Die Grundlage für jeden wahren Fortschritt


Ist man im Bewustsein (das heißt in dem Bewußtsein, das immer wahrer wird - nicht etwas Angehaltenes, fertiges, sondern ein Bewußtsein im Aufstieg), ist man da drin, dann geht alles gut, sobald man aus ihm herauskommt, um in das alte, nicht fortschreitende Bewußtsein zurückzufallen oder in einen ganz langsamen und unmerklichen Fortschritt, kehrt die Störung zurück. Und das ist wie eine völlig klare, offenkundige Lektion.

Sicher wird ein großer Schritt gemacht sein, wenn es für den Menschen natürlich ist zu versuchen, sich selbst zu vervollkommnen, statt zu erwarten, die Vollkommenheit bei den anderen zu finden. Diese Umkehr ist die Grundlage für jeden wahren Fortschritt.

Der erste menschliche Instinkt ist: die Umstände sind daran schuld, es ist die Schuld der Leute, die Schuld... der hier ist so, der da ist so, jener... Und so geht es endlos weiter. Der erste Schritt, der erste Schritt ist zu sagen: wäre ich, so wie ich sein sollte, wäre alles vollkommen in Ordnung. Und wartet man, um einen Fortschritt zu machen, daß die anderen ihn machen, dann kann man endlos warten. Das ist das erste, was man überall verbreiten müßte. Niemals die Schuld auf die anderen oder auf die Umstände schieben, wie auch immer sie sein mögen, sogar dem Anschein nach die schlimmsten. Wenn man die richtige Haltung einnimmt und im wahren Bewußtsein ist, hat das eine große, sehr große Bedeutung für den inneren Fortschritt. Wahrhaftig, das scheint die erste Lektion zu sein, die man lernen muß.

Sri Aurobindo schrieb (ich übersetze frei), daß der Begriff der Sünde eingeführt wurde, um den Fortschritt zu erleichtern, und sofort (lachend) hat der Mensch die Sünde bei allen anderen Menschen gesehen - niemals bei sich selbst!
*Mira Alfassa, Die Mutter, (*1878 -1973)


"Das Sündenbewußtsein war nötig, damit der Mensch an seiner eigenen Unvollkommenheit Anstoß nehme. Es war Gottes Korrektiv gegen Egoismus. Aber des Menschen Ichsucht begegnet Gottes Mittel, indem sie der eigenen Sünden nur sehr dumpf, der Sünden anderer jedoch sehr lebhaft gewahr wird."
*Sri Aurobindo (1872 – 1950)

Kor·rek·ti̱v
Substantiv
etwas, das dazu dient, einen Fehler oder Mangel oder eine Einseitigkeit bei einer Person oder zwischen Personen auszugleichen.
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http://azmuto.blogspot.de
Lieber Azmuto!

Da hast du vollkommen recht. Zuallererst sollte man die Fehler bei sich selber beheben, das allerdings ohne sich schuldig zu fühlen.

Alles Liebe

Erich
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Es leitet mich die reine Liebe, die frei von Ego und frei von Konditionierungen ist!
Ich denke, man darf sich nicht unnötig schuldig fühlen, muss sich allerdings der eigenen Schuld bewusst sein.
Peter.Trim hat folgendes geschrieben:
Ich denke, man darf sich nicht unnötig schuldig fühlen, muss sich allerdings der eigenen Schuld bewusst sein.


Lieber Peter.Trim!

Der Geist kann niemals schuldig sein, doch der Mensch fühlt sich für dieses und jenes schuldig, und es wir ihm auch zum Beispiel von der römisch katholischen Kirche eingeredet, dass er schuldig ist, weswegen er sich vor lauter schuldig fühlen gar nicht auf das Wesentliche konzentriert, nämlich seine Fehler nicht wieder zu begehen.

Alles Liebe

Erich
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Es leitet mich die reine Liebe, die frei von Ego und frei von Konditionierungen ist!