Gott und Homosexualität


chrigi hat folgendes geschrieben:
ich finde deine argumente echt interesant.


Wessen Argumente?
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"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523
Suzu hat folgendes geschrieben:
okay Leute mal als Info was SÜNDE IST

Sünde = Lieblosigkeit, also seinen FEIND NICHT lieben, seinen Freund nicht liebevoll behandeln, seinem NÄCHSTEN NICHT zu helfen, das sind echte Sünden, die die Seele des Menschen stark trüben können, deshalb sollen wir sie nicht begehen, nicht aus Verbots - Lehre sondern weil es unserer Seele schadet und Gott der die Liebe wäre, so etwas zu verhindern sucht.

Zum homosexuellen allgemein, Homosexuelle sind NUR dann sündhaft wenn sie genauso schlecht sind wie alle andern und dem anderen in geistiger oder Materieller Not NICHT HELFEN.

Das mal zum Thema glauben allgemein, ehrlich lest diese Bücher mal um geistig verstehen zu wollen, und nicht um euch Verbote gegen das Leben zu suchen. ehrlich mal.

Stimmt! Denn Alles ist erlaubt, wenn ich Gott von ganzem Herzen und ganzer Seele liebe sowie den Nächsten/die Nächste wie mich selbst! Denn dies allein ist "das Gesetz und die Propheten", wie Jesus Christus laut Bibel sagt.
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Jedes Schicksal ist angemessen, individuell zugeschnitten, denn nichts, was Gott tut, ist sinnlos!
Lieber Peter.Trim!

Wenn man Gott liebt hat man die größte Freiheit, aber man wird versuchen sich ständig zu verbessern um Gott zu gefallen. Und es macht wirklich große Freude, wenn man erkannte Fehler nicht wieder begeht.

Wie sieht das allerdings bei den meisten Christen aus.? Sie machen Fehler, gehen beichten, möglicherweise bereuen sie, aber bei nächster Gelegenheit begehen sie dieselben Fehler wieder. Kann das im Sinne von Jesus sein, wenn die Menschen kein Rückgrat und keinen Respekt vor Gott haben?

Alles Liebe

Erich
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Es leitet mich die reine Liebe, die frei von Ego und frei von Konditionierungen ist!
Sören hat folgendes geschrieben:

RaphaelHop hat folgendes geschrieben:
etwas Schaden ist aber bewiesen, zB das höhere AIDS vorkommen bei homosexuellen

Die Zeiten, in denen AIDS als "Schwulenseuche" klassifiziert wurde, sind -zum Glück- seit Langem vorbei. Homosexualität und AIDS haben nichts miteinander zu tun. Beides zu vermischen und Homosexualität am besten gleich noch mit zur ansteckenden Krankheit zu machen, ist wissenschaftlich unzulässig.


Ja, Du sprichst von der aufgeklärten offen Szene. Nun ist es jedoch aber so das Religion in Ansruch nimmt durch und durch von Gott zu sein und nun nenne mir eine Religion welche Homosexuelle gleichstellt. So kommt es nun dass das Volks mit Homosexuellen schlecht umgeht. Als Homosexueller musst Du reich sein, ein Star sein, von den Medien hochgespielt sein oder in einer Blase/Umfeld relativer Akzeptenz leben können um die meist grundsätzliche Ablehnung des Volkes nicht zu vernehmen. So kocht sich das Volks sein eigen Süppchen wenn nicht mal Religion in sich homosexuelle gleichstellen mag.
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impressum hat folgendes geschrieben:
Ja, Du sprichst von der aufgeklärten offen Szene. Nun ist es jedoch aber so das Religion in Ansruch nimmt durch und durch von Gott zu sein und nun nenne mir eine Religion welche Homosexuelle gleichstellt. So kommt es nun dass das Volks mit Homosexuellen schlecht umgeht. Als Homosexueller musst Du reich sein, ein Star sein, von den Medien hochgespielt sein oder in einer Blase/Umfeld relativer Akzeptenz leben können um die meist grundsätzliche Ablehnung des Volkes nicht zu vernehmen. So kocht sich das Volks sein eigen Süppchen wenn nicht mal Religion in sich homosexuelle gleichstellen mag.


