Ich bin nicht Charlie, ich bin Kemal


Hallo Elem. Luft,

Zitat:
Wer sagt denn, dass man Glauben beweisen muss? Das ist doch ein völlig falscher Ansatz.

Das habe ich ja auch gar nicht behauptet!
Es ist nur so, daß viele Religionsangehörige metaphysische Gewissheit mit Wissen verwechseln oder aber sogar vorhandenes Wissen nur im Rahmen ihrer metaphysischen Gewissheit zulassen. Dort liegt der Fehler.


Zitat:
Die Erfahrungen mit dem was über unsere Existenz hinausweist, gibt dem Erfahrenden aber genug Impulse und das Bewusstsein dafür, dass es sich lohnt, über sein Ego hinauszuwachsen, ja, dass es eine Notwendigkeit ist.

Das ist eine rein metaphysische Einschätzung. Auf der Wissenschaftsebene kann ich heute durch Ausschalten bestimmter Hirnregionen jeden Menschen so manipulieren, daß von seinen ehemaligen Erfahrungen und Vorstellungen und Glaubensinhalten nichts mehr übrig bleibt.


Zitat:
Im Übrigen bin ich der Meinung, dass du das Strickmuster religiöser Fanatiker nicht richtig einschätzt. Die wollen nicht beleidigt sein, sondern fühlen sich in ihrer absoluten Wahrheit verletzt. Dass sie dadurch die Karikaturen erst bekannt gemacht haben, ist ihnen in keiner Weise bewusst. Was sie bewegt, bewegt in deren Denken auch den Rest der Welt. Die sind völlig in ihrem Denken gefangen.


Das mag stimmen. Aber müssen wir deswegen ihren Vorstellungen nachgeben?
Allein mit den althergebrachten Wertesystemen der Religonen werden wir die neuen Herausforderungen einer globalisierten und automatisierten Welt nicht meistern. Und diese Zukunft kommt nicht erst in 10 Jahren, sie hat schon begonnen.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Hallo Elem. Luft,

Zitat:
Wer sagt denn, dass man Glauben beweisen muss? Das ist doch ein völlig falscher Ansatz.

Das habe ich ja auch gar nicht behauptet!
Es ist nur so, daß viele Religionsangehörige metaphysische Gewissheit mit Wissen verwechseln oder aber sogar vorhandenes Wissen nur im Rahmen ihrer metaphysischen Gewissheit zulassen. Dort liegt der Fehler.



Na ja, Fehler...

Man darf da die Ebenen nicht verwechseln.

Physische Erkenntnisse bauen auf einer allgemeinen Beweisfähigkeit auf, es handelt sich ja da auch um etwas Äußeres, Sichtbares, also sind auch die Beweise äußrere, sichtbare.

Bei der Existenz von Gott handelt es sich aber um eine metaphysische Ebene, also sind die Beweise auch metaphyisch, also materiell nicht sichtbar.

Im Unterschied zu den materiellen Beweisen muss der einzelne den metaphysischen Beweis für sich selbst erringen und er kann ihn dann auch keinem anderen beweisen.

Und das soll ja auch so sein, da es um eine persönliche Beziehung zu Gott geht und um einen individuellen Weg.

Je metaphysischer es wird, umso individueller wird der Weg auch, da mehr Gott, also mehr Liebe, also mehr Erkenntnis, also mehr persönlich.

Der Weg ist dann nicht mehr in einer Gruppe wie in der Schule zu lernen, weil er immer persönlicher wird.

Das eben ist ja ein Aspekt der Metaphysik, die persönliche Beziehung.

Aber der sie hat, die metaphysische Erkenntnis, für den ist sie unumstrittene Wahrheit und das ist ein anderer Aspekt der metaphysischen Ebene.
Glühwürmchen hat folgendes geschrieben:

Man darf da die Ebenen nicht verwechseln.

Physische Erkenntnisse bauen auf einer allgemeinen Beweisfähigkeit auf, es handelt sich ja da auch um etwas Äußeres, Sichtbares, also sind auch die Beweise äußrere, sichtbare.

Bei der Existenz von Gott handelt es sich aber um eine metaphysische Ebene, also sind die Beweise auch metaphyisch, also materiell nicht sichtbar.

