Bahnstreiks...


Busshari hat folgendes geschrieben:
Warum sollte die Wirtschaft 15% Nachlass auf ihre Produkte gewähren? Auch wenn die Lohnnebenkosten für den Arbeitgeber wegfallen bekommen die Arbeiternehmer doch genauso viel Geld wie vorher. Da spart niemand.

Niemand sollte einen Nachlass gewähren - das regelt der Markt!
Ich schrieb das doch schon weiter oben, aber nochmal:
Angenommen der Warenwert setzt sich durchschnittlich zu 50% aus Materialkosten und zu 50% aus Abeitskosten zusammen.
Nun fallen 30% der Arbeitskosten weg (Lohnnebenkosten),
dann verbilligt sich die Ware um 15%, verständlich oder?

Busshari hat folgendes geschrieben:
Ich denke das sehen rund vier Millionen Arbeitslose anders. Im europäischen Ausland sieht es freilich noch ganz anders aus.

Das schrieb ich weiter oben:
Wenn die Lohnnebenkosten sinken, steigt die Bereitschaft Arbeitnehmer einzustellen.
Z.B. neue Stellen zu schaffen und die Produktion zu steigern (Exportware), oder weniger zu rationalisieren.

Busshari hat folgendes geschrieben:
Zudem drängen unsere europäischen Nachbar uns den Exportüberschuss abzubauen.

Dürfen sie ja, aber dennoch muss man das jedem Land selbst überlassen.
Wenn die Nachfrage nach Waren aus dem Ausland da ist, warum sollte die Industrie eines Landes dem nicht nachkommen?
Jedes Land kann doch ebenfalls Waren produzieren, die im Ausland gefragt sind.
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Sind wir denn wirklich die heiligsten Wesen auf Erden?
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NadjaB hat folgendes geschrieben:
Das haben Tobias und ich schon einmal erklärt. Wenn du die Sozialversicherungen über die Mehrwertsteuern finanzierst und dafür die Lohnnebenkosten senkst, ist das eine Lohnkürzung. Ich habe jetzt keine Zeit, das noch einmal auszuführen.

Gut das war mein Fehler,
also so ausgedrückt (habe ich aber zuvor auch schon geschrieben):
Die Mehrwertsteuer bleibt konstant (sie wird ja nur im Inland erhoben).
Man bräuchte dann noch eine Sozialversicherungsabgabe auf Waren (auf Waren, welche im Land verkauft werden und welche Exportiert werden.
Dann speisen die Exporte rund zur Hälfte auch die Sozialeistungen.
Wenn dadurch die Arbeitslosigkeit sinkt, weil Arbeitgeber besser einstellen können unter dieser Bedingung, dann wäre es noch ein zusätzlicher Vorteil, denn die Arbeitslosenversicherungsbeiträge würden sinken.

Die Rechenmodelle habe ich ja weiter oben schon ausgeführt.
Möglicherweise fehlerhaft, viele Variablen habe ich nicht berücksichtigt.
Vielleicht könnte das nominelle Lohnkürzung kompensieren - vielleicht nicht.

Schade, dass hier nicht wirklich Wirtschaftsexperten da sind.
Ich würde das Modell gerne mal auf den Prüfstand von einem Menschen wie Hans-Werner Sinn stellen.
Aber an solche Menschen kommt man schlecht heran.
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Zitat:
Nun fallen 30% der Arbeitskosten weg (Lohnnebenkosten),
dann verbilligt sich die Ware um 15%, verständlich oder?


Also erwartest du, dass die Wirtschaft sich die Lohnnebenkosten, die sie spart, nicht in die eigene Tasche steckt, sondern zu 100% als Preisnachlass gewährt?

Was ist mit Importwaren?

Zitat:

Das schrieb ich weiter oben:
Wenn die Lohnnebenkosten sinken, steigt die Bereitschaft Arbeitnehmer einzustellen.


Ist mir immer noch nicht einsichtig. Wenn die Nachfrage nicht steigt wird auch nicht mehr eingestellt. Warum sollten die Stadtwerke mehr Busfahrer einstellen, wenn nicht mehr Leute busfahren?
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Man kann Gläubige nicht überzeugen, da ihr Glauben nicht auf Beweisen beruht, sondern auf dem tiefen Bedürfnis zu glauben. - Carl Sagan.

Die Wahrheit siegt nie, ihre Gegner sterben nur aus.
Busshari hat folgendes geschrieben:
Also erwartest du, dass die Wirtschaft sich die Lohnnebenkosten, die sie spart, nicht in die eigene Tasche steckt, sondern zu 100% als Preisnachlass gewährt?

Was ist mit Importwaren?

Die Marktwirtschaft funktioniert so:
Ein Produkt setzt sich auf dem Markt dann durch,
wenn das Preis-Leistungsverhältnis stimmt.
Ein besseres Produkt erzielt einen höheren Preis.
Und nun konkurrieren verschiedene Hersteller eines Produktes.
Wenn ein Hersteller meint, er müsse seinen Gewinn heraufsetzen,
ohne die Ware aber zu verbessern,
dann wandern die Verbraucher zu anderen Herstellern ab.

