Gott und Homosexualität


Viele Homosexuelle finden keinen Zugang zu Religionen, weil das Ausleben ihrer Neigung (zumindest in den abrahamischen) eine Sünde ist. Da die Menschheit angeblich bewiesen hat, dass Homosexualität keine Entscheidung ist, sehen viele Menschen die Religionen aus diesem Grund als falsch an. Wie kann eine angeborene Neigung Sünde sein? Sie schadet dem Menschen auf den ersten Blick nicht einmal. (etwas Schaden ist aber bewiesen, zB das höhere AIDS vorkommen bei homosexuellen)

Zuallererst will ich sagen, dass ich hetero bin. Ich kann also nicht nachvollziehen, wie schwule sich fühlen, wenn sie mit Religion konfrontiert werden. Ich kann aber sagen, dass ich sehr aufgeschmissen wäre, wenn mir Sex verboten wäre.
Ich bin aber auch Raucher. Religionen verbieten es mir zu rauchen, obwohl ich ganz klar den Drang danach verspüre. Ich darf meinen Drang nicht ausleben. Ich finde das ist zumindest etwas vergleichbar.
Mir wird gesagt, dass das, was ich begehre schlecht ist. Ich habe mich zwar entschieden, zu rauchen, dennoch ist mein Drang jetzt unkontrollierbar geworden, vergleichbar mit dem homosexuellem Drang. Und selbst, wenn man clean ist. Als Raucher oder Alkoholiker bleibt der Drang das ganze Leben lang.

Trotzdem fühle ich mich nicht von Gott drangsaliert. Ich würde nie daran denken, Gott zu verurteilen, weil er mir das Rauchen verbietet. Gott und Statistiken besagen, dass Rauchen schlecht ist. Genauso ist es mit schwulem Sex.

Der Mensch wurde nicht für die Gesetze geschaffen. Die Gesetze wurden für den Menschen geschaffen. Die Gesetze sind eine Barmherzigkeit, weil wir sonst nicht wüssten, was gut und schlecht ist. In den 70ern wusste man zB nicht das rauchen Krebs verursacht.

Wir sollten natürlich Homosexuelle, die Sex machen nicht verurteilen. Wenn wir ohne Sünde wären, hätten wir vielleicht erst das Recht. Selbst im Islam, wo Homosexualität strafbar ist, kann es jeder sein, wenn er will. Was jemand hinter verschlossenen Türen im Bett macht, ist sogar im Islam, seine Sache.

Haben die Homosexuellen ein Recht darauf, Religion zu kritisieren, weil sie ihre Neigung verbietet? Haben Raucher oder Drogensüchtige ein Recht darauf, weil es verboten ist, und der Drang nicht mehr kontrollierbar ist?
Haben Menschen, die eine Neigung dazu haben, sich selbst zu verletzen ein Recht, das Gesetz zu kritisieren? Oder sollte ein Mörder sagen, dass Gott ungerecht ist, weil er Töten verbietet? Wo soll das aufhören?

Wir Menschen haben fast keinen Schimmer, was wirklich gut und böse ist. Die Wissenschaft wird darauf vielleicht nie eine Antwort finden. Darum sagt Gott es uns. Und Gott sagt uns eben, dass Homosexualität schlecht ist. Es ist ja nicht der einzige unkontrollierbare Drang, der schlecht ist. Alle Sünden passieren, weil Menschen einen Drang danach verspüren. Sollen also alle Sünder sich von Gott abwenden, weil er ihren Drang verbietet?

Und das Beste ist ja, dass Gott allverzeihend ist. Gott wird es vielleicht verstehen, wenn ein homosexueller zu schwach ist, sich seinem Drang zu widersetzen.

Gott abzulehnen, weil man schwul ist, ist meiner Meinung nach das Gleiche , wie Ihn abzulehnen, weil man von Natur aus drogensüchtig, oder ein Dieb ist. Und obwohl Homosexualität wirklich ein schwerer Kreuz ist, gibt es immer noch Menschen, die Schlimmer dran sind.
Raphaelhop hat folgendes geschrieben:
Ich kann aber sagen, dass ich sehr aufgeschmissen wäre, wenn mir Sex verboten wäre.


