Perversion der christlichen Religion


Papaloooo hat folgendes geschrieben:
Ein Gott der diese Liebe nicht besitze könnte mich im Glauben nicht erfüllen.
Motto: "Liebe mich, oder du musst auf ewig Leiden!"
Fazit: ein Gott der gefürchtet werden muss,
kann keinen heilsamen Glauben erzeugen!


Er ist ja der, der leidet. Er ist der, der zerfetzt dasteht und durchbohrt wird, um uns zu zeigen wie wir heil werden. Es geht eigentlich nur darum, diese Liebe Gottes, die bis zum Äußersten geht zu erkennen und anzunehmen. Ja - dieser Schritt ist notwendig. Aber ist es wirklich so schwer - ist es nicht viel anstrengender all das abzuwehren, diese Liebe nicht sehen zu wollen? Dieses "Ja" wird uns abverlangt - Ja. Aber das erste und entscheidende "Ja" hat bereits Maria gesprochen, als sie zugestimmt hat die Mutter Gottes zu werden. Mit diesem vorbehaltlosen "Ja" zu Gott ist die Erlösung eigentlich bereits keimhaft Wirklichkeit geworden.

Wenn wir das Angebot Gottes zurückweisen, dann wird er das akzeptieren. Unsere Freiheit ist Alles für ihn - die macht uns aus. Unsere Freiheit geht sogar soweit, dass wir seine Existenz leugnen können. Er erträgt das Alles. Er sagt aber auch am Kreuzweg: Weint nicht um mich, weint um Euch.
Das ist schlicht ein Missionierungsversuch.
Denn dies trifft ja nur auf den Glauben des Christlichen zu.
Andere Religionen sind gleichwertig und haben eine andere Vorstellung von Gott, bzw. beim Buddhismus vom Sein.

Dies wiederum würde ja bedeuten,
dass Gott parteiisch sei.

Dass Gott nicht all seine Wesen mit gleicher Güte und Umsicht behandelt.

Praktisch ein Gott, der Dogmen unterliegt

Und wenn man nun die Größe des Universums berückichtigt,
und dann nur der Glauben an den "einzigen Sohn" Gottes das Heil ermöglicht,
dann wird das Ausmaß der menschlichen Vermessenheit erkennbar:

Es ist wie ein einziges Sandkorn in der Wüste,
das sich bereits für die gesamte Wüste hält.
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Sind wir denn wirklich die heiligsten Wesen auf Erden?
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leuthner hat folgendes geschrieben:

Jeder einzelne Mensch ist für sein Seelenheil selbst verantwortlich. Er schafft sich auf diese Weise seinen eigenen Himmel oder seine eigene Hölle, denn es handelt sich dabei um Bewusstseinszustände, die jederzeit aus freien Stücken veränderbar sind. Allerdings bedarf es hierzu eines grossen Anstosses, der wirklcih eine Veränderung bewirkt.
Bei den heute lebenden Menschen wechseln sich Glück und Unglück ab. Der innere Zustand ist ein ständiger Kampf der Gedanken und Konditionierungen. Negativität wie Positivität wechseln sich ab. Trennendes wie Verbindendes tritt auf. Gier, Hass, Ärger, Eifersucht, Wut, Zorn, Raserei sind ständige Begleiter, andererseits sehnen sich die Menschen nach Liebe, Zuneigung, Freude, Frieden und Glückseligkeit. Das können sie aber nur erreichen, wenn sie Ego und Superego, das sind die Reiter der Negativität, hinter sich lassen und aus dem wahren Selbst, das im Herzen wohnt, agieren.

Stimmt! Daher ist es wichtig, sich selbst konsequent zu durchforschen und sich gegebenenfalls deutlich innerlich zu ändern.
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Jedes Schicksal ist angemessen, individuell zugeschnitten, denn nichts, was Gott tut, ist sinnlos!
Hallo Minou,

Zitat:
Hallo Pjotr,
... und Du findest trotzdem, dass das NT zu allgemein ist bezüglich des Guten und Bösen?


