Ursprung und Wesen des Menschen


Long Road in einem anderen Thread hat folgendes geschrieben:
Burkl hat folgendes geschrieben:
Adam hatte volle Gotteserkenntnis und maximale Nähe zu Gott. (...)Er ist metaphysisches Sinnbild für den ersten Menschen. (...) Ich würde das so beurteilen: Es spielt für die Erfassung dieser Wahrheit der Bibel keine Rolle, ob Adam und Eva historische Persönlichkeiten waren oder nicht.


Unser Adam waren die Urmenschen und die waren nicht näher bei Gott, sondern näher bei den Tieren als wir. Etwas wohin du sicher nicht zurück willst.




"Dann sprach Gott: Das Land bringe alle Arten von lebendigen Wesen hervor, von Vieh, von Kriechtieren und von Tieren des Feldes. So geschah es. Gott machte alle Arten von Tieren des Feldes, alle Arten von Vieh und alle Arten von Kriechtieren auf dem Erdboden." (Gen 1,24 u. 25)

Mit den Tieren haben wir schon etwas Wesentliches gemein. Wir sind aus den gleichen "Material" - "Erde", "Ackerboden" oder "Ton" nennt es die Bibel. Wir sind wir sie biologische Wesen. Unser Biós, unser leibliches Leben, ist ihnen also wesensgemäß gleich. Es ist für mich daher durchaus klar und annehmbar, dass sich unser Biós evolutionär aus dem gleichen Genpool wie das Tierreich heraus entwickelt hat. Und wir hinsichtlich der leiblichen Daseinsebene der Evolution unterliegen.

Der Mensch hat aber noch eine entscheidende zusätzliche Existenebene dazubekommen - den "Atem Gottes", also die individuelle Geistseele, die ihn zur Person macht. Dieses Personsein ist die "Gottesebenbildlichkeit", die uns von der Tierwelt unterscheidet.

"Da formte Gott, der Herr, den Menschen aus Erde vom Ackerboden und blies in seine Nase den Lebensatem. So wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen." (Gen 2,7)

Long Road hat folgendes geschrieben:
Für die Erfassung der Bibel ist es vielleicht nicht relevant ob es zwei Menschen mit dem Namen Adam und Eva gegeben hat, aber sehr wohl wann diese Gottnähe im Paradies sein hätte sollen.

Wenn es ein metaphysisches Sinnbild sein soll stellt sich die Frage : Ein metaphysisches Sinnbild für was?


Dafür, dass mit "dem Menschen" an sich auf der transzendenten Ebene etwas Bestimmtes "schief gegangen" ist. Dieses Mysterium wird "Erbsünde" genannt. Der Mensch hat von Natur aus einen "Wurzelmangel", der sein ganzes Sein betrifft.
luschn in einem anderen Thread hat folgendes geschrieben:
Und wenn es die beiden nicht gab, auch kein Sündenfall und Verbannung aus dem Paradies


Wie gesagt - es ist für die Wahrheit und Aussagekraft der Bibel zur Schöpfung des Menschen irrelevant, ob es einen Herrn Adam Paradiso und eine Frau Eva Paradisa gab, die 7000 vor Christus an der Adresse "Paradiesgarten 1A" in einer Oase südlich des Jordans lebten.
Danke fürs Auslagern, Burkl! Langsam wurde der Homosexualitäts-Thread echt unübersichtlich.
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"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523
Burkl hat folgendes geschrieben:
luschn in einem anderen Thread hat folgendes geschrieben:
Und wenn es die beiden nicht gab, auch kein Sündenfall und Verbannung aus dem Paradies


Wie gesagt - es ist für die Wahrheit und Aussagekraft der Bibel zur Schöpfung des Menschen irrelevant, ob es einen Herrn Adam Paradiso und eine Frau Eva Paradisa gab, die 7000 vor Christus an der Adresse "Paradiesgarten 1A" in einer Oase südlich des Jordans lebten.


Aber nicht für die Konsequenzen die daraus resultieren.
Burkl hat folgendes geschrieben:
Mit den Tieren haben wir schon etwas Wesentliches gemein. Wir sind aus den gleichen "Material" - "Erde", "Ackerboden" oder "Ton" nennt es die Bibel. (...) "Da formte Gott, der Herr, den Menschen aus Erde vom Ackerboden und blies in seine Nase den Lebensatem. So wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen." (Gen 2,7)


Ja, aber so verhält es sich ja nicht. Wir Menschen kommen ja nicht aus Erde vom Ackerboden, sondern haben uns aus den Tieren heraus entwickelt. Wir sind keine eigenständige Entwicklunglinie seperat von den Tieren, sondern teilen uns gemeinsame Vorfahren.

