Islamisierung des Abendlandes


Burkl hat folgendes geschrieben:
Ich glaube, bis jetzt recht gut herausgekommen ist, dass nach dem Befund von Bibel und Koran Vieles dafür spricht, dass Christus der absolut Reine und Sündlose ist und dass bei Mohammed nicht der Fall gewesen sein dürfte. Zumindest wird in diesem Punkt innerhalb des Islams kontrovers diskutiert. Auch du hast dich hier nicht eindeutig festgelegt.


Bei den Sunniten kenne ich mich diesbezüglich gerade nicht so aus, aber in der Schia gilt die Sündlosigkeit ein zentrales Merkmal von Mohammed, Fatima und der zwölf Imame.

Im Baha'itum gilt die Sündlosigkeit als ein zentrales Merkmal der Manifestationen Gottes. Derweil kann man aber bei allen diesen Persönlichkeiten auch ein Skandalon finden. So erschlug Moses einen Ägypter und war Stotterer. Jesus etwa wurde gekreuzigt und seine Herkunft war fragwürdig. Einmal spricht er ungebührlich mit seiner Mutter. Mohammed war mit einer weit älteren Frau verheiratet und betätigte sich besonders im letzten Teil seines Lebens zunehmend als politischer Herrscher und den damit verbundenen Problemstellungen.
Abu Riha hat folgendes geschrieben:
Du weisst wie ich, dass es zur Person Jesus im Islam und bei den Christen unterschiedliche Überlieferungen gibt. Diese lassen sich nicht in Übereinstimmung bringen.


Warum nicht?

Derweil wüsste ich nicht das der Koran etwas über Jesus sagt was nicht vorher auch in christlichen Quellen vorkam. Es sind nur nicht die christlichen Quellen die in der lateinischen Tradition des Christentums vorkommen.
Wie geschrieben wurde, handelt dieses Thema vom gesellschaftlichen Wandlungsprzess. Für die religiösen Unterschiede zwischen dem Islam und den Christen sollte ein eigenes Thema eröffnet werden.
Tobias hat folgendes geschrieben:
Derweil wüsste ich nicht das der Koran etwas über Jesus sagt was nicht vorher auch in christlichen Quellen vorkam.


Welche Quellen meinst Du da?
_________________
»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Minou hat folgendes geschrieben:
Tobias hat folgendes geschrieben:
Derweil wüsste ich nicht das der Koran etwas über Jesus sagt was nicht vorher auch in christlichen Quellen vorkam.


Welche Quellen meinst Du da?


Diverse Apokryphen. Darunter etwa das Kindheitsevangelium nach Thomas, das Thomasevangelium und das Pseudo-Matthäusevangelium.
Tobias hat folgendes geschrieben:
Diverse Apokryphen. Darunter etwa das Kindheitsevangelium nach Thomas, das Thomasevangelium und das Pseudo-Matthäusevangelium.


Danke Tobias, aber sind denn die Apokryphen authentische Texte? Sind sie nicht erst später entstanden als die kanonisierten Evangelien?
_________________
»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Minou hat folgendes geschrieben:
Tobias hat folgendes geschrieben:
Diverse Apokryphen. Darunter etwa das Kindheitsevangelium nach Thomas, das Thomasevangelium und das Pseudo-Matthäusevangelium.


Danke Tobias, aber sind denn die Apokryphen authentische Texte? Sind sie nicht erst später entstanden als die kanonisierten Evangelien?


Authentisch nach welchem Maßstab? Der Kanon der westlichen Tradition des Christentums wird nicht überall geteilt.

Der inhaltliche Zusammenhang ist zudem nicht davon abhängig ob besagte Bücher nach diesem oder jenem Maßstab authentisch sind. Religionsgeschichtlich spielen beim Entstehen neuer Religionen immer wieder bereits bestehende heterodoxe Traditionen eine durchaus gewichtige Rolle.
Abu Riha hat folgendes geschrieben:

Kann mir mal bitte jemand erklären, was so schlimm wäre, wenn das Abendland islamisiert würde?

