Pakt mit dem Tod. Persönliche Frage


Hallo liebe Community.

Ich bin ganz neu hier und dies ist mein erster Eintrag.

Ich weiß, mein Text ist verdammt lang, aber ich hoffe er lässt sich lesen, obwohl ich noch viel mehr zu schreiben hätte. Hab wirklich versucht die Essenz zu treffen.


Ich bin zufällig über dieses Forum gestolpert auf der Suche nach Ideen wie es sich mit Selbstmördern nach dem Tod verhält.
Das Forum gefällt mir sehr gut und ich konnte auch passende Antworten finden.
Nun ist es so, dass ich Rat brauche und hoffe, dass man mir hier vielleicht helfen kann, da hier viele offene Geister zu sein scheinen.

Im Moment bzw. eigentlich schon sehr lange bzw. irgendwie schon immer, stecke ich in einer Situation, bei der ich Hilfe brauche. Leider habe ich niemanden mit dem ich reden kann und scheine die Menschen in meinem Umfeld eher zu überfordern.
Ich bin 26 Jahre alt und habe schon ein durchaus leidvolles Leben hinter mir. Ich bin in eine sehr unangenehme Lebenssituation hineingeboren wurden. Mein Vater absoluter Alkoholiker gewesen und meine Mutter....ein Fall für sich. (trinkt auch)
Ich möchte eigentlich garnicht so sehr ins Detail gehen, was in den Jahren alles so passiert ist. Was ich sagen kann ist, dass ich immer der Sündenbock war, gelernt habe als Kind, dass ich nur gebeugt durchs Leben gehen darf, nicht auf meine Gefühle hören darf, weil ich damit andere belaste. Ich habe gelernt, dass ich nichts wert bin, niemanden vertrauen kann und dass ich auch nicht nach Hilfe fragen darf, weil ich dann die Sklavin derer bin, die mir helfen und auch gegen meine Überzeugungen handeln muss, weil ich in der Schuld stehe. So grob zusammengefasst.
Ungefähr das hat man mir in der Kindheit und Jugend auf den Weg gegeben.

Nun, seit der Pubertät litt ich an Depressionen und war eine Außenseiterin, egal wo ich war. Diese Verzweiflung hatte mich dazu getrieben, meine Schule abzuschließen und ein Studium anzufangen, um weg gehen zu können. Ich habe gedacht, wenn ich weg bin, kann ich mein Leben anders leben, ohne ständig das Geschreie, die Angst, die Wut, die Abhängigkeit im Nacken zu haben.
Nun, da dies alles Dinge waren, die mich eben ausmachten, habe ich sie natürlicherweise nicht abschütteln können.
Ich habe viel gelernt, andere Erfahrungen gemacht, war jedoch immer noch zerfressen innerlich und mein Leben war etwas anders, aber nicht besser.

Und so schloss ich mit Anfang 20 einen Pakt. Ich sagte, wenn ich mit 27 ein Leben leben kann, was mir lebenswert vorkommt und mich glücklich macht, werde ich leben. Wenn es nicht so ist, dann werde ich sterben.
Nun in drei Monaten werde ich 27.

Zur meiner Situation jetzt: Noch vor nicht ganz drei Jahren, war ich mit einem Mann zusammen, der mich in den Selbstmord getrieben hat. Kurz bevor ich es getan hätte, rettete mich das Schicksal mit einer neuen Liebe. Es war eine wirklich schicksalhafte Begegnung, die mein Leben gerettet hat.