Im Unterschied zu den materiellen Beweisen muss der einzelne den metaphysischen Beweis für sich selbst erringen und er kann ihn dann auch keinem anderen beweisen.

Und das soll ja auch so sein, da es um eine persönliche Beziehung zu Gott geht und um einen individuellen Weg.

Je metaphysischer es wird, umso individueller wird der Weg auch, da mehr Gott, also mehr Liebe, also mehr Erkenntnis, also mehr persönlich.

Der Weg ist dann nicht mehr in einer Gruppe wie in der Schule zu lernen, weil er immer persönlicher wird.

Das eben ist ja ein Aspekt der Metaphysik, die persönliche Beziehung.

Aber der sie hat, die metaphysische Erkenntnis, für den ist sie unumstrittene Wahrheit und das ist ein anderer Aspekt der metaphysischen Ebene.

Gott ist die Gesamtheit allen Seins und kein definierbares begrenztes physisches Objekt. Genauso verhält es sich mit meinem Persönlichkeitskern (meiner Seele), es ist weitaus tiefgehender, als dass die Physik und Chemie dieser Welt das zu erklären vermag.
_________________
Jedes Schicksal ist angemessen, individuell zugeschnitten, denn nichts, was Gott tut, ist sinnlos!
Hallo Glühwürmchen, hallo Peter, Trim

gg, wie ich schon schrieb, es ist eine metaphysische Gewissheit! Und solange sie die metaphysiche Ebene nicht verläßt, ist das auch ganz in Ordnung.
Allerdings wird es da wahrscheinlich nie einen Konsens mit einem Rationalisten geben (es sei denn, es gäbe tatsächliche Beweise, dann wäre Gott allerdings ein Objekt der Wissenschaft).

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Satire ist fast immer eine Provokation, auch wenn sie einen wahren Kern beinhaltet. Wenn du das vermeiden willst, mußt du die Meinungsfreiheit einschränken. Allerdings bitte ich dann, auch genau zu definieren, welche "heiligen Kühe" du dann noch zu einer satirischen Betrachtung zuläßt.

Hallo Pjotr Kala,
auch freie Meinungsäußerung hat Grenzen. Z.B. einen Polizisten übel zu beschimpfen ist eine grenzüberschreitende Provokation und wird entsprechende Konsequenzen nach sich ziehen.

Zitat:
Mit dem Kauf einer Satire-Zeitschrift habe ich immerhin die Einwilligung gegeben, daß ich den Inhalt zur Kenntnis nehmen will. Daß man manche Karikaturen als gefühlsmäßige Beleidigung auffassen kann, stimmt wahrscheinlich.
Der Punkt war, dass jeder mit der Mohammedkarikatur konfrontiert wurde, weil sie sich auf der Titelseite der Zeitschrift befand.

Zitat:
Und jede religiöse oder weltanschauliche Gruppe hat wegen der Meinungsfreiheit auch das Recht dagegen öffentlich, aber friedlich zu demonstrieren, nicht aber das Recht, dies zum Anlaß für Gewalttaten zu nehmen.

Das sehe ich auch so und das haben Muslime in vielen Ländern getan. Allerdings endet Gewaltlosigkeit mMn dort, wo stellvertretend auf eine Puppe einschlagen und diese verbrannt wird.

LG
Mara
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OM LOKAH SAMASTHA SUKHINO BHAVANTHU
Mögen alle Wesen in allen Welten glücklich sein.
Peter.Trim hat folgendes geschrieben:

Gott ist die Gesamtheit allen Seins und kein definierbares begrenztes physisches Objekt. Genauso verhält es sich mit meinem Persönlichkeitskern (meiner Seele), es ist weitaus tiefgehender, als dass die Physik und Chemie dieser Welt das zu erklären vermag.