Es ist teilweise zu allgemein und teilweise zu widersprüchlich.

Gerade die Bergpredigt ist ein gutes Beispiel dafür. Es gibt kaum noch eine Stelle in der Bibel, die mehr Interpretationen erzeugt hat als die Bergpredigt. Das geht bereits bei den unterschiedlichsten Übersetzungen los.

Und wenn ich nicht für eine an zeit- und kulturgebundene Interpretation wäre und einige Aussagen als rhetorische Überspitzung ansehen würde, müßte ich Jesus wegen Verbrechen an der Menschlichkeit anklagen und Mißachtung seines eigenen Liebesgebotes vorwerfen.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:

Und wenn ich nicht für eine an zeit- und kulturgebundene Interpretation wäre und einige Aussagen als rhetorische Überspitzung ansehen würde, müßte ich Jesus wegen Verbrechen an der Menschlichkeit anklagen und Mißachtung seines eigenen Liebesgebotes vorwerfen.

So sehe ich das auch. Was jemand vor rund 2000 Jahren gesagt hat, das auch noch in einer fremden Sprache, was erst einmal mühsam übersetzt werden musste, und das mit so vielen Bedeutungsmöglichkeiten, solche Dinge dürfen nicht falsch oder zu primitiv verstanden werden, sonst kann das sehr problematisch sein.
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Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Und wenn ich nicht für eine an zeit- und kulturgebundene Interpretation wäre und einige Aussagen als rhetorische Überspitzung ansehen würde, müßte ich Jesus wegen Verbrechen an der Menschlichkeit anklagen und Mißachtung seines eigenen Liebesgebotes vorwerfen.

Pjotr Kala


Spätestens hier gelangen wir in einen Bereich wo man vorsichtig sein sollte. Der Begriff "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" ist sowohl im Völkerrecht als auch im deutschen Recht ein definierter Straftatsbestand. Inwiefern trifft soll dieser auf Jesus zutreffen - egal in welcher Lesart des Neuen Testaments?
Hallo Tobias,

Zitat Bergpredigt: Es ist auch gesagt: "Wer sich von seinem Weibe scheidet, der soll ihr geben einen Scheidebrief." (Matthäus 19.3-9) (Markus 10.4-12) 32 Ich aber sage euch: Wer sich von seinem Weibe scheidet (es sei denn um Ehebruch), der macht, daß sie die Ehe bricht; und wer eine Abgeschiedene freit, der bricht die Ehe.


Trotz der Aufgabe des Rechts auf einen Scheidebrief für den Mann, macht Jesus hier einen Unterschied im Ehebruch zwischen Mann und Frau. Nur der Frau wird hier explizit der Ehebruch zum Verhängnis. Was ist mit einer Frau, deren Mann Ehebruch begangen hat? Diese Frau wird gleich zweimal bestraft, 1. verliert sie den Mann und Ernährer und 2. darf sie als "Abgeschiedene" nicht noch mal eine "Versorgungs"heirat eingehen. Zum damaligen Zeitpunkt blieb dieser Frau wahrscheinlich nur der Weg in die Prostitution. Für mich werden hier eindeutig Menschenrechte verletzt, da der Frau gar keine Wahl blieb. Und es entspricht mit Sicherheit nicht dem Gebot der Nächstenliebe.
Zynisch könnte man behaupten, daß die Witwenverbrennung in Indien eigentlich menschlicher war.

Pjotr Kala
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@Pjotr Kala

1) Hat das genannte hier nichts mit 'Verberchen gegen die Menschlichkeit' zu tun.

2) Das der Vers auf Männer hin formuliert ist hat schlicht der sozialen Realität entsprochen. Eine Durchsetzung der Scheidung von der weiblichen Seite war in der Geschichte extrem selten und wenn solches vorkam, dann durch den massiven Druck ihrer Familie. Es besteht keinerlei Problem den Vers auch andersherum als gültig zu betrachten.

