Den Islam kennen- und verstehen lernen


Dir einen Gruß, bekennender Bruder!
Rentner hat folgendes geschrieben:
Dir einen Gruß, bekennender Bruder!


Ach, du bist auch Star Trek-Fan?
Bernh hat folgendes geschrieben:


Die Stelle ist von 2. Auflage 2008, S 34, zweiter Absatz "Daß man nur Gott in den verschiedenen Formen des Gottesdienstes anbetet".

"Mushrik" (Götzendiener) ist demnach: "...der den Islam zugunsten nationaler Interessen verfälscht, indem er verbietet, was Gott und Prophet befehlen, und umgekehrt gebietet, was Gott und Prophet verbieten".

Demnach sind nicht nach der Scharia Gesetze erlassende Politiker "mushrik".

Moslems dürfen ihnen nicht folgen, da sie sonst ebenfalls als "mushrik" gelten. Weiter oben im selben Absatz: "Wenn jemand das Wort eines Menschen als einzig entscheidendes Gesetz ansieht, sei es für sich oder andere, gleich ob das betreffende Wort dieses Menschen nun mit den Regeln Gottes übereinstimmt oder nicht, ist Mushrik (Götzendiener)."

Mit anderen Worten: Wenn man z.B. die Bundesregierung bzw. Bundestagsabgeordneten als einzige Instanz ansieht, die für alle verbindliche Gesetze erlassen darf, ist man wohl "mushrik".


Ich muss mich also korrigieren: Es geht hier nicht um "kufar", sondern um "mushrik". Also nicht um Ungläubigkeit, sondern Götzendienst. Wobei ich mal vermute, dass "mushrik" sogar schlimmer ist als "kufar".


Ich verstehe den Absatz anders. Dazu habe ich einen Teil farblich markiert. Es geht mMn nicht um Gesetze und ob sie Shariakonform sind oder nicht, sondern um eine Gleichstellung von Personen oder Institutionen mit Gott.
ziraki hat folgendes geschrieben:
Bernh hat folgendes geschrieben:


Die Stelle ist von 2. Auflage 2008, S 34, zweiter Absatz "Daß man nur Gott in den verschiedenen Formen des Gottesdienstes anbetet".

"Mushrik" (Götzendiener) ist demnach: "...der den Islam zugunsten nationaler Interessen verfälscht, indem er verbietet, was Gott und Prophet befehlen, und umgekehrt gebietet, was Gott und Prophet verbieten".

Demnach sind nicht nach der Scharia Gesetze erlassende Politiker "mushrik".

Moslems dürfen ihnen nicht folgen, da sie sonst ebenfalls als "mushrik" gelten. Weiter oben im selben Absatz: "Wenn jemand das Wort eines Menschen als einzig entscheidendes Gesetz ansieht, sei es für sich oder andere, gleich ob das betreffende Wort dieses Menschen nun mit den Regeln Gottes übereinstimmt oder nicht, ist Mushrik (Götzendiener)."

Mit anderen Worten: Wenn man z.B. die Bundesregierung bzw. Bundestagsabgeordneten als einzige Instanz ansieht, die für alle verbindliche Gesetze erlassen darf, ist man wohl "mushrik".


Ich muss mich also korrigieren: Es geht hier nicht um "kufar", sondern um "mushrik". Also nicht um Ungläubigkeit, sondern Götzendienst. Wobei ich mal vermute, dass "mushrik" sogar schlimmer ist als "kufar".


Ich verstehe den Absatz anders. Dazu habe ich einen Teil farblich markiert. Es geht mMn nicht um Gesetze und ob sie Shariakonform sind oder nicht, sondern um eine Gleichstellung von Personen oder Institutionen mit Gott.


Danke für die Erklärung. Es fällt mir zugegebenermaßen etwas schwer, bei diesen geradezu juristischen Begriffen den Überblick zu behalten.

Mein Gedankengang war folgender: "Wenn jemand das Wort eines Menschen als einzig entscheidendes Gesetz ansieht,..." -- das trifft auf die Regierung in einem säkularen Staat zu.

D.h. in einem säkularen Staat wie Deutschland ist allein der Gesetzgeber (also Bundestag etc.) befugt, "einzig entscheidendes Gesetz" zu erlassen. Kirchen, islamische Gelehrte, Verbände dürfen das nicht.

Wenn man das nicht anerkennt, stellt man sich außerhalb der politischen Ordnung des Grundgesetzes.

Wie würdest Du das verstehen?
Bernh hat folgendes geschrieben:
Den Koran hatte ich in verschiedenen Übersetzungen schon seit einigen Jahren gelesen, auszugsweise immer mal wieder. Dabei hat mir die Übersetzung von Bobzin sprachlich am besten gefallen, für Genauigkeit habe ich Paret gelegentlich zu Rate gezogen. Ansonsten habe ich auch in Henning, Khorchide und die Ahmadiyya-Übersetzungen gelegentlich hineingesehen.

Sprachlich besonders schön, aber wohl philologisch nicht sehr genau und auch nicht vollständig, ist die Übertragung von Friedrich Rückert. Die ist wirklich ein Lesegenuss, sehr poetisch.


Zum Lesen ziehe ich ebenfalls Bobzin vor. Die große Anerkennung der Übersetzung von Paret kann ich mir ehrlich gesagt nur forschungsgeschichtlich erklären. Vielfach nutzt einem diese Übersetzung nur etwas, wenn man sich in Religionsgeschichte und/oder Sprache gut auskennt.

Bubenheim und Elyas sind übrigens auch recht nah am Wortlaut.