Das sehe ich ähnlich.
Ich würde noch weiter gehen und den Begriff Seele austauschen und den Begriff Geist setzen. Seele ist die durch das Gehirn angeborene und gegebene Grundausstattung für das physische Leben: Talente, Eigenschaften, Temperament, Charaktergrundzüge u. ä.
Der Geist ist das aus der Gesamtheit allen Seins Abgegrenzte und vorübergehend individuell Auftretende. Die Welle auf dem Meer, der Tropfen aus der Fontäne, oder die ausgestochene Form aus dem unendlichen Plätzchenteig. Materie gewordene Idee. Äußerster Rand des existenziell Möglichen.
Gehirn und Seele sind darüber hinaus Empfänger für den Gesamtgeist, denn Gott ist Geist. Anders als Buddhisten glaube ich aber an die Möglichkeit des Fortbestehens individuellen Seins, sofern der Beobachter es für gut befindet. Bildhaft ausgedrückt: Wenn Gott das Individuum durchs Gericht kommen lässt.
Der in uns wohnende Geist ist selber Teil des Beobachters, was zahlreiche Nahtodeserlebnisse nahe legen. Es ist immer "die Person" selber, die ihr Handeln beurteilt, indem sie in eigener Erfahrung das Erleben der "anderen Person" nacherlebt/miterlebt. In diesem Sinne glaube ich auch an ein Durchfallen durch das Gericht und an nicht fortgeführte Existenz von "Personen" bzw. Ausdrucksformen Gottes.
Im kleinen betreibt der Mensch ja auch Selbstanalyse und Bereinigung von erkannten Schwächen.


Zitat:
Pjotr Kala
Auf der Wissenschaftsebene kann ich heute durch Ausschalten bestimmter Hirnregionen jeden Menschen so manipulieren, daß von seinen ehemaligen Erfahrungen und Vorstellungen und Glaubensinhalten nichts mehr übrig bleibt.


Ganz genau. Der Sitz der Seele ist veränderbar, prägungsabhängig und manipulierbar. Ein Radiogerät (Empfänger) funktioniert nur mit Elektrizität und mit diversen Fummeleien kannst du ihm auch Töne entlocken, die einer Sendung (Beispielsweise einer Symphonie) durchaus ähnlich sind. Ist das Radio kaputt (Gehirn tot) empfängt es weder die Symphonie noch rauscht es. Das heißt aber nicht, dass der Sender keine Symphonie mehr sendet oder die Symphonie selber nicht mehr existent wäre.
Den Geist berührt das Fummeln am Gehirn nicht. Selbst durch eine Amnesie, eine Demenz oder durch sonst einen Verlust von zerebralabhängigen Eigenschaften gehen Informationen verloren. Allein der Empfänger ist ausgefallen. Geist ist universelles Bewusstsein, Speicher, Gedächtnis. Blinde Nahtodeskandiaten könne sehen. Sie brauchen dafür weder ihre Augen noch das Gehirn.

Thema Terroristen:
Zitat:
Das mag stimmen. Aber müssen wir deswegen ihren Vorstellungen nachgeben?

Das habe ich nie behauptet und wirst du von mir auch niemals hören.
Ich habe lediglich um Zurückhaltung in Sachen Provokation in Form von Abbildungen Mohammeds gesprochen. Muss ich in einem Wespennest herumstochern, nur weil ich der Meinung bin, die Wespen haben keinen Grund und kein Recht mich zu stechen? Einer Wespe wirst du auch nicht erklären könnten, dass sie keinen Grund hat dich zu stechen. Sie versteht weder dich noch warum du in ihrem Nest stocherst.

Ich weiß nicht, wie oft denn noch?: Vernunftlosen Menschen kann man nicht mit intellektuellen Diskussionen oder Handlungen kommen.
Man kann über sie diskutieren, man kann darüber reden, wie man mit ihnen umgeht, aber nicht mit ihnen und schon gar nicht im Ton der Satire.
Das mag dir und auch mir nicht gefallen, aber du änderst es nicht. Du kannst nur deine eigene Vernunft einsetzen und das Provozieren bleiben lassen.

Wer einen religiösen Fanatiker auf seinen Irrweg aufmerksam machen möchte, muss das sachlich tun. Er muss ihm aufzeigen, wo seine Erwartungshaltung nicht aufgeht.

Zitat:
Ein ultraorthodoxer Jude kann es z.B. als Beleidigung auffassen, mit einer Frau zusammen im gleichen Bus zu fahren, ein Muslim einer unverschleierten Frau zu begegnen und ich als Agnostiker im Hotelzimmer mit einer Bibel oder dem Koran konfrontiert zu werden.


