Bahnstreiks...


Liebe DB,
ich plädiere die Züge zu automatisieren.
Dass das sehr gut funktionieren kann, sieht man an der Nürnberger U2 und U3.
Ich glaube sogar, dass Computer Gefährdungssituationen schneller erfassen können, als Menschen!
Und wenn auf Straßen schon automatische Autos fahren, sollte es auf Schienen noch einfacher sein!

Man sollte endlich Lokführer überflüssig machen,
damit diese endlich unbehelligt streiken können, soviel sie wollen!
_________________
Sind wir denn wirklich die heiligsten Wesen auf Erden?
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PapaLoooo hat folgendes geschrieben:
[...]
Man sollte endlich Lokführer überflüssig machen,
damit diese endlich unbehelligt streiken können, soviel sie wollen!


Über Deinen versteckten Witz mußte ich verhalten lachen, lieber Martin ...
eine verfahrene Situation, für alle Beteiligten, irgendwie.

Gruß
Rose
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"Die ganze Mannigfaltigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit des Lebens setzen sich aus Licht und Schatten zusammen".

*Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi*
PapaLoooo hat folgendes geschrieben:
Man sollte endlich Lokführer überflüssig machen,
damit diese endlich unbehelligt streiken können, soviel sie wollen!


Dir ist aber schon klar das du hier tausenden Menschen die Arbeitslosigkeit wünscht und zudem ein Grundrecht abwertest, welches zumindest eins dafür sorgte das Arbeiter nicht völlig der Ausbeutung ausgeliefert sind?

Was würdest du sagen wenn andere die Arbeitslosigkeit wünschen würden und sich über über den Gebrauch deiner Grundrechte echauffieren würden?

PapaLoooo hat folgendes geschrieben:
Ich glaube sogar, dass Computer Gefährdungssituationen schneller erfassen können, als Menschen!


Wenn sie richtig programmiert sind schon, wenn nicht erfassen sie gar nichts.

PapaLoooo hat folgendes geschrieben:
Liebe DB,


Interessant ist ja wie einseitig hier die Schuldzuweisung erfolgt. Die Deutsche Bahn hat sich hier auf jeden Fall im Propagandakampf erfolgreich durchgesetzt.
Tobias, die GDB will sich doch vor die Mitarbeiter der anderen Gewerkschaft setzen,
und einen höheren Lohnabschluss als diese erzielen.
Wenn sich Gewerkschaften zersplittern, dann wird mal hier mal dort gestreikt,
was das gesamte System über die Maße belastet.
Nun werden die Gewerkschaften ab Juni an die kürzere Leine genommen:
nur noch die größte Gewerkschaft einer Branche darf sie Tarifverhandlungen führen.
Eine Entwicklung, wie sie in England bereits stattgefunden hatte.

Nebenbei ist die Gewerkschaft des öfteren übers Ziel hinausgeschossen:

Man danke an die 35 Std/Woche bei der IG-Metall in Deutschland.
Dies führt eben dazu, dass große Unternehmen ihre Standorte in Länder verlegen, die bessere Bedingungen bieten.
Und hinzu kommt die Verlagerung in Richtung Zeitarbeit.

Zusammenfassend ist es ohnehin so,
dass viele Berufe zunehmend durch den Computer ersetzt werden:
Wie gesagt, hier in Nürnberg fahre ich nahezu täglich mit automatisierten U-Bahnen.

Ich habe einen Stammbaum, der bis 1705 zurück reicht.
Was machten die Menschen damals?
Fast überall steht: Landwirt.

Heute bestellt ein Bauer die Felder, die vor 3 Jahrhunderten einige Dutzend Menschen bestellten.
Das ist der Lauf der Dinge.
Es werden sich dafür neue Jobs ergeben,
denn alles kann eben doch nicht automatisiert werden.
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Na ja,

ist es nicht so daß eine Gewerkschaft auch nur so lange streikt/streiken kann - solange Geld in der Kasse ist.
Gewerkschaften müssen ihr Geld "aufbrauchen" da sie ja keinen Gewinn erzielen dürfen.
Ich möchte damit nicht sagen daß streiken keinen Sinn macht, aber es ist halt auch nur in einem gewissen Rahmen möglich.

Gruß
Rose
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"Die ganze Mannigfaltigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit des Lebens setzen sich aus Licht und Schatten zusammen".

*Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi*
Alle Arbeitnehmer haben das Recht Gewerkschaften zu Gründen. Das ist ein Grundrecht wofür einmal hart gekämpft wurde. Auch Konkurrenz zwischen den Gewerkschaften ist durchaus eine gute Sache. Verhindert sie doch, dass sich die Gewerkschaftsführung zu sehr an den Wünschen der Arbeitgeber orientiert. Dieses Grundrecht soll mit dem Tarifeinheitsgesetz untergraben werden.

