Diskussion zu 'Ein Thema - Viele Religionen'


Schmied hat folgendes geschrieben:
Tobias hat folgendes geschrieben:
Schmied hat folgendes geschrieben:
Und du kannst nichts verstehen, weil du nicht glaubst. Zuerst kommt der Glaube, dann das Verständnis. Der Prophet Jesaja appelliert mit seiner Aussage an dich: „Wenn ihr nicht glaubt, so werdet ihr auch nicht verstehen“ (Jes. VII, 9).


[...]

Darf man fragen welche Übersetzung der Bibel du hier verwendet hast? [...]


Nach der Septuaginta .


Die Septuaginta ist eine Übersetzung des 'Alten Testaments' ins Altgriechische. Du hast hier aber Text auf Deutsch gepostet. Bleibt also die Frage nach der Übersetzung.
Schmied hat folgendes geschrieben:
Sören hat folgendes geschrieben:
Schmied hat folgendes geschrieben:
Tobias hat folgendes geschrieben:
Schmied hat folgendes geschrieben:
Und du kannst nichts verstehen, weil du nicht glaubst. Zuerst kommt der Glaube, dann das Verständnis. Der Prophet Jesaja appelliert mit seiner Aussage an dich: „Wenn ihr nicht glaubt, so werdet ihr auch nicht verstehen“ (Jes. VII, 9).


[...]

Darf man fragen welche Übersetzung der Bibel du hier verwendet hast? [...]


Nach der Septuaginta .


Korrigier' mich, wenn ich mich irre, aber ist die Septuaginta nicht eine Übersertzung des Alten Testaments ins Griechische? Das hier sieht mir hingegen ziemlich deutsch aus.


Richtig. Und mein Zitat ist die Übersetzung auf Deutsch.


Und welche Übersetzung?

Aber davon abgesehen dürfte auch in der Septuaginta der Kontext nicht groß sinnvoller hinsichtlich deines Gebrauchs des Zitates sein.
"Nur wer zu genau derselben Erleuchtung kommt wie Buddha und deren Konsequenzen zu 100% verinnerlicht, kann verlöschen."


Was ist mit verlöschen gemeint?

Das Gleiche wie in der Offenbarung: "...werden ausgelöscht aus dem Buche des Lebens" ?
Rowanny hat folgendes geschrieben:
"Nur wer zu genau derselben Erleuchtung kommt wie Buddha und deren Konsequenzen zu 100% verinnerlicht, kann verlöschen."


Was ist mit verlöschen gemeint?

Das Gleiche wie in der Offenbarung: "...werden ausgelöscht aus dem Buche des Lebens" ?


Nein, mit "Verlöschen" ist gemeint, dass man aus dem Kreislauf der Wiedergeburten, dem Samsara, befreit wird. In diesem Fall hebt sich das Karma selbst auf.

Anders als im Christentum, wo das Neue Leben in der Auferstehung als Erfüllung betrachtet wird und das Leben als Solches hohes Ansehen genießt, heißt Leben im Buddhismus in erster Linie Leid. Die Befreiung aus dem Leid ist daher oberstes Ziel. Eine Nichtexistenz ist die Erfüllung dessen. Man will aufhören, zu existieren.
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"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523
Sören hat folgendes geschrieben:
Long Road hat folgendes geschrieben:
Kein Monotheist kann das so sehen, weil du damit die oberste Instanz Gottes negieren würdest.


Wenn ich auf die heiße Herdplatte fassen will, meine Mutter mir die Konsequenzen dieser Handlung aufzeigt und ich mich dann anschließend verbrenne, so wie sie es mir erklärt hat, warum sollte das die Entscheidungsfreiheit meiner Mutter einschränken, mich danach nicht auch noch zusätzlich zu verprügeln?


Ich verstehe deine Antwort nicht. Deine Mutter ist keine oberste Instanz in dem Fall. Sie hat weder die physikalischen/chemischen Vorgänge geschaffen, die die Herdplatte heiß werden lassen, noch hat sie darauf Einfluss dass du Schmerzen empfindest. Das passiert alles nicht weil sie es will oder es so gemacht hat.

Zitat:
Die Frage ist doch, ob Gott darauf überhaupt Einfluss nehmen will.


Ja das ist ja das Dilemma. Ein Gott der nicht darauf Einfluss nehmen will ob z.B. unschuldige Kinder sterben (obwohl er könnte) ist mMn auch nicht sympathischer als einer der aktiv Kinder mordet.

Zitat:
Im ersten Fall hätte ich keine eigene Erfahrung gemacht


Im trivialen Fall einer Brandblase kann man ja argumentieren, dass man aus den Erfahrungen ja etwas lernt. In vielen drastischen Fällen mMn nicht.

Zitat:
im zweiten Fall wäre das Willkür.


Wieso ist "Wenn du jenes machst, dann bekommst du jene Strafe!" Willkür?

Zitat:
Du hast ein ziemlich enges Bild von Religiosität, oder??


