Wie fastet ihr?


Hallo,

ich würde lieber beizeiten an geeigneter Stelle (im entsprechenden Unterforum) einige Fragen, die gestellt worden sind, erörtern, da sie dann gezielter aufgefunden werden können als im Fasten-Thema. Aus diesem Grund versuche ich mich hier kurz zu fassen.

Minou hat folgendes geschrieben:
Bist Du sicher, dass die Katholische Kirche das heute auch noch so sieht?

Die Lehre der Kirche ist zu allen Zeiten dieselbe, d.h. sie ist keiner Veränderung unterworfen. Was einmal Lehre war, bleibt es für immer, da es sich bei ihr nach katholischem Verständnis um göttliche Offenbarung handelt, die folglich nicht aufgehoben werden kann (etwa durch "neue Erkenntnisse" oder Moden).

Minou hat folgendes geschrieben:
Inwiefern hat die Katholische Kirche die Autorität Gottes?

Gott selbst hat die Katholische Kirche gegründet und mit Autorität ausgestattet. Nur wer auf die Kirche hört, hört auf Gott. Er gab ausschließlich ihr die Gewalt, auf Erden zu binden und zu lösen, was im Himmel gebunden und gelöst sein soll. Insofern hat die Katholische Kirche die Autorität Gottes.


Minou hat folgendes geschrieben:
So viel ich weiß, brauchte es fünf Jahrhunderte ehe das heutige Glaubensbekenntnis feststand nach vielen Synoden und Konzilen.

Das ist falsch. Zunächst einmal muss präzisiert werden, was überhaupt gemeint ist. Es gibt beispielsweise das Apostolische Glaubensbekenntnis oder das Athanasische Glaubensbekenntnis. Dabei handelt es sich um Ausformulierungen des Glaubensbekenntnisses der Kirche, also um ihre Glaubensartikel, die geglaubt werden müssen, wenn man katholisch sein will. Dem Konzil von Nizäa (Anfang 4. Jh.) lag das Apostolische Glaubensbekenntnis zugrunde, als es das Nizänische Glaubensbekenntnis formulierte. Das Apostolische Glaubensbekenntnis, welches am häufigsten gebetet wird, geht mit Sicherheit auf die Apostel zurück. Dass es äußerst alt ist, bezeugen schon Kirchenväter des dritten und vierten Jahrhunderts, wie Ambrosius und Augustinus. Doch selbst wenn überhaupt kein ausformuliertes Glaubensbekenntnis existierte, müssten Glaubensartikel wie die Dreifaltigkeit Gottes, die Fleischwerdung des Sohnes, die Auferstehung usw. von jedem Christen (Katholiken) geglaubt werden, da sie kirchliches Glaubensgut und somit göttliche Offenbarung sind. Das "heutige Glaubensbekenntnis" ist das Bekenntnis aller Christen zu allen Zeiten seit den Aposteln.

Peter.Trim hat folgendes geschrieben:
Ich denke, dass sicher nicht mehr alle Mitglieder der römisch-katholischen Kirche das so sehen.

So gut wie niemand, der heute behauptet, katholisch zu sein, glaubt an die Dogmen der Katholischen Kirche, die für jeden Katholiken verbindlich zu glauben sind. Wer sie aber ablehnt, schließt sich dadurch von der Katholischen Kirche aus.

@Mara-Devi: Offen gesagt sehe ich nicht, was Du mit Deinen Ausführungen konkret aussagen (oder widerlegen?) möchtest. Der zitierte Bibeltext enthält natürlich reine katholische Lehre. Es ergibt keinen Sinn, dass Du auf ihn zurückgreifst. Er besagt nicht, dass jeder, der sich seinen eigenen Jesus zusammenstellt, gerettet wird. Nur der wahre Glaube an Jesus rettet. Die Bibel ist ein katholisches Buch, welches nur von der Katholischen Kirche verwendet werden darf und nur von ihr korrekt gedeutet wird. Jeder, der sie abweichend von der Kirche deutet, schafft eine neue Irrlehre. Derer "bibeltreuer" Irrlehren gibt es inzwischen viele Tausend, die sich alle gegenseitig widersprechen in dem, was biblisch sei.

Long Road hat folgendes geschrieben:
Wie fühlt es sich an, wenn der eigenen Glaubensauffassung nach die überwiegende Mehrheit der Menschen als verloren betrachtet werden muss?

Die Verfassung der Menschheit ist ein äußerst trauriger Zustand, der viele Heilige dazu bewegte, ihr Leben zu lassen, um anderen das Evangelium zu bringen, auf dass sie nicht verloren gehen.
Damasus hat folgendes geschrieben:

Long Road hat folgendes geschrieben:
Wie fühlt es sich an, wenn der eigenen Glaubensauffassung nach die überwiegende Mehrheit der Menschen als verloren betrachtet werden muss?

