Prädestination / Vorherbestimmung


Das Wort "Karma" beinhaltet Ursache und Wirkung gleichermaßen. Es bedeutet, dass jede Ursache ihre Wirkung hat und dass es keine Wirkung ohne Ursache gibt.
Für Menschen bedeutet das, dass wir uns der Wirkung der von uns gesetzten Ursachen nicht entziehen können, selbst wenn sie im Geheimen geschehen,
Beispiel:
Jemand wird dick, auch wenn ihn keiner essen sieht.
Konsequenz: Wir sollten uns immer gut überlegen, was wir tun, denn früher oder später werden wir die Folgen unserer Handlungen zu tragen haben, hier oder im nächsten Leben, im Allgemeinen müssen wir gar nicht auf das nächste Leben warten, denn der Keim der Folgen des Karma ist schon im Moment der Handlung in uns gelegt.
Also "gutes Karma" machen!
Und was ist "gutes Karma machen"? Gutes Karma verursachen heißt, der Befreiung des eigenen Geistes und des Geistes aller anderen fühlenden Wesen zu dienen.
So einfach ist das.
P.S.: Man bedenke aber auch, was in diesem Sinne "schlechtes Karma machen" bedeutet. Das erklär ich jetzt nicht, habt ja selber einen Kopf.
Rentner hat folgendes geschrieben:
Gibt es keine Zufälle?


Ich habe mal in einem Radiobeitrag einen schönen Spruch gehört: Wenn mir etwas zufällt, dann muss es vorher jemand geworfen haben.

Ich glaube, dass die Gesetzmäßigkeiten des Universums so entworfen worden sind, dass sie perfekt ineinander greifen und einem höheren Zweck dienen, ebenso wie die einzelnen Dominosteine dem ganzen Bild dienen. Insofern passiert nichts zufällig, da Zufall implizieren würde, dass Dinge jenseits der allgemeinen Gesetzmäßigkeiten ablaufen würden.

Unabhängig davon glaube ich aber ebenfalls, dass bestimmte Ereignisse auch anders hätten ablaufen können und somit von den Entscheidungen der Menschen abhängig sind. Wenn ich meine Traumfrau treffe, dann deshalb, weil wir beide beschlossen haben, zur gleichen Zeit am gleichen Ort zu sein.
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"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523
Zum Thema Zufall:
Ich denke, "Zufall" ist nur eine Bezeichnung, die wir für überraschende, unerwartete Ereignisse verwenden. Wir sind ständig umgeben von Ereignissen, manche betreffen uns mehr, manche weniger. Treffen wir mit einem Ereignis, sei es für uns positiv oder negativ, zusammen, dass wir nicht oder nicht so erwartet haben, sprechen wir von Zufall.
Beispiel:
Ich gehe durch eine Stadt, wo ich noch nie war und treffe dort jemanden, den ich schon Jahrzehnte nicht mehr getroffen habe. Dann könnte ich sagen: "Na, so ein Zufall, dass ich dich hier treffe!"
Aber eigentlich ist es das genaue Gegenteil von Zufall. Da wir zu einer bestimmten Zeit uns in dieser Stadt in eine bestimmte Richtung bewegt haben, musste es zwangsläufig passieren, dass wir uns begegnen.
Auch alles, was vorher geschah, führte zu dem Ereignis, dass ich in diese Stadt überhaupt gefahren bin und aus welchem Grund, gerade zu diesem Zeitpunkt und so weiter, dasselbe gilt natürlich auch für den anderen. Je weiter wir die Geschichte rückwärts abrollen und der zeitliche und räumliche Abstand zu dem Ereignis größer wird, desto weniger sehen wir den Zusammenhang, aber er ist immer da.
Was ich meine, ist: Es gibt Ereignisse, einfach so, sie geschehen. Die Bewertung dieser Ereignisse kommt von uns, nicht von den Ereignissen selbt.
Das hat aber, um Missverständnisse zu vermeiden, nichts mit Vorherbestimmung im Sinne meiner Frage zu tun. Der Weg von sagen wir vor zehn Jahren bis heute, wo ich die andere Person treffe, ist sowohl meinerseits wie auch seitens des anderen mit Entscheidungen gepflastert, die so oder auch anders hätten ausfallen können, dann eben mit anderen Konsequenzen, und schon eine einzige andere Entscheidung hätte das Zusammentreffen unmöglich machen können. Dann wäre noch nicht mal die Frage aufgetaucht, ob es sich um einen Zufall handelte oder nicht.
Ich meine, dass die Definition "Zufall" halt auch nur meint, dass gewisse ziemlich voneinander unabhängige Ereignisse auf eine statistisch ziemlich unwahrscheinliche Art aufeinander treffen. Allerdings ist diese Unwahrscheinlichkeit auch wiederum nur eine menschliche Definition.
Rentner hat folgendes geschrieben:
Das Wort "Karma" beinhaltet Ursache und Wirkung gleichermaßen. Es bedeutet, dass jede Ursache ihre Wirkung hat und dass es keine Wirkung ohne Ursache gibt.


