Perversion der christlichen Religion


@Pjotr Kala

Zitat:
Natürlich hat es der sozialen Realität entsprochen!
Das Dominanz- und Ignoranz-Verhalten der Männer ist ja sogar bei Offenbarern nicht unbekannt. Eine Frau hätte zur Zeit Jesu wahrscheinlich starke Probleme gehabt, eine Scheidung durchzusetzen.
Gibt es nicht im AT eine Stelle, wo ein Mann die Witwe seines Bruders ehelichen soll, damit diese versorgt ist oder so ähnlich? Das wäre dann ein Hinweis auf die soziale Abhängigkeit der Frau vom Manne zu jener Zeit.


Da braucht man keine Stelle aus der Hebräischen Bibel zu. In den meisten Völkern waren fast Frauen auf den Haushalt (der allerdings nicht nur das Haus, sondern die gesamten eigenen Ländereien und Geschäfte meint) beschränkt wo ihre Arbeit nicht direkt finanziell entlohnt wurde. Dagegen nahmen Männer den Außenkontakt wahr und hatten zumindest die formelle Hoheit über den gesamten Haushalt. In der Regel haben Frauen nichts bis sehr wenig besessen, was im sozialen Ideal des Patriarchats ja auch nicht notwendig gewesen wäre, da der Mann oder die männlichen Verwandten die Frauen ja zu versorgen hatten.

Frauen die ihr eigenes Geld verdienten waren eine soziale Minderheit. Der Umstand war für die Frau selber in der Regel weniger beschämend als für die männlichen Verwandten. Freilich gab es auch immer Ausnahmen (z.B. Positionen für Frauen im Kultus der Römischen Religion).

Problem an der ganzen Sachen ist natürlich das Menschen ihre Macht über anderen Menschen tendenziell missbrauchen.

Auf jeden Fall lässt sich hier aber nicht erkennen inwiefern Jesus Frauen hier in eine soziale Notsituation getrieben hätte. Der Vers dient doch gerade dazu Scheidungen zu minimieren. Tatsächlich haben auch alle christlichen Gruppen ein negatives Verhältnis zu Scheidungen.
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Gut, es ist überzogen formuliert. Trotzdem war es wohl schwierig für eine Geschiedene, sich den Lebensunterhalt zu verdienen. Das hat dann wohl bedeutet, daß Geschiedene sich vermehrt der Prostitution zugewandt haben. Jesus weist hier den scheidungswilligen Männer die Schuld dafür zu. Trotzdem wird das männliche Fremdgehen erst gar nicht artikuliert und nur das Fremdgehen der Frau besonders hervorgehoben und als Scheidungsgrund akzeptiert.


Dein gesamter Beitrag war völlig inakzeptabel formuliert. Du hast einen Vers der zur Minimierung von Scheidungen gedacht ist als Verbrechen gegen die Menschlichkeit dargestellt und mit Ermordung durch Verbrennung gleichgesetzt. Sowas ist einfach inakzeptabel.

Was Jesus hier tut ist die Möglichkeit der Scheidung zu minimieren. Meinst du ernsthaft aus dem Neuen Testament herauslesen zu können das Jesus den Ehebruch von Männern toleriert hätte?

Zumal hier eben nicht von 'Fremdgehen' die Rede ist, sondern von 'Hurerei'. Der Markt für männliche Prostitution dürfte damals verschwindend gering gewesen sein. Er ist ja selbst heute noch viel geringer als andersherum.
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Da bin ich natürlich überfragt. Wenn das Wort "Abgeschiedene" eher für mehrfach der Prostitution überführte Ehefrauen gelten soll, so bekommt dieser Satzteil eine andere Aussage. Das müßten dann Exegeten mal genauer unter die Lupe nehmen.


Es gibt genug Bibeln mit interlinearer Übersetzung online. An der Stelle steht 'Hurerei'. Der Skandal besteht hier darin, dass einige Übersetzungen daraus 'Ehebruch' machen.

