Was ist die Ursache des Bösen der Leiden der Kriege usw...


Life hat folgendes geschrieben:

Eine Religion sagt nichts darüber aus, wie gewalttätig ein Mensch ist. Viele kleiden sich gerne mit dem Mantel einer Religion, um irgendwas, was sie tun, zu rechtfertigen oder zu "pushen". Wenn einer wirklich will, findet er jede beliebige Rechtfertigung in heiligen Büchern.

Letztlich schon! Und wenn jemand religiös und gegen Gewalt ist, dann kann er/sie das auch in den Büchern bestätigt finden.
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Jedes Schicksal ist angemessen, individuell zugeschnitten, denn nichts, was Gott tut, ist sinnlos!
Zitat:
Und wenn jemand religiös und gegen Gewalt ist, dann kann er/sie das auch in den Büchern bestätigt finden.


Man wünschte sich genau solche Menschen herbei.
AZMUTO hat folgendes geschrieben:
Was ist die Wurzel - die Ursache des Bösen - der Leiden - der Kriege - des Hasses usw. ?

Lasst uns die Antwort gemeinsam finden,
jeder bitte nur einen Satz, bitte keine langen erklärungen

Ganz kurz, klar und einfach.
Kann auch z.b. nur ein Wort oder ein Zitat sein.

Danke


Wenn man an Gott glaubt gibt es eine kurze Antwort: Gott.

Wenn man an Gott nicht glaubt gibt es leider nur komplizierte Teilantworten.
Long Road hat folgendes geschrieben:
Wenn man an Gott glaubt gibt es eine kurze Antwort: Gott.


Ich würde das um ein wesentliches Wort ergänzen: Gottferne.

Und die kann es nur geben aufgrund des freien Willens. Und den muss es geben, damit es Liebe gibt. Und Gott ist die Liebe. Also wenn du so willst - ja, Gott nimmt das Risiko des "Nein" des freien Geschöpfes und damit die daraus resultierende Gottferne und das Leid in Kauf.
Und warum? Weil die Alternative zu unserer Existenz wäre, dass es uns als freie und liebesfähige Wesen gar nicht gäbe. Und genau das will jemand anderer als Gott:

“Ich bin der Geist, der stets verneint! Und das mit Recht; denn alles was entsteht; Ist wert, daß es zugrunde geht; Drum besser wärs wenn nichts entstünde. So ist denn alles, was ihr Sünde, Zerstörung, kurz das Böse nennt, Mein eigentliches Element.”

Mephistopheles
Long Road hat folgendes geschrieben:
Wenn man an Gott glaubt gibt es eine kurze Antwort: Gott.


Ich würde das um ein wesentliches Wort ergänzen: Gottferne.

Und die kann es nur geben aufgrund des freien Willens. Und den muss es geben, damit es Liebe gibt. Und Gott ist die Liebe. Also wenn du so willst - ja, Gott nimmt das Risiko des "Nein" des freien Geschöpfes und damit die daraus resultierende Gottferne und das Leid in Kauf.
Und warum? Weil die Alternative wäre, dass es uns als freie und damit liebesfähige Wesen gar nicht gäbe. Und genau das will jemand anderer als Gott:

“Ich bin der Geist, der stets verneint! Und das mit Recht; denn alles was entsteht; Ist wert, daß es zugrunde geht; Drum besser wärs wenn nichts entstünde. So ist denn alles, was ihr Sünde, Zerstörung, kurz das Böse nennt, Mein eigentliches Element.”

Mephistopheles in Faust

Und warum kann Gott dieses gigantische Risiko einer freien Kreatur, die sich auch von ihm lösen kann, eingehen und dabei trotzdem die Liebe in Person sein?
Nur deshalb, weil Er "persönlich haftet", wenn es schiefgeht. Weil Er selbst höchstpersönlich - nicht ein anderer an seiner Stelle - den Preis dafür bezahlt.

Die orthodoxe Tradition erzählt, dass es einen Dialog zwischen Gott-Vater und Gott-Sohn gab, noch bevor der Mensch erschaffen wurde:

"Gott-Vater: Sollen wir also den Menschen schaffen, damit er unsere unendliche Liebe erkennt?

Gott-Sohn: Du weißt, dass er diese Liebe auch ablehnen kann und dann schrecklich ins Nichts fällt!

Gott-Vater: Würdest du dann gehen, um sie zu retten?

Gott-Sohn: Ja - das würde ich!

Gott-Vater: Dann lass uns den Menschen erschaffen!"

Und das Kommen dieses Gottes als Retter aus Sünde, Leid und Tod werden viele Menschen auf der ganzen Welt bald feiern.
Moin Moin

Ich nehme an, dass Long Road in erster Linie darauf anspielt, dass Gott als Schöpfer dieses Universum mit all seinen Bedingungen und Schikanen geschaffen hat.