Aber weder du, noch der Jude, noch der Moslem würden deshalb töten. Davon können wir fast sicher ausgehen. Genauso sicher aber konnte Charlie Hebdo davon ausgehen, dass die Morddrohungen ernst gemeint waren. Das ist der springende Punkt. Man kann satirisch provozieren, aber nur bis zu einer gewissen Schmerzgrenze. Dann ist Schluss und dann war auch Schluss. - Tragisch, weil es vermeidbar gewesen wäre.
Meine Enkel werden noch wissen wer Bonhoeffer, aber nicht wer Charbonnier war.

Was nun aktuell den gesellschaftlichen und weltpolitischen Umgang mit dem Islam und Islamisten angeht, wird sicher einiges an Klärungs- und Handlungsbedarf vorhanden sein. Es geht nicht darum, sich einer menschenverachtenden, rückschrittlichen Terrorgruppe zu unterwerfen, oder auch nur von ihr gängeln zu lassen. Es geht nur um die geeigneten Mittel.



Zitat:
Zitat Elem Luft:
Wer sagt denn, dass man Glauben beweisen muss? Das ist doch ein völlig falscher Ansatz.

Zitat Pjotr Kala:
Das habe ich ja auch gar nicht behauptet!


Man merkt aber, dass du das meinst. Sonst kämst du nicht immer wieder mit Wissenschaft, Gott als Objekt der Wissenschaft oder Beweisen, die einen Rationalisten überzeugen müssten.

Wenn dich metaphysische Theorien und Bibeln in Nachttischschubladen von Hotels so sehr stören, dann habe ich einen lieb gemeinten Tipp für dich: Beschäftige dich einfach nicht damit und lass die Schublade geschlossen. Ich kann aus eigener, natürlich wissenschaftlich nicht beweisbarer Erfahrung, rein auf den Grundlagen der Empirik beruhend berichten, dass das hilft. Ich beschäftige mich nämlich auch nicht mit dem hedonistischen (im populären Sinne gebräuchliche Definition) Gedankengut, weil es mich fürchterlich aufregt. Seit dem ich es bleiben lassen, geht es mir besser.

Zitat:
Allein mit den althergebrachten Wertesystemen der Religonen werden wir die neuen Herausforderungen einer globalisierten und automatisierten Welt nicht meistern.


Wie denn? Bemühe dich doch mal um ein Konzept, das wir hier diskutieren können.

Ich sehe Religionen ohnehin anders als deren eingefleischte Anhänger.
Religionen sind aus den mystischen Erfahrungen einzelner Menschen entstanden. Wenn man alle kulturbedingten, menschlichen, historischen und erzählerischen Komponenten aus den sogenannten Heiligen Schriften einmal weglässt, dann kommt man an einen Kern, der allen Religionen (nicht Ideologien) gemein ist. Das ist die Erkenntnis, dass es etwas gibt, das über unsere begrenzte Sicht und Existenz hinausweist. Es bildet die Grundvoraussetzung für jedes allgemeingültige Wertesystem, das die Nächstenliebe ist. Würde das jeder anerkennen, hätten wir die Probleme, die wir haben gar nicht.

Würde jeder begreifen, dass er mit der Schädigung des Anderen sich selbst schädigt, dann würde er es unterlassen.

Erkenntnis ist nicht Glauben und wahre RE-LIGION ist nicht die Lehre diverser Glaubensgemeinschaften. Glauben ist die Wahrnehmung Gottes, Wissen die Erkenntnis. Leider kann Glaube ganz dumme Formen annehmen. Aber das ändert nichts am Wertesystem wahrer Religion. Und allein das ist meiner Meinung nach die Lösung. Es braucht zeitgemäßere Vermittlungsformen.

Was (Real-)Satire angeht:
Ich würde den oberlehrerhaft erhobenen Zeigefinger, der die typische Geste der Islamisten ist, jedem Moderator, Journalisten und Politiker empfehlen so lange kommentarlos anzuwenden, bis diese Geste inflationär an Bedeutung verloren hat. Das wäre schon einmal ein Anziehungspunkt weniger für orientierungslose Jugendliche. Damit kann man niemanden beleidigen, aber effektvoll relativieren.
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Locker bleiben, Maß halten (frei nach Aristoteles)
Hallo Elem.Luft,
Zitat:
Gehirn und Seele sind darüber hinaus Empfänger für den Gesamtgeist, denn Gott ist Geist. Anders als Buddhisten glaube ich aber an die Möglichkeit des Fortbestehens individuellen Seins, sofern der Beobachter es für gut befindet. Bildhaft ausgedrückt: Wenn Gott das Individuum durchs Gericht kommen lässt.
Der in uns wohnende Geist ist selber Teil des Beobachters, was zahlreiche Nahtodeserlebnisse nahe legen.