Wenn du meinst.

Zitat:
Wir leben nicht im Mittelalter, die Religionen tun das (großteils) auch nicht.


Tun was nicht? Diskutiere mal mit Moslems, Christen oder auch Baha'i ob Gott allmächtig ist wobei du die Position vertrittst, dass Gesetze über Gott stehen, und warte wie schnell du als Häretiker bezeichnet wirst.

Zitat:
Natürlich gibt es genug Menschen, die einen strafenden Gott kennengelernt haben. Sicherlich gehört eine gewisse Stringenz zu einem konsistenten Gottesbild dazu, aber mein Gottesbild zeichnet keinen Tyrannen.


Ein gerechter Gott, der Gutes belohnt und Böses bestraft ist ja deswegen kein Tyrann.

Zitat:
Davon abgesehen gibt es nur eine Möglichkeit, bei den Bahá'í ordnungsgemäß als "Häretiker" rauszufliegen, und zwar, wenn man die Gemeindeordnung nicht akzeptiert und diese aktiv unterminiert. Über unterschiedliche Gottesbilder wird und kann das aber nicht passieren.


Das heißt was? Man darf sich öffentlich nicht regelmäßig betrinken (oder keine Ahnung was in der Gemeindsordnung steht) aber es ist okay wenn man öffentlich sagt, dass Gott auch nur einen beschränkten Handlungsspielraum hat und er halt auch nicht alles kann?

Zitat:
Das göttliche Gericht ist in erster Linie eine Metapher, die verdeutlichen soll, dass der Mensch sich selbst gegenübersteht und den Taten in seinem Leben.


Das heißt göttliches Gericht heißt für dich, dass Hitler vor sich selbst Rechenschaft ablegen muss und sich selbst belohnen/bestrafen darf? Und Gott hat da nichts mitzureden?

Zitat:
Nach dem Tod gibt es keine Orte, an denen man stehen kann, sondern gefühlte und relative Gottnähe oder Gottferne. Wie ich mir das vorzustellen habe, darüber kann ich nur spekulieren, ich glaube aber, dass es eher etwas mit geistiger Fassungskraft zu tun hat, als mit kleinlichem Aufrechnen von guten gegen böse Taten. Letztendlich bist du allein für dein Leben und dein Schicksal danach verantwortlich.


Wenn ich einen Verkehrsunfall baue bin auch ich dafür verantwortlich, es bestraft mich aber ein Gericht. Ich habe das Gefühl, dass du diesen "Gott als Richter" irgendwie umschiffst und ich glaube wie gesagt nicht, dass ich mir nach Baha'i Lehre mein Leben nach dem Tod selbst aussuchen darf.

Zitat:
Nein, eben nicht. Die Bahá'í unterscheiden ihre Gesetze in allgemeingültige ethische und gesellschaftsbezogene Gesetze, deren erstere zeitlos gültig sind und natürlich auch für alle Menschen das mindestmaß an gesellschaftlichem Zusammenleben absichern sollten (siehe Zehn Gebote), der Rest ist aber zeitgebunden und wird eines Tages durch ein neues Gesetz ersetzt werden.


Ich schrieb ja nicht "ewig", sondern "richtig und allgemeingültig". Dass irgendwann mal in 850 Jahren ein neues, aktuelleres Gesetz kommt laut Baha'i Lehre ist klar.

Zitat:
Es wird natürlich als sinnvoll und wünschenswert betrachtet, sich nach den Gesetzen Bahá'u'lláhs zu richten, weil sie schlichtweg die aktuellsten sind und auf Fragen, die für die heutige Menschheit wesentlich sind, Bezug nehmen, aber sie sind nicht wesensmäßig besser als irgendein anderes religiöses Gesetz.


Das kann ich nicht glauben, weil das sehr relativistisch ist. Dann würden ja zB die Gesetze der Pastafaris auch dazu gehören. Oder Gesetze von Religionen die Menschenopfer kennen.

Zitat:
Tatsächlich glauben die Bahá'í im Gegenteil vielmehr, dass viel gewonnen wäre, wenn die Gläubigen aller Religionen sich ernsthaft an ihre je eigenen Gebote halten würden.


Was wäre gewonnen, wenn z.B. Juden wieder mehr Steinigen würden? Ich denke genau umgekehrt, dass viel gewonnen wäre, wenn sich viele nicht so ernsthaft an ihre eigenen Gebote halten würden.

