Das Spiel mit Schuldgefühlen


Schuld und Schuldgefühle
Irgendwie scheint durch Erziehung, Schule, Religion, Überlieferung und so weiter es in erster Linie wichtig zu sein, „einen Schuldigen“ für jedes Ereignis zu finden.
Dieses - Nennen wir es „Spiel - geht so weit, dass die Bestrafung wichtiger als die Problemlösung
erscheint.
Somit gehört jedes Missgeschick Bestraft und beurteilt und man darf gerne bei sich
selbst anfangen. Was die „einmalige Chance“ gibt, sich schlecht zu fühlen,
Erfolge zu ignorieren und den Wert des Lebens zu übersehen.

Die zweite Möglichkeit ist die Schuld jemand anderen zu geben, denn dann bleibt einem
die „Strafe“ erspart und „Verurteilt“ wird der Andere.

Die dritte Möglichkeit ist die Flucht in eine „Sucht“ und Es gibt bestimmt
noch viel mehr Möglichkeiten bei diesem spiel.

In Jedem Fall steht „die Fehlerverhinderung“ vor der Freude am Leben
Oder die Angst vor der Liebe.
Ist doch mehr als schade.
Liebe Grüße!
Monaliesa
_________________
Morgengruß: Halte nicht Ausschau nach einem Propheten, der vom Himmel herabsteigen soll, um die Menschheit
zu erlösen. Sprich Du jetzt ernsten und aufrichtigen Herzens Dein kleines Gebet und das ergibt
schon einen kleinen Propheten... (Swami Omkarananda)
Hallo Monaliesa,

hmm, ich glaub eher, daß es eine fast angeborene Verhaltensweise ist (schön bei Kleinkindern zu beobachten), Schuld möglichst auf andere abzuschieben. Ob dabei die Vermeidung von Strafe der Auslöser aus, oder es sich um das Austricksen des eigenen Gewissens handelt oder sonstige Faktoren noch eine Rolle spielen, kann ich nicht beurteilen.

Und, wenn ich mir selbst gegenüber ehrlich bin, muß ich eingestehen, daß ich wahrscheinlich schon fast alle Varianten in diesem Spiel mal benutzt habe.

Pjotr Kala
_________________
Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Naja, es ist nicht verkehrt, bei Missständen oder Ereignissen nach dem bzw. den Schuldigen zu suchen, und wenn man sie findet, auch zur Rechenschaft zu ziehen. Ich bin ja schließlich nicht für jeden Mist in Vergangenheit und Gegenwart (und Zukunft?) verantwortlich.
Dabei sollte man aber nicht stehenbleiben, sondern auch untersuchen, welchen Anteil ich möglicherweise daran habe, was schon mal nicht einfach ist.
Sollte ich fündig werden, habe ich eine Chance, eine Wiederholung zu vermeiden.
Es ist eine nicht leichte Aufgabe im Verlauf einer Psychotherapie, die Spiegelung eigener Denkmuster ins Außen aufzudecken und zu bearbeiten, und dazu gehören auch die Schuldzuweisungen.
Aber bitte auch nicht ins Gegenextrem verfallen und für alles und jedes sich selbst verantwortlich machen. Es gibt schon wirklich miese Typen, für die wir nichts können, und die es verdient haben, dass man ihnen ans Schienbein tritt.
Bestes Beispiel ist die aktuelle politische Situation. Nicht selten hört man im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise "Das hat uns die alte Regierung eingebrockt!". Das mag zwar stimmen, löst das Problem aber nicht Andererseits halte ich die Bekämpfung der Fluchtursachen schon für zentral. Der "Schuldige" ist in diesem Falle aber manchmal gar nicht so leicht festzustellen. Natürlich fischen europäische Fischfangflotten unfairerweise die afrikanischen Küsten leer. Aber "europäische Fischflotten" können schwer zur Rechenschaft gezogen werden. Es scheint mir also durchaus sinnvoll, entsprechend konkrete Verantwortliche ausfindig zu machen, aber vor allem müssen die verantwortlichen Gesetze (oder in dem Fall eben fehlende Gesetze) geändert/erlassen werden, um die Situation zu entschärfen.
_________________
Die Gottheit lebt in den Details.