Heute Flugunfall, mir wirft man vor nicht zu Weinen.


hallo,
heute in Frankreich der bedauernswerte Flugunfall. Mit Bundeskanzlereinbetroffenheit, sie fährt dorthin, Flaggen auf Halbmast morgen usw. wegen der 65 Toten Deutsche.

Ich sagte in der sozialen Umgebung das ist eben das Flugrestrisiko, egal ob Bombe, Pilot oder Technik. Antwort ich wäre ein Unmensch.

Allein auf den Straßen sterben in Deutschland jede Woche ca. 70 Personen, da gibt es nicht Flaggenhalbmast, Bundeskanzlerintrauer usw., dazu Arbeitsunfälle, Feuer, Zwischenfälle in Kliniken, Familientragödien usw.

Wenn ich das alles als "schlimm" mit Erschütterung beachten würde gäbe es garkein Normalleben mehr. Also warum ( böses Wort ) das Juchei nur wegen des bedauerlichen Flugunfall? Ohne Psychopanzer kann man doch nicht leben, also warum der Vorwurf an mich wegen zynischer "Eiseskälte"?


( Die Sorgen und Ängste der unmittelbaren Angehörigen will ich hiermit nicht wegreden )


Gruß
Hallo Weinberg, mich lässst so ein Flugzeugunfall absolut nicht kalt und ich finde es ganz furchtbar, wenn ich an das Leid der Angehörigen denke.

Trotzdem staune auch ich immer wieder wie wenig Beachtung man im Vergleich dazu all den anderen tragischen Ereignissen, die auch Du teilweise schon angeführt hast, entgegenbringt.

Jede Woche 70 Tote auf den Straßen und und...
Von den fürchterlichen Flüchtlingsdramen in Syrien und anderen Orten gar nicht zu sprechen. Die Liste an Leid durch Hunger und vieles anderes könnte man noch lange, lange fortsetzen.

Trauer und Tränen sind verständlich und normal. Aber warum immer nur in einer Richtung? Und letztendlich sind Trauer und Tränen alleine für niemanden eine Hilfe.

Da gilt es nachzudenken und anzupacken dort wo man Trauer und Tränen abwenden könnte.

Liebe Grüße
Linde

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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
Auf die Rationalisierung von emotionalen Momenten reagieren viele Menschen sehr allergisch.

Der Tod so vieler Menschen, der zudem medial solche Beachtung findet, schockiert viele. Die stillen und schleichenden Toten (etwa Verkehrsunfälle oder tiefes Afrika) sehen die Leute aber halt nicht. Entsprechend kein Schockmoment.

Mich beschleicht da oft auch der Verdacht das die Leute nicht sauer sind weil man nicht um Menschen trauert, sondern weil man ihre Emotion gerade nicht teilt.
@Weinberg

Es gibt bei Begräbnissen Menschen, die ihre Trauer überaus emotional zeigen. Andere sind scheinbar unbeholfen oder teilnahmslos. Ich glaube das Äußere sagt nicht unbedingt zuverlässig etwas über den wahren Grad der Anteilnahme aus. So gibt es Menschen, die "theatralisch" trauern, um sich dann moralisch über Andere zu erheben - Motto: "Hast du denn ein Herz aus Stein?" Sie suchen eigentlich nur sich selbst.
Die Zahl der deutschen Opfer des Flugzeugabsturzes hat sich mittlerweile auf über 70 erhöht und natürlich tut es mir für jedes einzelne Opfer leid und vor allem ist es furchtbar für die Angehörigen.

Aber ist es wichtig ob es nun Deutsche oder Spanier sind?

Ich musste mal wieder an eine der Ansprachen 'Abdu'l-Bahá in Paris denken.


Kapitel 37

http://www.holy-writings.com/?a=SHO.....FAnsprachen+in+Paris.html

Liebe Grüße
Linde
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Bahá'u'lláh
Komisch, warum klappt das mit obigem Link nicht hier?

Auf folgender Seite hatte ich ihn schon einmal gepostet und es hat funktioniert, bzw. funktioniert noch immer

"Die grausame Gleichgültigkeit der Menschen gegenüber dem Leiden Fremder Rassen."

Kapitel 37

www.geistigenahrung.org/ftopic72527.html
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Bahá'u'lláh
Mir erging es ähnlich! Nach dem 2. Tag Medien, dachte auch ich, an die vielen Flüchtlinge, die es nicht über das Mittelmeer schaffen.
Wo sind deren Gedenkminuten? Oder stehen Gedenkminuten nur prominenten und Deutschen zu?

Jedes Menschenleben ist wertvoll!
Hallo Weinberg.

Dich kann ich sehr gut verstehen. Natürlich ist so ein Ereignis tragisch, und mich macht es auch schaudern, wenn ich mich in die Angehörigen hineinversetze. Aber am Ende reagiere ich nur emotional, weil sich alles um mich selbst dreht: "Was, wenn ich mir vorstelle, wenn meine Frau oder meine Tochter da dringesässen hätte..."

Wer kann ernsthaft behaupten, aufrichtig zu trauern, wenn die Opfer Menschen sind, die man nicht einmal persönlich gekannt hat? Ich kannte sie vorher nicht, ich werde sie jetzt nicht mehr kennenlernen, macht für mich keinerlei Unterschied.

Im Gegensatz zur Unterstützung und Mitgefühl für die Angehörigen ist "Trauer" angesichts eines solchen Ereignisses sicherlich Heuchelei.

Oder vielleicht reagieren verschiedene Menschen auch einfach sehr unterschiedlich auf Verlust.

Wenn mir z.B. ein Verlust wirklich sehr nahe geht, bin ich eher betäubt als traurig. Ich fühle zunächst einmal für eine ganze Weile gar nichts. Keine Träne, nichts. Das kommt erst viel später, wenn ich den Verlust im Alltag spüre.

Im Gegensatz dazu kann ich bei geringeren oder erwarteten Verlusten die Tränen oft nicht zurückhalten. Z.B. als wir letzte Woche unseren alten Kater einschläfern lassen mussten. Es war abzusehen gewesen und es war kein extrem schlimmer, plötzlicher Verlust. Aber die Trauer war sehr stark.

Gruß,
Bernhard
@all!

Ich trauere nicht, weil ich weiss, warum soviel passiert und einen Ausweg kenne. Mitgefühl habe ich für die Angehörigen, aber mitleiden tue ich bestimmt nicht, denn dann hätte ich keine Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben.

Alles Liebe

Erich
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Es leitet mich die reine Liebe, die frei von Ego und frei von Konditionierungen ist!
leuthner hat folgendes geschrieben:

Ich trauere nicht, weil ich weiss, warum soviel passiert und einen Ausweg kenne. Mitgefühl habe ich für die Angehörigen, aber mitleiden tue ich bestimmt nicht, denn dann hätte ich keine Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben.

Kann ich nachvollziehen, denn sonst müsste man ständig um etwas trauern und könnte sonst nichts mehr tun.
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Jedes Schicksal ist angemessen, individuell zugeschnitten, denn nichts, was Gott tut, ist sinnlos!