Diskussion zu 'Ein Thema - Viele Religionen'


@Pjotr Kala

Das Textgut des Johannesevangeliums ist gegen solche krausen Theorien sehr resistent.

Der Evangelist, der sehr wahrscheinlich der Apostel Johannes selbst ist, der unter dem Kreuz stand, erinnert sich noch Jahrzehnte später an konkrete Details, wie z.B. die Tageszeit, als er Jesus zum ersten Mal traf.

"Als Jesus vorüberging, richtete Johannes seinen Blick auf ihn und sagte: Seht, das Lamm Gottes! Die beiden Jünger hörten, was er sagte, und folgten Jesus.
Jesus aber wandte sich um, und als er sah, dass sie ihm folgten, fragte er sie: Was wollt ihr? Sie sagten zu ihm: Rabbi - das heißt übersetzt: Meister , wo wohnst du?
Er antwortete: Kommt und seht! Da gingen sie mit und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm; es war um die zehnte Stunde." Joh 1,36-39
Hallo Burkl,

gg, du willst die Authenzität eines Textes mit Stellen aus dem gleichen Text beweisen?
Das kannst selbst du nicht ernst meinen.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Hallo Burkl,

gg, du willst die Authenzität eines Textes mit Stellen aus dem gleichen Text beweisen?
Das kannst selbst du nicht ernst meinen.

Pjotr Kala

Dass nicht - aber die Theorie wiederlegen, das Johannesevangelium sei sozusagen eine "aufgesetzte" Agenda einer bestimmten christlichen Strömung. Wer würde bei so einem "synthetischen" Jesus, derartig viele Details in die Schilderung konkreter Ereignisse einweben, die typisch für unmittelbare persönliche Zeugenaussagen sind?

Die Theorie, dass die Kirche die Beichte aus Gründen des Machterhalts in das Johannesevangelium hineingeschrieben habe kann ja wohl mit einer (sehr zweifelhaften) Datierung desselben um 200 nach Christus auch nicht zusammengehen: Vor der Konstantinischen Wende hatte die Kirche nämlich gar keine weltliche Macht, die sie erhalten konnte.
Hallo Burkl,

gg, die Schwierigkeiten in den Gemeinden sind ja nun genügend von Paulus beschrieben worden. Du glaubst doch wohl nicht im Ernst, daß es da nur um Glaubensfragen gegangen ist. In Gemeinschaften bilden sich immer Strukturen, die miteinander, aber auch gegeneinander arbeiten und die letztlich einen Führungsanspruch erheben. Ich weiß nicht, ab wann die erste Ohrenbeichte belegt ist, auf jeden Fall wird sie genau mit dem Satz begründet:"Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert." Joh 20, 21-23
Und sie ist ein sehr potentes Machtmittel.

Pjotr Kala
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Als ex-unierter Evangele darf ich wohl zwischendurch bemerken, dass die Beichte, also die Bitte an Gott, erkannte Sünden zu vergeben, einzig und allein eine Sache zwischen dem Bittenden und Gott ist. Dazwischen hat sich kein Priester oder sonstiger Geistlicher zu klemmen, auch wenn euch das die katholisch-paulinische Häresie immer wieder anzudrehen versucht. Deswegen werdet ihr in einer evangelischen Kirche einen "Beichtstuhl" vergeblich suchen.
Rentner hat folgendes geschrieben:
Als ex-unierter Evangele darf ich wohl zwischendurch bemerken, dass die Beichte, also die Bitte an Gott, erkannte Sünden zu vergeben, einzig und allein eine Sache zwischen dem Bittenden und Gott ist. Dazwischen hat sich kein Priester oder sonstiger Geistlicher zu klemmen, auch wenn euch das die katholisch-paulinische Häresie immer wieder anzudrehen versucht. Deswegen werdet ihr in einer evangelischen Kirche einen "Beichtstuhl" vergeblich suchen.

Luther hat teilweise mehrmals pro Woche gebeichtet.

Und die Einsetzung der Beichte ergibt sich aus dem Johannesevangelium.
In einer evangelischen Kirche finden sich keine Beichtstühle.
Was du aus dem Johannesevangelium glaubst herausinterpretieren zu können oder zu dürfen, ist irrelevant.
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
[...] Ich weiß nicht, ab wann die erste Ohrenbeichte belegt ist [...]


Im Evangelium, beim Johannes den Täufer. Johannes der Täufer predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden und zu ihm kam das ganze jüdische Land und die Bewohner Jerusalems und sie „beichteten ihre Sünden“ (Mark. I, 4-5).
Ach Herr Schmied,

gg, wenn du das wirklich wörtlich nimmst, dann mußt du a) definieren was "ganze jüdische Land" ist und b) wie Johannes die Ohrenbeichte von x-tausend Menschen abgenommen hat.

Ich bin gespannt auf deine Begründung.

Pjotr Kala
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Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Ach Herr Schmied,

gg, wenn du das wirklich wörtlich nimmst, dann mußt du a) definieren was "ganze jüdische Land" ist und b) wie Johannes die Ohrenbeichte von x-tausend Menschen abgenommen hat.

Ich bin gespannt auf deine Begründung.

Pjotr Kala


Also, für mich klingt das ganz plausibel.