Über das Leben nach dem Tode


Du hast Mich gefragt, ob der Mensch, abgesehen von Gottes Propheten und Seinen Auserwählten, nach dem körperlichen Tode dieselbe Eigenart und Persönlichkeit, dasselbe Bewusstsein, denselben Verstand beibehalte, die sein Leben in dieser Welt auszeichnen. Wäre dies der Fall, wie kommt es dann, so wendest du ein, dass [-] Ohnmacht oder Krankheit dem Menschen Verstand und Bewusstsein rauben können, während sein Tod, der den Zerfall seines Leibes und die Auflösung seiner Bestandteile mit sich bringt, machtlos ist, diesen Verstand zu zerstören und dieses Bewusstsein auszulöschen? Wie kann man sich vorstellen, dass Bewusstsein und Persönlichkeit des Menschen erhalten bleiben, wenn gerade die für ihr Bestehen und Wirken notwendigen Werkzeuge völlig aufgelöst sein werden?

Wisse, dass die Seele des Menschen über alle Gebrechlichkeit des Leibes und des Verstandes erhaben und davon unabhängig ist. Dass ein Kranker Zeichen der Schwäche aufweist, ist den Hindernissen zuzuschreiben, die sich bei ihm zwischen Seele und Leib legen; denn die Seele selbst bleibt unberührt von jedem körperlichen Leiden. Denke an das Licht der Lampe. Wenn auch ein Gegenstand von außen ihr Strahlen beeinträchtigen kann, so scheint das Licht selbst doch mit unverminderter Stärke weiter. Ebenso ist jedes Gebrechen des menschlichen Leibes ein Hindernis für die Seele, das sie davon abhält, ihre innere Kraft und Stärke zu zeigen. Wenn sie jedoch den Leib verlässt, wird sie solche Überlegenheit beweisen, solchen Einfluss entfalten, dass keine Macht der Erde dem gleichkommen kann. Jede reine, jede geläuterte und geheiligte Seele wird mit gewaltiger Macht begabt sein und in überschäumender Freude jubeln.


- Bahá'u'lláh, Ährenlese
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Zitat:
Ebenso ist jedes Gebrechen des menschlichen Leibes ein Hindernis für die Seele, das sie davon abhält, ihre innere Kraft und Stärke zu zeigen. Wenn sie jedoch den Leib verlässt, wird sie solche Überlegenheit beweisen, solchen Einfluss entfalten, dass keine Macht der Erde dem gleichkommen kann. Jede reine, jede geläuterte und geheiligte Seele wird mit gewaltiger Macht begabt sein und in überschäumender Freude jubeln.
Baha'u'llah


Ich finde diese Erklärung super. Früher war mir das auch nicht so klar, wie das sein kann, dass die Seele trotz geistiger Krankheiten völlig gesund bleiben kann.
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Alles reine Spekulation..
Zitat:
Alles reine Spekulation..


Wir werden sehn!
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
Eben. Und das kann man getrost abwarten. Das Leben hat Aufgaben genug.
Ich denke, es kann individuell sein, dass die Seele das irdische Gedächtnis angesichts des biologischen Todes verliert, wenn sie zum Beispiel ein weiteres begrenztes leibliches Leben eingeht im Sinne einer Reinkarnation. Es gibt aber sicher auch gegebenenfalls grundsätzlich Möglichkeiten eines jenseitigen Lebens mit beibehaltenem oder wiedererlangtem Gedächtnis bezüglich vergangene irdische Inkarnationen.
Peter.Trim hat folgendes geschrieben:
Ich denke, es kann individuell sein, dass die Seele das irdische Gedächtnis angesichts des biologischen Todes verliert, wenn sie zum Beispiel ein weiteres begrenztes leibliches Leben eingeht im Sinne einer Reinkarnation. Es gibt aber sicher auch gegebenenfalls grundsätzlich Möglichkeiten eines jenseitigen Lebens mit beibehaltenem oder wiedererlangtem Gedächtnis bezüglich vergangene irdische Inkarnationen.


Also für mich ist die Vorstellung, dass ich als Bewusstsein bzw. Seele mich plötzlich wieder in einem kleinen Kind befinde, der reinste Horror.
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Zitat:
Alles reine Spekulation..


Immerhin kommt die Erklärung von einer Manifestation Gottes.
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Klar, man kann sich über eine angebliche Existenz nach dem Tod diese oder jene fantasievolle Vorstellung machen und sich je nach Religion oder sonstiger spiritueller Ausrichtung auf diesen oder jenen Gottgesandten oder vermeintlich heilige Schrift berufen. Mich als Psychologen interessiert immer wesentlich mehr, WARUM die Leute dies oder jenes glauben, mehr als WAS sie glauben. Über dieses WARUM sollte man mal gelegentlich für sich selbst nachdenken. Lohnt sich.
Templer hat folgendes geschrieben:
Klar, man kann sich über eine angebliche Existenz nach dem Tod diese oder jene fantasievolle Vorstellung machen...


Der Witz ist, dass Bahá'u'lláh überhaupt nicht versucht, eine phantasievolle Vorstellung zu vermitteln. Im Gegenteil bleibt er meist in Andeutungen über den Zustand der Seele nach dem Tod, ohne aber in Bildern zu sprechen.

Gerade das finde ich - im Gegensatz zu sehr konkreten Himmels- oder Paradiesvorstellungen - sehr angenehm und nachvollziehbar.
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"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523