Wobei Jesus übrigens selbst den Kontakt zu bekannten Prostituierten nicht mied und offenbar eine Umkehr für möglich hielt. Das wäre dann der Fall wo Exegeten eine Lösung finden müssten wie das zusammen geht.
Hallo Tobias,

Zitat:
Was Jesus hier tut ist die Möglichkeit der Scheidung zu minimieren. Meinst du ernsthaft aus dem Neuen Testament herauslesen zu können das Jesus den Ehebruch von Männern toleriert hätte?


Nein, das glaube ich nicht. Aber der Evangelist hat nun mal ausdrücklich nur die "Hurerei der Frauen" erwähnt und die Männer, die ja in der Regel die treibenden Kräfte sind, unerwähnt gelassen.

Zitat:

Zumal hier eben nicht von 'Fremdgehen' die Rede ist, sondern von 'Hurerei'. Der Markt für männliche Prostitution dürfte damals verschwindend gering gewesen sein. Er ist ja selbst heute noch viel geringer als andersherum.


Man hat damals schon Homosexuelle teilweise bis in den Tod verfolgt.
Was meinst du wohl, was sie mit bekannten männlichen Prostituierten gemacht hätten?

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Es hat sogar Zeiten gegeben, wo Menschen nur dann eine Ehe eingehen konnten, wenn sie genügend Geld für den Unterhalt aufbringen konnten.
Nutzt aber alles nichts, unsere biologische Natur ist die, das die meisten von uns ein solches Verhältnis zumindest auf sexueller Ebene anstreben und die Frau in den vergangenen Jahrtausenden sehr oft als Sexualobjekt und Gebärmaschine mißbraucht worden ist. Dies wurde teilweise sogar so begründet, die Frau verdiene es nicht anders, weil sie ja schließlich Adam verführt habe. Selbst Nietzsche konnte sich den Satz nicht verkneifen "Gehst du zur Frau, vergiß die Peitsche nicht".


Dass ein Mann erst eine Frau ehelichen konnte, wenn er mindest für deren Unterhalt und für den der Kinder sorgen konnte war der Normalfall. Alles andere wäre von den Vormündern der Frau auch völlig fahrlässig gewesen, da sie ihre Tochter sonst in die Armut oder in die Knechtschaft verscherbelt hätten. Von dem Leiden der aus der Beziehung hervorgehenden Kinder nicht zu sprechen.

Da es kaum Methoden der Verhütung gab bedeutete eine erotische Beziehung zwischen Mann und Frau nun einmal das sie in baldiger Zeit schwanger wurde und dann bald ein Mund mehr zum Füttern da war, der dabei selbst aber etwa eine Dekade selbst kaum Arbeit verrichten konnte. Das ist schlicht ein Faktum. In einer Gesellschaft ohne Verhütung ist eine starke Kontrolle der Sexualität genauso notwendig wie den Mann an die Frau zu binden mit der er Kinder gezeugt hat und umgekehrt, sonst potenziert sich das Leid und soziale Chaos ins Unendliche. Und genau solche Institutionen haben auch alle Gesellschaften gehabt, welche bis heute überlebt haben. Warten wir mal ab welche Gesellschaften die nächsten paar Jahrhunderte überleben.

Natürlich gab es Frauenfeindlichkeit. Aber das gesamte soziale Leben und alle gesellschaftlichen Institutionen darauf zu reduzieren ist absurd.

Was wäre denn unter den gegebenen Umständen deine realistische Alternative gewesen?

Wenn du übrigens mal weibliche Sexualobjekte sehen willst mach den TV an, geh in den Zeitschriftenladen (und nicht nur die Magazine für Herren, sondern auch die für die Damen) oder auf die mit am meisten besuchten Webseiten im Internet.