Somalia verbietet Weihnachten

Im muslimischen Somalia hat die Regierung das Weihnachtsfest verboten und die Sicherheitskräfte angewiesen, Weihnachtsfeiern im ganzen Land zu unterbinden.

Der Minister für religiöse Angelegenheiten, Sheikh Mohamed Kheyroow, sagte am Mittwoch dem Staatssender Radio Mogadishu: „Wir sind ein muslimisches Land. Und es gibt null Toleranz für solche unislamischen Feiern in unserem Land.“

http://religion.orf.at/m/stories/2749227/
Burkl hat folgendes geschrieben:
Abu Riha hat folgendes geschrieben:

Kann mir mal bitte jemand erklären, was so schlimm wäre, wenn das Abendland islamisiert würde?

Somalia verbietet Weihnachten

Im muslimischen Somalia hat die Regierung das Weihnachtsfest verboten und die Sicherheitskräfte angewiesen, Weihnachtsfeiern im ganzen Land zu unterbinden.

Der Minister für religiöse Angelegenheiten, Sheikh Mohamed Kheyroow, sagte am Mittwoch dem Staatssender Radio Mogadishu: „Wir sind ein muslimisches Land. Und es gibt null Toleranz für solche unislamischen Feiern in unserem Land.“

http://religion.orf.at/m/stories/2749227/


Auf den ersten Blick betrachtet erscheint uns das natürlich als schlimme Tyrannei, was es ja natürlich auch ist.

Setzt man den Fall aber etwas in den lokalen und globalen Kontext, dann ergibt sich ein anderes Bild als 'die somalische Regierung spinnt' oder 'die Moslems hassen das Christentum'.

Somalia ist bestenfalls gerade so ein Staat. Das jetzige Staatsgebilde hat sich mit internationaler Unterstützung erst vor etwa zwei Jahren aus autonomen, staatsähnlichen Gebilden als Bundesrepublik gegründet. Diese 'staatsähnlichen Gebilde' wurden von lokalen Clans, Piraten, Warlords und religiösen Fundamentalisten geleitet. Zur Gründung eines neuen Staates musste man genug von deren Interessen berücksichtigen oder damit rechen das sie gegen das neue Staatsprojekt sein werden. So muss die somalische Politik eben jetzt auch Islamisten zufrieden stellen um nicht gleich wieder ins Chaos zu versinken.

Auf globaler Ebene muss man sich hier anschauen wer außerhalb der Staaten mit entweder christlicher Bevölkerungsmehrheit oder christlichem Kuturerbe denn Weihnachten feiert und welche Bedeutung es für diese Menschen hat. Schon in 'christlichen Staaten' wird Weihnachten zum großen Teil als eine Kombination aus Konsumrausch, Familientreffen und Volksmythen. Der christliche Aspekt ist da eher das Hintergrundrauschen. In den 'nichtchristlichen' Regionen der Welt ist das noch viel mehr der Fall. Dort erscheint das Fest noch vielmehr als westlicher Tag voller Kitsch, Konsum und Beisammensein. Begangen wird er auch nur von vergleichsweise westlich oder zumindest weltoffen orientierten Schichten, selten bis nie von der breiten Bevölkerung. Entsprechend kann man das Verbot der somalischen Regierung hier wohl durchaus auch als Symbol an das einfache Volk verstehen, dass man seine Traditionen stärke.

Ähnliche Fälle findet man übrigens auch in asiatischen Ländern die mit dem Islam nichts zu tun haben.

Das Alles soll diesen Verstoß gegen sowohl die Versammlungs- als auch Religionsfreiheit nicht verharmlosen, aber aufzeigen das es nicht so einfach ist solche Sachen einfach auf den 'bösen Islam' zu schieben.