Die Frage nach dem Umgang mit wissenschaftlichen Fakten, dem Umgang mit den Menschen und der Bewertung der Homosexualität als solcher sind zwar zusammenhängende, aber doch verschiedene Fragen. Natürlich kann auch jemand, der Religion für "durch und durch von Gott" hält, akzeptieren, dass sich medizinisch kein Zusammenhang zwischen Homosexualität und HIV-INfektion nachweisen lässt. Im Gegenteil ist der in früheren Jahrzehnten tatsächlich deutlich höhere Anteil an Infektionen unter homosexuellen Männern darauf zurückzuführen, dass sie durch Marginalisierung in den Untergrund und in zwielichtige Clubs und Bekanntschaften gedrängt worden sind. Heute sieht die Statistik völlig anders aus und nötigt den damaligen Ergebnissen eine andere Interpretation auf.

Ebenso verhält es sich mit der Frage nach den Ursachen von Homosexualität und daran angeschlossen der Frage nach ihrer Behandelbarkeit. Früher wurden, befeuert von Joseph Nicolosi und anderen Vertretern, psychologische Traumata als Ursache vermutet. Auf dieses Basis hätte man sie tatsächlich behandeln können und wäre nach mehrheitlicher Auffassung der Gesellschaft auch moralisch dazu verpflichtet gewesen. Alles Andere wäre unterlassene Hilfeleistung.

Nun hat sich aber gezeigt, dass die von Psychologen und Psychotherapeuten entwickelten "Reparativtherapien" nicht nur in der Mehrzahl der Fälle keinen, sondern sogar einen negativen Effekt hatten. Gerade die Unmöglichkeit, ihre sexuelle Orientierung zu verändern, trieb viele der Behandelten in Selbsthass, Depressionen und Selbstmord. Deren Schuld? Die heutige Forschung sagt ganz klar nein, weil von ihnen nämlich Dinge verlangt wurden, die sie nicht schaffen konnten. Heute geht man davon aus, dass Homosexualität eine genetische Prägung voraussetzt und sie dabei im Spektrum der menschlichen Sexualität ein Extrem ist, ebenso wie die Heterosexualität. Etwa 20% der Menschen wären demnach entweder vollständig hetero- oder homosexuell. Alle anderen könnten in unterschiedlichem Maße Reize an beiden Geschlechtern ausmachen. Und diese Menschen haben dann auch in gewisser Weise eine Wahl.

Das alles ist aktueller Stand der wissenschaftlichen Forschung. 100%ig sicher ist kaum etwas davon, sicher werden in der Zukunft noch genauere Ergebnisse vorliegen, aber bis dahin ist das eben Ausgeführte erst einmal gesetzt. Die Bahá'í wären durch die Schriften eigentlich gehalten, diese wissenschaftlichen Erkenntnisse zu akzeptieren. Da beginnt dann die Schwierigkeit, weil man nämlich abgrenzen muss, was überhaupt zu dem Thema in den Schriften steht, und was nicht. Steht da drin, Homosexualität sei eine Krankheit? Steht da drin, Homosexualität sei heilbar? Nein, eindeutig nicht. Trotzdem nehmen einige Freunde ihre persönlichen Vorurteile über Homosexuelle in ihre Bewertung mit hinein und kommen dann zu dem Ergebnis, in den Schriften stünde z.B., gleichgeschlechtliche Paare wären zum Führen einer Beziehung nicht in der Lage und würden per se promisk leben. Das steht nirgens in den Schriften!

Wenn man ehrlich ist, gibt es eigentlich keine Stelle in den Schriften (also denjenigen Bahá'u'lláhs und 'Abdu'l-Bahás), die sich explizit auf Homosexualität bezieht. Es gibt das Verbot der Päderastie (oder Knabenliebe) im Kitáb-i-Aqdas und in einem anderen Text das Verbot der liwát, also des Anal-Verkehrs. Dies auf Homosexuelle zu beziehen würde dem Kontext insofern nicht entsprechen, als zum einen auch heterosexuelle Paare Anal-Verkehr praktizieren und zum anderen viele homosexuelle Männer selbst Anal-Verkehr ablehnen.