Die Verfassung der Menschheit ist ein äußerst trauriger Zustand, der viele Heilige dazu bewegte, ihr Leben zu lassen, um anderen das Evangelium zu bringen, auf dass sie nicht verloren gehen.


Ja, aber wie geht es dir dabei? Siehst du dich in den Fußstapfen dieser Heiligen indem du versuchst anderen das Evangelium zu bringen?

Was fühlst du wenn du merkst, dass das nicht gelingT? Wenn die Menschen sich nicht zum Evangelium bekehren lassen. Oder gar wenn Gläubige sich von der Kirche abwenden?
Damasus hat folgendes geschrieben:

Die Verfassung der Menschheit ist ein äußerst trauriger Zustand, der viele Heilige dazu bewegte, ihr Leben zu lassen, um anderen das Evangelium zu bringen, auf dass sie nicht verloren gehen.

Was genau verstehst du unter "verloren gehen"?
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Jedes Schicksal ist angemessen, individuell zugeschnitten, denn nichts, was Gott tut, ist sinnlos!
Ich denke, es geht niemand ewiglich verloren, wer bereit ist, sein Leben auf Gott auszurichten.
Damasus hat folgendes geschrieben:

Die Lehre der Kirche ist zu allen Zeiten dieselbe, d.h. sie ist keiner Veränderung unterworfen. Was einmal Lehre war, bleibt es für immer, da es sich bei ihr nach katholischem Verständnis um göttliche Offenbarung handelt, die folglich nicht aufgehoben werden kann (etwa durch "neue Erkenntnisse" oder Moden)

Wie siehst du dann z.B. Ketzer- und Hexenverfolgungen und -verbrennungen und Ablasshandel ? Sind das auch "göttliche Offenbarungen", die fälschlicherweise aufgehoben wurden?

Zitat:

Gott selbst hat die Katholische Kirche gegründet und mit Autorität ausgestattet. Nur wer auf die Kirche hört, hört auf Gott. Er gab ausschließlich ihr die Gewalt, auf Erden zu binden und zu lösen, was im Himmel gebunden und gelöst sein soll. Insofern hat die Katholische Kirche die Autorität Gottes.

Jesus hat keine Kirche gegründet, nie gesagt, dass nur katholisch Getaufte gerettet werden, Jesus hat nie gelehrt, dass eine Kirchenzugehörigkeit und/oder die Einhaltung bestimmter Gesetze zur Rettung notwendig sind.
Im Gegenteil hat er immer wieder diejenigen bloß gestellt, die sich ihre Rettung so sicher waren.

Wenn Jesus sagte, dass ein Kamel eher durch ein Nadelöhr gehe, als ein Reicher in den Himmel komme, dann gilt das zu allen Zeiten und für alle Menschen, selbst für einen katholischen Papst.


Zitat:
@Mara-Devi: Offen gesagt sehe ich nicht, was Du mit Deinen Ausführungen konkret aussagen (oder widerlegen?) möchtest.

Weil du offenbar blind bist und dein Gott eine Institution zu sein scheint. Wenn hochrangige katholische Kirchenvertreter akzeptieren oder gut heißen, die Juden zu verfolgen, weil sie Jesus umgebracht haben, kannst du das dann ohne Gewissensbisse tun?


Zitat:
Die Bibel ist ein katholisches Buch, welches nur von der Katholischen Kirche verwendet werden darf und nur von ihr korrekt gedeutet wird. Jeder, der sie abweichend von der Kirche deutet, schafft eine neue Irrlehre.

Du stellst die katholische Kirche als unfehlbar dar, doch sie besteht immer wieder aus Menschen, die sich dem Heiligen Geist verschließen und Fehler machen können. Deshalb sind Selbstkritik und Reformbereitschaft für eine Kirche die sich auf Jesus Christus beruft, lebensnotwenig um nicht zu erstarren.

In der Bibel gibt es verschiedene Ortsgemeinden, deren Betreuung zwischen einigen Aposteln aufgeteilt waren.
Paulus hatte die gleiche Vollmacht wie Petrus und der Apostel Paulus hat den Apostel Petrus erfolgreich kritisiert und seine Heuchelei aufgedeckt. (Galater 2, 11 -21)
Petrus hatte einst aus persönlichem Beweggrund Jesus verleugnet. Nachdem der Auferstandene ihm verziehen und Vollmacht als Jünger verliehen hatte, hat derselbe Petrus sich wieder aus Angst vor den Juden plötzlich verstellt. D.h. Petrus war und blieb immer ein fehlbarer Mensch, der der Korrektur bedurfte.

Es gibt keine biblische Grundlage für eine völlige Vernachlässigung des Paulus und eine "Vormachtstellung" des Petrus und daraus folgender katholischer Päpste!