Ich bin kein großer Fan von Nietzsche, aber man sollte auch seine Zitate immer im Kontext lesen. Nietzsches Haltung zu Frauen, Ehe und Fortpflanzung ist komplex und widersprüchlich und mündet in zahlreichen absurden Sprüchen, Gleichnissen und Lösungsvorschlägen. Wie eben seine Philosophie überhaupt.
Tobias hat folgendes geschrieben:

Dass ein Mann erst eine Frau ehelichen konnte, wenn er mindest für deren Unterhalt und für den der Kinder sorgen konnte war der Normalfall. Alles andere wäre von den Vormündern der Frau auch völlig fahrlässig gewesen, da sie ihre Tochter sonst in die Armut oder in die Knechtschaft verscherbelt hätten. Von dem Leiden der aus der Beziehung hervorgehenden Kinder nicht zu sprechen.
Da es kaum Methoden der Verhütung gab bedeutete eine erotische Beziehung zwischen Mann und Frau nun einmal das sie in baldiger Zeit schwanger wurde und dann bald ein Mund mehr zum Füttern da war, der dabei selbst aber etwa eine Dekade selbst kaum Arbeit verrichten konnte. Das ist schlicht ein Faktum. In einer Gesellschaft ohne Verhütung ist eine starke Kontrolle der Sexualität genauso notwendig wie den Mann an die Frau zu binden mit der er Kinder gezeugt hat und umgekehrt, sonst potenziert sich das Leid und soziale Chaos ins Unendliche.

Richtig! So sehe auch ich das, dass Jesus dann bezüglich der damaligen Situation das Leid minimieren wollte.
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Jedes Schicksal ist angemessen, individuell zugeschnitten, denn nichts, was Gott tut, ist sinnlos!
Hallo Tobias,

Zitat:
Da es kaum Methoden der Verhütung gab bedeutete eine erotische Beziehung zwischen Mann und Frau nun einmal das sie in baldiger Zeit schwanger wurde und dann bald ein Mund mehr zum Füttern da war, der dabei selbst aber etwa eine Dekade selbst kaum Arbeit verrichten konnte. Das ist schlicht ein Faktum. In einer Gesellschaft ohne Verhütung ist eine starke Kontrolle der Sexualität genauso notwendig wie den Mann an die Frau zu binden mit der er Kinder gezeugt hat und umgekehrt, sonst potenziert sich das Leid und soziale Chaos ins Unendliche.


Soziales Chaos haben weder Religionen noch weltliche Institutionen verhindern können. Dies ist hauptsächlich von wirtschaftlichen und nicht zu vegessen von Machtfaktoren abhängig. Kinder wurden teilweise eher als (lästiges) Nebenprodukt des Sexualakts betrachtet oder auch als willkommene (Kinder-) Arbeitskraft oder soziale Absicherung im Alter.

Außerdem ging es mir hauptsächlich um die meiner Meinung nach in den Absätzen der Bergpredigt durchschimmernde Geringschätzung der Frau.

Zitat:
Heiler erkannte in den "Hochreligionen" aber eine Unterdrückung und Geringschätzung der Frau, die teilweise geradezu in Frauenfeindlichkeit ausarte. Männer würden die entscheidende Initiative, Schöpferkraft und Leitung der religiösen Organisationen für sich beanspruchen. Heilers Feststellungen blieben lange Zeit ohne Resonanz. Erst in den vergangenen 20 Jahren ist die Erkenntnis gewachsen, dass die großen Religionen der Gegenwart weitgehend androzentrisch geprägt sind und darüber hinaus die männliche Dominanz in der Gesellschaft religiös legitimiert haben.[2] Die traditionellen Auffassungen über Rechte und Pflichten der Geschlechter basieren dabei weitgehend auf dem Modell der polaren Geschlechterrollen einer heterosexuell orientierten Gesellschaftsordnung. Die Religionen sind allesamt im Kontext patriarchal organisierter Gesellschaften entstanden und haben die männlich dominierten Sozialstrukturen ideologisch untermauert. Es gibt viele Gemeinsamkeiten, aber auch einige Unterschiede zwischen den einzelnen Religionen bezogen auf das Ausmaß und die Formen der Legitimation und Ausübung männlicher Dominanz. Die Argumentationslinien sind einander jedoch sehr ähnlich.


