Glaubsenswahrnehmungen


Hallo,

ich habe in letzter Zeit viel darüber nachgedacht, ob wir uns unsere Wirklichkeit durch unseren Glauben selbst schaffen.

Ich habe einige Erfahrungen mit geistiger Heilung. Alle Heilungen, auch geistigen Befreiungen hatten damit zu tun, dass ich stark geglaubt habe, dass es funktioniert.

Auch im religiösen Bereich öffnen sich durch den Glauben auf einmal Welten, die man vorher nicht sehen konnte, andere Wirklichkeiten eben.
In den Baha'i Schriften ist manchmal von Welten Gottes die Rede, die ja unzählig sind. Kann es sein, dass diese Welten auch ganz einfach imaginierte Welten sind? Glaubenswelten? Wie Seifenbleisen in einer Badewanne (nach dem Modell der Multiversen?)
Demnach wäre ja alles, was man so an Übersinnlichem auf der Welt kennt, vorhanden, nur dass man durch Glauben erstmal den Blick dafür bekommen muss.

Häufig habe ich übersinnliche Dinge erlebt, weil ich mich vorher mit ihnen beschäftigt habe.

Es gibt ja Autosuggestion und Selbsthypnose, wenn man es von der psychologischen Perspektive aus betrachtet.

Aber man könnte ja auch spirituell denken:
Auf dieser Ebene würden nämlich Gebet und Magie sehr gut funktionieren.
Wenn man davon ausgehen würde, dass es etwas "Höheres", oder auch einfach verborgene Kräfte in dieser Welt gibt, könnten sie sich ja vom Glauben angezogen fühlen, oder aktiviert werden. Wie eine Quelle, die man "anzapft"...

Was denkt ihr, wie unterschiedlicher Glaubsenswahrnehmungen zu Stande kommen? Psychologie? Anziehung von Kräften durch Glauben? Erweiterung des Blickwinkels durch Schriftstudium und Glauben?
RoseGarden hat folgendes geschrieben:
ich habe in letzter Zeit viel darüber nachgedacht, ob wir uns unsere Wirklichkeit durch unseren Glauben selbst schaffen.
"Die Gedanken sind gleich der Tat" - ist ja alles Energie, oder?
Und es gibt dieses schöne östliche Sprichwort: "Verändere dich selbst - und du veränderst die Welt" - wir sind in ständigem Austausch mit unserer Umwelt. Ok, so einfach wird es nicht ganz gehen, denn die Welt, in der wir leben, haben wir ja durch Gruppendenken geformt. Und diese Formen grundsätzlich verändern braucht auch eine ähnliche Energie als diejenige die sie erschaffen hat.
Zitat:
In den Baha'i Schriften ist manchmal von Welten Gottes die Rede, die ja unzählig sind. Kann es sein, dass diese Welten auch ganz einfach imaginierte Welten sind? Glaubenswelten? Wie Seifenbleisen in einer Badewanne (nach dem Modell der Multiversen?)
"imaginierte Welten" Gottes? Nö - unsere Physik ist schon auf dem Standpunkt, dass es unzählige Parallelwelten geben muss
http://www.zeit.de/2011/02/Wissen-Prognosen/seite-2
Und Cern ist ja nicht irgendein kleines Labor oder?
Zitat:
Wenn man davon ausgehen würde, dass es etwas "Höheres", oder auch einfach verborgene Kräfte in dieser Welt gibt, könnten sie sich ja vom Glauben angezogen fühlen, oder aktiviert werden. Wie eine Quelle, die man "anzapft"...
Wir ziehen nicht nur Menschen an, die ähnlich denken - das Prinzip ist das Gleiche: "Gleich und Gleich gesellt sich gern" - wir haben eine wunderbare Bildersprache, oder?
Zitat:
Was denkt ihr, wie unterschiedlicher Glaubsenswahrnehmungen zu Stande kommen?
Nun, sieh dich wie eine Radiostation, die sowohl senden als auch empfangen kann. Du wirst immer das empfangen können, was du sendest, denn es ist die gleiche Frequenz, oder? Und eine andere Person wird was anderes "empfangen" - s'gibt ja viele Frequenzen, und je nach Lust und Laune...
Spirituelle sagen: Was wir fokussieren wird immer größer. Und du erlebst, dass du dich auf etwas ausrichtest - und du eine "Antwort" erhältst, die gleichgerichtet ist. Das Sprichwort sagt ja ebenfalls: "Wie du in den Wald hineinrufst..."

