Wie fastet ihr?


Hallo,
ich habe noch nie in meinem Leben gefastet...
Esst ihr einfach gar nichts? Da müsste doch der Zucker total in den Keller gehen?
Ich würde es ja einfach mal ausprobieren, aber ich trinke nur Mineralwasser und frage mich, ob der Körper nicht etwas mehr haben möchte

Über Erfahrungsberichte würde ich mich freuen
Liebe Kisses,

meinst du jetzt das Fasten in seiner religiösen Dimension oder eher im Sinne von "Abnehmen"?
Ich mach das so wie mit der Ananas Diät. Alles essen außer Ananas.

Nein ernsthaft: Fasten durch Entzug von Nahrung finde ich nicht sinnvoll. Gib deinem Körper was er/sie braucht und lege den Schwerpunkt deines Alltags mehr auf religiöse/spirituelle Angelegenheiten. Eine Stunde mehr Kontemplation/Meditation/Gebet statt eine Stunde fernsehen ist mehr wert als weniger zu essen.
Also ich faste jetzt zum Beispiel in religiöser Dimension mit einem persönlichen Anliegen. Allerdings nicht im Sinne von Abnehmen, obwohl es mir gut täte. Für mich ist es einfach vorübergehende Enthaltsamkeit.
Kisses hat folgendes geschrieben:
Hallo,
ich habe noch nie in meinem Leben gefastet...
Esst ihr einfach gar nichts? Da müsste doch der Zucker total in den Keller gehen?
Ich würde es ja einfach mal ausprobieren, aber ich trinke nur Mineralwasser und frage mich, ob der Körper nicht etwas mehr haben möchte

Über Erfahrungsberichte würde ich mich freuen


Hallo liebe Kisses,

ich faste in der strengen Variante, die von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang auf alles verzichtet. Ich stehe dann auch entsprechend früh auf, damit ich noch gefrühstückt kriege. Im Normalfall besorge ich mir am Vorabend Brötchen vom Bäcker und esse dann zwei, maximal drei davon. So früh morgens geht sowieso eher weniger als mehr rein. Dann trinke ich dazu eine ganze 1,5-Liter-Flasche Wasser.

Im Normalfall reicht das dann bis etwa halb fünf oder fünf, während ich dann im Schnitt um sieben wieder essen darf. Dass man aber wirklich unter Hunger "leidet", das habe ich so noch nicht erlebt. Voraussetzung ist natürlich, dass man nicht verschläft
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"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523
Hallo Kisses, dieses Buch war für mich eine große Hilfe. Hatte ich an anderer Stelle schon mal gepostet.

Zitat:
Das Buch > Religiöses Fasten < mit dem Untertitel >Gesundheit für Leib und Seele<, von Bernardo Fritzsche, Patmos Verlag, hat mich begeistert.

Es gab mir weitere Erkenntnisse die Ernährung betreffend, rückt das allgemein verbreitete „Wissen“ über die tägliche Trinkmenge zurecht mit der ich mich, wie wahrscheinlich viele Menschen, schon seit Jahrzehnten herumquälte, es ist in klarer, verständlicher Weise geschrieben und zeigt mir neu das uralte Wissen über den tatsächlichen Sinn und das wahre Wesen des Fastens auf. Der Autor scheut auch nicht davor zurück, heiße Eisen mutig anzufassen
.Das Buch ist für mich ein echter Gewinn,
Ich kann es nur wärmstens weiterempfehlen.

Aus dem Inhalt: Fasten in den Religionen, Religiöses Fasten bei Krankheit und in besonderen Situationen, Erfahrungsberichte, Religiöses Fasten als Heilmittel.


Seit Jahrzehnten faste ich nun schon mit Begeisterung, aber durch dieses Buch bekam ich nochmal einen ganz besonderen Zugang zum Fasten.

Soviel auf dieSchnelle. Hoffe ich habe noch Möglichkeit und Zeit mehr auf mein Fasten einzugehen.


Liebe Grüße
Linde
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
Das mit dem Zucker stimmt nicht,
es sei denn Du bist Diabetiker.

An meinem Körper ist kein Fett,
mein BMI ist 22
damals als ich fastete war er sogar knapp unter 20.

Dennoch war es kein Problem:
ich hatte 4 1/2 Tage nur Wasser getrunken,
zugegeben: es hätten 5 Tage werden sollen.

Allerdings ist ratsam,
zunächst möglichst mehr als 2 Liter
isotonisches Salzwasser zu trinken über mehrere Stunden verteilt,
so wird der Darm frei, denn ansonsten bleibt der Darm über mehrere Tage gefüllt.

Isotonisch heißt einen gestrichenen Esslöffel Salz auf einen Liter Wasser.
Ich habe gleich 3 1/2 Liter getrunken.
Das kommt dann zum Schluss so raus, wie man es getrunken hat.

Ist zwar unangenehm aber ist mal wie kaminfegen.
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Sind wir denn wirklich die heiligsten Wesen auf Erden?
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Hallo, danke für die Antworten
Ich bin ein Kummer und Stressfaster und kann Essen komplett vergessen (außer ich merke eine Art von Unterzuckerung).
Morgens esse ich auch fast nie und der Appetit kommt erst so gegen 13- 14 Uhr.

@Burkl: Abnehmen muss ich nicht und es war eine religiöse bis selbstfinderische Frage. Es geht wohl am Meisten um Selbstdiziplin und den "Wert" des Essens - auch Neugierde.
Was bedeutet es nicht zu essen? Zudem gibt es die Meinung, dass es natürlich wäre und Heilung verschaffen könne. Es ist ein interessantes Themengebiet. Meine Idee wäre auch, dass ich das Rauchen gleichzeitig beende. Das Rauchen ist eine Sache, die ich einfach loslassen will. Es ist unnütz, Umweltverschmutzung und Egoismus. Die reinste Selbstfolter wenn man es so sieht, wie ich es fühle *seufz*. Mein Körper/Psyche reagiert allerdings mit Depression, so dass ich weiterrauche und das ist einfach nicht "richtig", sondern ignorant!