Wir zogen zu früh zusammen, da ich sonst nirgends hin konnte. Nun leben wir seitdem zusammen, aber nicht so erfolgreich. Ich habe immer schon mit Ängsten gekämpft und nun haben sie mich bezwungen wie es scheint. Ich bin erstarrt und paralysiert, habe mich nicht um Dinge gekümmert und so ist es gekommen, dass ich mein Studium nicht beenden kann, obwohl ich nur noch hätte die Bachelor Arbeit abgeben müssen, habe Schulden, die ich nicht bezahlen kann und einen Job, von dem ich nicht leben kann und niemanden mit dem ich über alles reden kann. Solch einen Menschen hatte ich, dieser hat mein Leben jedoch verlassen.
Was mich traurig und unsicher macht, ist dass mein Freund und ich nicht offen zueinander sind. Wir wissen es beide. Aber wir können es nicht ändern.
Mein Freund hatte ein sehr behütetes Leben. Und so haben wir auch unterschiedliche Ansichten über das Leben. Er hat in keiner Weise die emotionale Tiefe, die ich habe (ich bin so tief, man muss echt aufpassen, wo man hintritt) oder hat keinen Zugang dazu und deswegen überfordere ich ihn, wenn ich über meine Gefühle und Probleme rede. Er weiß nicht, was er tun soll, wenn ich weine und lässt mich allein. Was mich natürlich an meine Kindheit erinnert und Argwohn und Misstrauen auslöst. Zumal bin ich sehr loyal und würde nie jemanden, den ich liebe links liegen lassen, wenn er Hilfe braucht.Es fällt mir schwer seine Reaktion anders als Lieblosigkeit zu verstehen, was es mir mittlerweile unmöglich macht, überhaupt was zu erzählen.
Wir haben beschlossen (meine Idee), dass wir auseinanderziehen. Um uns zu entwickeln, was wir zusammen wohl nicht können. Ich aber, wie gesagt, allein und mittellos, sehe eher dass ich das nicht überleben kann. Was ich ihn natürlich nicht sagen werde. Auf der einen Seite würde es vielleicht nichts ändern und er gebe sich dann die Schuld, wenn er geht und ich sterbe und ich will auch dass er frei ist und ein gutes Leben leben kann. Wenn ich in meine Zukunft schaue, sehe ich nichts. Nichts lebenswertes kann ich visualisieren, da ich denke, dass mir die Mittel fehlen jetzt noch was zu ändern. Ich habe im letzten Jahr eine große innere Wende erlebt. Und sehe nun den Sinn all dieser Tragödien, natürlich nur im Rahmen, der mir im Moment möglich ist.
Ich denke, dass alles auf meinen Tod hinausläuft, weil ich ihn gerufen habe und auch voller Angst bin und nicht in der Lage ohne Hilfe meine materiellen Probleme zu lösen(hatte nie wirklich guten Zugang zu der materielle, äußeren Welt). Leider keine Hilfe in Sicht. Ich will auch nicht in Verzweiflung sterben, sondern sehe es als nach Hause gehen. Ich will mich wieder mit dem Universum verbinden. Wonach ich mich sehne ist Erlösung.


Denkt ihr, dass Selbstmord ein berechtigter Teil des Lebens sein kann? Kann ich meine Seele dazu befragen und wie? Was fällt euch ein?

Danke. Und herzliche Grüße
Ich denke, dass du das mit deinem Gewissen genau überprüfen musst, denn das ist eine ziemlich schwerwiegende Entscheidung.
Pan-Dora hat folgendes geschrieben:

Denkt ihr, dass Selbstmord ein berechtigter Teil des Lebens sein kann? Kann ich meine Seele dazu befragen und wie? Was fällt euch ein?


Das Selbstmord keine Lösung ist, weißt du selbst. Ansonsten hättest du nicht diesen Text verfasst, sondern deinen Pakt mit dir selbst einfach vollzogen.

Lerne die Kleinigkeiten zu schätzen. Es kommt lediglich auf deine innere Einstellung zum Leben an. Wenn du es selbst nicht schaffst, dann hol dir professionelle Hilfe.
Hallo, liebe Pan-Dora,
ganz herzlich willkommen hier im Forum.

Leider kann ich jetzt nur ganz kurz antworten.
Aber ich möchte das was Luschn gesagt hat voll unterstreichen.

Hol Dir professionelle Hilfe.

Selbstmord ist absolut keine Lösung, auch wenn ich die Menschen verstehe, die keine andere Lösung mehr sehen.
Nach Selbstmord werden die Probleme hinterher nicht weniger, im Gegenteil.

Ich hoffe, dass ich es noch schaffe, Dir ausführlicher zu schreiben.

Erstmal von ganzem Herzen alles Gute für Dich.



Liebe Grüße
Linde
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
Liebe Pan-Dora!

Meiner Meinung nach ist es ein weit verbreiteter Irrtum, dass andere Menschen für unser Glück oder Unglück verantwortlich seien.

Wo kommt denn das Glück oder das Unglück her, das wir empfinden?

Es kommt aus der Tiefe unseres Seins.

Wer zum Glücklich sein zwingend auf einen anderen Menschen angewiesen ist, der überlastet diesen anderen Menschen.

Eine Partnerschaft sollte doch eher dazu da sein, dass man mit einem anderen Menschen das Glück teilt, das man in sich trägt - nur so kann es wachsen!