Das Tarifsheinheitsgesetz ist höchstwahrscheinlich Verfassungwidrig. Er Verstößt gegen Art. 9 Abs. 3 GG. Der Meinung sind unter anderem die Opposition im Bundestag, viele Gewerkschaften (und nicht nur die kleinen auch z.B. Ver.di) sowie der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages.

So wie ich das sehe, hat die GDL jetzt überhaupt garkeine andere Wahl mehr, als ihre Forderungen durchzusetzen. Besonders auch die Forderung andere Berufsgruppen zu vertreten. Sie muss jetzt groß genug werden um nicht vom drohenden Tarifeinheitsgesetzes vollständig entmachtet zu werden und sich damit schließlich aufzulösen.

Das Tarifeinheitsgesetz wird denke ich vom Bundesverfassungsgericht kassiert. Der GDL wird das nichts nützen, da dieser Vorgang zu lange dauern wird.

Die Bahn mit der Bundesrepublik als Eigentümer hat hier einen klaren Vorteil. Die Bundesregierung kann offen ihr Tarifeinheitsgesetz verteidigen und sich sogar politisch profilieren. Die GDL kann sich kaum zu dem Thema äußern. Politische Streiks sind nicht erlaubt. Verschlimmernt kommt für die GDL hinzu, dass die Bundesregierung ein recht gutes Verhältnis mit dem Springer Konzern pflegt und dieser selbst ein Interesse hat, die Position der Gewerkschaften zu schwächen. Bei Familie Mohn wird die Situation ähnlich sein.

Ich fahre selbst, wenn ich hier in Deutschland bin recht häufig mit der Bahn und habe auch schon einige Stunden Wartezeit wegen der Streiks hinter mir. Ich hab mich auch darüber geärgert.
Trotzdem finde ich die Reaktionen meistens seltsam. Mit dem Kauf einer Fahrkarte geht die Bahn einen Vertrag mit mir ein. Wenn sie diesen Vertrag nicht zufriedenstellend erfüllen kann, bin ich auf die Bahn sauer. Was interessieren mich deren interne Probleme? Wenn die eine Leistung nicht Erfüllen können, sollen sie diese nicht anbieten/verkaufen, oder sie sehen zu, dass sie die Leistung erfüllen können. Wenn sie dafür höhere Löhne zahlen müssen oder was auch immer, interessiert mich nicht die Bohne.

Liebe Grüße
Nadja
_________________
GUNKL: Wüstenreligionen, Wissen, Respekt und Kränkungen
http://www.lsvd.de
Humanistischer Pressedienst
Gegen religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz
Also ich denke, dass der Denker Paul Lafargue durchaus recht hatte mit seiner Idee der Rationierung von Arbeit, denn er erkannte durchaus, dass die Technik nach und nach das Personal ersetzen kann. Es müsste halt diese Idee politisch-wirtschaftlich vernünftig umgesetzt werden, dann könnte es viel weniger arbeitslose Meschen einerseits geben, und die Arbeitenden hätten weitaus mehr Freizeit, weil sie nicht zusätzlich den Dienst der Arbeitslosen verrichten müssten.
Nochmal zum Thema ein Lesenwerter Artikel:

http://www.nachdenkseiten.de/?p=23873

Liebe Grüße
Nadja
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Gegen religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz
PapaLoooo hat folgendes geschrieben:
die GDB will sich doch vor die Mitarbeiter der anderen Gewerkschaft setzen, und einen höheren Lohnabschluss als diese erzielen.


Jeder den es betrifft ist frei der GDL beizutreten, das war ja eine ihrer Forderungen.

Deinem Argument zur Folge dürfte es gar keine Gewerkschaften und Tarifverträge geben.

PapaLoooo hat folgendes geschrieben:
Wenn sich Gewerkschaften zersplittern, dann wird mal hier mal dort gestreikt, was das gesamte System über die Maße belastet.


Die GDL gibt es seit 1867. Deutschland ist übrigens ein ziemlich streikarmes Land, was nicht an der Großzügigkeit der Unternehmen liegt, sondern an der rechtlichen Bindung und Zurückhaltung der Gewerkschaften.

PapaLoooo hat folgendes geschrieben:
Nun werden die Gewerkschaften ab Juni an die kürzere Leine genommen: nur noch die größte Gewerkschaft einer Branche darf sie Tarifverhandlungen führen. Eine Entwicklung, wie sie in England bereits stattgefunden hatte.


Soweit ich es verstanden hatte: in einem Betrieb darf eine Arbeitnehmergruppe nur noch durch die größte im Betrieb aktive Gewerkschaft in diesem Bereich vertreten werden, wenn das Gesetz denn durchkommt. Erste Bedenken das dies verfassungswidrig ist gibt es ja schon.