Sehr empfehlenswert ist der Quranic Arabic Corpus:

http://corpus.quran.com/

Und natürlich auch der Corpus Coranic-um:

http://goo.gl/7O1j7i
Bernh hat folgendes geschrieben:
Ist der Koran mit dem deutschen Grundgesetz vereinbar?


Für Millionen von Muslimen offenbar schon.

Ebenso könnte man fragen ob die Bibel mit dem Grundgesetz vereinbar ist.
Tobias hat folgendes geschrieben:
Bernh hat folgendes geschrieben:
Ist der Koran mit dem deutschen Grundgesetz vereinbar?


Für Millionen von Muslimen offenbar schon.

Ebenso könnte man fragen ob die Bibel mit dem Grundgesetz vereinbar ist.


Eben. Deswegen ist die Frage nach dem Koran -- wie ich oben schrieb -- ja nicht zielführend, sondern man sollte den Blick auf die gelebte Glaubenspraxis richten.
Bernh hat folgendes geschrieben:
Wie verhält es sich mit der Gewalt und den Frauen im Koran?


Zumindest unter bestimmten Umständen erlaubt der Koran eine bestimmte Form der Gewalt gegen Frauen, abgesehen von den allgemeinen Strafen die er erlaubt bzw. vorsieht.

Wann diese Umstände gegeben sind und wie weit die Strafe geht ist derweil umstritten.

So zumindest die klassische Exegese von patriarchal eingestellten Männern.

Inzwischen gibt es durchaus Einwände das wa-iḍ'ribūhunna statt dem klassischen "und schlagt sie [schließlich]" auch "und geht [schließlich] weg (von ihnen)" (oder "schlagt [schließlich] [den Weg weg von] ihnen [ein]") heißen könnte bzw. dies sogar sowohl etymologisch und kontextuell weit sinnvoller wäre.

Die meisten islamischen Gelehrten winden sich heut bei Sure 4,34 eher. Einerseits lehnen sie brutale Gewalt gegen Frauen fast alle ab, scheinen aber meistens ein gewisses Niveau an häuslicher Gewalt zu akzeptieren, wenn es der Aufrechterhaltung der patriarchalen, islamischen Ordnung dient.
Bernh hat folgendes geschrieben:
Dazu habe ich mir das "Handbuch Islam" von Ahmed A. Reidegeld besorgt. Der ist wohl ein islamischer Rechtsgelehrter, der in seinem an deutschsprachige Muslime gerichtetem ca. 1000seitigem Buch die "Glaubens- und Gesetzesgrundlagen des Islam" erklärt. Er berücksichtigt dabei die vier maßgebliches Rechtschulen des Islams gleichermaßen.


Wo hat der studiert? Wo hat er seine Lehrerlaubnis her? Wer waren seine Lehrer? Welcher Rechtsschule gehört er an?

Mir fällt immer wieder auf das gerade in Deutschland viele islamische 'Prediger' und 'Gelehrte' herumlaufen, die sich zwar als solche ausgeben, aber meist fast keinerlei Ausbildung haben, sondern eher ihre fundamentalistische Überzeugung als Qualifikation ansehen.

Das sie Erfolg haben dürfte daran liegen das sie in ein Vakuum treffen, entweder weil es zu wenig islamische Einrichtungen gibt oder diese besonders Jugendliche nicht erreichen.
Tobias hat folgendes geschrieben:
Bernh hat folgendes geschrieben:
Dazu habe ich mir das "Handbuch Islam" von Ahmed A. Reidegeld besorgt. Der ist wohl ein islamischer Rechtsgelehrter, der in seinem an deutschsprachige Muslime gerichtetem ca. 1000seitigem Buch die "Glaubens- und Gesetzesgrundlagen des Islam" erklärt. Er berücksichtigt dabei die vier maßgebliches Rechtschulen des Islams gleichermaßen.


Wo hat der studiert? Wo hat er seine Lehrerlaubnis her? Wer waren seine Lehrer? Welcher Rechtsschule gehört er an?

Mir fällt immer wieder auf das gerade in Deutschland viele islamische 'Prediger' und 'Gelehrte' herumlaufen, die sich zwar als solche ausgeben, aber meist fast keinerlei Ausbildung haben, sondern eher ihre fundamentalistische Überzeugung als Qualifikation ansehen.

Das sie Erfolg haben dürfte daran liegen das sie in ein Vakuum treffen, entweder weil es zu wenig islamische Einrichtungen gibt oder diese besonders Jugendliche nicht erreichen.


Spontan habe ich bei Google zu Ahmad A. Reidegeld folgendes gefunden:

http://www.islamische-zeitung.de/iz3.cgi?id=4337

Zitat:
Ich habe dann Ende 1984 mit dem Studium in Köln begonnen und mich für die Fächerkombination Islamwissenschaft/Afrikanistik/Malaiologie eingeschrieben. Ich war damals der einzige mit dieser seltenen Kombination. Während des Studiums hatte ich das Glück, dass Professor Abdoljavad Falaturi seinerzeit nicht nur sein eigenes Institut hatte, sondern auch lehrender Professor war. Ich habe daraus sehr viel Nutzen gezogen.


Er ist also offenbar ein Konvertit, der nicht im engeren Sinne islamische Theologie studiert hat (wenn ich das im Artikel nicht überlesen habe).

Er behauptet, er würde im Fall von unterschiedlichen Auffassungen die Ansichten der vier bedeutendsten islamischen Rechtsschulen nebeneinanderstellen.

Könnte also sein, dass er einer von denen ist, die du da meinst.