gg, schon mal was vom Schlaganfall gehört oder von retrograder Amnesie, oder von Persönlichkeitsveränderungen durch Unfälle mit Hirnschäden?
Wenn sich eine Person in ihrem Wesen durch eine Krankheit vollkommen verändert, welche Person kommt denn nachher in den "Himmel"? Oder, wenn ein vorher herzensguter Mensch nach einem Hirnschaden ein soziales Monster wird, wer von beiden wird dann bestraft?
Fast alle Nahtoderlebnisse können heute medizinisch erklärt werden, obwohl es zur Zeit auf diesem Gebiet nach meinem Wissen kaum neue Erkenntnisse gibt. Wie schon geschrieben, wer glauben will, der biegt sich jedes Wissen so hin, das es in seinen Glauben paßt.

Zitat:
Ist das Radio kaputt (Gehirn tot) empfängt es weder die Symphonie noch rauscht es. Das heißt aber nicht, dass der Sender keine Symphonie mehr sendet oder die Symphonie selber nicht mehr existent wäre.

Wenn ich das glauben würde, müßte ich nach diesem Beispiel auch glauben, daß ich keinen eigenen Willen habe, sondern fremdbestimmt von irgeneiner ausserhalb von mir liegenden Quelle werde.
Außerdem verstehe ich eigentlich nicht, warum du metaphysische Inhalte ausgerechnet mit den doch so unzulänglichen Beispielen aus der materiellen Welt erklären mußt. Könnt ihr Gläubigen euch doch nicht so ganz von der materiellen Welt lösen. Eine feinstoffliche Seele ist nach Definition immer noch aus irgendeinem Stoff.


Zitat:
Wer einen religiösen Fanatiker auf seinen Irrweg aufmerksam machen möchte, muss das sachlich tun. Er muss ihm aufzeigen, wo seine Erwartungshaltung nicht aufgeht.

Hmm, ich kann eigentlich aus der ganzen Geschichte nicht erkennen, daß es jemals gelungen ist, Fanatiker von ihrem Weg abzubringen. Meistens sind sie entweder durch interne Machtkämpfe vernichtet oder isoliert worden, oder von außen durch rechtsstaatliche Mittel oder Krieg unschädlich gemacht worden. Das einzige, was diese Fanatiker erreicht haben, ist das Erstarken von Rechtsaußen und hier eine Diskussion um die Grenzen der Meinungsfreiheit. Meine Meinung dazu habe ich hier schon deutlich gemacht.

Zitat:
Genauso sicher aber konnte Charlie Hebdo davon ausgehen, dass die Morddrohungen ernst gemeint waren. Das ist der springende Punkt. Man kann satirisch provozieren, aber nur bis zu einer gewissen Schmerzgrenze

Charlie Hebdo ist von sehr vielen Seiten auch gerichtlich angegangen worden. Die französischen Gerichte haben wohl die meisten abgeschmettert. Ich weiß nicht, ob Muslime dort auch gerichtlich dagegen vorgegangen sind. Die Macher von Charlie Hebdo haben sich der Frage gestellt, ob sie nicht mehr "Rücksicht" auf die Muslime sollten. Sie sind aber wohl zu dem Entschluß gekommen, daß dies die Linie dieses Blattes als Satireblatt zu stark verändern würde und haben im Bewußtsein der Gefahr so weiter gemacht. Außerdem war die Auflage relativ gering, so daß sie eigentlich nur eine bestimmte Leserschicht regelmäßig als Lektüre
diente. Wenn ich auch wahrscheinlich kaum mit ihren Inhalten einverstanden wäre, so halte ich doch das Festhalten an ihren redaktionellen Prinzipien für durchaus beachtenswert.


Zitat:
Man merkt aber, dass du das meinst. Sonst kämst du nicht immer wieder mit Wissenschaft, Gott als Objekt der Wissenschaft oder Beweisen, die einen Rationalisten überzeugen müssten.