Zitat:
Derer "bibeltreuer" Irrlehren gibt es inzwischen viele Tausend, die sich alle gegenseitig widersprechen in dem, was biblisch sei.
Willst du mich als "Irrlehrer" bezeichnen?
Zur Zeit Jesu haben sich die Pharisäer und Sadduzäer als alleinige authorisierte Hüter der Heiligen Schrift gesehen und heute soll das die katholische Kirche sein?

Zitat:
Der zitierte Bibeltext enthält natürlich reine katholische Lehre. Es ergibt keinen Sinn, dass Du auf ihn zurückgreifst. Er besagt nicht, dass jeder, der sich seinen eigenen Jesus zusammenstellt, gerettet wird. Nur der wahre Glaube an Jesus rettet.

Was verstehst du unter "der wahre" Glaube an Jesus.
Ist Jesus nicht zu den Sündern, Armen und Kranken gekommen und hat sie nur aufgrund ihres Glaubens erlöst.
Kannst du mir ein einziges bibl. Beispiel nennen, wo Jesus einen Sünder erst irgendwelche Bedingungen (kath. Kirchenzugehörigkeit ist eine) oder Widergutmachungen erbringen lässt, um gerettet werden?

Wozu legt die kath. Kirche ihren Gläubigen neue Gesetze und Gebote wie z. B. das Fasten auf?

Ich werfe nicht weg die Gnade Gottes; denn so durch das Gesetz die Gerechtigkeit kommt, so ist Christus vergeblich gestorben. (Galater 2,21)

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OM LOKAH SAMASTHA SUKHINO BHAVANTHU
Mögen alle Wesen in allen Welten glücklich sein.
Ich denke, dass die heutigen Katholiken teils schon verstehen, wie lächerlich die Aussage ist, dass die römisch-katholische Kirche zu allen Zeiten immer Gottes Gesetzesoffenbarungen gelehrt haben soll. Denn ansonsten müssten vermutlich auch alle Katholiken Rassisten und Hitler-Anhänger sein, denn auch Adolf Hitler hat aus historischer Sicht den damaligen Papst in der Tasche gehabt.
Mara-Devi hat folgendes geschrieben:
Wie siehst du dann z.B. Ketzer- und Hexenverfolgungen und -verbrennungen und Ablasshandel ? Sind das auch "göttliche Offenbarungen", die fälschlicherweise aufgehoben wurden?

Ketzer- und Hexenverfolgungen sowie der Ablasshandel tangieren nicht das Glaubensgut (depositum fidei) und sind somit keine Dogmen. Solche können, wie bereits gesagt, nicht aufgehoben werden. Dass Problem mit sämtlichen Einwänden Deinerseits ist, dass sie Dir selbst unverständlich oder inhaltlich unbekannt sind. Ich gehe dennoch auf die genannten drei Punkte kurz ein, da Ungläubige immerzu auf ihnen "herumreiten".

1. Ketzerverfolgungen sind in der Geschichte zwar die Ausnahme, können in einem katholischen Staat aber grundsätzlich dann geboten sein, wenn die ketzerischen Gruppierungen eine ernste Gefahr (wie Bürgerkrieg, Verrat an feindliche Staaten, Mord und Vandalismus) für das Funktionieren des Gemeinwesens bzw. die Aufrechterhaltung der Ordnung darstellen. Es wäre dann Aufgabe des katholischen Regenten, Maßnahmen zur Gefahrenabwehr zu ergreifen. Natürlich kann auch die Kirche zum militärischen Kampf gegen die Irrlehrer auffordern, wenn die von ihnen ausgehende Gefahr für den orthodoxen Glauben besonders groß ist und sich auf verschiedene Länder ausdehnt. Die Durchführung hängt aber auch in diesem Fall von dem Willen und Ermessen der weltlichen Macht ab, und historisch betrachtet fielen die Maßnahmen in ihrer Härte sehr unterschiedlich aus, manchmal so hart, dass die Geistlichen der Kirche sich zur Mahnung dagegen veranlasst sahen. Des weiteren spielten sich Ketzerverfolgungen (ebenso wie Judenverfolgungen) oftmals auf der Ebene des Volkszorns ab. Und sobald Ketzer ein Territorium einnahmen, haben sie ihrerseits Katholiken verfolgt, ebenso wie sie diejenigen Ketzer verfolgten, die von ihrer nun dominierenden Ketzerlehre abwichen (zum Beispiel Severt unter Calvin). Das ist ein ganz gewöhnlicher Vorgang. Was an den Ketzerherrschaften jedoch auffällt, ist die im Gegensatz zu katholischen nicht vorhandene Toleranz gegenüber Andersgläubigen. Es ist freilich müßig, hier die lange Geschichte von mit Verfolgungen verbundenen Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Ketzern durchzugehen.