Das gilt natürlich auch für Importware.
Nur fallen hier bei niedrigen Preisen die Transportkosten mit ins Gewicht.
Es muss also eine hohe Stückzahl verkauft werden.

Busshari hat folgendes geschrieben:
Ist mir immer noch nicht einsichtig. Wenn die Nachfrage nicht steigt wird auch nicht mehr eingestellt. Warum sollten die Stadtwerke mehr Busfahrer einstellen, wenn nicht mehr Leute busfahren?

Das schrieb ich doch schon weiter vorn:
Dass z.B. Exportfirmen profitieren und dass weniger rationalisiert wird.
Mehr Busfahrer werden natürlich deswegen nicht benötigt.
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@ PapaLoooo

Zitat:
Die Marktwirtschaft funktioniert so:
Ein Produkt setzt sich auf dem Markt dann durch,
wenn das Preis-Leistungsverhältnis stimmt.


Theoretisch. Praktisch ist das Konsumverhalten nicht rational, sondern emotional. Ansonsten könnte Apple nicht so hohe Preise verlangen.

Dass z.B. Exportfirmen profitieren und dass weniger rationalisiert wird.
Zitat:
Mehr Busfahrer werden natürlich deswegen nicht benötigt.


Siehst du. Deine Theorie funktioniert hier nur für einen Teil der Wirtschaft, bei Dienstleistern wird das ganze schon schwierig.
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PapaLoooo hat folgendes geschrieben:
Wieso sollte das nicht anders gehen,
Und von welchen "Enteignungen" schreibst Du weiter oben?
Wieso glaubst Du, jemand sollte enteignet werden?


Ich habe nicht geschrieben das dies getan werden sollte, sondern das es für das Modell das du dir hier vorstellst wohl letztlich nötig wäre.
Busshari hat folgendes geschrieben:
Ansonsten könnte Apple nicht so hohe Preise verlangen.


Apple hat sich ja ganz bewusst im oberen Preissegment angesiedelt, bietet dafür aber auch ziemlich qualitative Hardware die auch recht gut verarbeitet ist und zudem sehr optimierte und sowohl zugängliche als auch ansprechende Software. Außerdem hat man es geschafft der Firma und Marke ein nettes, kreatives und hochwertiges Image zu geben.

Das kann man schon rationell erklären.

Als in den 1990er Jahren die Hardware zu sehr ins Abseits geriet, man nicht mehr genug neue Software liefern konnte und das Image verblasste war es andererseits ja schon einmal fast aus für Apple. Wäre Microsoft 1997 nicht eingesprungen wäre es wohl aus gewesen. (Microsoft brauchte Apple wohl damals um die Fassade aufrecht zu erhalten das man kein Monopolist sei.)
Zitat:
Apple hat sich ja ganz bewusst im oberen Preissegment angesiedelt, bietet dafür aber auch ziemlich qualitative Hardware die auch recht gut verarbeitet ist und zudem sehr optimierte und sowohl zugängliche als auch ansprechende Software. Außerdem hat man es geschafft der Firma und Marke ein nettes, kreatives und hochwertiges Image zu geben.

Das kann man schon rationell erklären.



Keine Frage, ich nutze ja selber gerne Apple. Die Gewinnmarge bei Apple ist jedoch deutlich höher als bei den Konkurrenten. Die Leute bezahlen also mehr als für ein vergleichbares Produkt - und das ist nicht wirklich eine rationale Entscheidung.
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Die Wahrheit siegt nie, ihre Gegner sterben nur aus.
PapaLoooo hat folgendes geschrieben:
Wieso sollte das nicht anders gehen,
Und von welchen "Enteignungen" schreibst Du weiter oben?
Wieso glaubst Du, jemand sollte enteignet werden?


Tobias hat folgendes geschrieben:
Ich habe nicht geschrieben das dies getan werden sollte, sondern das es für das Modell das du dir hier vorstellst wohl letztlich nötig wäre.


Aus welchem Grund?
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Busshari hat folgendes geschrieben:
Theoretisch. Praktisch ist das Konsumverhalten nicht rational, sondern emotional. Ansonsten könnte Apple nicht so hohe Preise verlangen.

Apple hat Qualität, das ist m.E. nicht abzustreiten.
Es ging mir darum, aufzuzeigen, wenn die Ausgaben für Arbeitgeber sinken (siehe weiter vorn) dann verbilligen sich die Waren.
Busshari hat folgendes geschrieben:
Siehst du. Deine Theorie funktioniert hier nur für einen Teil der Wirtschaft, bei Dienstleistern wird das ganze schon schwierig.

Es könnte auch nie das Ziel sein, in allen Arbeitsbereichen mehr Arbeit zu schaffen!
Vor 300 Jahren waren der noch der Großteil der Arbeitnehmer in der Landwirtschaft beschäftigt.
Die Zeiten ändern sich und mit ihnen die Stellenangebote.
Das Rad der Zeit lässt sich nun mal nicht zurückdrehen!
Kurzum wird es immer Arbeitsbereiche geben, welche weniger gefragt sein werden, man denke z.B. auch an Chauffeure.
Das bedeutet, dass man bei der Stellensuche nicht bevorzugt auf Stellen setzen sollte, welche rar sind und auf absehbare Zeit rarer werden.
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