Austausch über Worte Gottes


Burkl hat folgendes geschrieben:
Lass dich nicht verwirren. Sobald man die gesunde Lehre der Kirche verlässt wird Alles verwirrend und kompliziert. Das Evangelium ist zur Gänze wahr und einfach.


Hätten immer alle einfach den Mund gehalten und bloß nicht kritisch nachgedacht würde heute wohl weit weniger Menschen das Evangelium lesen. Daran hatte deine Kirche mit ihrer 'gesunden Lehre' nämlich wenig Interesse.

Derweil gehört eine halbwegs kritische Betrachtung des Textes der Bibel im deutschsprachigen Raum auch zur Ausbildung selbst fast aller katholischen Theologen. Freilich ächzt da so mancher, da dies natürlich für den naiven Glauben eine Herausforderung darstellt.

Ein glaube der aber keiner kritischer Betrachtung standhält ist aber nichts als ein Aberglaube. Ebenso kann man dann auch an magische Praktiken, Astrologie und die Mythen von Herr der Ringe oder Star Wars glauben. Es macht dann keinen Unterschied, da es ja nur darum geht, dass man den Sprung in den hermeneutischen Zirkel ja getan hat und es halt toll findet.
Hallo Burkl:
Zitat!
Aber ich komme wieder zur Mutter - manchmal Braucht das Kind auch einen Stupser, damit die ersten selbstständigen
Schritte kommen. Und - eine Mutter hat viel Geduld und weiß stets was
das beste für das Kind ist - sie kann warten, sie gibt kein Kind auf.
Ich weiß zwar nicht, was du alles von einer Mutter erwartest, aber es ist auch
ihre Aufgabe ihr Kind los zu lassen, damit es den eigenen Weg gehen kann.
Kinder sind nun mal keine Besitztümer. Dazu kommt noch, dass die Beziehung einer Mutter zum Kleinkind, das die Ersten Schritte geht eine ganz andere ist als zu
Freunden.
Ein respektvolles umgehen mit Freunden oder auch erwachsenen Kindern schließt eine Bevormundung aus.
So kann ich durchaus mein Erfolgserlebnis oder meine Überzeugung
mitteilen, aber nicht aufdrängen.
Liebe Grüße!
Monaliesa
Monaliesa hat folgendes geschrieben:
Ein respektvolles umgehen mit Freunden oder auch erwachsenen Kindern schließt eine Bevormundung aus.
So kann ich durchaus mein Erfolgserlebnis oder meine Überzeugung
mitteilen, aber nicht aufdrängen.

Das sehe ich auch so.
Allerdings gibt es auch so etwas wie "heiligen Zwang". Würdest du z.B. sofort aufgeben und dich zurückziehen, wenn eine Freundin auf dem Weg ist, sich durch Alkohol zugrunde zu richten?
Also - wenn ich einen körperlichen Selbstmord eines Freundes nicht ohne Weiteres hinnehme, dann darf ich das bei einem seelischen Selbstmord umso mehr nicht tun. Denn da geht es um mehr, nämlich um die Ewigkeit.

Monaliesa hat folgendes geschrieben:
Ich weiß zwar nicht, was du alles von einer Mutter erwartest, aber es ist auch
ihre Aufgabe ihr Kind los zu lassen, damit es den eigenen Weg gehen kann.

Im Grunde ist es Aufgabe der Mutter das Kind umfassend zum Leben zu befähigen, also den Weg zu bereiten, der es zum Glück und zu gelingendem Leben führt. Insofern stellen Mütter die Lebensgrundlage für die Kinder in umfassenderem Sinne bereit, als das Väter tun. Diese Wahrheit drückt sich schon biologisch aus - das Kind braucht bis es abgestillt ist lebensnotwendig die Mutter, nicht aber den Vater. Aber auch wenn es abgestillt ist, wird die Mutterschaft der Mutter nicht untergehen - in gewisser Weise ist sie immer da und bleibt wichtig.

Die Kirche ist insofern Mutter, als sie auf der geistigen Ebene die Mutterschaft ausübt. Sie hegt und nährt die Gläubigen, damit sie stark genug sind, das Leben Jesu zu leben. Das ist ihre mütterliche Aufgabe - Menschen zu Jesus zu führen und sie zu stärken, damit sie diesen Weg gehen können. Das Vorbild dafür ist Maria, die Mutter Gottes. Ihre ganze Existenz ist auf Jesus hin ausgerichtet. Die Substanz ihres ganzen Lebens, alles was sie ist, kann mit einem einzigen Satz ausgedrückt werden: "Was er euch sagt, das tut! " (Joh 2,5)
Das zu tun, was Jesus will, das muss dann die freie und selbst verantwortete Entscheidung des Einzelnen sein. Ihr oder ihm das Rüstzeug dafür zu geben, diese Entscheidung treffen zu können, das ist Aufgabe der Mutter Kirche.
Es gibt manche, die würden die Römisch-Katholische Institution eher als böse Stiefmutter bezeichnen als Mutter.
Schmied hat folgendes geschrieben:
Es gibt manche, die würden die Römisch-Katholische Institution eher als böse Stiefmutter bezeichnen als Mutter.