Zitiert von[url]http://www.bpb.de/apuz/162388/frauen-
und-religionen?p=all[/url]

Und noch ein Zitat:

Zitat:
In der Zusammenstellung "Frauen, Sklaven, Kinder" kommt die geringe Achtung zum Ausdruck, die man der Frau entgegenbringt. Für Josephus ist sie "in allem dem Manne unterlegen" (Ap. 1124). Rabbi Juda ben Elai sagt: "Drei Lobpreisungen muß man jeden Tag sprechen: Gepriesen sei, der mich nicht zum Heiden machte! Gepriesen sei, der mich nicht zur Frau machte 1 Gepriesen sei, der mich nicht zum Unwissenden machte! Gepriesen, der mich nicht zum Heiden machte: alle Heiden sind wie nichts vor ihm. Gepriesen, der mich nicht zur Frau machte: denn die Frau ist nicht zu Geboten verpflichtet. Gepriesen, der mich nicht zum Ungebildeten machte: denn der Ungebildete fürchtet die Sünde nicht" (Tos. Ber. 7,1. Damit ist die Stellung der Frau zum Gesetz be­rührt. Von Rabbi Eliezer wird der Satz überliefert: "Wer seine Tochter Thora lehrt, lehrt sie Albernheit" (Sota 3,4); von ihm stammt das Wort: "Lieber möge die Thora in Flammen aufgehen, als daß sie den Frauen übergeben werde" (pal. Sota 3,4. 19 a 7). Frauen gelten als unbelehrbar und leichtfertig (bab. Schab. 33b). Neun Teile der Schwatzhaftigkeit in der Welt werden den Frauen zugeschrieben (bab. Qid. 49 b). Die Thora bindet die Frau nicht in der gleichen Weise wie die Männer. "Zu allen Geboten, die an eine bestimmte Zeit geknüpft sind, sind die Männer verpflichtet, während die Frauen von ihnen befreit sind" (Qid. 1,7). Die Frau ist befreit von den Wallfahrten nach Jerusalem zu den großen Jahresfesten, vom Wohnen in der Laubhütte und dem Schwingen des Fest­straußes am Laubhüttenfest, von der Rezitation des Schma Jisrael und vom Anlegen des Gebetsriemens. Frauen werden nicht zur Danksagung bei Tisch aufgefordert. Dagegen ist die Frau an alle Verbote der Thora gebunden und untersteht der ganzen Strenge der Strafen, die auf diese Verbote gelegt sind. Sie ist zum Hauptgebet des Tages verpflichtet, zum Tischgebet und zur Heili­gung der Türpfosten durch das Schina (Deut. 6,9). Sie wird vor Gericht nicht als Zeuge gehört und kann nicht als anklagender Belastungszeuge vor Gericht auftreten. Ihr Recht wird durch ihren Vater, wenn sie unverheiratet, durch ihren Mann, wenn sie verheiratet ist, wahrgenommen. Die verwitwete Frau ist schutz- und rechtlos, weshalb schon die Propheten auffordern, das Recht der Witwe nicht zu beugen und sich ihrer anzunehmen (vgl. Jak. 1,27). Keine Frau darf sich einen jüdischen Sklaven erwerben. Sie wird überhaupt aus dem öffentlichen Leben verdrängt. Schon Sir. 