Angelehnt an dies könnte man sagen: wenn es dir schlecht geht solltest du deine Perspektive wechseln ...
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Ich Bin was ich wähle zu sein
Hallo,

Eranos hat folgendes geschrieben:
"imaginierte Welten" Gottes? Nö - unsere Physik ist schon auf dem Standpunkt, dass es unzählige Parallelwelten geben muss
http://www.zeit.de/2011/02/Wissen-Prognosen/seite-2
Und Cern ist ja nicht irgendein kleines Labor oder?


Ja klar ich meinte nicht, dass es NUR imaginierte Welten gibt, sondern es auch eine Interpretation dieses Baha'i Zitats sein kann, dass es sich um reale, sowohl als auch imaginierte Welten handelt.

Was die Physik beweisen kann, steht für mich außer Frage, ich bin absolut "wissenschaftstreu"

Meine Frage ist, wie sich Wirklichkeit im Kopf konstruiert.

Eranos hat folgendes geschrieben:
Nun, sieh dich wie eine Radiostation, die sowohl senden als auch empfangen kann. Du wirst immer das empfangen können, was du sendest, denn es ist die gleiche Frequenz, oder? Und eine andere Person wird was anderes "empfangen" - s'gibt ja viele Frequenzen, und je nach Lust und Laune...
Spirituelle sagen: Was wir fokussieren wird immer größer. Und du erlebst, dass du dich auf etwas ausrichtest - und du eine "Antwort" erhältst, die gleichgerichtet ist. Das Sprichwort sagt ja ebenfalls: "Wie du in den Wald hineinrufst..."

Danke Eranos für diese schöne Beschreibung. Genauso habe ich es spirituell immer empfunden. Da drunter würde eben auch der Inhalt des populären Buches "The Secret" fallen. Da geht es darum, dass man alles anziehen kann, was man sich wünscht. Viele Religionen und Philosophien lehren dieses Prinzip ja auch.
Ich bin keine Wicca-Anhängerin, habe mich allerdings mal damit eingehend beschäftigt. Die sogenannten "Hexen, Magiert" u.s.w. glauben ja, dass alles was man aussendet sogar 3x zurückkehrt. Wenn man in dieser Erwartung lebt, wird dies wahrscheinlich auch Wirklichkeit.

Wenn man also glaubt, dass alles in Fülle vorhanden ist, konstruiert man sich diese Realität zuerst im Kopf und sie wird dann, in dem Maße wie man glaubt auch womöglich Wirklichkeit und man kann vieles "erhalten", weil es ja "eh da ist". Wie es im NT heißt "Dein Glaube hat dir geholfen", oder "Der Glaube kann Berge versetzen". Eben geistige Berge, innere Blockaden. Wenn man sich "Mangel" im Kopf konstuiert und denkt, man hätte immer Pech, wäre das auch eine selbst erfüllende Prophezeiung. Viele Menschen denken sehr negativ, was auch begründen könnte, warum ihnen viel Schlechtes passiert...Murphys Gesetz?

Liebe Grüße
Rosegarden hat folgendes geschrieben:
Wenn man also glaubt, dass alles in Fülle vorhanden ist, konstruiert man sich diese Realität zuerst im Kopf und sie wird dann, in dem Maße wie man glaubt auch womöglich Wirklichkeit und man kann vieles "erhalten", weil es ja "eh da ist".

Sofern man diesen Satz auf die Fülle des inneren Lebens bezieht, würde ich ihn bestätigen. Meint man damit aber auch die materielle Fülle im Sinne von Reichtum an Geld und Gütern halte ich es für eine schädlichen Irrtum. Das sind die Prediger eines "Wohlstandsevangeliums", wie sie in den USA im evangelikalen Bereich häufig zu finden sind. Die dann behaupten ein echtes christliches Leben führe zu Geld und Ansehen.
Rose Garden, Eranos, es ist schon etwas dran von dem was Ihr schreibt.

Alles was in dieser Schöpfung geschieht, geschieht nach festen, selbsttätigen Gesetzen.

Ihr habt das Gesetz von der Anziehung der gleichen Art angesprochen. Ja, unser Glaube beeinflusst das Geschehen, meistens jedoch kaum wahrnehmbar.
Und so sprechen wir auch von der "selbst erfüllenden Prophezeihung" und dem "Gleich und Gleich gesellt sich gern".

Es gibt aber auch den Spruch: "Gegensätze ziehen sich an", der oft als Gegenbeweis herhalten muss. Dieser Satz ist aber kein Widerspruch sondern stimmt a u c h, denn er bezieht sich auf ergänzende Systeme.

Z.B. Magnete: Nordpol-Südpol; Männlich-weiblich; etc.

