Sünde, Karma, Wiedergeburt und Evolutionssprung.


Demetrius hat folgendes geschrieben:

Wobei ich Momo doch noch zu den „Märchen“ zahlen würde“ – welche ja auch im Hintergrund die geistige Entwicklung des Menschen zeigen. (Die guten Märchen auf jeden Fall)
In der Unendlichen Geschichte geht M. Ende aber doch ziemlich in´s Detail. Ohne eigene Erkenntnis hätte Er das nicht so zeigen können.

Stimmt! Auch "Die unendliche Geschichte" ist so gesehen ein Märchen, aber eine fortgeschrittene spirituelle Erkenntnis des Verfassers kristallisiert sich hier deutlich heraus.
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Jedes Schicksal ist angemessen, individuell zugeschnitten, denn nichts, was Gott tut, ist sinnlos!
Peter.Trim hat folgendes geschrieben:
Demetrius hat folgendes geschrieben:

Wobei ich Momo doch noch zu den „Märchen“ zahlen würde“ – welche ja auch im Hintergrund die geistige Entwicklung des Menschen zeigen. (Die guten Märchen auf jeden Fall)
In der Unendlichen Geschichte geht M. Ende aber doch ziemlich in´s Detail. Ohne eigene Erkenntnis hätte Er das nicht so zeigen können.

Stimmt! Auch "Die unendliche Geschichte" ist so gesehen ein Märchen, aber eine fortgeschrittene spirituelle Erkenntnis des Verfassers kristallisiert sich hier deutlich heraus.


Durchaus. Vor Allem die Grundaussage ist zutiefst christlich:

Eine Welt, die Glaube Hoffnung und Liebe verliert, fällt ins Nichts. Ein Senfkorn (in der Erzählung: ein Sandkorn) Glaube hat genug Macht, um Alle zu retten.
Long Road in einem anderen Thread hat folgendes geschrieben:
Auch aus anderen religiösen Schriften. Oder wenn ich mir anschaue was da im anderen Thread mit der Unendlichen Geschichte passiert.


Ich nehme an, du spielst hiermit auf meinen Kommentar an?

Wie kann man die Szene am Ende, in der Bastian mit dem Sandkorn in der Hand mit sich ringt anders interpretieren als dass Michael Ende hier das menschliche Ringen um den "Glaubenssprung" meinte? Nachdem er sich überwunden hat wird auf einmal das zuvor unmöglich Scheinende möglich.
Burkl hat folgendes geschrieben:
Long Road in einem anderen Thread hat folgendes geschrieben:
Auch aus anderen religiösen Schriften. Oder wenn ich mir anschaue was da im anderen Thread mit der Unendlichen Geschichte passiert.


Ich nehme an, du spielst hiermit auf meinen Kommentar an?

Wie kann man die Szene am Ende, in der Bastian mit dem Sandkorn in der Hand mit sich ringt anders interpretieren als dass Michael Ende hier das menschliche Ringen um den "Glaubenssprung" meinte? Nachdem er sich überwunden hat wird auf einmal das zuvor unmöglich Scheinende möglich.


Nein, eher auf Demitrius

Ich habe dazu folgendes Zitat von Michael Ende selbst gefunden:

Zitat:
Michael Ende ist immer wieder gefragt worden, was denn die Botschaft seines Romans sei. In der Regel antwortete er auf diese Frage ähnlich wie in diesem Brief an eine Leserin: Aber Kunst und Poesie erklären ja nicht die Welt, sie stellen sie dar. Sie brauchen nichts, was über sie hinausweist. Sie sind selbst ein Ziel. Ein gutes Gedicht ist nicht dazu da, die Welt zu verbessern – es ist selbst ein Stück verbesserte Welt, es braucht daher keine Botschaft. Dieses Hinausstarren auf die Botschaft (moralisch, religiös, praktisch, sozial usw.) ist eine unselige Erfindung der Literaturprofessoren und Essayisten, die sonst nicht wüssten, worüber sie schreiben und schwätzen sollten. Die Stücke Shakespeares, die Odyssee, Tausendundeine Nacht, der Don Quixote – die größten Werke der Literatur haben keine Botschaft. Sie beweisen oder widerlegen nichts. Sie sind etwas, wie ein Berg oder ein Meer oder eine tödliche Wüste oder ein Apfelbaum
https://de.wikipedia.org/wiki/Die_u.....e_Geschichte#cite_note-12

Es ist oft so, dass Künstler selbst von den Interpretationen die in ihre Werke hineingelegt werden überrascht sind, weil sie diese "Botschaften" gar nicht beabsichtigt haben.
Long Road hat folgendes geschrieben:

Es ist oft so, dass Künstler selbst von den Interpretationen die in ihre Werke hineingelegt werden überrascht sind, weil sie diese "Botschaften" gar nicht beabsichtigt haben.


Tolkien hat Ähnliches bezüglich "Herr der Ringe" geschrieben. Die wollten meiner Meinung nach beide ihre Werke vor dem "Kaputinterpretieren" schützen.
Die Verarbeitung philosophischer und christlicher Grundthemen ist dennoch beiden Werken zu entnehmen. Es waren ja auch beide gläubige Christen.
Burkl hat folgendes geschrieben:

Tolkien hat Ähnliches bezüglich "Herr der Ringe" geschrieben. Die wollten meiner Meinung nach beide ihre Werke vor dem "Kaputinterpretieren" schützen.