Einer Enttäuschung ging IMMER eine Täuschung voraus.

Und die Täuschung ist meist, dass der andere Mensch fürs eigene Glück verantwortlich ist.

Es muss auch nicht zwingend ein Lebensgefährte sein, der uns glücklich mach.

Auch Menschen, welche ganz in einer Aufgabe aufgehen, welche sie sich gestellt haben, sind glücklich.

Wer sein Leben wegwerfen möchte, der kann doch nochmal ganz neu beginnen!
Denn das was das eigene Leben bestimmt, kann einfach losgelassen werden.

Dann kannst zu zum Beispiel nach Kalkutta und dort in der Einrichtung der Mutter Theresa mithelfen, oder - oder - oder...

Die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt.

Ich sehe das Leben als ein kostbares Geschenk an - und ich selbst litt jahrelang unter suizidalen Gedanken!

Und nun wünsche ich Dir:
Ein gutes Gelingen für gute und sinnvolle Vorhaben!
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Sind wir denn wirklich die heiligsten Wesen auf Erden?
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Hallo Pan-Dora,
Pan-Dora hat folgendes geschrieben:

Und so schloss ich mit Anfang 20 einen Pakt. Ich sagte, wenn ich mit 27 ein Leben leben kann, was mir lebenswert vorkommt und mich glücklich macht, werde ich leben. Wenn es nicht so ist, dann werde ich sterben.
Nun in drei Monaten werde ich 27.

Na, das klingt doch super! Also ich meine, du hast nach dieser Rechnung noch ganze drei Monate kostbarer Lebenszeit! Mein Rat an dich: Nutze die! Probiere nochmal alles. Hänge dich in deinem Job rein, arbeite an deinen Beziehungen, mache verrückte Sachen, genieße jeden einzelnen dieser Tage. Lebe bewusst, packe Sachen an, bringe sie auch zuende und versuche deine Talente und Fähigkeiten darin zur Geltung zu bringen. Traue dich, aus deiner üblichen Gedankenwelt auszubrechen und neue, andere Dinge auszuprobieren. Du wirst sehen, drei Monate sind eine lange Zeit, in der man so viel in die Wege leiten kann. Gehe zu einer Beratungsstelle, hole dir jemanden zum Reden, überlege mit jemandem, wie du die finanzielle Situation verbessern könntest. Halte Ausschau nach anderen Arbeitsstellen. Schaue auch nach neuen Hobbys, die dir Spaß machen könnten. Habe keine Angst vor Menschen, wenn du eh nur 3 Monate hast, dann kann dir ihre Reaktion egal sein Es ist wichtig, dass du aus deinem üblichen Trott rauskommst. Nach dem zitierten Szenario hast du ja nichts zu verlieren, also los gehts!

Hier noch ein paar Anspieltipps:
Rosenstolz - Wir sind am Leben (genial!)
Sido - Fühl dich frei
Sportfreunde Stiller - Eine Hymne auf Dich
Casper - Auf und Davon
Irish Revoltés - Continuer
Marteria - Welt der Wunder
Cassandra Ste en - Bessere Tage
Wir sind Helden - 23:55 - Alles auf Anfang

Hör' da echt mal rein, es lohnt sich!

Liebe Grüße,
Cacau
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Die Gottheit lebt in den Details.
Liebe Pan-Dora

Auch ich schließe mich der Meinung an, dass du in deiner misslichen Lage Hilfe suchen und auch annehmen solltest. Vorrangig natürlich professionelle Hilfe. Hier habe ich weniger den Eindruck, dass du psychlogische Hilfe brauchst, eher Hilfe in der "materiellen Welt" wie du so schreibst. Schuldnerberater, Jobberater etc.

Auch wenn es dir momentan ausweglos erscheint, aber es gibt immer Möglichkeiten und Hilfe. Du schreibst, dass du einen Job hast von dem du nicht leben kannst. Deshalb würde ich dir raten als erstes eine Schuldnerberatung aufzusuchen, damit sich um die Altlasten gekümmert werden kann. Weil wenn du weniger Geld für Schuldenrückzahlungen ausgeben musst bleibt dir mehr Geld zum Leben. Danach kannst du dich ja um einen anderen Job oder eine Ausbildung kümmern. Auch dafür ist es nie zuspät, manche beginnen mit 50 nochmal von vorne.

Selbstmord ist sicher keine Lösung. Zumal es ja nicht sicher ist, dass es ein Leben nach dem Tod überhaupt gibt.