2. Der Hexenglaube, d.h. vorwiegend die Annahme, ein Weib könne mit dem Teufel Unzucht treiben und dadurch übernatürliche Kräfte empfangen, um Schadenszauber auszuüben, sowie die Vorstellung, Personen könnten fliegen oder sich in Tiere verwandeln, entstammt uraltem heidnischen Volksglauben. Er kommt nicht von der Kirche. Dass Zauberer existieren, sollte klar sein und wird durch die Heilige Schrift bezeugt; Gott gebot den Israeliten, Zauberer zu töten (vgl. Ex 22,18 ) und natürlich zählen Zauberer im Jenseits zu den Verdammten (vgl. Eph 5,5-8; Offb 21,8 ). Zauberer sind jedoch nicht in der Lage, zu erschaffen oder Gattungen zu transformieren. Grundsätzlich ist die Kirche seit eh und je eine Bekämpferin derartiger Vorstellungen. Auch diejenigen, welche behaupten, über solche Kräfte zu verfügen oder in derartige diabolische Umstände physisch eingebunden zu werden, lassen sich lediglich vom Teufel blenden, indem er ihnen etwas als real vorgaukelt, was von ihnen nur im Geist erfahren wird (vgl. Canon episcopi aus dem 9. Jh.). Wenn sie also glauben, erlebt zu haben, geflogen oder in ein Tier verwandelt worden zu sein oder verwandeln zu können, handelt es sich um eine vereinnahmende Vorstellung oder einen "realistischen Traum". Doch völlig ausrotten lässt sich Aberglaube wohl kaum. Dass solche Vorstellungen sich seit dem Hochmittellater mancherorts vermehrten, hängt möglicherweise mit den Erfahrungen während der Kreuzzüge und dem Kontakt mit stark abergläubischen Orientalen zusammen. Darüber hinaus sollte nicht übergangen werden, dass es nicht erst seit jüngster Zeit, sondern auch in aller Vergangenheit Dämonendiener und -dienerinnen gab, welche satanistische Rituale praktizierten und den Teufel anriefen (ich sehe auch nicht, warum es keine Sekten wie die Luziferianer gegeben haben sollte). Was heute an Teufelsdienst selbstverständlich ist, war in Zeiten christlicher Kultur unfassbar und äußerst besorgniserregend. Sind heute TV-Stars und Nachbarn offene Satanisten, hatte man einst eine unheimliche Angst, unter ihren schädlichen Einfluss zu gelangen. Diese und vielleicht weitere Gründe trugen sicherlich zur Popularität des Hexenglaubens in Europa bei. Dass jeder gelehrte christliche Theologe oder Richter zu allen Zeiten imun gegen diese Art von Hexenvorstellung bleibt, darf wohl kaum erwartet werden. Angesichts dessen kann es nicht ernsthaft überraschen, dass früher oder später auch mit Kirchenämtern betraute Personen dem Hexenglauben anhangen. Hexenprozesse waren normalerweise weltliche Angelegenheiten, bei denen die Kirche, namentlich die Heilige Inquisition, lediglich überprüfen konnte, nicht aber Urteile vollstrecken. Der Heiligen Inquisition ist zu verdanken, dass es im Verhältnis zu den Anklagen zu überaus häufigen Freisprüchen kam. Insgesamt ist die Geschichte der Hexenverfolgungen sehr kompliziert, da verschiedene Aspekte wie Häresie, rituelle Zauberei sowie besagte Hexerei verwoben sind.

3. Grundsätzlich sind Ablässe gegen Spenden, die zu einem gemeinnützigen Zweck finanziell beitragen, nicht schlecht, sondern gut. Ablassgelder wirkten durchaus für die abendländische Kultur gewinnbringend und segensreich. Dabei sind Geldspenden für einen guten Zweck zugleich ein gutes Werk des Spenders, wobei erwähnt sei, dass zur Gültigkeit eines beliebigen Ablasses der Stand der Gnade sowie Reue über die begangenen Sünden Voraussetzung ist, was gerne verschwiegen wird; überhaupt ist die Vorstellung, man hätte sich mittels Ablässen in den Himmel freizukaufen geglaubt, absurd. Allerdings verleiten Geldspenden generell zu Missbrauch (wie immer wieder in allen Bereichen festgestellt werden kann). Darunter zählt die Vermehrung der Ablässe ins Maßlose und die Eigenmächtigkeit einzelner Ablassprediger. Missbrauch durch Amtsträger ist aber stets gegen die Unversehrtheit der Institution gerichtet, so auch gegen die Kirche.