9,9 heißt es: "Mit einer verheirateten Frau pflege nicht viel Unterhaltung und führe nicht lange Gespräche mit ihr, damit sich nicht dein Herz ablenken lasse und du mit schuldigem Blute in die Unterwelt hinabsteigest." Jose ben Joachanan sagt: "Rede nicht viel mit der Frau" (Abot:1,5); "wegen eines unnötigen Gespräches, das zwischen dem Manne und seiner Frau vorfällt, wird der Mann in der Stunde des Todes zur Rede gestellt." Das alles enthüllt: Die Frau wird wesentlich als Geschlechts­wesen gesehen, das auf den Mann verführerisch wirkt. Man läßt sie, wenn Gäste im Hause sind, nicht am Mahl teilnehmen; sie horcht darum an der Tür des Nebengemachs auf das, was beim Mahle gesprochen wird. "Man läßt sich nicht von der Frau bedienen." Der Gruß auf der Straße wurde ihr verweigert (bab. Qid. 70a b). Hingegen nimmt sie am Sabbat- und am Passamahl teil. So ist ihre Stellung vom pharisäisch gewordenen Rabbinat bestimmt worden. In sadduzäischen Kreisen und auch in den Häusern der wohlhabenden Leute ist man freier gesonnen. Auf dem Lande sind derartige Weisungen nicht in jeder Hinsicht durchgeführt worden. In gesetzesstrengen Kreisen werden Frauen und heranwachsende Töchter in die Frauengemächer eingeschlossen und dürfen sich nur verschleiert in der Öffentlichkeit zeigen. Von den heranwachsenden Töch­tern heißt es bei Sirach: "Eine Tochter ist für den Vater ein Schatz, der ihm Unruhe macht, und die Sorge um sie stört ihm den Schlaf. Eine schamlose Tochter halte in strenger Hut, damit sie dich nicht zur Schadenfreude für deine Feinde mache! ... Wo sie weilt, sei kein Fenster, und wo sie übernachtet, kein Zugang ringsherum. Vor keinem Manne lasse sie sich sehen, und unter Frauen soll sie nicht vertraulich verkehren" (Sir. 42,9 ff.). Aus dem Jahre 176 v. Chr. ist bei einer Bedrohung des Tempelschatzes durch Heliodor berichtet: "Die Frauen liefen, mit Bußgewändern die Brust umgürtet, auf der Straße in Menge zusammen. Die sonst eingeschlossenen Jungfrauen liefen, die einen an die Pfor­ten, die anderen auf die Mauern. Einige lugten durch die Fenster. Alle streckten die Hände zum Himmel empor und beteten" (2. Makk. 3, 19 f.) 4. Makk. 18,7 steht das Bekenntnis:" Ich ward eine reine Jungfrau und habe nie die Schwelle des Vaterhauses überschritten." Die Mutter Kimchith, die sieben Söhne hatte, die alle Hoherpriester wurden, bekennt: "Nie in meinem Leben sahen die Balken meines Hauses meine Zöpfe"; sie ging auch im Hause verschleiert (bab. Joma 47 a). Nur am Tage ihrer Hochzeit durfte sich die Frau mit unverhülltem Haupt im Hochzeitszug zeigen.


