Ursprung und Wesen des Menschen


Kann man so sehen, muss man aber nicht. Manche nehmen Schöpfungsgeschichte und Sündenfall wörtlich und historisch, so die "bibeltreuen Christen", manche nehmen sie symbolisch, manche als Mythos, manche als Märchen, manche als Quatsch.
Fazit: Man kann es nehmen wie man will. Man kann die Schöpfungsgeschichte sogar ignorieren. Man kann sich aber auch wissenschaftlichen Spekulationen über den Urknall hingeben.
Man kann aber auch das alles lassen und sich einfach des Lebens freuen.
LG, Safira
Ich denke, da die Bibel auch sehr viele Metaphern verwendet, dass es durchaus auch nicht bibelverleugnend ist, das als Mythos zu sehen.
Peter.Trim hat folgendes geschrieben:
Ich denke, da die Bibel auch sehr viele Metaphern verwendet, dass es durchaus auch nicht bibelverleugnend ist, das als Mythos zu sehen.


Die Genesis als "Mythos" zu sehen und damit auf einer Ebene mit Minotauren, Herkules, Sirenen und der Odyssee wäre meines Erachtens schon eine Verleugnung der Wahrheit der Bibel.
Ich spreche bei der Schöpfungsgeschichte von "mystischen Bildern" für die Verdeutlichung überzeitlicher Wahrheiten.
Stimmt, man kann die biblische Schöpfungsgeschichte/den Sündenfall als Mythos sehen, der mit der griechischen Mythologie vergleichbar ist, und mit den Mythen vieler anderer Völker auch.
Aber es ist auch völlig ok, wenn Burkl einer religiösen bzw. theologischen Meinung anhängt, die für mich und Milliarden anderer Menschen nicht in Frage kommt.
LG, Safira
Burkl hat folgendes geschrieben:


Ich denke man kann die Schöpfungsgeschichte nicht als eine Chronologie historischer Ereignisse sehen und lesen - sie ist kein Tatsachenbericht wie z.B. die Zeugenberichte über die Begegnungen mit dem auferstandenen Jesus. Die Bibel beinhaltet eben unterschiedlichste Literaturgattungen.

Die Genesis bringt mystische Bilder und Gleichnisse, um tiefe Grundwahrheiten über Gott und den Menschen verständlich zu machen. Und die Aussagen betreffen überzeitliche Wahrheiten.


Das Problem ist nur, dass es sehr, sehr lange Zeit keine unterschiedliche Literaturgattungen in der Bibel gab. Sehr lange Zeit wurde das alles als Tatsachenbericht "verkauft". Manche christlichen Strömungen machen das noch heute.

Erst als diese Meinung absolut nicht mehr haltbar war, weil die Gegenargumente von wissenschaftlicher Seite unwiderlegbar waren, hat man begonnen das auf eine mystische und transzendente Ebene zu heben, wo man sich unangreifbar fühlt.

Gibt es irgendein kirchliches Dokument, das älter als 1000 Jahre ist, wo ein Papst unzweideutig festgelegt hat welche Teile der Bibel als Tatsachenbericht zu sehen sind und welche als mystische Bilder und Gleichnisse? Sowas muss doch irgendwann einmal verbindlich gelehrt worden sein um die Bibel korrekt auslegen zu können. Wenn es da keine Richtlinie gibt kommt es mir sehr beliebig und zeitgeistmäßig vor je nach wissenschaftlicher Faktenlage etwas als Tatsache oder als mystisches Gleichnis zu sehen. Etwas dass das Papstamt ja seit 2000 Jahren verhindern soll.
Zitat:

Ich werde nicht viel tun können - außer die Polizei rufen


Sicherlich, du kannst einschreiten.

Zitat:
Wenn ich jetzt dein Bild umlege - du verlangst von Gott, dass er soweit "dazwischengeht", dass die menschliche Freiheit, die auch die Möglichkeit zu deren Missbrauch wesensgemäß mitumfasst, soweit eingeschränkt wird, dass eben kein Schaden mehr angerichtet werden kann. Also kurz bevor "etwas passiert" müsste Gott auf den "roten Knopf" drücken und die Sache eben umlenken - sozusagen "Freiheit mit Fußnote und kleingedrucktem Zusatz". Nur dann wäre er ein guter Gott.
Sicher wäre das theoretisch denkbar - nur geht in einem solchen Modell das Wesen des Menschen als Gottesebenbild und Wesen mit voller Freiheit verloren. Wir würden dann "programmierte Freiheit" haben - und damit auf die Ebene des Tierreiches zurückgestuft werden. Vielleicht hoch entwickelte Tiere, aber eben Tiere. Und Gott hat den Menschen als Ebenbild erschaffen. Wir sind - so unglaublich das klingt - sein Ebenbild. Und nur deshalb kann und will er uns als Freunde haben.


