Mit dem Tod umgehen


Monaliesa hat folgendes geschrieben:
Bei einem Begräbnis hörte ich einmal folgenden Vergleich:
Das Leben ist wie eine Rennbahn.
Der Start ist die Geburt, die Lebenszeit das Rennen und das Ziel der Tod.
Somit hat der Verstorbene „Sein Rennen“ hinter sich. Während die Zurückbleibenden, die Trauernden, sind.
Liebe Grüße!
Monaliesa

Du meinst, während die Trauernden noch im Rennen sind?
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Jedes Schicksal ist angemessen, individuell zugeschnitten, denn nichts, was Gott tut, ist sinnlos!
Lass ihm Zeit. Gib ihm das Gefühl immer für ihn dazu sein, ohne Worte. Ich weiß aus Erfahrung, dass man manchmal einfach nur eine Schulter braucht an der man sich ausweinen kann ohne irgendetwas mit Worten erklären zu müssen. Denn wenn man einen Elternteil verliert, dann bewahrheiten sich die schlimmsten Ängste aus der Kindheit. Und es ist schwer darüber zu reden.
Hallo,
wie auch immer Ilka als Eröffnerin das leicht oder schwer nimmt, bzw. ihr Freund, dazu will ich nichts sagen.

Aber allgemein haben wir seit Jahrzehnten einen (Un)Kultur der Übersensibiliesierung betreff eigentlich normaler Lebenszwischenfälle.

Beispiel: Wenn 1930 oder 1950 ein Kleinstkind mit 4 Wochen verstarb, wurde zwar von den Eltern getrauert, aber bald darauf ein neues gemacht.

Heute zelebrieren manche Etern ihe Trauer über viele Jahre, das eingerichtete Kinderzimmer wird zum heiligen Schrein und darf weder genutzt noch verändert werdene. Dieses Verhalten beruht auch auf Übererfüllung von gesellschftlicher Erwartung bei dem Thema.
Typischer Weinberg-Quatsch

Kinder waren früher zum großen Teil entweder ein nicht verhinderter Unfall bei der Zeugung oder waren wegen der schlechteren Lebensumstände öfter zu einem frühen Tod verurteilt. Außerdem hatten Eltern wegen der noch lebenden Kinder kaum Zeit, großartig Trauerarbeit zu leisten.

Heute sind in der westlichen Gesellschaft die überwiegende Zahl der Kinder gewollt gezeugt und es gibt kaum noch eine "Massenproduktion". Dementsprechend wird auch ein Verlust viel stärker empfunden als es in den vorigen Jahrhunderten der Fall war.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Hallo,
das sit der eine Aspekt. Aber meiner Meinung nach wird auch heute gedrängt und erwartet einen Tod als viel belastender oder schwerer zu nehmen.

Wer heute derart lebt, es ist eben so, egal ob 96 Jahre oder bei Kleinkindenr ohne Anlaß klinscher oder ärztlicher Fehler, der gilt als verachtenswerter Kaltschnauz.

"social correctniss" erwartet mehr oder gezeigte Traumatisierung.
Halte ich für ein bloßes Gerücht. Wenn alte Leute sterben, so wird zwar getrauert, aber die Belastung hält sich in Grenzen. Wer kennt heute noch ein Trauerjahr, was früher ja bei jedem Toten üblich war.
Kinder sind hier gerade bei der geringen Zahl der Kinder natürlich bei den Eltern ein größerer Verlust und dementsprechend hält auch die Trauer länger an. Außerdem bleiben gerade Kleinkinder stärker im Gedächtnis, da sie bei den Eltern doch sehr stark die Beschützer-Instinkte aktivieren. So kann es dann zu dem Gefühl kommen, man hätte vielleicht doch nicht alles für das Kind getan oder es nicht genügend beschützt, oder die Krankheit eher erkennen können usw, was dann die Trauerarbeit zusätzlich erschwert.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!