Und jetzt frage ich Dich: Kannst Du guten Gewissens behaupten, mit Recht über die von Dir genannten Themen urteilen zu können? Tatsächlich werden genau diese Dinge (dazu noch die Kreuzzüge und die Inquisition) sowohl von Atheisten als auch von Häretikern gegen den katholischen Glauben ins Feld geführt, doch so ziemlich jeder von ihnen weiß nichts Konkretes über deren Inhalte zu sagen. Das ist eine Erfahrung, die ich immer wieder mache. Leider wird von kirchenfeindlicher Seite seit Jahrhunderten nach dem Prinzip "Verleumde nur, irgendetwas bleibt immer hängen" verfahren. Und so hat jeder schon unzählige Male die von Freimaurern und Hoollywoodjuden fabrizierte Propaganda gegen die Kirche geschluckt, wobei den allerwenigsten daran gelegen ist, nach der Wahrheit zu forschen. Das erinnert mich an die permanenten Behauptungen der Kirchengegner, im Mittelalter habe man geglaubt, die Erde sei eine Scheibe. Selbst nachdem das mächtige (einflussreiche) weltliche Magazin (i.e. Propagandaschmierblatt) "Der Spiegel" im Jahre 2005 mit diesem Märchen aufräumte, begegnet einem diese Lüge bis heute - denn es bleibt nun einmal wirklich stets etwas hängen. Das größte Übel ist, dass praktisch niemand die Katholische Kirche kennt, gleichwohl ziemlich viel an falscher Meinung über sie besitzt. Auch Deine "Kenntnis" des katholischen Glaubens und der Katholischen Kirche besteht durchwegs aus Vorurteilen.


Mara-Devi hat folgendes geschrieben:

Jesus hat keine Kirche gegründet, nie gesagt, dass nur katholisch Getaufte gerettet werden, Jesus hat nie gelehrt, dass eine Kirchenzugehörigkeit und/oder die Einhaltung bestimmter Gesetze zur Rettung notwendig sind.

Doch, auch wenn Häretiker es nicht wahr haben wollen und lieber ihren eigenen selbstgemachten Glaubensgebilden folgen. Dein Glaube und der Glaube aller anderen "bibeltreuen" Sektierer ist unhistorisch, unbiblisch und willkürlich. Jeder macht sich zu seinem eigenen Überpapst, beruft sich auf die Bibel und deutet den Bibeltext nach Belieben. Je weiter man sich von der Kirche entfernt, desto unverständlicher und mehrdeutiger wird die Heilige Schrift. Die Entfernung zur Kirche Christi ist also der Nährboden der unzähligen antikatholischen ( = antichristlichen ) Sekten.

Mara-Devi hat folgendes geschrieben:
Im Gegenteil hat er immer wieder diejenigen bloß gestellt, die sich ihre Rettung so sicher waren.

Wieder ein völlig sinnfreier, unerheblicher Einwand. Übrigens ist vermessene Heilsgewissheit - und diese ist bei Protestanten gewöhnlich Glaubensbestandteil - eine schwere Sünde.

Mara-Devi hat folgendes geschrieben:
Wenn Jesus sagte, dass ein Kamel eher durch ein Nadelöhr gehe, als ein Reicher in den Himmel komme, dann gilt das zu allen Zeiten und für alle Menschen, selbst für einen katholischen Papst.

Klar. Wer wollte das anzweifeln?

Mara-Devi hat folgendes geschrieben:
Zitat:
@Mara-Devi: Offen gesagt sehe ich nicht, was Du mit Deinen Ausführungen konkret aussagen (oder widerlegen?) möchtest.

Weil du offenbar blind bist und dein Gott eine Institution zu sein scheint.

Nein, sondern weil es ziemlich klar ist, dass Du nicht weißt, wovon Du sprichst (weil nämlich gerade Du leider durchaus "blind" bist) und Deine Kommentare gewöhnlich überhaupt nichts aussagen.

Mara-Devi hat folgendes geschrieben:
Wenn hochrangige katholische Kirchenvertreter akzeptieren oder gut heißen, die Juden zu verfolgen, weil sie Jesus umgebracht haben, kannst du das dann ohne Gewissensbisse tun?

Ob ich es persönlich tun kann, ist nicht wichtig. Jedenfalls sprach die Kirche sich immer wieder gegen Judenverfolgungen aus, obgleich gerade die Juden naturgemäß ihre schlimmsten Gegner sind.

Mara-Devi hat folgendes geschrieben:
Du stellst die katholische Kirche als unfehlbar dar, doch sie besteht immer wieder aus Menschen, die sich dem Heiligen Geist verschließen und Fehler machen können. Deshalb sind Selbstkritik und Reformbereitschaft für eine Kirche die sich auf Jesus Christus beruft, lebensnotwenig um nicht zu erstarren.

