Glück oder Pech?


Glück oder Pech?

Eine chinesische Geschichte erzählt von einem alten Bauern, der ein altes Pferd für die Feldarbeit hatte. Eines Tages entfloh das Pferd in die Berge, und als alle Nachbarn des Bauern sein Pech bedauerten, antwortete der Bauer: "Pech? Glück? Wer weiß?"

Eine Woche später kehrte das Pferd mit einer Herde Wildpferde aus den Bergen zurück, und diesmal gratulierten die Nachbarn dem Bauern zu seinem Glück. Seine Antwort hieß: "Glück? Pech? Wer weiß?"

Als der Sohn des Bauern versuchte, eines der Wildpferde zu zähmen, fiel er vom Rücken des Pferdes und brach sich ein Bein. Jeder hielt das für ein großes Pech. Nicht jedoch der Bauer, der nur sagte: "Pech? Glück? Wer weiß?"

Ein paar Wochen später marschierte die Armee ins Dorf und zog jeden tauglichen jungen Mann ein, den sie finden konnten. Als sie den Bauernsohn mit seinem gebrochenen Bein sahen, ließen sie ihn zurück. War das nun Glück? Pech? Wer weiß?

Was an der Oberfläche wie etwas Schlechtes, Nachteiliges aussieht, kann sich bald als etwas Gutes herausstellen. Und alles, was an der Oberfläche gut erscheint, kann in Wirklichkeit etwas Böses sein. Wir sind dann weise, wenn wir Gott die Entscheidung überlassen, was Glück und was Unglück ist; wenn wir ihm danken, dass für jene, die ihn lieben, alles zum Besten gedeiht.

Lieber Nanuk!

Im Bereich des Relativen ist man Opfer oder Täter, was man im Bereich des Absoluten überwindet, und das zum Glücklichsein führt.

Alles Liebe

Erich
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Es leitet mich die reine Liebe, die frei von Ego und frei von Konditionierungen ist!
Zitat:
Was an der Oberfläche wie etwas Schlechtes, Nachteiliges aussieht, kann sich bald als etwas Gutes herausstellen. Und alles, was an der Oberfläche gut erscheint, kann in Wirklichkeit etwas Böses sein. Wir sind dann weise, wenn wir Gott die Entscheidung überlassen, was Glück und was Unglück ist; wenn wir ihm danken, dass für jene, die ihn lieben, alles zum Besten gedeiht.


Liebe Nanuk,

eine ganz tiefe Weisheit, die da drinnen steckt und die letztlich auch im Kreuz zu finden ist:
Dort, "wo nichts mehr geht", wo nur noch Schmerz und sinnloses Leid zu existieren scheinen, da ist auch gleichzeitig der Keim des ganz großen Glücks, der Keim des Neuanfanges. Eines Neuen, das größer und schöner ist als wir es uns auch nur entfernt vorstellen können. Der auferstandene Jesus gibt uns eine Ahnung von diesem Neuen, eine konkrete reale Hoffnung, dass am Ende - nicht als Floskel, sondern wirklich und wahrhaftig - Alles gut, nein sogar Alles besser sein wird.

"Wir wissen, dass Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt." (Röm 8,28 )
Das Schicksal annehmen können wie es ist, das ist eine große Aufgabe.
Vor allem sich nicht von vermeintlichen Rückschlägen oder Pechsträhnen entmutigen lassen und bitter zu werden, ist teilweise sehr hart.

Ich denke wirklich mit sich selbst im Reinen sein kann man nur, wenn man sein Schicksal auch annehmen kann. Egal, ob es im Augenblick gut oder schlecht scheint.
Danke Nanuk. Ich finde diese Geschichte nach wie vor sehr gut. Ich kenne sie schon sehr lange und ich denke, dass wirklich eine tiefe Weisheit darin steckt. Hab sie schon oft erzählt oder weitergegeben.

Ich hab sie ein wenig anders gehört. Immer wenn man dem Bauern zu seinem Glück gratulierte oder ihn wegen seines Unglücks bedauerte, zuckte er mit den Schultern und sagte:

"Ich weiß nicht ob es gut ist oder schlecht?"

So manches was ich selbst erlebt und zuerst als schlecht empfunden habe, hat sich im Nachhinein als Segen herausgestellt.

Sollte man sich immer wieder vor Augen führen.

Der Spruch den Burkl gepostet hat, ist mir auch als erstes eingefallen als ich die Geschichte hier las.

Liebe Grüße
Linde
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
Ich denke, es geht darum, nicht immer nur das Jetzt eines Schicksales zu sehen, sondern das Ganze aus einem Gesamtzusammenhang heraus zu betrachten.
schön wenn euch die geschichte gefällt und danke fü die antworten .
Das ist interessant. Er war also lösgelöst von seiner eigenen Erwartung. Eine Freundin sagte letztens, wenn man losgelöst davon ist kann Gott einem erst helfen, dann ist das Leben im "Flow"...
Zitat:
Eine Freundin sagte letztens, wenn man losgelöst davon ist kann Gott einem erst helfen, dann ist das Leben im "Flow"...


Danke RoseGarden, das hab ich jetzt gerade gebraucht.
Ebenso das erneute Nachdenken über diese Geschichte.
Liebe Grüße
Linde
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Bahá'u'lláh