Ich glaube es sind sogar recht Viele, die dass so sehen. Aber das habe ich an anderer Stelle schon erwähnt - wer überall beliebt sein will, der darf nicht Christ sein, noch weniger Katholik.
Burkl hat folgendes geschrieben:
Schmied hat folgendes geschrieben:
Es gibt manche, die würden die Römisch-Katholische Institution eher als böse Stiefmutter bezeichnen als Mutter.

Ich glaube es sind sogar recht Viele, die dass so sehen. Aber das habe ich an anderer Stelle schon erwähnt - wer überall beliebt sein will, der darf nicht Christ sein, noch weniger Katholik.


Siehst du ihre Annahme nicht zumindest teils gerechtfertigt? Z.B. die Inquisition: Siehst du das als einen mütterlichen Akt gegenüber ihren Gläubigen?

Wo auf der Welt hassen die Menschen ihre eigene, mit in die Wiege gelegte, Religion, wie im Westen die Menschen den Römisch-Katholischen Glauben? Ich habe das nirgends wo anders auf der Welt gesehen. Worin liegt das begründet?

Wenn man die Menschen hier im Westen auf das Christentum anspricht, reagieren sie vollkommen verbittert, wobei sie dabei den Römisch-Katholischen Glauben im Hinterkopf haben. Da ist eine regelrechte Abneigung zu sehen und zu spüren. Ähnliches siehst du auch hier im Forum. Das ist die Religion ihrer Väter. Warum ist das so? Du meinst, alle bilden sich da etwas ein, die Kritik sei ungerechtfertigt und sie hassen den Römisch-Katholischen Glauben, weil er deiner Meinung nach, gerade so christlich sei?

Wieso entstand allgemein der Protestantismus im Westen?
Schmied hat folgendes geschrieben:
Siehst du ihre Annahme nicht zumindest teils gerechtfertigt? Z.B. die Inquisition: Siehst du das als einen mütterlichen Akt gegenüber ihren Gläubigen?

Man muss das schon weiter sehen. Die Kirche hat versucht auf diese Art Irrlehren zu bekämpfen. Es war kein geeignetes Mittel - und es ist auch Unrecht passiert, keine Frage. Was man allerdings auch dazu sagen muss ist, dass die heute als grausam empfundenen Strafen von der weltlichen Justiz verhängt und vollstreckt wurden - und nicht von der Kirche.

Und noch eine Sache - der Inquisitionsprozess mit festen rationalen Beweis- und Verfahrensregeln war ein großer Fortschritt gegenüber dem mittelalterlichen Strafrecht. Aus dem Inquisitionsprozess hat sich in weiterer Folge der moderne Anklageprozess entwickelt.

Schmied hat folgendes geschrieben:

Wenn man die Menschen hier im Westen auf das Christentum anspricht, reagieren sie vollkommen verbittert, wobei sie dabei den Römisch-Katholischen Glauben im Hinterkopf haben.

Die Erfahrung mache ich so pauschal eigentlich nicht. Viel hängt davon ab, wie man den Menschen als Christ begegnet. Ich glaube, viel Enttäuschung hängt auch damit zusammen, dass viele Katholiken ihren Glauben nicht ernst nehmen.

Zitat:
Wieso entstand allgemein der Protestantismus im Westen?

Aufgrund der völlig anderen Geistesgeschichte als im Osten. Die dortigen Verflechtungen zwischen Staat und Kirche sind völlig anderer Natur. Es ist eine andere Welt. Diese grundlegende kulturelle Verschiedenheit hat ja letztlich auch zum Schisma im Jahr 1054 geführt. Theologisch gibt es ja nur sehr kleine Differenzen zwischen griechisch-orthodoxen Kirchen und der römisch-katholischen.

Zitat:
Du meinst, alle bilden sich da etwas ein, die Kritik sei ungerechtfertigt und sie hassen den Römisch-Katholischen Glauben, weil er deiner Meinung nach, gerade so christlich sei?

Auch da hängt wieder sehr viel vom Beispiel der Gläubigen ab. Wir müssen sozusagen die "Schmutzkruste", die die Feinde der Kirche durch ihre verzerrten Darstellungen ständig und beharrlich verbreiten, durch genauso beharrliches Verkünden der christlichen Botschaft, vor Allem mit dem eigenen Leben, entgegenwirken.

"Dein Leben darf kein fruchtloses Leben sein. - Sei nützlich. - Hinterlasse eine Spur. - Leuchte mit dem Licht deines Glaubens und deiner Liebe. Tilge durch dein Leben als Apostel den zähen Unrat, den die verseuchten Prediger des Hasses verbreitet haben. - Entzünde alle Wege der Erde mit dem Feuer Christi, das du im Herzen trägst."