PapaLoooo hat folgendes geschrieben:
Nebenbei ist die Gewerkschaft des öfteren übers Ziel hinausgeschossen:


Wer ist denn jetzt "die Gewerkschaft"? Ohne uns jetzt an einzelnen Punkten aufhalten zu wollen brauchen wir doch nur einmal einen Blick auf die Entwicklung der Reallöhne und den Ausgang von Tarifverhandlungen der letzten Dekaden zu schauen. Das sind nämlich die sachlichen Maßstäbe und da sind die Arbeitnehmer nachhaltig als Verlierer hervorgegangen.

PapaLoooo hat folgendes geschrieben:
Dies führt eben dazu, dass große Unternehmen ihre Standorte in Länder verlegen, die bessere Bedingungen bieten. Und hinzu kommt die Verlagerung in Richtung Zeitarbeit.


Damit kann man freilich immer ein Rennen nach unten legitimieren. Was dabei nur übersehen wird ist, dass ein Arbeiter oder Angestellter in Deutschland (oder prinzipiell in West- und Mitteleuropa) schlicht nicht zu einem Lohn arbeiten kann damit er mit jemanden aus dem tiefsten Osteuropa oder gar Asien hinsichtlich des Lohns konkurrenzfähig ist. Gewinnen kann er diesen Vergleich nur durch den Standortvorteil und eine höhere Qualifikation.

Wenn ein Betrieb also seine Produktion verlegen kann und will tut er das auch. Da spielen die paar Prozent eine recht untergeordnete Rolle.

PapaLoooo hat folgendes geschrieben:
Zusammenfassend ist es ohnehin so,
dass viele Berufe zunehmend durch den Computer ersetzt werden:
Wie gesagt, hier in Nürnberg fahre ich nahezu täglich mit automatisierten U-Bahnen.


Das ist ja seit einigen Dekaden sogar schon geschehen. Man siehe hier besonders auf die Automation in Fabriken. Aber was machen wir jetzt daraus? Uns einen Strick nehmen?

PapaLoooo hat folgendes geschrieben:
Ich habe einen Stammbaum, der bis 1705 zurück reicht.
Was machten die Menschen damals?
Fast überall steht: Landwirt.

Heute bestellt ein Bauer die Felder, die vor 3 Jahrhunderten einige Dutzend Menschen bestellten.
Das ist der Lauf der Dinge.
Es werden sich dafür neue Jobs ergeben,
denn alles kann eben doch nicht automatisiert werden.


Was denn nicht? Bis auf einige wenige Dinge im Dienstleistungsbereich fällt mir da nichts ein, wenn die Programmierung gut genug ist. Von künstlicher Intelligenz nicht zu sprechen.

Die überschüssigen Bauern haben damals eine Anstellung in der Industrie gefunden und z.T. auch bereits in der Dienstleistung. Als die Industrie zunehmend automatisierte wurden Stellen in der Dienstleistung gefunden. Es ist aber nicht ersichtlich wohin es danach gehen sollte, da Maschinen zunehmend alle drei Gebiete abdecken können. Eine gewisse Lösung lässt sich freilich dadurch finden, dass einzelne Personen immer weniger arbeiten, doch das würde nur bei einem stark steigenden Lohnniveau funktionieren und wohl auch nur bedingt lang. Besonders virulent ist die Frage was niedrigqualifizierte Personen in Zukunft tun werden.
Ja Gewerkschaften muss es geben, unbestritten.
Aber es ist für alle Beteiligten sehr unangenehm,
wenn der Personen- und Güterverkehr in einem Jahr mit 8 Streiks stark beeinträchtigt bis Lahmgelegt wird und nun droht auch noch dem GDL streik ein EVG streik zu folgen.
Da sinkt das Verständnis ungemein!

Und hier in Deutschland liegen wir mit der Wochen-Arbeitszeit im guten EU Mittel (siehe hier), sinken wir darunter, verlieren wir weiter an Wirtschaftskraft.

Was die Löhne anbetrifft, liegen nur noch die skandinavischen Länder, Frankreich und BeNeLux vor uns.

Zudem sind Zugfüher ohnehin im obersten Lohnbereich angesiedelt.

Der zunehmende Konkurrenzdruck von Fernbussen und Konkurennzuneternehmen auf den Schienen, sowie die unaufhaltbare Rationalisierung und Automatisierung der Systeme, sollte - so meine ich - die Zugführer zu mehr Besonnenheit ermahnen. Denn auch mit einem höheren Tariflohn lohnt sich die Arbeitslosigkeit nicht.

Ich frage mich da aber,
wieso schaffen es beide Parteien nicht,
jedes Jahr eine moderate, automatische, prozentuale (gekoppellt z.B. an den Warenkorb oder die Inflation) Anpassung der Reallöhne zu vereinbaren, so dass das Streiken überflüssig wird, das wäre doch besser.
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