Wenn dich metaphysische Theorien und Bibeln in Nachttischschubladen von Hotels so sehr stören, dann habe ich einen lieb gemeinten Tipp für dich: Beschäftige dich einfach nicht damit und lass die Schublade geschlossen.

Das ist aber mal wirklich ein guter Rat! Ich frage mich nur, warum du das nicht schon den Attentätern geraten hast, dann hätten wir heute nicht den Schlamassel.
Außerdem solltest du meine Sätze erst mal richtig lesen, dann kämen solche Fehlinterpretationen gar nicht vor. Ich habe nichts davon geschrieben, daß es Beweise geben müßte. Ich habe geschrieben, daß es gar keine Beweise geben kann!!

Zitat:
Wie denn? Bemühe dich doch mal um ein Konzept, das wir hier diskutieren können.

Nö, aber wer hier meine Statements des öfteren gelesen hat, der weiß, in welche Richtung ich gehen würde. Dir überlasse ich gerne das Vergnügen, es selbst herauszufinden

Zitat:
Ich würde den oberlehrerhaft erhobenen Zeigefinger, der die typische Geste der Islamisten ist, jedem Moderator, Journalisten und Politiker empfehlen so lange kommentarlos anzuwenden, bis diese Geste inflationär an Bedeutung verloren hat.

Und du glaubst wirklich, daß das gegen Fanatiker hilft? Dort, wo die Vernunft einem fanatischen Ziel untergeordnet wird, hilft gar nichts, da du keinerlei Zugang zu diesen Menschen hast. Entweder diesen Menschen kommen von selbst leise Zweifel, dann kann man dort mit der Vernunft langsam nachhaken, oder man muß sie vom Rest der Menschheit irgendwie isolieren.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
gg, wie ich schon schrieb, es ist eine metaphysische Gewissheit! Und solange sie die metaphysiche Ebene nicht verläßt, ist das auch ganz in Ordnung.
Allerdings wird es da wahrscheinlich nie einen Konsens mit einem Rationalisten geben (es sei denn, es gäbe tatsächliche Beweise, dann wäre Gott allerdings ein Objekt der Wissenschaft).

Man darf einerseits metaphysische Aspekte nicht als Objekte der wissenschaftlichen Messbarkeit verstehen, andererseits widerspricht das nicht unbedingt der menschlichen Vernunft, diese metaphysischenThesen als gegeben gelten zu lassen.
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Jedes Schicksal ist angemessen, individuell zugeschnitten, denn nichts, was Gott tut, ist sinnlos!
Hallo Peter.Tim

Es widerspricht nicht dem menschlichen Gefühl, was Religionen ja zur Genüge beweisen. Bei der Vernunft bin ich mir da nicht ganz so sicher. Auf jeden Fall kann man das Universum inzwischen logischer ohne Gott als mit Gott erklären. Zwischen Gefühl und Logik bleibt allerdings eine Lücke.

Pjotr Kala
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Hallo lieber Pjotr,

Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
gg, schon mal was vom Schlaganfall gehört oder von retrograder Amnesie, oder von Persönlichkeitsveränderungen durch Unfälle mit Hirnschäden?
Wenn sich eine Person in ihrem Wesen durch eine Krankheit vollkommen verändert, welche Person kommt denn nachher in den "Himmel"? Oder, wenn ein vorher herzensguter Mensch nach einem Hirnschaden ein soziales Monster wird, wer von beiden wird dann bestraft?
Das ist ja genau der Punkt, Du sagtest Hirnschaden.
Ich denke dass ein gerechter Gott diese schadensbedingte Persönlichkeitsveränderungen berücksichtigt.
Ein Aufbauhelfer, der nach einem Unfall, körperlich nicht mehr so viele gute Taten leisten kann wie vorher, ist doch deswegen kein schlechterer Mensch, nur weil er in der Summe weniger 'gutes tun' kann als vorher.
Ein Vergewaltigungsopfer, der vorher an Hilfsprojekten teilnahm, es aber nun unterlässt, weil er(aufgrund der angeschlagenen Persönlichkeit) niemanden traut, kann doch nichts dafür, dass er nun nicht mehr so hilfreich ist wie vorher.
Sollte das Gehirn derart geschädigt sein, kann das dazu führen, dass man sich wie ein soziales Monster verhält.(und ebenfalls weniger gutes tun kann)
Körper und Geist(im Sinne von Gehirn) können beeinträchtigt werden, da sich beides auf diese Materielle Welt bezieht.
Ab einer bestimmten Schwere des Schadens, kann sowohl der Körper als auch der Geist(Persönlichkeit) das Licht der Seele nicht mehr reflektieren.(wie es im gesundem Zustand der Fall war)
Beispiel für ein Extremfall: Komapatient
Ein kaputter Körper kann keine guten Taten ausführen, und ein kaputter Geist(Persönlichkeitsstörung) kann keinen Frieden stiften.(soziales Monster)