Da beide tot sind ist da jetzt allen Interpretationen Tür und Tor geöffnet.

Zitat:
Die Verarbeitung philosophischer und christlicher Grundthemen ist dennoch beiden Werken zu entnehmen. Es waren ja auch beide gläubige Christen.


Dass christliche Themen und Werte thematisiert werden stelle ich gar nicht in Frage.

Interessant finde ich hier, dass Tolkien von Christen gerne aufgegriffen wird, während, wie vor kurzem, JK Rowling als Vertreterin des neuen Heidentums dämonisiert wird. Die ist auch gläubige Christin und greift auch immens christliche Grundthemen auf, während Tolkien auch heidnische Themen aufgreift.

Zitat:
Over the years, some religious people, particularly Christians, have decried Rowling's books for supposedly promoting witchcraft. Rowling identifies as a Christian,[197] and attended a Church of Scotland congregation while writing Harry Potter. Her eldest daughter, Jessica, was baptised there.[197][198] She once said, "I believe in God, not magic."[199] Early on she felt that if readers knew of her Christian beliefs they would be able to predict her plot line.[200]

In 2007, Rowling described having been brought up in the Church of England. She said she was the 0nly one in her family who regularly went to church. As a student she became annoyed at the "smugness of religious people" and worshipped less often. Later, she started to attend again at a church in Edinburgh.[201]
https://en.wikipedia.org/wiki/J._K._Rowling#Religion

Wo hier die Grenze gezogen wird ist mir schleierhaft.
Long Road hat folgendes geschrieben:
während, wie vor kurzem, JK Rowling als Vertreterin des neuen Heidentums dämonisiert


Bei pauschalen "Dämonisierungen" werde ich stutzig, weil es meistens so nicht stimmt (es gibt Ausnahmen, wo es tatsächlich stimmt, z.B. beim IS).

Was mir an Harry Potter nicht gefällt ist, dass es dem Guten letztlich nur durch Zauberkraft möglich ist, das Böse zu besiegen. Und das ist vom Grundsatz her heidnisches Denken. Im christlichen Glauben wird das Böse nicht durch Zauberei, sondern durch die Liebe überwunden.
Burkl hat folgendes geschrieben:

Was mir an Harry Potter nicht gefällt ist, dass es dem Guten letztlich nur durch Zauberkraft möglich ist, das Böse zu besiegen. Und das ist vom Grundsatz her heidnisches Denken. Im christlichen Glauben wird das Böse nicht durch Zauberei, sondern durch die Liebe überwunden.


Zitat:
Er verlor seine Eltern im Alter von 15 Monaten durch den tödlichen Fluch „Avada Kedavra“, ausgeführt von Lord Voldemort, dem mächtigsten dunklen Zauberer seiner Zeit. Harry ist der erste bekannte Mensch, der diesen Fluch überlebt hat, da er durch die Liebe seiner Mutter geschützt wurde, die ihr Leben für ihn opferte
https://de.wikipedia.org/wiki/Figuren_der_Harry-Potter-Romane

Das Hauptthema ist ja eben gerade, dass die Liebe stärker ist als die Zauberei. Deshalb kann der mächtigere böse Zauberer Harry Potter ja nicht besiegen weil der durch die Liebe seiner Mutter geschützt ist.

Vielleicht kennst du ja jemanden, der sein Leben für dich hingab damit das böse nicht über dich siegt?
Long Road hat folgendes geschrieben:
Burkl hat folgendes geschrieben:

Was mir an Harry Potter nicht gefällt ist, dass es dem Guten letztlich nur durch Zauberkraft möglich ist, das Böse zu besiegen. Und das ist vom Grundsatz her heidnisches Denken. Im christlichen Glauben wird das Böse nicht durch Zauberei, sondern durch die Liebe überwunden.


Zitat:
Er verlor seine Eltern im Alter von 15 Monaten durch den tödlichen Fluch „Avada Kedavra“, ausgeführt von Lord Voldemort, dem mächtigsten dunklen Zauberer seiner Zeit. Harry ist der erste bekannte Mensch, der diesen Fluch überlebt hat, da er durch die Liebe seiner Mutter geschützt wurde, die ihr Leben für ihn opferte
https://de.wikipedia.org/wiki/Figuren_der_Harry-Potter-Romane

Das Hauptthema ist ja eben gerade, dass die Liebe stärker ist als die Zauberei. Deshalb kann der mächtigere böse Zauberer Harry Potter ja nicht besiegen weil der durch die Liebe seiner Mutter geschützt ist.

Vielleicht kennst du ja jemanden, der sein Leben für dich hingab damit das böse nicht über dich siegt?


OK - Wenn das wirklich so ist. Ich muss sagen, ich habe die Romane selbst nicht gelesen - habe nur ein paar Eindrücke aus den Filmen behalten. Aber wenn das die Grundaussage ist, dann ist es eigentlich eine gute.
Burkl hat folgendes geschrieben:


OK - Wenn das wirklich so ist. Ich muss sagen, ich habe die Romane selbst nicht gelesen - habe nur ein paar Eindrücke aus den Filmen behalten. Aber wenn das die Grundaussage ist, dann ist es eigentlich eine gute.


Ich kenne wieder nur die Bücher und kann über die Filme nichts sagen. Möglich, dass man sich dort nur auf Zauberkämpfe und Special Effects fokusiert hat und sowas dadurch gar nicht rüberkommt. Mit den Herr der Ringe Filmen habe ich auch so manches Problem.

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