Mithin sind die einzigen Gebote, die implizit irgendeine Relevanz für gleichgeschlechtliche Paare haben, das Verbot außerehelichen Geschlechtsverkehrs und die Beschränkung der Ehe auf einen Mann und ene Frau. Ersteres lässt sich kaum wegdiskutieren, über letzteres kann man unterschiedlicher Meinung sein. Der Bahá'í-Gelehrte Armstrong-Ingram hat beispielsweise versucht, dieses starre Bild mit Verweis auf die Geschlechtslosigkeit der Seele aufzubrechen. Wie man da zu einer Lösung kommt, vermag ich nicht vorherzusagen.

Was aber auf jeden Fall nirgens vorkommt, ist dass man Homosexuellen mit Vorurteilen oder Verachtung gegenübertreten soll. Eine solche Einstellung ist im Gegeneil sogar ausdrücklich verboten. An dieser Stelle gibt es definitiv den größten Nachholbedarf innerhalb der Bahá'í-Gemeinde. Es wäre ohne weiteres und sofort möglich, Homosexuelle trotz bestimmter rechtlicher Vorbehalte in die Gemeinde zu integrieren. Es wäre möglich, dass sich ein Homosexueller in seiner Gemeinde geschätzt und aufgehoben fühlt, weil ihn jeder so akzeptiert, wie er ist. Dass das nicht (oder nur in Einzelfällen) passiert, macht mich traurig, ebenso wie die geballten Vorurteile, die einige immer noch mit sich herumtragen.
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"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523
Hi

Sören hat folgendes geschrieben:
[...]

Was aber auf jeden Fall nirgens vorkommt, ist dass man Homosexuellen mit Vorurteilen oder Verachtung gegenübertreten soll. Eine solche Einstellung ist im Gegeneil sogar ausdrücklich verboten. An dieser Stelle gibt es definitiv den größten Nachholbedarf innerhalb der Bahá'í-Gemeinde. Es wäre ohne weiteres und sofort möglich, Homosexuelle trotz bestimmter rechtlicher Vorbehalte in die Gemeinde zu integrieren. Es wäre möglich, dass sich ein Homosexueller in seiner Gemeinde geschätzt und aufgehoben fühlt, weil ihn jeder so akzeptiert, wie er ist. Dass das nicht (oder nur in Einzelfällen) passiert, macht mich traurig, ebenso wie die geballten Vorurteile, die einige immer noch mit sich herumtragen.


Ich wünsche Dir auf jeden Fall gutes Gelingen beim Vermitteln dieser gesunden Ansichten innerhab und ausserhalb deiner Gemeinde...

Es ist evtl. Hilfreich sich weniger die rechtlichen Aspekte vorzunehmen als sich darauf zu berufen dass Bahai Schriften im Wesentlichen dazu dienen sollen die Welt lebenswerter zu machen... auch für Menschen die nicht der eigenen Vorstellung entsprechen.

In den meisten Religionen meine ich eine starke Sehnsucht nach bedingungsloser Liebe erahnen zu können, das wird aber nur was wenn man das im Leben auch erlaubt.
Ein Dilemma ist es dass sich im Prinzip Mann und Fau nicht für ihre Zuneigung zueinander rechtfertigen müssen, da muss sich niemand für seine Liebe zu einem anderen Menschen erklären jeder versteht dass Menschen sich mögen.
Bei gleichgeschlechtlichen Paaren suchen wir nach konkreten Ursachen... diese sucht man nur bei Problemen, eigentlich total verrückt.

Gruss Grubi
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https://youtu.be/f2ROFnA4HRA
Guten Tag,

der Fehler in der gesamten Diskussion ist, daß der Sexualtrieb religös überfrachtet wird mit dem Begriff Liebe.

Da aber der Sexualtrieb evolutionär in einer großen Bandbreite variiert und keineswegs das ganze Leben konstant bleibt weder auf eine einzige Partnerschaft noch auf die gelebte sexuelle Ausrichtung, machen die meisten Religionen hier mehr Probleme als das sie Probleme lösen.

Während die meisten Religionen den Sexualverkehr möglichst auf die Ehe beschränken wollen, hat die Evolution nur die Weitergabe der Gene und daß in einer großen Vielfalt vor um eine gute Anpassung an die Umwelt für wenigstens einen Teil der Art zu erreichen. Nach dem Ende des Sexualtriebs und der Aufzucht der Jungen sind die Alten für die Evolution nicht mehr interessant. Bei einigen Spinnen geht das soweit, daß die Nachkommen das Muttertier auffressen.