Was würdest du tun, wenn du in einer Ehe bist und der Verkehr mit deiner Frau auf Grund ihres Gesundheitszustandes nicht mehr möglich ist?
Lieber RaphaelHop,

ich respektiere deine Meinung, allerdings möchte ich zunächst einmal einige Dinge richtigstellen, bevor wir weiter diskutieren:

RaphaelHop hat folgendes geschrieben:
etwas Schaden ist aber bewiesen, zB das höhere AIDS vorkommen bei homosexuellen


Die Zeiten, in denen AIDS als "Schwulenseuche" klassifiziert wurde, sind -zum Glück- seit Langem vorbei. Homosexualität und AIDS haben nichts miteinander zu tun. Beides zu vermischen und Homosexualität am besten gleich noch mit zur ansteckenden Krankheit zu machen, ist wissenschaftlich unzulässig.

RaphaelHop hat folgendes geschrieben:
Gott und Statistiken besagen, dass Rauchen schlecht ist. Genauso ist es mit schwulem Sex.


Statistiken fällen keine Werturteile. Statistiken mögen besagen, dass überdurchschnittlich viele Raucher an Lungenkrebs sterben, aber nicht mehr. Und ebenso kann es keine Statistik geben, die beweist, dass ausgelebte Homosexualität (vermeide bitte in Zukunft solche wertenden Begriffe wie "schwuler Sex") schlecht ist. Imn Übrigen gibt es nicht nur Schwule, sondern auch Lesben, die ebenso ein recht haben, in der Diskussion aufzutauchen.

RaphaelHop hat folgendes geschrieben:
Ich bin aber auch Raucher. Religionen verbieten es mir zu rauchen, obwohl ich ganz klar den Drang danach verspüre. Ich darf meinen Drang nicht ausleben.


Das wäre mir neu. Weder das Judentum noch die christlichen Kirchen noch der Islam oder die Baha'i-Religion verbieten das Rauchen.

RaphaelHop hat folgendes geschrieben:
Ich darf meinen Drang nicht ausleben. Ich finde das ist zumindest etwas vergleichbar. Mir wird gesagt, dass das, was ich begehre schlecht ist. Ich habe mich zwar entschieden, zu rauchen, dennoch ist mein Drang jetzt unkontrollierbar geworden, vergleichbar mit dem homosexuellem Drang. Und selbst, wenn man clean ist. Als Raucher oder Alkoholiker bleibt der Drang das ganze Leben lang.


Eigentlich dürfte es gar nicht nötig sein, dieses Argument zu widerlegen. So wie du es schreibst werden die Menschen homosexuell, weil sie den Nervenkitzel suchen und was "verrücktes" tun wollen. Das mag beim Rauchen, Trinken und bei Drogen so sein, aber Homosexualität ist keine Sucht, sondern eine Neigung. Du hast keine natürliche Neigung zum Rauchen, es entwickelt sich langsam eine Abhängigkeit von gewissen Suchtstoffen.

RaphaelHop hat folgendes geschrieben:
Viele Homosexuelle finden keinen Zugang zu Religionen, weil das Ausleben ihrer Neigung (zumindest in den abrahamischen) eine Sünde ist. ... Zuallererst will ich sagen, dass ich hetero bin. Ich kann also nicht nachvollziehen, wie schwule sich fühlen, wenn sie mit Religion konfrontiert werden. Ich kann aber sagen, dass ich sehr aufgeschmissen wäre, wenn mir Sex verboten wäre.


Ich würde dir auf jeden Fall drigend empfehlen, dich einmal mit Homosexuellen zusammenzusetzen und dir aus erster Hand berichten zu lassen, was sie bewegt. Denn so redest du über Dinge, die dich nicht betreffen, und ohne das nötige Hintergrundwissen. Vielen Homosexuellen geht es gar nicht um den Sex. Ich bin auch heterosexuell und mir ist Sex auch verboten. Das ändert aber trotzdem nichts an der Tatsache, dass ich mich nach menschlicher Nähe sehne und deshalb auch eine wundervolle Freundin habe. Eine anerkannte Beziehung, das ist das, wonach sich viele Homosexuelle sehnen, nicht frei ausgelebte Sexualität.


RaphaelHop hat folgendes geschrieben:
Wir sollten natürlich Homosexuelle, die Sex machen nicht verurteilen. Wenn wir ohne Sünde wären, hätten wir vielleicht erst das Recht.


Niemand wird jemals ohne Sünde sein. Insofern hat auch niemand das Recht, über andere zu urteilen. Dennoch lese ich in deinem Beitrag ganz klare Werturteile.

RaphaelHop hat folgendes geschrieben:
Haben die Homosexuellen ein Recht darauf, Religion zu kritisieren, weil sie ihre Neigung verbietet? Haben Raucher oder Drogensüchtige ein Recht darauf, weil es verboten ist, und der Drang nicht mehr kontrollierbar ist?