@LongRoad: Ja, das denke ich auch immer wieder und trotzdem esse ich auch unnahrhafte Sachen. 3 Wochen Süßigkeitenfasten waren sehr interessant. Ich aß Obst wie irre und das war mit Sicherheit gesund und Heißhunger, der mich geleitet hat. Also verbirgt sich hier die Frage: Was braucht mein Körper wirklich?

@Sören: Ganz ohne trinken kann ich mir nicht vorstellen und irgendwie halte ich das für ungesund für die Nieren!

@Linde: Ich hoffe auch, dass Du noch etwas ausholst Trinkmenge? Ich trinke sehr viel, weil ich einfach Durst habe - es muss aber Mineralwasser sein. Stilles Wasser trinke ich weniger und süßes Zeug stillt den Durst nicht. Was war denn Deine Erkenntnis?

@PapaLoooo: Also mein BMI ist 21.
Diabetes wäre eine gute Frage, da der Arzt bei mir neulich meinte, dass ich nüchtern einen Punkt über dem Zuckerwert lag und er dies beobachten wolle.
Das Salzwasser sucht sich seine Bahn nicht durch die Harnröhre? *grübel*
Zitat:
@Burkl: Abnehmen muss ich nicht und es war eine religiöse bis selbstfinderische Frage. Es geht wohl am Meisten um Selbstdiziplin und den "Wert" des Essens - auch Neugierde.
Was bedeutet es nicht zu essen? Zudem gibt es die Meinung, dass es natürlich wäre und Heilung verschaffen könne. Es ist ein interessantes Themengebiet. Meine Idee wäre auch, dass ich das Rauchen gleichzeitig beende. Das Rauchen ist eine Sache, die ich einfach loslassen will. Es ist unnütz, Umweltverschmutzung und Egoismus. Die reinste Selbstfolter wenn man es so sieht, wie ich es fühle *seufz*. Mein Körper/Psyche reagiert allerdings mit Depression, so dass ich weiterrauche und das ist einfach nicht "richtig", sondern ignorant!


Liebe Kisses,

Sonnenaufgang, Sonnenuntergang, Trinken oder nicht. Eine kleine Stärkung zu sich nehmen oder nicht. Das ist eigentlich überhaupt nicht der Kern des Fasten. Es gibt Menschen, die fasten "streng" und vergrößern damit die Strenge gegenüber Anderen, erreichen also das Gegenteil des Ziels des Fastens.

Wie du richtig erkannt hast geht es beim Fasten darum von "Ersatzbefriedigungen" freier zu werden. Alle innerweltlichen Genüsse - seien sie sinnlicher oder geistiger Natur - können den Blick auf das Wesentliche verstellen. Das Fasten ist die "sportliche Übung", um sich auf Gott bewusst besinnen zu können, sich in die Selbstüberwindung einzuüben, bewusst mehr Zeit nur mit ihm zu verbringen. Da hilft der Verzicht auf Essen natürlich mit - ist aber nicht die Hauptsache. Es kann jemand streng fasten und dabei geistig ungesund "völlern", indem er auf Andere herabblickt, die nicht soviel tun.

Versuch Gott mehr zu lieben, indem du im täglichen Gebet - vielleicht eine Viertelstunde am Vormittag und am Nachmittag bewusst Zeit mit ihm verbringst. Beginne diese Weile des Gebets mit der Bitte: "Herr ich glaube fest, dass du mich jetzt siehst und hörst" - und dann über Alles mit ihm sprechen.
Oder knie einfach vor einem Tabernakel und lass sich "sonnen", von ihm "anschauen" lassen.
Deine Heilung wird beginnen. Wer Gott sucht verliert die "Süchte", die ja letztlich ja nur da sind, weil die Seele unausgefüllt ist - eben etwas "sucht".

Lieben Gruß,
Burkl
Hallo, ich habe nachgedacht

„Wenn du fastest, dann kämme deine Haare und wasche dir das Gesicht. Dann wird niemand auf den Gedanken kommen, dass du fastest, außer deinem Vater, der weiß, was du in aller Stille tust.“ (Matthäus 6,17-18 NL)

Das lese ich so, dass ich weder bewundert werden soll, noch jammern. Es soll meine Entscheidung sein. Ich werde mich mit dem Thema befassen und einen gesunden Weg suchen.
Einen Zuckerlieferanten sollte ich mir für den kleinen Notfall erlauben (Honig).

Ich werde einfach mal einkaufen und einen Obst und Gemüse-Tag machen, dann einen Tag ohne Essen und dann wieder Obst und Gemüse und dann wieder "normal" Essen. Dann habe ich einen kleinen Plan und weiß mehr...

Beim Thema Rauchen habe ich mit da oben den Deal, dass ich es nach meinem Scheitern mit Pflastern probiere. Das Fasten möchte ich dann als Alternativangebot zwischenschrieben, da ich es für sinnvoller erachte. Nikotinpflaster sind eine verschiebende Krücke und machen in meinen Augen weniger Sinn. Hauptsache ich tue was, damit dieses nervige Rauchen mal aufhört
Wenn ich Hunger habe ist das Rauchen vielleicht einfach nur Nebenschauplatz. Die Idee kam erst nach dem ersten Post, aber passt!

Mit dem Salzwasser das werde ich mal ausprobieren, ob sich das trinken lässt.