und wissenschaftlich gesichertes Wissen betreffend die Echtheit der zugesicherten Liebe hast du obendrein nicht.
Burkl schrieb:
Zitat:
Ich würde mich für konkrete Beispiele in der Geschichte interessieren, in welchen die Kirche sich lehramtlich in Fragen der Naturwissenschaften eingemischt hat.


Hier ein weiteres Zitat:
Zitat:
Welche Kontroversen er auslösen würde, konnte Copernicus erahnen, da bereits die von ihm befreundeten Astronomen zugesandte Schrift „Commentariolus“ (um 1509) heftige Reaktionen hervorrief: Martin Luther nannte ihn 1539 in seinen „Tischreden“ einen Dummkopf, Melanchthon und Calvin sahen in ihm einen Gotteslästerer. Diese scharf ablehnenden Kommentare beschränkten sich anfangs auf die protestantischen Kirchen, später jedoch stieß das Buch auch in der römisch-katholischen Kirche zunehmend auf Ablehnung und 1616 wurde die heliozentrische Lehre für „töricht und philosophisch absurd“ und „formal häretisch“ erklärt. Deren Anhänger wurden verfolgt und nicht wenige fanden dabei den Tod. „De revolutionibus orbium coelestium“ hatte genau die Auseinandersetzungen ausgelöst, die Copernicus zu seinen Lebzeiten so lange von der Publikation seiner Forschungsergebnisse abhielten. Mit der Verurteilung seines Anhängers Galileo Galilei im Jahr 1633 kam Copernicus’ Werk auf den Index der von der römisch-katholischen Kirche verbotenen Bücher, erst 1992 sollte es zur Rehabilitierung des großens italienischen Naturwissenschaftlers kommen. Dies alles spiegelt die tiefe Verunsicherung wider, die das Werk des Copernicus auslöste. Dass die Bibelstelle „Gott begründet den Erdkreis unbeweglich…” (1. Chronik 16,30) nun nicht mehr wahr sein sollte, darüber haben Theologen und Naturwissenschaftler viele Jahrhunderte erbitterte Auseinandersetzungen geführt.

...Stand seit Copernicus die Erde nicht mehr länger im Mittelpunkt der Welt, so hat Darwin den Menschen in einen viele Hunderte Millionen Jahre währenden Entwicklungsprozess eingeordnet. Wieder wurde das über Jahrtausende überlieferte abendländische Weltbild in seinen Grundfesten erschüttert. Darwin entzauberte den Menschen als Krönung der Schöpfung und fügte ihm die nach Copernicus zweite Kränkung durch die Wissenschaft zu.

Größte Entrüstung rief im 19. Jahrhundert die von ihm postulierte enge Verwandtschaft des Menschen mit den Menschenaffen hervor. Es erschienen zahllose Karikaturen, die Darwin als Affen darstellten und seine Theorie so denunzieren wollten. Während sich die breite Öffentlichkeit mit der Akzeptanz seiner Theorie ausgesprochen schwer tat, hat sich die Darwinsche Evolutionstheorie in der Wissenschaft in wenigen Jahren durchsetzen können und die Biologie von Grund auf verändert. Schon 1865 war sie Prüfungsgegenstand an der Universität Cambridge.

Während an der Kopernikanischen Lehre von Theologenseite noch zu Copernicus’ Lebzeiten heftige Kritik geäußert wurde, entwickelte sich die theologische Kontroverse um die Darwinsche Evolutionstheorie nur langsam. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entbrannte der Streit zwischen den Anhängern der Evolutionstheorie und ihren religiös motivierten Kritikern. Vor allem in den USA mit ihrer Vielzahl von evangelikalen Freikirchen entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten eine Fundamentalopposition gegen Darwin und die modernen Naturwissenschaften.


zitiert von:[url]http://www.deutsches-museum.de/bibliothek/unsere-schaetze/naturwissenschaften/darwin-kopernikus/
Zitat:


Pjotr Kala
[/url]
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Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
sondern sind mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit eintreffende Verabredungen auf die Zukunft.

Das ist der christliche Glaube an die Auferstehung auch. Eine "Verabredung" mit Gott für die Zukunft.

Die Annahme der sehr hohen, von mir als Sicherheit empfundenen, Wahrscheinlichkeit des Eintritts meiner zukünftigen Auferstehung beruht auf dem glaubwürdigen Zeugnis des Evangeliums. Der Unterschied ist lediglich die zeitliche und räumliche Dimension, die im Falle des religiösen Glaubens überstiegen wird. Es ist durchaus vernünftig glaubwürdigen Zeugnissen zu vertrauen, selbst wenn sie mich Übersteigendes oder Unbeweisbares wiedergeben. An Unbeweisbares glaubst du, sobald du auf die Liebe anderer Menschen baust. Ob du auch an deine Vorstellungskraft übersteigendes Glaubwürdiges glauben willst, das ist deine freie Entscheidung. Wenn sich Menschen dafür entscheiden das zu tun, indem sie dem Evangelium glauben, ist das aber keinesfalls unvernünftig.
Zitat:
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Das ist kein metaphysischer Glaube, sondern sind mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit eintreffende Verabredungen auf die Zukunft. Dies kann bis heute keine Religion leisten. Ich kann sehr gut mit
Wahrscheinlichkeiten leben, die eintreten.

Burkl:
Demnach dürftest du nicht heiraten, wenn die Wahrscheinlichkeit, dass die Ehe nicht hält statistisch größer ist als dass sie hält - und wissenschaftlich gesichertes Wissen betreffend die Echtheit der zugesicherten Liebe hast du obendrein nicht.


Selbst die vollständigste ablaufende Reaktion hat nur eine Wahrscheinlichkeit von 99,9 % Periode! Um im Leben zurecht zu kommen, reichen für unterschiedliche Bereiche auch unterschiedliche Wahrscheinlichkeiten.
ZB nimmt die Wahrscheinlichkeit, daß ich den nächsten 5 Jahren sterben werde mit dem Alter zu und die Wahrscheinlichkeit, daß ich noch gesund bleibe, ab.
Für die lebenslange Haltbarkeit einer Ehe ist heute eher eine abnehmende Wahrscheinlichkeit zutreffend. Allerdings war sie auch in den vorigen Jahrhunderten nicht unbedingt gegeben, bzw wurden die Konflikte in der Ehe vorwiegend zulasten der Ehefrauen gelöst.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
später jedoch stieß das Buch auch in der römisch-katholischen Kirche zunehmend auf Ablehnung und 1616 wurde die heliozentrische Lehre für „töricht und philosophisch absurd“ und „formal häretisch“ erklärt. Deren Anhänger wurden verfolgt und nicht wenige fanden dabei den Tod

Bitte dazu um die Primärquellen. Wo sind die Aussagen des Lehramts, die Kopernikus Lehre inhaltlich wissenschaftlich angreifen? Und wo sind - abseits von Galilei, der aus verschiedenen Gründen ein Sonderfall ist - die formalen Verurteilungen der Kirche von Menschen, welche die Kopernikanische Lehre vertraten aufgrund ebendieses Umstandes?
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:

Selbst die vollständigste ablaufende Reaktion hat nur eine Wahrscheinlichkeit von 99,9 % Periode! Um im Leben zurecht zu kommen, reichen für unterschiedliche Bereiche auch unterschiedliche Wahrscheinlichkeiten.

Genau - oder um es anders zu formulieren: Um ihm Leben zurecht zu kommen benötigst du grundsätzlich Glauben und Vertrauen.