Die Katholische Kirche ist unfehlbar, insofern sie keine Irrlehre als Dogma (Glaubenslehre) verkünden kann. Darüber hinaus ist natürlich jedes Kirchenglied fehlbar, sei es ein Laie, sei es ein Papst. Die Unfehlbarkeit der Kirche und des Papstes besagt nichts anderes. Aber das ist ein hartnäckiges Gerücht, welches sich wohl dauerhaft halten wird.

Mara-Devi hat folgendes geschrieben:
Deshalb sind Selbstkritik und Reformbereitschaft für eine Kirche die sich auf Jesus Christus beruft, lebensnotwenig um nicht zu erstarren.

Gerade die Katholische Kirche erwies sich als unvergleichbar lebensfähig. Häresien kommen und gehen, die Kirche besteht durch die Jahrtausende - weil der Heilige Geist sie leitet. Gott hat sie in Seiner Weisheit nicht nur hierarchisch geordnet (wie alle Ordnung hierarchisch ist), sondern vor allem mit einem unfehlbaren Lehramt ausgestattet, damit sie nicht untergehe. Andernfalls wäre sie schon in den ersten Jahrhunderten oder noch früher von der Erde verschwunden. Zudem wurden der Kirche immer, wenn es nötig war, echte Reformatoren geschenkt, bei denen es sich natürlich um keine rebellischen Revolutionäre und Häretiker (wie Luther, Zwingli und dergleichen), sondern eben um das exakte Gegenteil davon handelt. Dennoch musste es, so will es die Schrift, zu einem umfassenden Glaubensabfall kommen (der übrigens nur von der Katholischen Kirche möglich ist, da nur sie gemäß der Weisung des Herrn in alle Welt getragen ward, was nur einer der Beweise für ihre Wahrhaftigkeit ist). Der ist bereits eingetreten.

Mara-Devi hat folgendes geschrieben:
In der Bibel gibt es verschiedene Ortsgemeinden, deren Betreuung zwischen einigen Aposteln aufgeteilt waren.
Paulus hatte die gleiche Vollmacht wie Petrus und der Apostel Paulus hat den Apostel Petrus erfolgreich kritisiert und seine Heuchelei aufgedeckt. (Galater 2, 11 -21)
Petrus hatte einst aus persönlichem Beweggrund Jesus verleugnet. Nachdem der Auferstandene ihm verziehen und Vollmacht als Jünger verliehen hatte, hat derselbe Petrus sich wieder aus Angst vor den Juden plötzlich verstellt. D.h. Petrus war und blieb immer ein fehlbarer Mensch, der der Korrektur bedurfte.

Was den Völkerapostel betrifft, so hatte er nicht "die gleiche Vollmacht wie Petrus", da nur Petrus von Christus zum Oberhaupt über alle Apostel und das gesamte christliche Volk gemacht wurde. Das Restliche ist wieder nichtssagend.

Mara-Devi hat folgendes geschrieben:
Es gibt keine biblische Grundlage für eine völlige Vernachlässigung des Paulus und eine "Vormachtstellung" des Petrus und daraus folgender katholischer Päpste!

Es gibt zwar keine "biblische Grundlage" für eine "völlige Vernachlässigung des Paulus" (wieder so eine nichtige Indenmundlegung), aber sehr wohl eine für die Vorrangstellung des Petrus und seiner Nachfolger.

Genau genommen sollte man aber nicht von einer "Grundlage" reden, sondern eher von einer Bestätigung oder Begründung, da anhand der Bibel zweifelsfrei der Primat des Petrus bewiesen und begründet werden kann, die Bibel aber nicht die Grundlage für selbigen ist. Die Grundlage für die Existenz der Katholische Kirche sind Ereignisse, von welchen die Bibel berichtet. Die Katholische Kirche ist älter als die Bibel (in ihrer Gesamtheit, also älter als das NT). Ketzer wollen ihre Pseudokirchen gern auf der Bibel als deren Grundlage errichten. Die wahre Kirche kann nicht aus der Bibel entstehen, sondern die Bibel geht aus der wahren Kirche hervor. Selbst wenn es keine Bibel resp. keine schriftliche Aufzeichnung der Geschichte Christi gäbe, wäre die Katholische Kirche die authentische apostolische Kirche, die als einzige von Jesus Christus gegründet wurde.
Die Beweise für den Primat des Petrus (Papstes) gegenüber den anderen Aposteln (Bischöfen) sind dermaßen klar, dass man entweder seelentot oder durch und durch verlogen sein muss, sie zu leugnen.

