Was ist Kultur?


Hallo Heraclitus,
Zitat:
Sollte der menschwürdige Umgang miteinander am Ende doch enger mit einem Jenseitsglauben verbunden sein als uns aufgeklärten Denkern lieb ist?


Den "Jenseitsglauben" verdanken wir meiner Meinung nach den damals nicht erklärbaren Naturphänomenen (Donner, Blitz, Vulkanismus usw).
Den "menschenwürdigen Umgang" würde ich eher der Sozialisation und dem Beginn der arbeitsteiligen Gesellschaft zurechnen, obwohl da dann auch die Machtgelüste bestimmter Personengruppen entstanden sein könnten.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Heraclitus hat folgendes geschrieben:
Hallo leuthner,
was hat das mit Kultur zu tun? Du meinst die Zivilisation entartet?


Hallo Pjotr Kala,

Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:

Meines Erachtens sind Sozialisation, Zivilisation, Kultur, Religion, Wertevorstellungen mehr oder weniger abhängig voneinander entstanden. Die Unterscheidung liegt nur darin, worauf man gerade den Focus richtet.
Und spätestens mit den Errichten von Hütten, oder dem Ackerbau muß man wahrscheinlich von einer Zivilisation sprechen, aber vielleicht hat es schon vorher Riten (Totenrituale) gegeben, die dann wieder für den Vorrang einer Kultur sprechen würden.
Pjotr Kala


Wenn Zivilisation, Kultur und Religion sich reziprok bedingen, haben wir die Lösung für die gegenwärtigen gesellschaftlichen Probleme. Die Fokussierung auf einen Faktor alleine schafft dann nämlich ein Ungleichgewicht der zugrundeliegenden Wertevorstellungen und die Gesellschaft bricht auseinander. Bedauerlicherweise wissen wir nicht, ob ein früher Totenkult Ursache für Zivilisation war, denn wenn dem so wäre, wäre der Totenkult die Voraussetzung für eine kultivierte Wirtschaftspolitik. Sollte der menschwürdige Umgang miteinander am Ende doch enger mit einem Jenseitsglauben verbunden sein als uns aufgeklärten Denkern lieb ist?


Lieber Heraklitus!

Möglicherweise haben wir nicht dieselbe Auffassung von Kultur. Ich verstehe darunter wie kultiviert wir sind. Und das sind wir ganz und gar nicht.

Wir sprechen zum Beispiel davon, dass wir eine Weinkultur haben. Ich sehe das nicht so, denn im Grunde genommen sind wir eine Gesellschaft von Alkoholikern. Die Christen mögen den Bezug zu Wein Jesus zuschreiben, aber das beruht auf einem Übersetzungsfehler, denn Jesus hat nicht Wasser in Wein verwandelt, sondern Wasser in den Saft der Traube, was richtigerweise soviel wie Traubensaft bedeutet und nicht Wein. Oder glaubt ihr wirklich, dass der Sohn Gottes, der von Geburt an über seine Berufung Bescheid wusste, seinen Verstand und den seiner Zuhörer benebeln musste?

Alles Liebe

Erich
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Es leitet mich die reine Liebe, die frei von Ego und frei von Konditionierungen ist!
Religion, die nicht Kultur prägend ist, ist nicht lebendig. Und gleichzeitig auch nicht eine Kultur, die ihre religiöse Prägung nur mehr als Brauchtum pflegt. Die Religion durchdringt die Kultur und umgekehrt kann die Kultur der Religion neue Impulse schenken.

Ich bin gestern einem jungen Künstler aus Japan begegnet. Er wurde in der Osternacht getauft auf den Namen "Johann Sebastian". Er ist durch die Musik von Bach zum christlichen Glauben gekommen.
Burkl hat folgendes geschrieben:
Religion, die nicht Kultur prägend ist, ist nicht lebendig. Und gleichzeitig auch nicht eine Kultur, die ihre religiöse Prägung nur mehr als Brauchtum pflegt. Die Religion durchdringt die Kultur und umgekehrt kann die Kultur der Religion neue Impulse schenken.

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Wo hat Kultur der R K K neue Impulse schenken dürfen? Im Ernst, R K K ist kaum mehr als Folklore, die nur noch die Akteure tangiert. Unabhängig von Glaubensinhalten, die ich nicht teile, spricht die äußere Form nicht an. Sie ist das Paradebeispiel für Leblosigkeit. Du unterschlägst nämlich, dass auch die Religion leblos sein kann.
Religion ist dann leblos, wenn sie nur als äußere Frömmigkeit und nicht mit Herz und Seele ausgeübt wird.