Noch einmal: Homosexualität ist keine Sucht und kein unkontrollierbarer Drang. Selbstverständlich kann man seine Sexualität kontrollieren, aber das ist auch nicht das Thema.

RaphaelHop hat folgendes geschrieben:
Haben Menschen, die eine Neigung dazu haben, sich selbst zu verletzen ein Recht, das Gesetz zu kritisieren? Oder sollte ein Mörder sagen, dass Gott ungerecht ist, weil er Töten verbietet? Wo soll das aufhören?


An der Stelle, an der du Homosexuelle mit Mördern gleichstellst...

Ich würde uns allen empfehlen, sehr sehr sensibel mit dem Thema Homosexualität umzugehen und uns genau solcher Fehlschlüsse und Fehlurteile zu enthalten, wie sie leider immer wieder auch in diesem Forum auftauchen.
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"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523
@Burk: Ich wäre aufgeschmissen. Ich würde leiden, aber damit klar kommen. Ich würde versuchen, mein Schicksal anzuerkennen, dass ich keinen Sex mehr haben kann. Ich kann natürlich nicht in die Zukunft sehen, aber ich denke dass ich die Sexlosigkeit dann als Prüfung sehen würde. Ich würde wohl nicht die Religion verlassen, weil sie mir Sex verbietet.
@Sören: Ja, es fällt mir manchmal schwer sensibel zu sein. Entschuldigung.

Der Thread habe ich vor allem wegen soetwas aufgemacht:
http://www.zeit.de/community/2014-1.....on-glaube-homosexualitaet
http://www.dijg.de/homosexualitaet/.....t-homosexuell-leben-kann/

Ich habe nie behauptet, dass AIDS eine Schwulenseuche ist. Nur, dass es mehr bei schwulen vorkommt. (Ich glaube das wort darf man sagen, man kann ja nicht immer homosexuell schreiben).

Ich schreibe hier im Kontext abrahamischer Religionen, die Homosexualität oder das Ausleben dieser als Sünde betrachten. Und Sünde als schlecht.

Lev 18,22 EU: Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Gräuel.

Lev 20,13 EU: Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben; Blutschuld lastet auf ihnen.

Koran:
„Und (wir [Gott] haben) den Lot (als unseren Boten gesandt). (Damals) als er zu seinen Leuten sagte: ‚Wollt ihr denn etwas Abscheuliches begehen, wie es noch keiner von den Menschen in aller Welt vor euch begangen hat? Ihr gebt euch in (eurer) Sinnenlust wahrhaftig mit Männern ab, statt mit Frauen. Nein, ihr seid ein Volk, das nicht maßhält.“

Bahai:
Aus Scham scheuen Wir Uns, das Thema der Knaben zu behandeln. Fürchtet den Barmherzigen, o Völker der Welt! Begehet nicht, was euch auf Unserer heiligen Tafel verboten ist, und zählt nicht zu denen, die verwirrt in der Wüste ihrer Lüste schweifen. Baha'u'llah

"das Thema der Knaben"

Der im arabischen Original stehende Begriff hat die Bedeutung der Päderastie. Shoghi Effendi interpretiert diesen Hinweis als Verbot aller gleichgeschlechtlichen Beziehungen. Die Sexualethik der Bahá'í zielt auf Ehe und Familie als dem Grundpfeiler der Gesellschaft; sie dient dem Schutz und der Stärkung dieser göttlichen Institution. Deshalb ist nach dem Bahá'í-Recht der Beischlaf nur zwischen Ehemann und Ehefrau erlaubt.

Rauchen ist in den Religionen indirekt eine Sünde, weil man seinem eigenem Körper nicht schaden soll. Ausser vielleicht, wenn man dadurch ein noch grösseres Übel verhindert.

Es tut mir ehrlich Leid, wenn ich Menschen verletzte, Sensibilität ist nicht meine Stärke.

Ich habe auch nie Gesagt, dass Homosexuelle Neigung eine Sünde ist. Man soll aber nur Sex als Ehemann und Ehefrau haben, wie es nun mal geschrieben steht. Und wenn jemand zu schwach ist, sich daran zu halten, dann will ich ihn auch nicht verurteilen. Ich habe ja auch zugegeben, dass ich mindestens genauso schwach bin einem Drang zu widerstehen.