Es sind Aussagen wie sie u.a. in Mt 16,18-19 überliefert werden, worin der Herr unter Anwesenheit der Jünger verkündet, dass Er auf Petrus Seine Kirche bauen und Petrus die Schlüssel des Himmelreiches übergeben will, Lk 22,31, worin Er unter allen Jüngern dem Petrus einen unaufhörlichen Glauben in der Abwehr des Teufels (in anderen Worten den reinen Glauben, die unverfälschte Lehre, das unfehlbare Dogma gegen die Häresien) zusichert, oder Joh 21,15-17, worin der auferstandene Heiland dem Petrus Seine gesamte Herde (in anderen Worten das ganze christliche Volk) anvertraut und ihm gebietet, selbige zu weiden, also zum Hirten der Lämmer und Schafe Christi bestellt. Ebenso der merkwürdige Umstand, dass Petrus so häufig wie keiner der übrigen Jünger erwähnt wird - häufiger als sie alle zusammen. Interessanterweise beginnt jede Aufzählung der Apostel im Neuen Testament mit Petrus, und während sie mit Judas endet, wechseln die sonstigen Apostelnamen in ihrer Reihenfolge. Dazu Formulierungen, die den Petrus von den übrigen unterscheiden, wie:
"Simon samt denen, die bei ihm waren" (Mk 1,6),
"seinen Jüngern und dem Petrus" (Mk 16,7 - hier gebraucht also sogar der Engel diese absondernde Formulierung),
"Petrus und die bei ihm waren" (Lk 9,32),
"zu Petrus und den übrigen Aposteln" (Apg 2,37),
"Petrus aber und die Apostel" (Apg 5,29). Alles bedeutungsloser Zufall, eine ungeschickte Formulierungsweise der Autoren?
Wer die Apostelgeschichte einigermaßen aufmerksam liest, dem dürfte der Vorrang des Petrus vom Anfang bis zum Ende des Buches begegnen (was nicht verwundert, war Petrus zu diesem Zeitpunkt doch bereits vom Herrn zum Oberhaupt Seiner Kirche ernannt worden). Von faszinierenden Parallelen zum Alten Testament (die beiläufig die Erhabenheit und Heiligkeit der Bibel bezeugen), will ich hier gar nicht erst sprechen, es wird aus den genannten Stellen bereits alles überaus deutlich. O eigenverschuldete Blindheit! O schlechter Wille! Selbst wenn man keinerlei Verbindung zur altchristlichen Tradition besitzt und man somit die Überlieferung und die Schriftwerke der frühen Christen missachtet (die demnach ja falsche Ansichten über Petrus und seine Nachfolger hatten), weil man aus einer modernen "nur bibeltreuen" Sekte kommt, muss allein aus diesen Bibelstellen das Gegenteil doch ziemlich klar sein.

Mara-Devi hat folgendes geschrieben:
Willst du mich als "Irrlehrer" bezeichnen?

Ja, wobei ich bei Dir die Betonung weniger auf den Lehrer lege. Sagen wir einfach: Irregeleiteter. (Denn das sinnlose Umherwerfen mit Bibelzitaten, gepaart mit einigen substanzlosen Behauptungen, gereichen noch nicht so gut zum [Irr-]Lehrer. Nichts für ungut!)

Mara-Devi hat folgendes geschrieben:
Zur Zeit Jesu haben sich die Pharisäer und Sadduzäer als alleinige authorisierte Hüter der Heiligen Schrift gesehen und heute soll das die katholische Kirche sein?

Die Heilige Schrift kommt von der Katholischen Kirche, sie hat sie zusammengestellt. Ohne die Kirche hättest Du deine Bibel gar nicht. Du kannst nicht sinnvoll begründen, warum ausgerechnet die in ihr enthaltenen Bücher enthalten sein sollen, andere in den ersten Jahrhunderten ebenfalls zum Kanon der Heiligen Schriften gezählte Bücher jedoch nicht. Denn die Antwort ist: weil die Katholische Kirche es so bestimmte. Und dies konnte sie kraft ihrer apostolischen Autorität. Wer, wenn nicht die Kirche, sollte Hüter der Heiligen Schrift sein? Jeder, der sich für einen solchen hält, obwohl seine Religion keine 500, womöglich nicht einmal 100 Jahre alt ist? Und obwohl sie sich alle in ihren jeweiligen Deutungen der Bibel gegenseitig widersprechen?

Mara-Devi hat folgendes geschrieben:
Was verstehst du unter "der wahre" Glaube an Jesus.

Der katholische Glaube ist der wahre Glaube an Jesus.

Mara-Devi hat folgendes geschrieben:
Ist Jesus nicht zu den Sündern, Armen und Kranken gekommen und hat sie nur aufgrund ihres Glaubens erlöst.

Erlösung wurde der Menschheit erst durch die Kreuzigung und Auferstehung Christi zuteil.