3) Der Vers ist gerade da um die Zahl der Scheidungen zu minimieren. Auch spricht er nicht davon, dass man sich scheiden lassen soll. Er lässt nur für einen bestimmten Fall die Möglichkeit offen. Zudem versuchst du den Vers gegen die restliche Ethik Jesu zu verwenden anstatt ihn in das Gesamtbild zu integrieren.

4) Irgendwie habe ich meine starken Zweifel das eine geschiedene und nicht erneut verheiratete Frau ihr Schicksal als so schlimm erachtet wie als wenn man sie verbrennen würde. Auch eine Witwe würde wohl - unter normalen Umständen - das Leben als Witwe der Verbrennung vorziehen. Spätestens hier driftest du völlig ins Absurde ab.

5) Der Text spricht von "porneia". Dieses Wort kommt von "pernao", was "verkaufen" heißt und in dem Kontext auf sexuelle Handlungen bezogen ist. Ältere Übersetzungen wählen deswegen auch "Hurerei", was wohl richtiger sein dürfte. Wäre mal interessant zu erfahren warum man das änderte. Ich nehme an eine Mischung aus absurder politischer Korrektheit, Familienfreundlichkeit und bürgerlichem Befinden. Eine Frau die "porneia" betreibt ist also mit der Prostitution ohnehin schon vertraut.

Derweil gab es vor dem 20. Jahrhundert übrigens immer einen gar nicht so geringen Teil der Bevölkerung - männliche wie weiblich - der aus verschiedenen Gründen nicht verheiratet war. Auch von den verheirateten Frauen waren zuvor mitnichten alle 'Hausfrauen'. Das sind konservative Rückprojektionen des Bildes und Status von Familie aus den 1950er und 60er Jahren.

6) Es gibt kein Menschenrecht darauf mit einer bestimmten Person verheiratet zu sein. Es gibt ein Recht darauf als volljährige Person eine Person des anderen Geschlechts vor einer staatlichen Institution zu heiraten und eine Familie mit ihr zu gründen und sich auch wieder von ihr scheiden zu lassen (Art. 16 AEMR). Ebenso gilt aber auch eine weit formulierte Religionsfreiheit. Bestimmte Religionen können also nicht dazu gezwungen werden ihre Lehren abzuändern (Art. 18 AEMR). Es liegt also an den individuellen Personen ob sie sich nun heiraten oder wieder heiraten. Hier ist schon rein kategoriell kein Menschenrecht verletzt.

7) Insgesamt beruht das Ganze, zumindest so wie du es hier aufgezogen hast, wieder auf deiner Methode absurde Dinge über Religion zu behaupten und Texte und Sachverhalte ins Absurde zu verdrehen. Gibt es denn irgendjemand der diesen Vers aufrichtig und begründet so wie du versteht?
Da durch die Mehrdeutigkeit gewisser Begriffe einige Übersetzungsunschärfen vorkommen, meine ich, dass der Sinn der Sache völlig anders rum interpretiert werden kann, als Jesus es gemeint hat.
Hallo Tobias,

Zitat:
Zitat Bergpredigt: Es ist auch gesagt: "Wer sich von seinem Weibe scheidet, der soll ihr geben einen Scheidebrief." (Matthäus 19.3-9) (Markus 10.4-12) 32 Ich aber sage euch: Wer sich von seinem Weibe scheidet (es sei denn um Ehebruch), der macht, daß sie die Ehe bricht; und wer eine Abgeschiedene freit, der bricht die Ehe.
Du antwortest:
2) Das der Vers auf Männer hin formuliert ist hat schlicht der sozialen Realität entsprochen. Eine Durchsetzung der Scheidung von der weiblichen Seite war in der Geschichte extrem selten und wenn solches vorkam, dann durch den massiven Druck ihrer Familie. Es besteht keinerlei Problem den Vers auch andersherum als gültig zu betrachten.