Die Seele braucht aber beides um in dieser Welt zu lernen, sollte dies aus den genannten Umständen nicht möglich sein, so wird es von Gott berücksichtigt.
Ein soziales Monster wird wegen jeder Kleinigkeit wütend, weil irgendwelche Stoffwechselvorgänge im Gehirn nicht richtig ablaufen.
Es kann in dieser Welt auch zu 'Totalschäden' von Körper und Geist kommen.(z.B. bei einer Totgeburt)
Auch hier kann die Seele sich in dieser Welt nicht entwickeln, und wird in den Schutz Gottes genommen, da es im Jenseits ein Nachteil für ihn wäre.

Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Fast alle Nahtoderlebnisse können heute medizinisch erklärt werden, obwohl es zur Zeit auf diesem Gebiet nach meinem Wissen kaum neue Erkenntnisse gibt.
Ich denke es wäre von vornherein nicht gut, den Glauben an Nahtoderlebnissen zu binden.

Nahtoderlebnisse sind ein wunderbares Zeichen dafür, dass der Mensch in der Lage ist eine Welt zu entdecken, die 'wirklicher' und schöner erscheint als diese Welt. Ich finde es sogar beneidenswert.(abgesehen von der Ursache z.B. durch ein Unfall)
Auch berichten einige, sie hätten Farben gesehen, die es nicht geben kann. Das ist denkbar, denn alle Farben, die wir mit dem Auge sehen, basieren auf die Mixtur von Rot Grün und Blau, Tiere die 4 Grundfarben wahrnehmen, können prinzipiell Farben sehen, die wir nicht kennen. Also ist da ein wenig Wahrheit in der Botschaft.

Trotzdem, sollte man den Glauben nicht daran knüpfen, sonst passiert der gleiche Mist wie bei der Entdeckung der Evolution, oder der Kugelgestalt der Erde, viele fielen vom Glauben ab.

Das mittle Bahai-Gebet warnt davor:
Zitat:
...Segen und Frieden, Gruß und Herrlichkeit ruhen auf Deinen Geliebten, die Wandel und Wechsel der Welt nicht davon abhalten, sich Dir zuzuwenden, und die alles hingegeben in der Hoffnung, das zu erlangen, was bei Dir ist. Du bist in Wahrheit der Immervergebende, der Allgütige.
Ein solcher Wandel kann z.B. die Verwirklichung der Kryonik sein.
Was werden solche Menschen berichten?
Haben sie eine dauerhafte Nahtoderfahrung, wenn sie eingefroren werden?
Sollte der Weltfrieden erst dann verwirklicht werden, weil jeder Mensch in Zukunft die Möglichkeit hätte zu sehen, wie das Jenseits aussieht, und es besser wäre sich deswegen gut zu verhalten?
Nee, ich glaub das nicht.

Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Außerdem verstehe ich eigentlich nicht, warum du metaphysische Inhalte ausgerechnet mit den doch so unzulänglichen Beispielen aus der materiellen Welt erklären mußt. Könnt ihr Gläubigen euch doch nicht so ganz von der materiellen Welt lösen. Eine feinstoffliche Seele ist nach Definition immer noch aus irgendeinem Stoff.
Aber man kann doch keine Beispiele von 'Außerhalb' nehmen, oder hast Du was anderes gemeint?
Gleichnisse haben es doch so an sich, dass man etwas 'kleines' nimmt, um das 'Große' zu beschreiben.

Das ist aber alles eine monotheistische Sichtweise, Elem. Luft ist aber ein Pantheist?

Gruß,
JackCM
_________________
http://www.exometa.de/vr.htm
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