Den Islam kennen- und verstehen lernen


luschn hat folgendes geschrieben:
Hätte Jesus in einer bestimmten Konstellation einer militärischen Intervention zugestimmt?


Nein. Er hat es dezidiert abgelehnt, auch als es rechtfertigbar war. Vor seiner Festnahme und dem folgenden Justizmord hätte er nach irdischen Maßstäbe ein Recht gehabt zur Waffe zu greifen.
Aber wir sind nicht Jesus Christus, der nicht nur Mensch sondern auch Gott ist mit einer ganz spezifischen Mission der Erlösung und den neuen Menschen zur Welt zu bringen. Dieser neue Mensch ist völlig frei von jeder physischen und psychischen Gewaltanwendung. Ihm gehört die Zukunft der neuen Welt.

Unser Leben unterliegt anderen Bedingungen. Absolute Gewaltfreiheit ist da nicht immer zu realisieren. Es gibt im Fall der Nothilfe bzw. Notwehr ein Recht und manchmal sogar eine Pflicht zur Waffe zu greifen. Krieg muss allerdings immer und ausnahmslos das letzte Mittel sein. Der Katechismus der katholischen Kirche definiert das sehr präzise. Ich suche die Stelle noch heraus.
Burkl hat folgendes geschrieben:
Weil nach der allgemeinen Systemtheorie die Funktion eines komplexen System durch rein intrasystematische Beobachtungen nicht erklärbar wird.


Ach ja... die Systemtheoretiker und trotzdem schreiben sie weiter...
Bin gerade dabei mir diesen Vortrag anzuhören:

https://www.youtube.com/watch?v=pXQYTJnKW-c&app=desktop

Islam-Vortrag von dem Religionswissenschaftler Dr. Michael Blume Universität Köln, Jan 2015
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
Hallo Burkl,

Zitat:
Unser Leben unterliegt anderen Bedingungen. Absolute Gewaltfreiheit ist da nicht immer zu realisieren. Es gibt im Fall der Nothilfe bzw. Notwehr ein Recht und manchmal sogar eine Pflicht zur Waffe zu greifen. Krieg muss allerdings immer und ausnahmslos das letzte Mittel sein. Der Katechismus der katholischen Kirche definiert das sehr präzise. Ich suche die Stelle noch heraus.


Das ist eine Interpretation der letzten 50-100 Jahre. Vorher wurde das anders gesehen.
Allerdings nimmt die kath. Kirche für sich in Anspruch, daß in ihr ausschließlich die Fortsetzung der Lehre Jesu in der richtigen Form geschieht. Dazu passen aber die vielen Fehlentscheidungen in der Vergangenheit überhaupt nicht.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Hallo Burkl,

Zitat:
Unser Leben unterliegt anderen Bedingungen. Absolute Gewaltfreiheit ist da nicht immer zu realisieren. Es gibt im Fall der Nothilfe bzw. Notwehr ein Recht und manchmal sogar eine Pflicht zur Waffe zu greifen. Krieg muss allerdings immer und ausnahmslos das letzte Mittel sein. Der Katechismus der katholischen Kirche definiert das sehr präzise. Ich suche die Stelle noch heraus.


Das ist eine Interpretation der letzten 50-100 Jahre. Vorher wurde das anders gesehen.
Allerdings nimmt die kath. Kirche für sich in Anspruch, daß in ihr ausschließlich die Fortsetzung der Lehre Jesu in der richtigen Form geschieht. Dazu passen aber die vielen Fehlentscheidungen in der Vergangenheit überhaupt nicht.

Pjotr Kala


Du musst zwei Ebenen unterscheiden. Seit der Konstatinischen Wende bis zur Aufklärung war die Kirche eigentlich durchgehend in einer Position auch in der globalen weltlichen Machtpolitik entscheidend mitzuwirken. Auf diesem Gebiet ist sie allerdings genauso fehlbar wie jede andere Institution. Deshalb ist es auch gut, dass sie sich von dort - teils freiwillig, teils unfreiwillig - zurückgezogen hat.

Die Unfehlbarkeit bezieht sich darauf, dass der katholischen Kirche von Gott zugesagt ist, dass sie nie aus der Wahrheit der Lehre herausfällt. Und wenn du genau hinschaust - nicht einmal die persönlich sehr wenig heiligen Päpste haben jemals in den Glaubensschatz der Kirche, der seit den Aposteln unverändert ist, manipulierend eingegriffen.
Und alle Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften, die sich von der katholischen Mutterkirche getrennt haben sind heute in dogmatischen und sittlichen Fragen oftmals in sich selbst höchst gespalten - Dutzende fühlen sich dort berufen in Anlehnung an persönliche Geschmäcker und den Zeitgeist ständig neue "Glaubenswahrheiten" zu verkünden, welche Menschen in die Irre führen.

Insofern lässt sich schon sehr gut aus der bisherigen Kirchengeschichte sehen, dass diese Leitung durch den Heiligen Geist in Bezug auf den Glaubensschatz, der den Aposteln übergeben wurde, nur in der katholischen Kirche durchgängig vorhanden ist. Das heißt nicht, dass es woanders keine Fragmente und Inseln der ursprünglichen katholischen Wahrheit mehr gibt - Gott sei Dank gibt es diese - aber es ist eben nicht mehr die Fülle des ganzen Glaubensgutes der einen heiligen, katholischen und apostolischen Kirche.
Aus der bisherigen Kirchengeschichte lässt sich wunderbar erkennen, dass gerade in der katholischen Religion garantiert nicht mehr der "Glaubensschatz" vorhanden ist. Vielmehr hat sie umfassend dafür gesorgt, dass er verschwunden ist. Da müssen die Suchenden schon mal woanders suchen. Und sie können erfreulicherweise auch fündig werden.