Perversion der christlichen Religion


Hallo Tobias,
Zitat:
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Benachteiligung der Frau in Erbschaftsfragen

Du antwortest:
Stimmt wiederum nicht. Jeder Baha'i hat selbst sein Testament zu machen.

Das haben wir auch bereits mehrfach besprochen, weshalb ich es nicht weiter genau ausführen werde.


gg, das ist wiederum nur eine stark verkürzte Interpretation deinerseits.

Zwar stimmt es, daß jeder Bahai ein Testament machen sollte. Macht er es aber nicht, so tritt automatisch die Benachteiligung der Frau in der Erbschaftsreihenfolge in Kraft. Und es sollte auch dir bekannt sein, daß gerade ein Testament ein ziemlich unbeliebtes Thema ist, und das wohl besonders in stark hierarchisch konstruierten Sozialisationen.


Zitat:
Die Schriften des Baha'itums kannst du allesamt online einsehen. Forschungsliteratur gibt es ebenso sehr viel.


hmm, was ich bisher gefunden habe, war hauptsächlich auf Englisch und auch vorwiegend von Bahai-Anhängern oder eher nicht in die Tiefe gehende Übersichten.

Zitat:
Ebenso könnte man nun zig Stellen aufführen wo die Lehre des Baha'itums Frauen bevorzugt. Wenn ich dir davon mehr auffinde als die eine du du für die patriarchale gefunden hast, nennst du Baha'ullah dann einen Feministen?

Also, ich kann mich nicht daran erinnern, daß ich hier schon mal was von einer Bevorzugung der Frau gelesen habe. Daß sie eher gleichberechtigt ist als in den anderen montheistischen Religionen, das glaube ich gerne.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Zwar stimmt es, daß jeder Bahai ein Testament machen sollte. Macht er es aber nicht, so tritt automatisch die Benachteiligung der Frau in der Erbschaftsreihenfolge in Kraft.


Tatsächlich steht das so in der Erläuterung Nr. 136 zum Aqdas, dass die im Aqdas (§20) beschriebe Erbfolge.

Ein Testament zu machen ist aber eine zentrale Pflicht für einen Baha'i (Brief vom Universalen Haus der Gerechtigkeit vom 4. September 1982; Aqdas §109; Fragen und Antworten zum Aqdas §69). Davon abgesehen hat sich jedes Erbe eines Baha'i an die legalen Umstände des Landes zu halten in dem er lebt (Brief des Universalen Hauses der Gerechtigkeit vom 1. Oktober 1980).

Anders als du es darstellst ist das ausformulierte Erbrecht des Aqdas auf Sozialpflicht und Vermögensverteilung bedacht und nicht darauf Frauen zu prellen (Erläuterungen zum Aqdas Nr. 38). Zudem ist das Gesetz mutatis mutandis anzuwenden, wenn eine Frau gestorben ist (ebd.). Entsprechend würden dann Frauen bevorzugt werden.
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Also, ich kann mich nicht daran erinnern, daß ich hier schon mal was von einer Bevorzugung der Frau gelesen habe. Daß sie eher gleichberechtigt ist als in den anderen montheistischen Religionen, das glaube ich gerne.


Ich meines es schon gepostet zu haben. Aber hier gern noch einmal:

* im Notfall ist der Bildung von Mädchen Vorrang zu gewähren
* der Mann hat die Pflicht seine Ehefrau zu ökonomisch zu unterhalten
* der Mann muss der Frau eine Morgengabe zahlen
* Frauen sind während der Periode vom Pflichtgebet und dem Fasten befreit, aber nicht ausgeschlossen
* für Frauen ist die Pilgerfahrt obligatorisch, für Männer verpflichtend
* 'Abdulbaha sah den Aufstieg des Weiblichen sogar als ein zentrales Motiv bei der Bildung einer friedlichen Weltgesellschaft
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:

Jesus war wie auch euer Offenbarer in erster Linie ein Patriarch und das nicht unbedingt im positiven Sinne.

Wie dem auch sei, jedenfalls hat er dann am Kreuz genug Buße getan, meine ich!
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Jedes Schicksal ist angemessen, individuell zugeschnitten, denn nichts, was Gott tut, ist sinnlos!
Hallo Tobias,

also sind die Erklärungen zur Erbfolge 1982 nachgeschoben worden, da sich wohl doch einige Mitglieder eurer Religion darüber Gedanken gemacht haben.
Galt dies auch schon zur Zeit der Abfassung der Erbfolge? Waren die Erbgesetze des Landes auch damals schon bindend? Oder konnte jeder Bahai sich bei Erbstreitigkeiten als Mann auf dieses Gesetz berufen, was ja auch wohl schon vorgekommen ist. Mutatis Muntandis ist hier wohl kaum von Wert, da in den hierarchischen Gesellschaften Frauen wohl nur selten nennenswertes Erbe hatten.

Pjotr Kala
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