Derweil sehen wir ja gerade wie weit die Toleranz ach so christlicher Christen und besorgter Bürger geht Flüchtlinge aus dem Nahen Osten aufzunehmen. Wie wohl die meisten Christen heute reagieren würden, wenn religiöse Syrer vor ihrer Tür stehen und um Unterkunft betteln würden? Rede wir erst nicht davon wie die Reaktion wäre, wenn die Geburt losgehen würde und wenn dann später die drei Perser klingen würden.
Was die Situation in Somalia angeht, kenne ich mich nicht genug aus, um darauf einzugehen. Ich entnehme aber der heutigen Presse, dass in Frankreich aus Solidarität mit den Christen im Zusammenhang mit den Attentaten in Paris die Weihnachtsgottesdienste besucht und sogar öffentlich geschützt haben.
Also noch einmal: Was ist von einer Islamisierung Europas zu befürchten, die übrigens bereits begonnen hat.
Die diskussion in diesem Forum scheint mir zu zeigen, dass es weniger um die Religion als um andere Dinge geht. Obwohl es schon seit längerer Zeit Muslime in Europa gibt, sind keine bedeutenden Auseinandersetzungen religiösen Inhalts bekannt geworden. Diejenigen, über die berichtet wurde, vor allem in Frankreich, waren mehr soziale als religiöse Auseinandersetzungen.
Was ist es dann?
Es werden immer wieder Befürchtungen von den Christen geäußert, dass die Scharia zur Grundlage der Gesetzgebung werden soll. Dazu habe ich schon gesagt, dass dies sich nach der Zusammensetzung der Bevölkerung richten muss, wenn es sich um eine Demokratie handelt. Je mehr Muslime als gewählte Parlamentsabgeordnete an der Gesetzgebung teilnehmen, umso mehr könnte muslimisches Gedankengut in die Gesetze einfließen. Wenn dieser Prozess demokratisch legitimiert ist, kann kein Demokrat dagegen sein. In der Vergangenheit war viel christliches oder christlich begründetes Gedankengut in der Gesetzgebung zu finden. Dies ist in der Gegenwart umso rückläufiger geworden, je weniger aktive Christen Einfluss hatten. So waren beispielsweise Gotteslästerung und Homosexualität im Strafrecht mit harten Strafen bedroht, heute spielen diese Tatbestände in Deutschland kaum noch eine Rolle, und inzwischen wird sogar die offizielle gleichgeschlechtliche Ehe befürwortet. Das Recht ist im Wandel. Wohin es sich wandelt, wird man sehen, aber ein muslimischer Einfluss ist nicht auszuschließen.
Und was ist mit der abendländisch genannten Kultur, die manche Menschen bedroht sehen? Haben diese Menschen noch nicht verstanden, dass die abendländische Kultur längst untergegangen ist? Ist das Kultur, was im Fernsehen und im Radio gesendet wird? Ist das Kultur, was man bei Youtube sehen kann? Ist das Kultur, was aus den überlieferten Theaterstücken in den modernen Theatern gemacht wird oder was Schriftsteller als neue Theaterstücke zeigen? Man mag sagen, das ist ein Nachhall der untergegangenen Kultur, man mag sagen, es ist der Neubeginn. Aber was soll da neu beginnen? Vielleicht können Muslime zu einem Neubeginn europäischer Kultur Beiträge leisten, so wie sie es im Mittelalter bereits geleistet haben, nachdem die Christen erst einmal die römische Kultur ohne besseren Ersatz zerstört haben, bis die Muslime die antike Kultur nach Europa in veränderten, nämlich erweitertem Gewand, zurück brachten.
Muslime müssen in Europa keinen Krieg führen, die Veränderung kommt, weil die Muslime kommen. Warum sollten sie sich an eine Kultur anpassen, die es gar nicht mehr gibt? Sie sollten sich am Aufbau einer Kultur beteiligen, die gerade dabei ist zu entstehen.
Ich sage es noch einmal: Gewalt ist gar nicht nötig und sollte von keiner Seite vom Zaun gebrochen werden. Gewalt stört und behindert nur einen Vorgang des Wandels, der in der Geschichte der Menschheit schon mehrmals stattgefunden hat, leider bisher immer von Gewalt begleitet. Versucht doch einmal, einen solchen Vorgang mit keiner oder weniger Gewalt voran zu bringen. Hassprediger auf allen Seiten führen nur zurück, die Menschen wollen aber doch in eine Zukunft, die das Leben lohnend macht.

Warning: touch(): Utime failed: Operation not permitted in /www/htdocs/w0103691/includes/template.php on line 159