Zitat:
Du verwechselst da die Evangelikalen mit den Bahá'í. Dem Halten der Gebote Bahá'u'lláhs geht ein Prozess voraus, den wir "selbstständige Suche nach Wahrheit" nennen. Wer für sich selbst herausgefunden hat, dass Bahá'u'lláh der aktuelle Gottesoffenbarer sein muss, der ist verpflichtet, auch danach zu handeln. Alle anderen Menschen aber sind nicht an die Gebote gebunden. Bahá'u'lláh fordert keinen blinden, sondern im Gegenteil einen reflektierten Glauben (ich weiß, da hapert es noch...), der sich seiner Selbst bewusst ist. Erkenne ich für mich den Sinn und die Verbindlichkeit eines Gebotes, ergibt sich daraus automatisch die moralische Verpflichtung, es auch zu befolgen. Erkenne ich diesen Sinn und diese Verbindlichkeit nicht, habe ich meine einzige allgemeinverbindliche religiöse Verpflichtung, nach der Wahrheit zu suchen, trotzdem erfüllt. Deshalb sind Bahá'í-Gebote nur für Bahá'í verbindlich. Außerdem wäre es ungerecht und damit nicht dem Wesen Gottes gemäß, einen Menschen, der noch nie etwas von Bahá'u'lláh gehört hat, dafür zu bestrafen, dass er die Gebote nicht befolgt hat.

'Abdu'l-Bahá bestätigt sogar, dass auch die guten Absichten eines Atheisten angerechnet und die fehlende Anerkennung des Propheten (egal welches konkreten) durch Gnade aufgewogen werden.


Sorry, das verstehe ich überhaupt nicht. Ich verstehe zwar was du schreibst, aber ich kann es mir nicht vorstellen. Nehmen wir die Sache mit dem Alkohol her: Wenn ich Alkohol trinke und Bahaullah nicht als aktuellen Gottesoffenbarer anerkenne, dann ist es auch nicht schlecht und hat keine Konsequenzen für das Leben nach dem Tod? Gleiches gilt für Raub und Mord? Das sind alles nur "böse" Dinge wenn man sie als "böse" für sich erkennt?

Zitat:
Doch, genau darum geht es. Denn dieses allgemeinverbindliche Gericht Gottes, das du dir vorstellst, das jeden Menschen nach Bahá'í-Maßstäben richtet, gibt es schlicht und ergreifend nicht. Weder in dieser Welt noch in der nächsten.


Wie gesagt: Ich kann mir das nicht vorstellen.

Zitat:
Ich glaube, dass du derjenige mit dem strafenden Gott im Kopf bist. Ich erkenne leider wenig Verständnis dafür, dass es möglich sein könnte, sich einen weniger tyrannischen Hausherren vorzustellen. Bei dir klingt das, als wenn ich von Gottes Inkassobüro einen bösen Brief geschickt bekomme und nun um Gnade betteln müsste. Es ist doch in erster Linie mein Problem, ob ich mit 'nem Kater aufwache, und nicht Gottes. Ich will schließlich was von ihm.


Ich bin nicht derjenige mit dem strafenden Gott im Kopf. Dass Gott "Gutes" belohnt und "Böses" bestraft habe ich mir nicht ausgedacht, das ist Mainstreammeinung im Judentum, Christentum und dem Islam. Auch wenn du das vielleicht anders siehst, aber stelle das jetzt nicht so hin als würde ich mir etwas ausdenken, das sich nicht wie ein roter Faden durch mehrere tausend Jahre Monotheismus durchzieht.

Zum ursprünglichen Thema:

Von der Aussage, dass der Buddhismus eine genauso legalistische wie z.B. der Islam ist, sind wir jetzt schon ganz abgekommen. Davon abgesehen, dass du die Baha'i Religion auch als weniger legalistische Religion und Gottes Position als Richter relativierst.

Zitat:
heißt Leben im Buddhismus in erster Linie Leid.


Das klingt so pessimistisch und lebensfeindlich.
Sören hat folgendes geschrieben:
Rowanny hat folgendes geschrieben:
"Nur wer zu genau derselben Erleuchtung kommt wie Buddha und deren Konsequenzen zu 100% verinnerlicht, kann verlöschen."


Was ist mit verlöschen gemeint?

Das Gleiche wie in der Offenbarung: "...werden ausgelöscht aus dem Buche des Lebens" ?


Nein, mit "Verlöschen" ist gemeint, dass man aus dem Kreislauf der Wiedergeburten, dem Samsara, befreit wird. In diesem Fall hebt sich das Karma selbst auf.

Anders als im Christentum, wo das Neue Leben in der Auferstehung als Erfüllung betrachtet wird und das Leben als Solches hohes Ansehen genießt, heißt Leben im Buddhismus in erster Linie Leid. Die Befreiung aus dem Leid ist daher oberstes Ziel. Eine Nichtexistenz ist die Erfüllung dessen. Man will aufhören, zu existieren.


Lieber Sören!

Buddha geht es in erster Linie um das Ablegen der Wünsche, weil diese die Ursache für das Leid sind. Das Problem, das die Buddhisten haben, ist, dass sie vorwiegend Buddhas Weg gehen wollen und nicht nach Selbstverwirklichung oder Erleuchtung streben. Jetzt leiden sie schon aufgrund dieser Tatsache.

Alles Liebe

Erich
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Es leitet mich die reine Liebe, die frei von Ego und frei von Konditionierungen ist!