Mara-Devi hat folgendes geschrieben:
Kannst du mir ein einziges bibl. Beispiel nennen, wo Jesus einen Sünder erst irgendwelche Bedingungen (kath. Kirchenzugehörigkeit ist eine) oder Widergutmachungen erbringen lässt, um gerettet werden?

"Sündige fortan nicht mehr." (vgl. Joh 8, 11)
Im Übrigen ist der Glaube an Jesus Christus notwendig, der aber Bedingungen impliziert wie das Hören auf die Kirche (Lk 10,16), das Essen des Leibes Herrn (vgl. Joh 6,54-55) usw.

Mara-Devi hat folgendes geschrieben:
Wozu legt die kath. Kirche ihren Gläubigen neue Gesetze und Gebote wie z. B. das Fasten auf?

Zum einen, weil die Verwalter der Kirche von Gott diese Kompetenz erhalten haben und folglich binden und lösen können (Mt 16,18-19; 18,18; vgl. ferner auch Lk 10,16: "Wer euch hört, hört mich; wer euch verachtet, verachtet mich."). Zum anderen, weil die Kirche dadurch die Heiligkeit des Volkes Gottes fördert (Abtötung, Gebet, gute Werke) sowie ihre irdische Ordnung aufrechterhält. Die Kirchengebote, zu denen das Fasten gehört, sind zudem keineswegs "neu", sondern urchristliche Überlieferung. Natürlich lassen auch sie sich anhand der Heiligen Schrift begründen. Neu ist vielmehr ihre Verachtung durch die stets neuen Ketzer. Kirchengebote und -gesetze sind nicht dasselbe.

Mara-Devi hat folgendes geschrieben:
Ich werfe nicht weg die Gnade Gottes; denn so durch das Gesetz die Gerechtigkeit kommt, so ist Christus vergeblich gestorben. (Galater 2,21)

Das "Gesetz", von dem Paulus spricht, ist das jüdische Gesetz der Tora. Dessen Einhaltung gereicht nicht zur Gnade, sonst hätte der Heiland verbeglich gelitten und sein Leben dahingegeben. Das Gesetz konnte nur vorbereitenden Charakter haben, seit der Auferstehung und Gründung der Kirche müssen Juden ihre überflüssig gewordene Religion aufgeben und katholisch werden, um Rettung zu erfahren.
Ich denke, das ist alles so eine Wortklauberei mit "katholisch" und so. Ich denke nicht, dass Martin Luther zum Beispiel ein völliger Satansbraten war, weil er sich nicht an die Satzungen des damaligen Papstes gehalten hat. Ich denke, was Jesus mit Petrus damals vereinbart hat, hat Petrus persönlich in dieser Situation gegolten und betrifft nicht automatisch irgendwelche sogenannten Nachfolger, die dessen Stelle einnehmen wollen, um seinen "Job" zu erledigen. Ich denke auch, dass die pfarramtliche Babytaufe kein Muss ist, damit dieses Kind zur Heiligkeit Gottes dazu gehört, sondern es ist meiner Meinung nach nur ein Zeichen menschlicher Bereitschaft, diesen jungen Menschen als Mitglied der Kirche aufzunehmen. Auch das Abendmahl sehe ich als eine Art Gedächtnis bezüglich Jesu Passion an, glaube aber niemals, dass ein Priester eine Macht hat, den Geist Jesu in ein Stück Teig zu bannen oder so. Ich denke, es gibt gewisse Rituale oder Zeremonien, die dürfen meiner Meinung nach ruhig sein, sollten aber nicht überbewertet werden. Genauso wäre es falsch, zu glauben, dass das Böse durch Weihwasser und Weihrauch zwingend keine Macht mehr über diesen oder jenen Ort hätte oder dergleichen.
Damasus hat folgendes geschrieben:
Wenn sie sich bis zu ihrem Tode nicht bekehren, gehen sie verloren. Es sind nach katholischem Glauben keineswegs echte Christen, sondern Häretiker/Irrgläubige, die sich ihre unzähligen Religion selbst zusammenstellen anstatt der Autorität Gottes, welche nur die katholische Kirche empfing, zu folgen.


Hallo Damasus,
ich möchte hervorheben, dass dies Deine persönliche Sicht ist, aber keine allgemein gültige, wie Du es darstellst.
Auch ist Deine Darstellung des einzig möglichen Weges zu Gott durch die Katholische Kirche gleichzeitig eine Herabminderung aller anderen Glaubensrichtungen. Dies entspricht nicht dem Geist dieses Forums.

Besten Gruß,
Minou

P.S.: ich möchte auch bitten, wieder zum Thema "Fasten" zurückzukommen.
_________________
»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Für mich jedenfalls ist Fasten ein Prozess, der aus freien Stücken hervorgehen soll und nicht irgendeiner Vorschrift zufolge geschehen muss, sei es von der katholischen Kirche oder von sonstwo aus.