Deshalb habe ich ja auch geschriebn, dass "Karma" unterschiedlich besetzt ist. Karma umfasst für mich nicht alle Ursachen und Wirkungen. Aber prinzipiell stimme ich dir zu, auch was du über den Zufall geschrieben hast.
Die Frage war ja, ob wir in einer Welt leben, in der alles, auch unser Leben vorherbestimmt ist. Dazu müssen wir erstmal schauen, in was für einer Welt wir eigentlich leben, und ob zu diesem Weltbild ein freier Willepasst.
Ein Netzwerk von Objekten und Subjekten, die in Wechselbeziehung zueinander stehen, kann man ein "System" nennen. Als Objekte bzw. Subjekte können wir in unserem System auch die Menschen rechnen.
Grundsätzlich gibt es zwei Typen von Systemen: "offene" und "geschlossene".
Ein geschlossenes System hat beispielsweise einen definierten Anfang und ein definiertes Ende, auf das in der Entwicklung alles gesetzmäßig zuläuft.
Ein offenes System kann zwar einen Anfang haben, evtl. auch ein Ende, jedoch ist dieses Ende nicht definiert und kann auch nicht definiert werden.
Die Frage ist, in welchem System wir leben, was darauf hindeutet, das wir in diesem und nicht in jenem System leben und was das für unsere Frage nach dem freien Willen und der Vorherbestimmung bedeutet.
Anonymous hat folgendes geschrieben:
Die Frage war ja, ob wir in einer Welt leben, in der alles, auch unser Leben vorherbestimmt ist. Dazu müssen wir erstmal schauen, in was für einer Welt wir eigentlich leben, und ob zu diesem Weltbild ein freier Willepasst.


Wenn alles vorherbestimmt wäre, gäbe es logischerweise keinen freien Willen. Mich wundert allerdings, dass manche Leute tatsächlich zu dem Schluss kommen, alles sei vorherbestimmt. Woran machen sie das fest? Alles spricht doch eigentlich dagegen. Ich entscheide zb, ob ich jetzt diesen Beitrag schreibe oder mir lieber eine Folge von Dexter anschaue. Beides ist möglich, also kann es auch nicht vorherbestimmt sein.

Es gibt jedoch gewisse Einschränkungen. Das Leben eines einzelnen oder der Lauf der Welt im Großen gleicht einem Schachspiel - ich finde diesen Vergleich sehr treffend. Es gibt Spielregeln - das sind die göttlichen Naturgesetze, an die man sich zu halten gezwungen ist. Sie zu umgehen ist nicht möglich. So hat jede Schachspielfigur nur ganz bestimmte Bewegungsmöglichkeiten, zwischen einem Bauern, einem Läufer und der Königin gibt es darin große Unterschiede.