Es gibt auch Menschen die in ihre "eigene Welt" abtauchen.
Rowanny hat folgendes geschrieben:
Es gibt auch Menschen die in ihre "eigene Welt" abtauchen.
Könnte Realität nicht auch bedeuten, dass jeder in seiner eigenen Welt lebt? Selbst wenn zwei Leute die gleiche Religion haben, kann ja immer nch seine eigene Realität im Kopf haben.
RoseGarden hat folgendes geschrieben:
Ja klar ich meinte nicht, dass es NUR imaginierte Welten gibt, sondern es auch eine Interpretation dieses Baha'i Zitats sein kann, dass es sich um reale, sowohl als auch imaginierte Welten handelt.
Meine Frage ist, wie sich Wirklichkeit im Kopf konstruiert.
Nun, alles ist Energie (auch Materie) und hat die Tendenz, sich zu verwirklichen, wenn genug Energie dafür vorhanden ist. Und die Reihenfolge kann auch klar sein, wenn wir den Bibelanfang interpretieren: zuerst kommt der Impuls (du sagst "Wirklichkeit im Kopf") mit "Es werde!" - und danach die Manifestation - es wurde...
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Ich Bin was ich wähle zu sein
Burkl hat folgendes geschrieben:
Rosegarden hat folgendes geschrieben:
Wenn man also glaubt, dass alles in Fülle vorhanden ist, konstruiert man sich diese Realität zuerst im Kopf und sie wird dann, in dem Maße wie man glaubt auch womöglich Wirklichkeit und man kann vieles "erhalten", weil es ja "eh da ist".
Sofern man diesen Satz auf die Fülle des inneren Lebens bezieht, würde ich ihn bestätigen. Meint man damit aber auch die materielle Fülle im Sinne von Reichtum an Geld und Gütern halte ich es für eine schädlichen Irrtum. Das sind die Prediger eines "Wohlstandsevangeliums", wie sie in den USA im evangelikalen Bereich häufig zu finden sind. Die dann behaupten ein echtes christliches Leben führe zu Geld und Ansehen.
Ach ne - und was ist mit dem Reichtum der Kirche - der reichsten Organisation der Welt?
Burkl, das war ein Eigentor - nicht ganz geschickt... Wenn du zumindest Protestant wärest könnte ich ein Auge zudrücken...

Natürlich sind wir nicht auf der Erde, um zu darben - das war nur eine Folge der Ausbeutung, zu der die Kirche einen erheblichen Teil beigetragen hat. Es ist ja genug da - wenn die Milliardäre die Menschen nicht übervorteilt hätten könnte jeder Mensch in der materiellen Fülle leben.
Denkst du noch immer mittelalterlich? Die Pieta ist nicht mehr zeitgemäß!
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Rowanny hat folgendes geschrieben:
Alles was in dieser Schöpfung geschieht, geschieht nach festen, selbsttätigen Gesetzen.
Klar doch - das Johannesevangelium bringt es auf den Punkt:
"En archae en ho logos" - "Am Anfang war das geistige Gesetz".
Ok, Luther hat "nach seiner Facon" - also für seine Mitbürger - eine vereinfachte Form für "logos" gefunden - das "Wort". Aber dies ist nur ein Abglanz von dem, was dieser Satz sagen will. Man könnte auch sagen, aus heutiger Sicht: eine Verfälschung. Denn Gott "spricht" nicht Wörter - dafür braucht man einen Mund, und Gott ist Geist -, die Schöpfung kreiert sich durch Impulse, dieses "Es werde" ...
Zuerst wurden die "ehernen" Gesetze des Himmels geschaffen, und nach diesen richtet sich alles, was erschaffen wurde.
So bleibt alles in einer relativen Ordnung, und jede Galaxie an ihrem Platz...
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RoseGarden hat folgendes geschrieben:
Rowanny hat folgendes geschrieben:
Es gibt auch Menschen die in ihre "eigene Welt" abtauchen.
Könnte Realität nicht auch bedeuten, dass jeder in seiner eigenen Welt lebt? Selbst wenn zwei Leute die gleiche Religion haben, kann ja immer nch seine eigene Realität im Kopf haben.
Das kann man auch aus dieser Perspektive sehen - durch individuelle Erfahrungen haben wir eine eigene Wahrnehmung der Realität. Aber das, was auf der Erde ist hat die Menschheit mit einer kollektiven Energie geschaffen - also eine Platform, auf der die Interaktionen stattfinden können.
Sonst könnten wir nicht die Erfahrungen machen, derentwillen wir her gekommen sind.
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