Des Lebens müde sein?


„Ward/seid ihr des Lebens müde?“

Nicht nach Deiner Deutung aus Überdruss sondern mehr aus innerer Entkräftung, also ansatzweise auch suizidgefährdet. Und dann kann der Tod durchaus so erquickend locken wie der Schlaf. Überdruss ist nach meinem Erleben eine Phase inneren Aufbäumens gegen diese eigene innere Unruhe. Sie trieb wie die Unruhe einer Uhr mein Leben an, unaufhörlich.

Deshalb kann ich Deine Erfahrung unaufhörlicher Machtlosigkeit nachempfinden. Doch dies lässt erst nach, wenn mein Begehren nach autonomen Handeln aufhört.

Zitat:
“Leider ist dies in dieser Welt nicht möglich, weil es für einen Menschen nicht möglich ist.“


Doch, in uns schlummern unergründliche Kräfte des Universums. Aber sie schlummern noch, sind noch zu müde. Erst sie entfalten das Leben schlechthin. Das zu erkennen ist der Sinn meines Lebens. Deshalb:

„Der Sinn des Lebens ist das Leben selbst“ (Goethe).


Bleib einfach dran

kohle
Zitat:
„Der Sinn des Lebens ist das Leben selbst“ (Goethe).


Gothe war ein hochgescheiter Mann - aber da liegt er eindeutig daneben. Seinen Lebenssinn so begründen zu wollen ist wie der Versuch Münchhausens sich selbst am Schopf aus dem Sumpf zu ziehen.

Ich glaube der Sinn muss "von oben" kommen, um wirklich zu sein. Sinngebung ist kein horizontaler Vorgang, sondern vertikal "von oben nach unten". Das sind man auch gut am Kreuz. Der vertikale Balken, der es hält steckt mit einer Seite nach unten in der Erde - die andere zeigt frei in den Himmel, wie eine "Antenne".

"Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast." (Joh 17,3)
Astrangios hat folgendes geschrieben:
Ich sehe die Welt und verspüre tiefe Abscheu gegenüber dem tägliche Taten der Menschen. Besonders das Verhalten der Personen in meinem Umfeld lassen mich an den Wert eines Menschen zweifeln. Ich kam nach einer Phase langen Nachdenkens zum Ergebnis, dass ich es irgendwie leid bin, jeden Tag mit der Erkenntnis aufzuwachen, dass diese Welt unvollkommen ist, und ich nur sehr wenig daran ändern kann.
...
Es ist für mich unmöglich den Gedanken zu verdrängen, dass ich kaum autonom Handeln kann. Ich bin auf einen Ausgleich des oberen und unteren Begehrungsvermögen aus. Leider ist dies in dieser Welt nicht möglich, weil es für einen Menschen nicht möglich ist.


Ja, es ist manchmal rein irdisch betrachtet wirklich sehr zum Verzweifeln, was da alles so passiert und wie sich die Menschen verhalten.

Aber übersieh nicht, dass auch viel Gutes passiert - es ist nicht alles Schlecht, es gibt immer auch Hoffnung. Und eines kannst du immer und ausnahmslos beeinflussen - wieviel Liebe du in die Dinge hineinlegst, wieviel du von dir gibst. Das ist letztlich das Maß eines gelungenen Tages, eines gelungenen Lebens.

Eine Empfehlung - Nimm dir jeden Tag am Abend vor dem Schlafengehen fünf Minuten Zeit und lass den gesamten Tag Revue passieren. Frage dich - was ist mir heute gelungen, was ist mir heute Positives widerfahren. Und sei für diese Dinge dankbar. Und für dein eigenes Schlechtes bzw. das Erlebte der Anderen empfinde Reue - Reue aus Liebe, weil du nicht willst dass diese Welt so lieblos ist. Keine Gewissensbisse weil du nicht perfekt bist (das wäre gekränkter Hochmut), sondern eben echte Reue aus Liebe, wie wenn man einem Freund wehgetan hat oder gesehen hat, dass ihm wehgetan wurde.

Und dann als Abschluss des Tages dieses Stoßgebet zu Gott, welches diese Haltung zusammenfasst: Danke - verzeih mir - Hilf mir mehr!
hallo Burkl,

Deine Antwort zeigt mir die Spanne dieser vagen Aussage Goethe auf, von seiner Flächenhaftigkeit bis in ihre Tiefen und Höhen. Der Weg zur Wahrheit ist zu ergründen.

"Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben"(?)

meint

kohlchen
Burkl hat folgendes geschrieben:

Ja, es ist manchmal rein irdisch betrachtet wirklich sehr zum Verzweifeln, was da alles so passiert und wie sich die Menschen verhalten.

Tatsächlich! Und wenn ich an keine Zukunft oder Alternative im Jenseits glauben könnte, dann könnte ich mich oft ziemlich brausen angesichts dieser Tatsache.
_________________
Jedes Schicksal ist angemessen, individuell zugeschnitten, denn nichts, was Gott tut, ist sinnlos!
Astrangios hat folgendes geschrieben:
Die Bezeichnung "lebensmüde" wird häufig in einem falschen Zusammenhang benutzt. Lebensmüde zu sein bedeutet nämlich, dass jemand des Lebens müde/überdrüssig ist.

Ich sehe die Welt und verspüre tiefe Abscheu gegenüber dem tägliche Taten der Menschen. Besonders das Verhalten der Personen in meinem Umfeld lassen mich an den Wert eines Menschen zweifeln. Ich kam nach einer Phase langen Nachdenkens zum Ergebnis, dass ich es irgendwie leid bin, jeden Tag mit der Erkenntnis aufzuwachen, dass diese Welt unvollkommen ist, und ich nur sehr wenig daran ändern kann.
Für die Leute, die an meiner geistigen Verfassung zweifeln:
Mir ist wirklich kaum etwas schlechtes passiert, habe Freunde und Familie etc.

Ich werde wirklich niemals Selbstmord begehen, weil mir mein Leben zu wertvoll erscheint und da ich noch relativ jung bin, kann ich noch vieles schöne erleben.


Das Problem letztendlich ist, dass die Erkenntnis bleibt, wie klein der Mensch doch ist. Goethe hat dies auch im Gedicht "Grenzen der Menschheit" thematisiert. Es ist für mich unmöglich den Gedanken zu verdrängen, dass ich kaum autonom Handeln kann. Ich bin auf einen Ausgleich des oberen und unteren Begehrungsvermögen aus. Leider ist dies in dieser Welt nicht möglich, weil es für einen Menschen nicht möglich ist.

Nun zur Frage:
Ward/seid ihr des Lebens müde?


Lieber Astrangios!

Verändern kannst du nur dich selbst. Eventuell kannst du deine Weisheit weitergeben, aber zur Weisheit zwingen kannst du niemanden.

Alles Liebe

Erich
_________________
Es leitet mich die reine Liebe, die frei von Ego und frei von Konditionierungen ist!
Dein Text (TE) bzw die Gedanken hätten von mir sein können...
_________________
"Wo sind die Menschen"?, fuhr der kleine Prinz endlich fort. "Man ist ein bisschen einsam in der Wüste". "Man ist auch bei den Menschen einsam", sagte die Schlange.
Wenn ich mich selbst verändere, ziehe ich mitunter auch völlig andere Art von Energie an. Das kann dann auch ziemlich positiv sein, so wir uns zum Positiven ändern.
kohle hat folgendes geschrieben:
hallo Burkl,

Deine Antwort zeigt mir die Spanne dieser vagen Aussage Goethe auf, von seiner Flächenhaftigkeit bis in ihre Tiefen und Höhen. Der Weg zur Wahrheit ist zu ergründen.

"Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben"(?)

meint

kohlchen

Meinst du Johann Wolfgang von Goethe?
_________________
Jedes Schicksal ist angemessen, individuell zugeschnitten, denn nichts, was Gott tut, ist sinnlos!
Peter.Trim hat folgendes geschrieben:
Wenn ich mich selbst verändere, ziehe ich mitunter auch völlig andere Art von Energie an. Das kann dann auch ziemlich positiv sein, so wir uns zum Positiven ändern.


Lieber Peter.Trim!

Wir tragen die Energie selbst in uns. Es ist die Kundalinienergie, die Energie des heilgen Geistes, die, wenn sie in uns aufsteigt und erleuchtet, die positive Änderung bewirkt.

Alles Liebe

Erich
_________________
Es leitet mich die reine Liebe, die frei von Ego und frei von Konditionierungen ist!