Sündenvergebung


Wie steht es in den verschiedenen Glaubensrichtungen um die Sündenvergebung?
Es wäre interessant, hierzu die Sichtweisen der diversen Religionen zu hören.
Unter Sünden verstehe ich Taten, die sich in irgend einer Form gegen den Willen Gottes richten.
Ich meine, dass kein Mensch wirklich sündenfrei ist bzw. sein kann. Sünde jedoch trennt von Gott. Wie bekommt Ihr in Eurem Glauben die Vergebung Gottes?
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Die einfachste Zusammenfassung ist: Die Sünde ist das einzig wahre Übel im Leben eines Menschen. Sie ist es, die Alles kaputt macht. Eine interessante Stelle im Evangelium ist die Heilung eines Gelähmten durch Jesus. Für ihn ist das körperliche Defizit nicht das Hauptproblem, wie man weltlich denkend annehmen würde. Er vergibt zuerst die Sünde. Damit ist klar, dass das unsere eigentliche Krankheit ist.

"Da brachte man einen Gelähmten zu ihm; er wurde von vier Männern getragen.
Weil sie ihn aber wegen der vielen Leute nicht bis zu Jesus bringen konnten, deckten sie dort, wo Jesus war, das Dach ab, schlugen (die Decke) durch und ließen den Gelähmten auf seiner Tragbahre durch die Öffnung hinab.
Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!" (Mk 2,3-5)
Was Sünde ist und was nicht wird doch sowieso ständig neu interpretiert.

Viele Christen sehen es doch als richtig an,
als Moses selbst noch männliche Säuglinge der Kananitter umbringen ließ.

Die Seele erfährt im Idealfall eine Reifung,
jedoch macht sie ein geringerer Reifegrad nicht schlechter oder Gottesunwürdiger!

Ich glaube dass Gottesunwürdigkeit eine Illusion ist,
welcher man sich Wahlweise ergeben, oder diese überwinden kann.

Aber mit der angeblichen Gottesunwürdigkeit versuchen Sekten und religiöse Organisationen Menschen an sich zu binden und letztlich zu unterdrücken.
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Sind wir denn wirklich die heiligsten Wesen auf Erden?
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Papaloooo hat folgendes geschrieben:

Was Sünde ist und was nicht wird doch sowieso ständig neu interpretiert.


Die Lehre der katholischen Kirche ist da sehr beständig.
Hallo Burkl,

Zitat:
Papaloooo hat folgendes geschrieben:

Was Sünde ist und was nicht wird doch sowieso ständig neu interpretiert.


Die Lehre der katholischen Kirche ist da sehr beständig.


gg, ja man kann sogar sagen, hartleibig. Nur, wenn es um die Verfehlungen der Führungsriege geht, ist sie plötzlich sehr verschwiegen.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Papa Loooo hat folgendes geschrieben:
Was Sünde ist und was nicht wird doch sowieso ständig neu interpretiert.


Ich meinte damit Verfehlungen gegen die zehn Gebote und gegen die Lehren der Bergpredigt. Ich zähle dazu Stolz, Hochmut, falschen Egoismus etc.
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Minou hat folgendes geschrieben:
Papa Loooo hat folgendes geschrieben:
Was Sünde ist und was nicht wird doch sowieso ständig neu interpretiert.


Ich meinte damit Verfehlungen gegen die zehn Gebote und gegen die Lehren der Bergpredigt. Ich zähle dazu Stolz, Hochmut, falschen Egoismus etc.


Stolz und Hochmut sind sicher der Boden der Sünde. Die entgegengesetzte Tugend ist die Demut - lateinisch "humilitas". Da steckt "Erde" drinnen. Der Demütige ist also derjenige, der "am Boden bleibt", geerdet ist - in der Wahrheit lebt, dass er aus sich selbst nichts hat, nichts kann und nichts ist. Und gerade deshalb sein richtiges Selbstwertgefühl entwickelt. Sein Wert kommt aus dem Bewusstsein von Gott ohne jede Gegenleistung geliebt zu sein.
Und aus diesem Boden ist die katholische Religion gewachsen.
Und wie geht Ihr mit diesen Sünden um? Kehrt Ihr sie einfach unter den Tisch? Denkt Ihr an einen Tag der Wahrheit, wo wir alle unsere Verfehlungen bekennen und daran leiden müssen? Wie sieht das in Euren Religionen aus?
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Minou hat folgendes geschrieben:
Und wie geht Ihr mit diesen Sünden um? Kehrt Ihr sie einfach unter den Tisch? Denkt Ihr an einen Tag der Wahrheit, wo wir alle unsere Verfehlungen bekennen und daran leiden müssen? Wie sieht das in Euren Religionen aus?


Das Wesentliche ist für mich die tägliche Gewissenserforschung am Abend vor dem Schlafengehen. Diese tägliche Gewissenserforschung ist - sozusagen als regelmäßiges "Training", damit das Gewissen nicht außer Form gerät - sehr wichtig.
Ich versetze mich dafür in die Gegenwart Gottes und gehe den Tag sozusagen "aus seiner Warte" durch. Dabei bedanke ich mich für die Dinge, die gut gelungen sind und erwecke Reue hinsichtlich der Dinge, die weniger gut oder gar nicht gelungen sind. Das ist dann sozusagen die "Vorwegnahme des jüngsten Gerichts": Auch dort wird es so sein, dass unser Leben aus der Perspektive Gottes beurteilt wird - dann eben nicht nur ein Tag, sondern das ganze Leben. Es wird nichts Anderes sein als ein intensives Betrachten des eigenen Lebens gemeinsam mit Gott - wobei es dann eben keine Ausflüchte mehr geben wird und wirklich Alles "schonungslos" und offen daliegt - eben die Wahrheit über unser Leben.

In der katholischen Religion ist uns neben dem regelmäßigen "Training" des Gewissens, des "Gottesorgans", auch die sakramentale Beichte sehr wichtig, also die sakramentale Lossprechung von der persönlich aufgeladenen Schuld, die Jesus Christus durch den Priester erteilt. Regelmäßig wird dabei das, was sich so an Staub und Dreck angesammelt hat von der Seele sozusagen "abgeduscht". Ich selbst gehe einmal in der Woche zur Beichte. Diese Frequenz mag hoch erscheinen - die Kirche schreibt ja nur die jährliche Beichte verpflichtend für alle Katholiken vor. Das Wunderbare an der Beichte ist aber, dass sie nicht nur für ihren eigentlichen Kernzweck da ist, nämlich die verwirkte Taufgnade nach einer Todsünde wiederherzustellen (das ist hoffentlich der seltene Anwendungsfall), sondern dass sie eben auch ein wunderbares Mittel ist, um die Seele zu entwickeln und Gott näherzubringen.