Es geht hier wohl erstmal um natürlich bedingtes irdisches Leid welches schon durch die "Gestaltung" unseres Lebensraumes durch einen Schöpfer natürlich bedingt ist.

Wir können an Bakterien und Viren erkranken, von Tieren gerissen, von Naturkatastrophen heimgesucht oder durch körperliche und geistige Fehlbildungen (Mutationen) in ein leidvolles Leben geschmissen werden.

Das ist alles Leid welches nichts mit einer Entscheidung in Bezug auf die Nähe zu unserem Schöpfer zu tun hat.
Auch wenn wir die Gottesnähe suchen und meinen gefunden zu haben, sind wir nicht davor gefeit, dass uns im nächsten Moment der Schlag trift oder ein geliebter Mensch aus unserem Leben gerissen wird weil es Gott so gefällt und er diese Lebensbedingungen so eingerichtet hat...

Wenn man aber nun beispielsweise davon ausgeht dass Gott die Menschen die er besonders lieb hat, vor besonders unangenehme Herrausforderungen stellt, kann man diese Grundproblematik des Leidens in unserem Dasein natürlich nicht sehen...

LG
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https://youtu.be/f2ROFnA4HRA
Grubi hat folgendes geschrieben:
Wir können an Bakterien und Viren erkranken, von Tieren gerissen, von Naturkatastrophen heimgesucht oder durch körperliche und geistige Fehlbildungen (Mutationen) in ein leidvolles Leben geschmissen werden.

Das ist alles Leid welches nichts mit einer Entscheidung in Bezug auf die Nähe zu unserem Schöpfer zu tun hat.


Doch, weil der Fall des Menschen als Spitze und "Krönung" der Schöpfung auch deren ingesamten Fall bewirkt hat.

"Zu Adam sprach er: Weil du auf deine Frau gehört und von dem Baum gegessen hast, von dem zu essen ich dir verboten hatte: So ist verflucht der Ackerboden deinetwegen. / Unter Mühsal wirst du von ihm essen / alle Tage deines Lebens.
Dornen und Disteln lässt er dir wachsen / und die Pflanzen des Feldes musst du essen.
Im Schweiße deines Angesichts / sollst du dein Brot essen, / bis du zurückkehrst zum Ackerboden; / von ihm bist du ja genommen. / Denn Staub bist du, zum Staub musst du zurück." Gen 3,17-19
Ja sorry Burkl, aber das ist meiner Überzeugung nach nicht der wirkliche Lauf der Geschichte und der Evolution.
Das christliche Erklärungsmodell hat mich als Kind einigermassen zufrieden oder ruhiggestellt, aber dann hat der Baum der Erkenntnis doch irgendwie bewirkt dass ich eine tiefere Einsicht in die Natur der Dinge bekommen habe, diese Erkenntnis lässt sich nicht rückgängig machen

LG
Grubi hat folgendes geschrieben:
Das christliche Erklärungsmodell hat mich als Kind einigermassen zufrieden oder ruhiggestellt


Ehrlich? Ich habe mit meinem Kinderglauben eigentlich relativ wenig von der Tiefe dieser Glaubenswahrheiten wirklich erfasst und beginne erst jetzt hineinzuwachsen.
Außerdem ist manchmal die Lösung umzukehren und die Abzweigung zu nehmen, an der man schon vorbeigegangen ist.

"Ich werfe dir aber vor, dass du deine erste Liebe verlassen hast.
Bedenke, aus welcher Höhe du gefallen bist. Kehr zurück zu deinen ersten Werken! Wenn du nicht umkehrst, werde ich kommen und deinen Leuchter von seiner Stelle wegrücken." (Offb 2,4 u. 5)
Burkl hat folgendes geschrieben:
Grubi hat folgendes geschrieben:
Das christliche Erklärungsmodell hat mich als Kind einigermassen zufrieden oder ruhiggestellt


Ehrlich? Ich habe mit meinem Kinderglauben eigentlich relativ wenig von der Tiefe dieser Glaubenswahrheiten wirklich erfasst und beginne erst jetzt hineinzuwachsen.
Außerdem ist manchmal die Lösung umzukehren und die Abzweigung zu nehmen, an der man schon vorbeigegangen ist.
[...]


Ja, soweit ich mich erinnere habe ich den Sündenfall als brauchbare Arbeitsgrundlage für weitere Überlegungen akzeptiert, wobei schon sehr bald klar wurde dass es sich dabei um einen Erklärungsversuch handelt der weitere Überlegungen erfordert.
Das haben durchaus die katholischen Geistlichen in meinem Umfeld bei mir gefördert, unterstützt und verstanden.
Ich bin eigentlich ganz froh dass mir solche Wege gezeigt wurden.
So gesehen bin ich da auch erst später hineingewachsen, und auf dem Wege zu anderen Ergebnissen und Erkenntnissen gekommen als Du.

LG
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https://youtu.be/f2ROFnA4HRA