Natürlich hat es der sozialen Realität entsprochen!
Das Dominanz- und Ignoranz-Verhalten der Männer ist ja sogar bei Offenbarern nicht unbekannt. Eine Frau hätte zur Zeit Jesu wahrscheinlich starke Probleme gehabt, eine Scheidung durchzusetzen.
Gibt es nicht im AT eine Stelle, wo ein Mann die Witwe seines Bruders ehelichen soll, damit diese versorgt ist oder so ähnlich? Das wäre dann ein Hinweis auf die soziale Abhängigkeit der Frau vom Manne zu jener Zeit.

Zitat:
4) Irgendwie habe ich meine starken Zweifel das eine geschiedene und nicht erneut verheiratete Frau ihr Schicksal als so schlimm erachtet wie als wenn man sie verbrennen würde. Auch eine Witwe würde wohl - unter normalen Umständen - das Leben als Witwe der Verbrennung vorziehen. Spätestens hier driftest du völlig ins Absurde ab.

Gut, es ist überzogen formuliert. Trotzdem war es wohl schwierig für eine Geschiedene, sich den Lebensunterhalt zu verdienen. Das hat dann wohl bedeutet, daß Geschiedene sich vermehrt der Prostitution zugewandt haben. Jesus weist hier den scheidungswilligen Männer die Schuld dafür zu. Trotzdem wird das männliche Fremdgehen erst gar nicht artikuliert und nur das Fremdgehen der Frau besonders hervorgehoben und als Scheidungsgrund akzeptiert.

Zitat:
Der Text spricht von "porneia". Dieses Wort kommt von "pernao", was "verkaufen" heißt und in dem Kontext auf sexuelle Handlungen bezogen ist. Ältere Übersetzungen wählen deswegen auch "Hurerei", was wohl richtiger sein dürfte.

Da bin ich natürlich überfragt. Wenn das Wort "Abgeschiedene" eher für mehrfach der Prostitution überführte Ehefrauen gelten soll, so bekommt dieser Satzteil eine andere Aussage. Das müßten dann Exegeten mal genauer unter die Lupe nehmen.


Zitat:
Derweil gab es vor dem 20. Jahrhundert übrigens immer einen gar nicht so geringen Teil der Bevölkerung - männliche wie weiblich - der aus verschiedenen Gründen nicht verheiratet war. Auch von den verheirateten Frauen waren zuvor mitnichten alle 'Hausfrauen'. Das sind konservative Rückprojektionen des Bildes und Status von Familie aus den 1950er und 60er Jahren.

Es hat sogar Zeiten gegeben, wo Menschen nur dann eine Ehe eingehen konnten, wenn sie genügend Geld für den Unterhalt aufbringen konnten.
Nutzt aber alles nichts, unsere biologische Natur ist die, das die meisten von uns ein solches Verhältnis zumindest auf sexueller Ebene anstreben und die Frau in den vergangenen Jahrtausenden sehr oft als Sexualobjekt und Gebärmaschine mißbraucht worden ist. Dies wurde teilweise sogar so begründet, die Frau verdiene es nicht anders, weil sie ja schließlich Adam verführt habe. Selbst Nietzsche konnte sich den Satz nicht verkneifen "Gehst du zur Frau, vergiß die Peitsche nicht".

Zitat:
7) Insgesamt beruht das Ganze, zumindest so wie du es hier aufgezogen hast, wieder auf deiner Methode absurde Dinge über Religion zu behaupten und Texte und Sachverhalte ins Absurde zu verdrehen. Gibt es denn irgendjemand der diesen Vers aufrichtig und begründet so wie du versteht?

Wo ich woanders absurde Dinge über Religion behaupte, müßtest du mir erst noch einmal beweisen. Hier ging es mir darum, selektiv einen Abschnitt aus der Bergpredigt genauer zu betrachten und zwar möglichst nah am Text. Das Jesus selbst diese Aussagen schon allein mit dem Satz "Wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein" relativiert, ist mir auch klar. Aber das ist ein anderes Gleichnis.

Pjotr Kala
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