Zitiert von:http://basisreligion.reliprojekt.de/zeitgeschichte.html

Und diese Unterdrückung der Frau läßt sich bis heute in verschiedenen Religionen und Kulturen nachweisen.

Jesus war wie auch euer Offenbarer in erster Linie ein Patriarch und das nicht unbedingt im positiven Sinne.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Jesus war wie auch euer Offenbarer in erster Linie ein Patriarch und das nicht unbedingt im positiven Sinne.


Worauf basiert dein Urteil das Baha'ullah patriarchal war bzw. seine Offenbarung es ist.

Ich nehme mal an das du darauf hinaus willst. Wenn mir auch nicht ganz klar ist wie du nun auf das Baha'itum kommst. Ich ahne mal wieder den Versuch das Rundumschlags.

Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Soziales Chaos haben weder Religionen noch weltliche Institutionen verhindern können. Dies ist hauptsächlich von wirtschaftlichen und nicht zu vegessen von Machtfaktoren abhängig.


Was soll das bitte aussagen? Sagst du gerade ernsthaft Institutionen hätten Chaos nicht verhindert sondern Macht? Was ist denn bitte eine Institution und was ist Macht?

Wenn man solche Urteile trifft, sollte man wenigstens im gewissen Maßen auf seine Begriffe achten und darauf ob das was man da verzapft auch nur irgendwie einen Sinn ergibt.

Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Kinder wurden teilweise eher als (lästiges) Nebenprodukt des Sexualakts betrachtet oder auch als willkommene (Kinder-) Arbeitskraft oder soziale Absicherung im Alter.


Auch das ist etwas verkürzt. Sicher sind Kinder auch einfach 'passiert'. Das aus Geschlechtsverkehr von fruchtbaren Menschen Kinder hervorgehen war schlicht ein Faktum.

Und freilich hatten Kinder eine starke sozialversichernde Funktion. Emotionale Fürsorge war aber auch damals nicht unbekannt. Ebenso wie der Wunsch Erben und Nachkommen zu hinterlassen.

Ändert aber alles nicht an der von mir im Post oben beschrieben Sexualregulationsfunktion von Religion, die sozial schlicht notwendig war.

Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Außerdem ging es mir hauptsächlich um die meiner Meinung nach in den Absätzen der Bergpredigt durchschimmernde Geringschätzung der Frau.


Die man aber nicht auf Jesus schieben kann. Das dieser sich hier (und an anderen Stellen des Neuen Testaments) schützend vor Frauen gestellt hat ist kaum ernsthaft bestreitbar.

Den Kontext das Patriarchats habe ich nie abgestritten und auch nicht das dieser z.T. mitgetragen wurde.

Eine Lehre kann immer nur soweit reformatorisch oder revolutionär sein, wie Leute sie annehmen und umsetzen können. Alles andere endet im Chaos oder wird abgelehnt. Zumindest ein paar Anhänger brauchte auch Jesus, sonst wäre er schnell in Vergessenheit geraten.

Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Zitiert von[url]http://www.bpb.de/apuz/162388/frauen-
und-religionen?p=all[/url]


Den Artikel finde ich ehrlich gesagt nicht sonderlich gelungen (ohne über das Gesamtwerk der Autorin was sagen zu wollen). Nicht besser wird es dadurch, dass du nur den Auszug zitierst der dir in den Kram passt.

Das kann ich auch genau andersherum machen:

"In allen großen Religionen der Gegenwart finden sich Impulse für die Gleichstellung der Geschlechter"

"Ambivalente Einstellungen zur Forderung nach Gleichstellung und Gleichberechtigung von Frauen sind jedoch nach wie vor in allen religiösen Traditionen zu beobachten."

Was der Artikel, so zumindest mein Eindruck, zu übersehen scheint ist, dass Religionen Schutzräume und normative Schutzzonen für Frauen errichtet haben.
Hallo Tobias,


Zitat:
Worauf basiert dein Urteil das Baha'ullah patriarchal war bzw. seine Offenbarung es ist.


gg, ich geb dir recht, daß da mein Urteil recht eingeschränkt ist, da ich das Bahaitum hauptsächlich nur hier aus diesem Forum kenne. Und hier werden von deiner Seite ja auch die Schwachstellen dieser Religion vehement bestritten. Hier in diesem Zusammenhang ist mir nur die Nichtwählbarkeit der Frau in euer oberstes Gremium und die Benachteiligung der Frau in Erbschaftsfragen bekannt geworden. Warum eine Frau nicht wählbar ist, sollte doch eigentlich "bald" lt. eurem Offenbarer klar ersichtlich werden.
Nun, von den 1000 Jahren sind immerhin schon ca 170 verstrichen.


Zitat:
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Soziales Chaos haben weder Religionen noch weltliche Institutionen verhindern können. Dies ist hauptsächlich von wirtschaftlichen und nicht zu vegessen von Machtfaktoren abhängig.

Du antwortest:
Was soll das bitte aussagen? Sagst du gerade ernsthaft Institutionen hätten Chaos nicht verhindert sondern Macht? Was ist denn bitte eine Institution und was ist Macht? Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Soziales Chaos haben weder Religionen noch weltliche Institutionen verhindern können. Dies ist hauptsächlich von wirtschaftlichen und nicht zu vegessen von Machtfaktoren abhängig.