Hl. Josémaría Escrivá, Der Weg, Nr. 1
Vielleicht sehen sie sie eher als Stiefmutter auch aus folgendem Grund, der in der Bibel beschrieben steht:

„Wehe den Hirten, die sich selbst weiden...Das Fett esst ihr, mit der Wolle bekleidet ihr euch, das Gemästete schlachtet ihr - die Herde weidet ihr nicht. Die Schwachen stärkt ihr nicht, die Kranken heilt ihr nicht, die Verwundeten verbindet ihr nicht, die Verscheuchten holt ihr nicht zurück, die Verlorenen sucht ihr nicht, sondern mit Gewalt und Härte herrscht ihr über sie. Und die Herde zerstreute sich, weil sie ohne Hirten war (Hesek. XXXIV, 2-5)

Der Papst riss sich um den Vorrang, Macht, Geld und alles Irdische statt das Himmlische. Den Leuten wurde Wasser gepredigt und selber tranken sie Wein. Das wird wohl unter anderem ein Anstoß für die Gläubigen gewesen sein.

Der hl. Ap. Petrus über das rechtmäßige Verhalten eines Hirten: „Hütet die Herde Gottes, die euch anvertraut ist, und übt Aufsicht, nicht aus Zwang, sondern freiwillig, und Gott gemäß, nicht aus schändlicher Gewinnsucht, sondern von Herzensgrund; nicht als solche, die über das Erbe Gottes herrschen, sondern indem ihr Vorbilder der Herde seid“ (I. Petr. V, 2-3)
Papst Franziskus bei ökumenischem Abendgebet in St. Paul vor den Mauern: Nicht zulassen, dass vergangene Schuld weiterhin die Beziehung untereinander vergiftet.

Papst Franziskus hat um Vergebung für das Unrecht gebeten, das Katholiken Angehörigen anderer christlicher Konfessionen zugefügt haben. "Wir können das, was passiert ist, nicht ausradieren, aber wir wollen nicht zulassen, dass die Last der vergangenen Schuld weiter dazu beiträgt, unsere Beziehung untereinander zu vergiften", sagte der Papst am Montagabend bei einem ökumenischen Abendgebet in Rom. Er bat zugleich um Vergebung für die "Sünde der Kirchenspaltungen". Sie seien "eine offene Wunde am Körper Christi".

Wörtlich erklärte Franziskus in der Kirche Sankt Paul vor den Mauern: "Als Bischof von Rom und als Hirte der Katholischen Kirche bitte ich um Barmherzigkeit und Vergebung für das nicht evangeliumsgemäße Verhalten von Katholiken gegenüber anderen Christen".

Weiter betonte der Papst vor ranghohen Vertretern der christlichen Kirchen, der ökumenische Dialog dürfe nicht nur auf fachtheologischer Ebene geführt werden. Auf dem Weg zur vollständigen und sichtbaren Einheit der Christen gehe es vor allem darum, Gott selbst in den eigenen Taten wirken zu lassen. "Wenn die Christen der verschiedenen Kirchen das Wort Gottes hören und versuchen, es in die Praxis umzusetzen, begehen sie deshalb wirklich wichtige Schritte zur Einheit", so Franziskus. Jenseits der noch bestehenden Unterschiede zwischen den verschiedenen christlichen Konfessionen werde so erkennbar, dass die "Wurzel des christlichen Lebens immer der Ruf Gottes ist".

https://www.erzdioezese-wien.at/sit.....ichten/article/48243.html
Schmied hat folgendes geschrieben:
Wo auf der Welt hassen die Menschen ihre eigene, mit in die Wiege gelegte, Religion, wie im Westen die Menschen den Römisch-Katholischen Glauben? Ich habe das nirgends wo anders auf der Welt gesehen. Worin liegt das begründet?


In Osteuropa und China hatten die Marxisten durchaus ziemlich durchschlagenden Erfolg mit ihrer Verdrängung der Religion. Dafür leistete gerade das katholische Polen erbitterten Widerstand im Ostblock und das buddhistische Tibet in Asien.

Zudem sind nicht alle Menschen im Westen Katholiken. Zumal muss die Kritik am Katholizismus nicht unbedingt mit einem Hass auf dieses oder gar das Christentum als solches einhergehen.

Bei aller berechtigten Kritik am Katholizismus habe ich den verdacht, dass du nicht bereit bist ebenso kritisch über die orthodoxen Kirchen nachzudenken.

Schmied hat folgendes geschrieben:
Der Papst riss sich um den Vorrang, Macht, Geld und alles Irdische statt das Himmlische. Den Leuten wurde Wasser gepredigt und selber tranken sie Wein. Das wird wohl unter anderem ein Anstoß für die Gläubigen gewesen sein.


Und in den Ostkirchen gab es keine Vermengung zwischen weltlicher und kirchlicher Autorität?