Nein, wir sind nicht sein Ebenbild. Eben weil er unsere Freiheit eingeschränkt hat

Er hat unsere Freiheit extrem eingeschränkt, es gibt so viele Sachen die wir nicht machen können, die Gott kann, weil er ja alles kann Aber er hat bei diesen Einschränkungen eben mMn interessante Prioritäten gesetzt, weil Krieg, Mord, Kindesmissbrauch etc. hat er uns frei gestellt, längere Zeit ohne Essen und Trinken zu überleben, fliegen, schneller als 100 kmH laufen hat er uns nicht ermöglicht. Wobei er sich den Spaß gemacht hat das anderen Lebewesen zu erlauben, nur halt uns als Krone der Schöpfung nicht
Falls ihr es noch nicht gemerkt habt: die Frau ist die Krone der Schöpfung, die wurde nämlich laut Bibel als Letzte geschaffen. Ohne sie wäre die Schöpfung unvollständig.
Tja.
LG, Safira
Long Road hat folgendes geschrieben:

Erst als diese Meinung absolut nicht mehr haltbar war, weil die Gegenargumente von wissenschaftlicher Seite unwiderlegbar waren, hat man begonnen das auf eine mystische und transzendente Ebene zu heben, wo man sich unangreifbar fühlt.

Gibt es irgendein kirchliches Dokument, das älter als 1000 Jahre ist, wo ein Papst unzweideutig festgelegt hat welche Teile der Bibel als Tatsachenbericht zu sehen sind und welche als mystische Bilder und Gleichnisse?


Hast du dazu Quellen, dass es kirchlicherseits eine Deutung der Schöpfungsgeschichte gab, die nicht (auch) mystisch und transzendent ist? Genau darum geht es ja in der Religion. Um Mystik und Transzendenz. Wenn es früher verbreitet war auf Grund einer anderen Weltsicht bestimmte Sachen gleichzeitig auch als historische Ereignisse zu sehen so heisst das ja nicht, dass es die transzendente und mystische Bedeutung früher nicht gab.

Zitat:

Er hat unsere Freiheit extrem eingeschränkt, es gibt so viele Sachen die wir nicht machen können, die Gott kann, weil er ja alles kann.


Gott sollte uns also etwas Entscheidendes vorenthalten, das Er selbst hat? Dieses Argument gegen das Vertrauen zu ihm ins Felde zu führen kommt mir bekannt vor.

"Darauf sagte die Schlange zur Frau: Nein, ihr werdet nicht sterben.
Gott weiß vielmehr: Sobald ihr davon esst, gehen euch die Augen auf; ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse." Gen 3, 4 u. 5
Wobei andere Mythen und Märchen als die Genesis-Schöpfungsgeschichte durchaus auch als mystische transzendente Wahrheiten angesehen werden könnten.
Peter.Trim hat folgendes geschrieben:
Wobei andere Mythen und Märchen als die Genesis-Schöpfungsgeschichte durchaus auch als mystische transzendente Wahrheiten angesehen werden könnten.


Ich würde sagen:
Indem sie grundlegende Erkenntnisse der Weisheit enthalten, können sie auf jeden Fall ahnungshaft Andeutungen über die transzendente Wirklichkeit "hinter dem Vorhang" enthalten, die Alles trägt. Aufreissen können sie diesen Vorhang jedoch nicht. Das kann nur die göttliche Offenbarung.