Der Mensch ist hier insofern eine Ausnahme, da die Aufzucht der Jungen sehr lange dauert und eben nicht nur auf die Grundbedürfnisse ausgerichtet ist, sondern auch auf die Weitergabe von Wissen und sozialen
Regeln.
Da viele Religionen aber "unfehlbare Regeln" für das Zusammenleben von Menschen bestimmen, können sie sich nicht an veränderte Ansichten
anpassen.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Guten Tag,

der Fehler in der gesamten Diskussion ist, daß der Sexualtrieb religös überfrachtet wird mit dem Begriff Liebe.

Da aber der Sexualtrieb evolutionär in einer großen Bandbreite variiert und keineswegs das ganze Leben konstant bleibt weder auf eine einzige Partnerschaft noch auf die gelebte sexuelle Ausrichtung, machen die meisten Religionen hier mehr Probleme als das sie Probleme lösen.


Und das ist der Punkt, an dem wir zwei nie zusammenkommen werden. Denn ich glaube, dass die pure Existenz biologischer Dispositionen nicht automatisch bedeutet, dass man sie auch 1:1 ausleben muss. Da regelt die religiöse Moral einen Bereich des menschlichen Zusammenlebens, der von der reinen Biologie nicht abgedeckt ist. Ein positives Zusammenleben ist unter der Maßgabe, dass regelmäßig die Partner gewechselt werden und Sex und Liebe getrennt werden, in meinem Verständnis nämlich nicht möglich.
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"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523
Hallo Sören,

ich glaube, wir mißverstehen hier uns einander.
Die biologische Disposition schafft die Voraussetzungen, die dann aber im Laufe der menschlichen Sozialisation durch weitere Regelungen etwas eingegrenzt und auf das Zusammenleben abgestimmt werden.
Ich glaube zwar nicht, daß Religionen die Ursache dieser Regelungen sind, sondern nur eine dem damaligen Wissensstand entsprechende Einrichtung zur Weitergabe von richtigen und falschen Wertvorstellungen gewesen sind.

Als falsch stellt sich auf jeden Fall immer mehr heraus, daß Eheleute unbedingt bis an das Lebensende immer zusammen bleiben müssen.
Dies war wohl eher der "Versorgungsgemeinschaft" geschuldet, die aber heute nicht mehr so gebraucht wird.
Das mag man bedauern und manchmal wird mir eine Ehe auch zu schnell geschieden, aber die Zahlen sprechen für sich.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
RaphaelHop hat folgendes geschrieben:
Viele Homosexuelle finden keinen Zugang zu Religionen, weil das Ausleben ihrer Neigung (zumindest in den abrahamischen) eine Sünde ist. Da die Menschheit angeblich bewiesen hat, dass Homosexualität keine Entscheidung ist, sehen viele Menschen die Religionen aus diesem Grund als falsch an. Wie kann eine angeborene Neigung Sünde sein? Sie schadet dem Menschen auf den ersten Blick nicht einmal. (etwas Schaden ist aber bewiesen, zB das höhere AIDS vorkommen bei homosexuellen)


Hallo,
wo ist das Problem. Homosexuelle haben doch die Freiheit ( Luther Freiheit des Christenmenschen als Analogie ) sich eine abrahamische Religion für ihre Bedürfnisse abzuändern.

Die alten Regeln von vor ca. 3000 Jahren, 1700 ( Konzil von Nicae ), zu Mekka oder vor ca. 160 jahren in Akko niedergeschrieben wurden doch auch nur von Menschen wie wir erdacht und für verbindlich erklärt. Von daher besteht auch heute die Freiheit Regeln zu ändern, so daß es eben passt.

Irgendwie einen Kompromiß für das gute Gefühl und sozial gedacht als gesellschaftliches Diziplinierungsmittel, Religion ist nicht mehr und nicht weniger.

Ähnlich ist es doch mit Frauen die jammern daß bei der Vatikan-Organisation nicht Frauen für alle Ämter zugelassen sind, die haben doch die Freiheit Protestant oder altkatholisch usw. zu werden.
Warum nicht, vor 450 Jahren wechselten auch viele ihren Glauben und religiöse Organisation.

Und heute droht kein Scheiterhaufen für Religionswechsel

Wo ist das Problem?

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