Was soll das bitte aussagen? Sagst du gerade ernsthaft Institutionen hätten Chaos nicht verhindert sondern Macht? Was ist denn bitte eine Institution und was ist Macht?

Das Wort Institutionen war schlecht gewählt. Gemeint waren weltliche Herrscher oder Religionen und deren Macht-Installationen. Die nachfolgenden Interpretationen von irgendwelchen Offenbarern haben nur in begrenztem Maße Einfluß auf das Sozialgefüge genommen und dies auch oft zum Nachteil des überwiegenden Teils der Bevölkerung.
Schließlich geht man davon aus, daß ca 90% der Bevölkerung in den vergangenen Jahrtausenden politisch und sozial von einer religösen und oder weltlichen Bildungs- und Machtelite abhängig war.

Zitat:
Und freilich hatten Kinder eine starke sozialversichernde Funktion. Emotionale Fürsorge war aber auch damals nicht unbekannt. Ebenso wie der Wunsch Erben und Nachkommen zu hinterlassen.


gg, Nachkommen zur Sicherung der Altersvorsorge sehr wahrscheinlich, aber was sollten die 90% denn großartig vererben, außer vielleicht ein kleines Stückchen Land, von dem meist noch nicht einmal eine Familie ernährt werden konnte.


Zitat:
Die man aber nicht auf Jesus schieben kann. Das dieser sich hier (und an anderen Stellen des Neuen Testaments) schützend vor Frauen gestellt hat ist kaum ernsthaft bestreitbar.

Ja, er hat hier den Mann gewisse Schranken gesetzt. Gleichzeitig hat er aber hier den außerehelichen Verkehr der Frau sehr negativ bewertet, während das häufiger vorkommende Fremdgehen von Männern keine Erwähnung findet.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Nichtwählbarkeit der Frau in euer oberstes Gremium


Stimmt, das geht aber nicht auf Baha'ullah zurück, sondern auf eine bestimmte Lesart eines Briefs von 'Abdulbaha'.

Davon das in der aktuellen Administration des Baha'itums eine weit größere Rolle spielen als in säkularen Organisationen nicht zu sprechen. Aber auch darauf wurde schon in entsprechenden Threads seitenweise hingewiesen.

Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Benachteiligung der Frau in Erbschaftsfragen


Stimmt wiederum nicht. Jeder Baha'i hat selbst sein Testament zu machen.

Das haben wir auch bereits mehrfach besprochen, weshalb ich es nicht weiter genau ausführen werde.

Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Warum eine Frau nicht wählbar ist, sollte doch eigentlich "bald" lt. eurem Offenbarer klar ersichtlich werden. Nun, von den 1000 Jahren sind immerhin schon ca 170 verstrichen.


Wie gesagt ist der besagte Brief von 'Abdulbaha', damit weit jünger und zudem entsinne ich mich an kein "bald" darin.

Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
gg, ich geb dir recht, daß da mein Urteil recht eingeschränkt ist, da ich das Bahaitum hauptsächlich nur hier aus diesem Forum kenne. Und hier werden von deiner Seite ja auch die Schwachstellen dieser Religion vehement bestritten.


Warum sollte auch jemand einer Religion angehören die er für schlecht hält? Dazu gäbe es nur den Grund der Vorteilnahme oder der Tradition. Beides bringt bei den Baha'i nicht sonderlich viel.

Die Schriften des Baha'itums kannst du allesamt online einsehen. Forschungsliteratur gibt es ebenso sehr viel.

Ebenso könnte man nun zig Stellen aufführen wo die Lehre des Baha'itums Frauen bevorzugt. Wenn ich dir davon mehr auffinde als die eine du du für die patriarchale gefunden hast, nennst du Baha'ullah dann einen Feministen?