"Da riss der Vorhang im Tempel von oben bis unten entzwei. Die Erde bebte und die Felsen spalteten sich." (Mt 27,51)
Safira hat folgendes geschrieben:
Falls ihr es noch nicht gemerkt habt: die Frau ist die Krone der Schöpfung, die wurde nämlich laut Bibel als Letzte geschaffen. Ohne sie wäre die Schöpfung unvollständig.
Tja.
LG, Safira


Da es in der Bibel zwei Schöpfungsberichte gibt (die sich nebenbei bemerkt strikt widersprechen, aber Burkl erkennt da sicher auch eine mystische und transzendente Wahrheit dahinter ) stimmt es nicht ganz, denn nach dem ersten Bericht wurden Mann und Frau gleichzeitig geschaffen:

Zitat:
Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie
Genesis 1-27

Burkl hat folgendes geschrieben:
Hast du dazu Quellen, dass es kirchlicherseits eine Deutung der Schöpfungsgeschichte gab, die nicht (auch) mystisch und transzendent ist?


Nein, wie soll sowas aussehen? Dass ein Papst oder Kirchengelehrter explizit sagt :"Das ist NUR ein Tatsachenbericht, dahinter steht absolut kein mystisches oder transzendentes Gleichnis? So etwas wird man nicht finden.

Du kannst sogar in meiner Geburtsurkunde nicht nur einen Tatsachenbericht sehen, sondern auch dahinter eine mystische Wahrheit entdecken, weil nicht explizit darauf steht "Das ist nur ein Tatsachenbericht und hat keine mystische oder transzendente Bedeutung!"

Aber du hast hier die Beweislast umgedreht: Meine Frage war ja, ob es ein älteres kirchliches Dokument gibt das deine Erklärung rechtfertigt. Die Frage ist ja nicht ob es einen Beweis gibt, dass es das nicht gibt. Weil so wie es geschrieben steht in der Bibel ist es als historische Tatsache beschrieben: "Gott schuf das, Gott machte das etc." Da steht ja nicht: "Wir schreiben hier zwar, dass Gott das und das gemacht hat, aber so war es ja gar nicht wirklich, wir wollen hier nur eine größere transzendente Wahrheit mit mystischen Gleichnissen beschreiben".

Zitat:
Genau darum geht es ja in der Religion. Um Mystik und Transzendenz


In deiner vielleicht. Und das auch erst heute wo man vor der Wissenschaft auf eine mystische und transzendente Ebene geflüchtet ist um sich nicht mit lästigen Gegenargumenten herum schlagen zu müssen.

Zitat:
Wenn es früher verbreitet war auf Grund einer anderen Weltsicht bestimmte Sachen gleichzeitig auch als historische Ereignisse zu sehen so heisst das ja nicht, dass es die transzendente und mystische Bedeutung früher nicht gab.


Entweder wurde es als Tatsache verkauft, dann war es falsch, oder es wurde als mystisches Gleichnis bezeichnet. Wenn es als mystisches Gleichnis und als Tatsache bezeichnet wurde war es auch falsch es trotzdem als Tatsache zu verkaufen, wenn auch nur teilweise.

Nur frage ich mich, wie das aussehen soll: "So wie es dort steht war es! Aber nur ungefähr, weil eigentlich war es zwar anders und das Universum ist in Wirklichkeit viel älter und viel größer, aber das können wir heute noch nicht so sagen, deshalb packen wir das in ein mystisches Gleichnis dass zwar wie ein Tatsachenbericht klingt und wir sagen auch, dass es genauso war, aber eigentlich nur als mystisches und transzendente Wahrheit und nicht als irdische Wahrheit."

Zitat:
Gott sollte uns also etwas Entscheidendes vorenthalten, das Er selbst hat? Dieses Argument gegen das Vertrauen zu ihm ins Felde zu führen kommt mir bekannt vor.

"Darauf sagte die Schlange zur Frau: Nein, ihr werdet nicht sterben.
Gott weiß vielmehr: Sobald ihr davon esst, gehen euch die Augen auf; ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse." Gen 3, 4 u. 5


Gott hat uns deiner Meinung nach als Ebenbild geschaffen. Ich habe behauptet, dass wir nicht alles können was Gott so alles können soll. Siehst du das anders? Kannst du alles was Gott kann? Wenn nicht bist du kein Ebenbild sondern eine abgespeckte Version.

Bringst du jetzt Argumente, die deine ursprüngliche Aussage stützen? Nein, du wirfst mir vor, dass meine Argumente wie der der Schlange klingen. Das heißt wenn man keine Antworten auf eine Frage hat sagt man einfach, dass die Frage böse ist? Das ist eine interessant.