Es gibt eben nicht viel, womit ich Homosexualität vergleichen kann. Es ist ein Drang oder eine Neigung, von der abgeraten wird sie auszuüben. Ähnlich, wie der Drang oder die Neigung andere Sünden auszuüben. Ich wollte nicht Homosexuelle mit Mördern oder Drogensüchtigen vergleichen. Ich wollte nur veranschaulichen, dass Menschen auch zu anderen Sünden neigen. Also die Neigung, eine Sünde nicht weniger Sünde sein lässt.

Gleichgeschlechtliche Liebe habe ich nie kritisiert. Und das macht auch kein abrahamisches Buch. Aber viele Homosexuelle wollen Sex haben und kritisieren Gott, dass es verboten ist. Ich denke, wenn diese Menschen die Gebote als ein Ideal ansehen würden und nicht als Mittel zur Geringschätzung der Sünder, dann könnten sie mit den Religionen vielleicht mehr anfangen. Viele Gläubige sehen aber auf die Homosexuellen herab. Ich hoffe komme nicht auch so rüber. Ich sage ja nur, dass sie zur Sünde neigen, aber das tut ja jeder Mensch auf seine Weise. Sie sind ja nicht weniger Wert weil sie zur Sünde neigen. Ich habe das Wort Drang benutzt, weil der Sexualtrieb ein Drang sein kann. Er führt dazu, dass Frauen vergewaltigt werden. Der Sexualtrieb ist nicht immer eine Neigung, er kann auch Drang sein. Und für viele Homosexuelle ist es bestimmt übertrieben schwer, auf Sex zu verzichten. Jeder Mensch hat seine Gefechte auszufechten, jeder seine eigenen Teufel zu besiegen. Ich bin nicht besser als ein homosexueller der jeden Tag Sex macht. Ich bin selber teilweise schlecht und auf Gottes Gnade angewiesen. Aber dass es eine Sünde ist, kann ich, wie ich finde, allemal sagen, da die heiligen Bücher uns dieses Wissen lehren.
Sex Sünde? Wenn erwachsene Menschen Sex miteinander haben was soll daran Sünde sein.
Solange beide es freiwillig machen. Wenn es sie glücklich macht .
Hetrosexual oder auch Homosexuell.
Ich dachte eigentlich immer Gott liebt alle Menschen.
Mit ihren Stärken aber auch ihren Schwächen.
Paul i hat folgendes geschrieben:
Ich dachte eigentlich immer Gott liebt alle Menschen.
Mit ihren Stärken aber auch ihren Schwächen.


Das denke ich auch; es ist nur so, dass uns Gott durch Seine Gesandten vermittelt, woran wir an unserer Seele Schaden nehmen können. Die Gebote sind ganz allein zum Schutz unserer Seelen da sowie unserer Gesellschaft. Gott weiß am besten, worauf es ankommt in der zukünftigen Welt.
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Ich meine, man darf nicht automatisch darauf schließen, weil irgendeine Religion nicht so sehr etwas hochhebt, dass es dann Gott nicht will.
Peter.Trim hat folgendes geschrieben:
Ich meine, man darf nicht automatisch darauf schließen, weil irgendeine Religion nicht so sehr etwas hochhebt, dass es dann Gott nicht will.


Ich verstehe jetzt nicht ganz, was Du damit sagen willst. Hilfst Du mir?
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
@RaphaelHop

Was ist mit den Stellen aus der Bibel, die besagen dass das tragen von Kleidung aus zweierlei Stoffen Sünde sei? Gilt das auch noch? Würdest du deine ungezogenen Kinder vor dem Dorf steinigen lassen? Sollte eine Frau ihren Vergewaltiger heiraten?
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Man kann Gläubige nicht überzeugen, da ihr Glauben nicht auf Beweisen beruht, sondern auf dem tiefen Bedürfnis zu glauben. - Carl Sagan.

Die Wahrheit siegt nie, ihre Gegner sterben nur aus.
Ich bin nicht 100% Bibel bewandert, aber ich denke, dass das alles Gesetze aus dem Jüdischen Bund sind. Ich glaube, das dieser Bund abgelöst wurde, also nein.
Ich kann mich auch nicht in die Zeit von vor 2100 Jahren hineinversetzen und weiss nicht, wie ich handeln würde, wenn ich damit konfrontiert wäre.
Ich vertrete die Meinung, dass wir keine Werturteile über frühere Gesetze Gottes machen sollten, da wir uns nicht im geringsten in die damalige Zeit hineinversetzen können.

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