Das Spiel beginnt, und zu diesem Zeitpunkt hat der Spieler im Rahmen der Spielregeln einen noch sehr großen Entscheidungsspielraum. Er macht den ersten Zug, den zweiten, den dritten... Je weiter das Spiel voranschreitet, desto weniger Handlungsmöglichkeiten bleiben übrig, man wird quasi von dem Gegner in die Enge getrieben, falls sich das Spiel ungünstig entwickelt. Jeder Zug ist wie eine Saat, eine Handlung, die eine entsprechende Ernte nach sich zieht. Irgendwann bleiben nur ganz wenige Figuren auf dem Schachbrett, und der arme König steht kurz vor dem Matt. Dann hat der Spieler vllt. nur noch eine oder zwei Fluchtmöglichkeiten, die er erkennen und nutzen muss, wenn er die Niederlage vermeiden will. Sonst heißt es für ihn in Bälde "Schachmatt"!

Genauso ist es mit dem freien Willen des Menschengeistes in der Nachschöpfung. Heute ist der freie Wille bei vielen so wie oben beschrieben stark eingeschränkt, weil die Leute sich selbst im Laufe der Jahrtausende während vieler Inkarnationen in diese Situation hineinmanövriert haben, weil sie eben keine besonders guten Schachspieler gewesen sind. Es bleiben ihnen nicht mehr viele Möglichkeiten das Spiel zu gewinnen. Diese Einschränkung beim freien Willen betrifft nicht nur die Verhältnisse bei der Geburt, die Erziehung, Kindheit, diverse Schicksalsschläge im Leben und grobstoffliche Aktivitäten, sondern auch das Denken, die Gefühlswelt, die Innenwelt des Betreffenden, weil auch das alles vom Karma beeinflusst wird. Alles ist ein Spiel, gehört zum Spiel dazu. Im großen betrifft das die globalen Entwicklungen auf diesem Planeten, von denen viele ebenfalls unumkehrbar geworden sind. Der einzelne hat es jedoch in der Regel immer noch leichter als die Allgemeinheit, weil er flexibler ist und eigene Wege einschlagen kann anstatt sich nach der Mehrheit zu richten. Dennoch ist auch für den einzelnen die Lage ernst genug, denn es wird um seine geistige Existenz gespielt. Die Figuren bewegen sich auf den ersten Blick scheinbar ziellos, aber immer auf ein bestimmtes Ziel zu - dem König Matt zu setzen. Und wer ist der König in diesem Spiel?
Philipp2 hat folgendes geschrieben:
Dennoch ist auch für den einzelnen die Lage ernst genug, denn es wird um seine geistige Existenz gespielt. Die Figuren bewegen sich auf den ersten Blick scheinbar ziellos, aber immer auf ein bestimmtes Ziel zu - dem König Matt zu setzen. Und wer ist der König in diesem Spiel?


Der König im Schachspiel ist real; wenn Du ihn aber dem gleichsetzt, den ich hier herauslese, müsste man eben sicher sein, ob es ihn überhaupt gibt.
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Minou hat folgendes geschrieben:
Philipp2 hat folgendes geschrieben:
Dennoch ist auch für den einzelnen die Lage ernst genug, denn es wird um seine geistige Existenz gespielt. Die Figuren bewegen sich auf den ersten Blick scheinbar ziellos, aber immer auf ein bestimmtes Ziel zu - dem König Matt zu setzen. Und wer ist der König in diesem Spiel?


Der König im Schachspiel ist real; wenn Du ihn aber dem gleichsetzt, den ich hier herauslese, müsste man eben sicher sein, ob es ihn überhaupt gibt.


Man selbst ist der König, um den es geht. Das Ich ist dieser König, und das eigene Überleben ist immer das Ziel, sollte es zumindest sein.
Philipp2 hat folgendes geschrieben:
Man selbst ist der König, um den es geht. Das Ich ist dieser König, und das eigene Überleben ist immer das Ziel, sollte es zumindest sein.


Widerspricht sich das nicht? Es kann doch nicht das Ziel sein, sich selbst matt zu setzen, oder meinst Du hier das weltbezogene Ego?
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten

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