Zitat:
Dafür, dass mit "dem Menschen" an sich auf der transzendenten Ebene etwas Bestimmtes "schief gegangen" ist. Dieses Mysterium wird "Erbsünde" genannt. Der Mensch hat von Natur aus einen "Wurzelmangel", der sein ganzes Sein betrifft.


Die Frage ist ja, wann ist da etwas schief gegangen und vor allem wann war diese Gottesnähe im Paradies gegeben. Laut Bibel ist das ja der Anfangszustand von dem wir abgefallen sind. Nur in der Evolution gibt es so einen Anfang, einen Punkt null auf der Zeitachse nicht.

Vorher waren Tiere, dann Primaten aus denen sich Menschen sehr langsam entwickelt haben. Gott müsste dann diese primitiven Primaten in einen paradisischen Zustand erhoben haben, um ihn dann wieder hinabfallen zu lassen. Das wird so aber nicht geschildert, sondern Gott erschuf Adam im Paradies, dann folgt die Vertreibung aus dem Paradies.
Zitat:

Wie gesagt - es ist für die Wahrheit und Aussagekraft der Bibel zur Schöpfung des Menschen irrelevant, ob es einen Herrn Adam Paradiso und eine Frau Eva Paradisa gab, die 7000 vor Christus an der Adresse "Paradiesgarten 1A" in einer Oase südlich des Jordans lebten.


So genau muss man es ja nicht nehmen, aber wie gesagt: Wo würdest du in der obigen Grafik diesen paradisische Zeit ansetzen damit es ein rundes Bild gibt?

So wie die obige Grafik (ohne biblischer Schöpfungsgeschichte) die Entwicklung darstellt ist eine klare Entwicklung vom primitiveren tierischen Menschen zum höher entwickelten Menschen nachvollziehbar. Adam müsste entweder weit davor liegen, oder er müsst diese Entwicklung radikal unterbrechen.

Das ist alles recht schwierig.
Long Road hat folgendes geschrieben:
Wir sind keine eigenständige Entwicklunglinie seperat von den Tieren, sondern teilen uns gemeinsame Vorfahren.


Genau das sagt die Bibel. Wir sind aus der gleichen "Erde" wie sie.

Zitat:
Die Frage ist ja, wann ist da etwas schief gegangen und vor allem wann war diese Gottesnähe im Paradies gegeben. Laut Bibel ist das ja der Anfangszustand von dem wir abgefallen sind. Nur in der Evolution gibt es so einen Anfang, einen Punkt null auf der Zeitachse nicht.
...
Wo würdest du in der obigen Grafik diesen paradisische Zeit ansetzen damit es ein rundes Bild gibt?


Der Sündenfall steht als transzendentes Ereignis über der Zeit.
Burkl hat folgendes geschrieben:

Der Sündenfall steht als transzendentes Ereignis über der Zeit.


Und die Menschheit büßt dafür bis ans Ende der Zeit?
luschn hat folgendes geschrieben:
Burkl hat folgendes geschrieben:

Der Sündenfall steht als transzendentes Ereignis über der Zeit.


Und die Menschheit büßt dafür bis ans Ende der Zeit?


Jesus hat das bereits für uns erledigt.
Guten Tag,

gg, bei Burkl ist eine interessante Entwicklung festzustellen.

Hat er sich noch vor einiger Zeit noch sehr skeptisch über die Evolutionstheorie geäußert, greift er sie nun nicht mehr an, sondern Bibelgeschichten, die sich nun überhaupt nicht mit dieser Theorie vereinbaren lassen, werden jetzt zu einem rein transzendentalen Geschehen (obwohl die kath. Kirche fast 2 Jahrtausende ihre Gläubigen vorwiegend
in dem Glauben gelassen hat, es wäre echte Historie).

Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Eine Schuld des Menschen, die da ist, bevor der Mensch überhaupt existiert hat und für die sogar die gesamte Welt mit büßt.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
mir fällt gerade noch etwas ein, was der erste Sündenfall beim Menschen gewesen sein könnte.

Vielleicht war der erste Sündenfall beim Menschen der, als der allererste Priester bemerkte, daß man mit einem "höchsten Wesen" sehr gut Macht über andere Menschen ausüben konnte.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!