Angst


Hallo,
ich bin auf der Suche nach Hilfsvorschlägen.

Eine Person, die mir sehr nahe steht hat Panikattacken mit richtig krassen Zitteranfällen. Ich meine da etwas gesehen zu haben, aber kann es nicht gegenüber der Person ausdrücken.
Die Angst kommt bei der Vorstellung örtlich getrennt zu sein von Kindern, Partner, Haus (wegfahren oder Andere fahren weg).
Bei unbekannten Wegen oder Orten.
Ich sehe einen großen Leistungsdruck: "Ich will, aber kann nicht".
Angst vor der Angst spielt eine große Rolle. In Panikzuständen habe ich ganz viel "Ich" gehört und empfand es als extrem egoistisch/egozentrisch.
Flucht in die Fernsehwelt oder in Ablenkung ist ganz großes Thema.
Der Glaube an Jesus ist da, aber das war es dann auch schon. Jesus hat Dich lieb ist bildlich das Einzige. Angst vorm Altwerden (Pflegefall in 50 Jahren). Mein Gefühl ist, dass die Person nicht "krank" ist (wie sie sagt und was die Angst steigert), sondern dass da nur ein kleiner Schalter umkippen müsste.

Es wird psychologische Hilfe angestrebt. Trotzdem möchte ich mal Eure Meinungen hören.
Liebe Kisses,

so wie du das schilderst ist der Weg zum medizinischen Spezialisten sicher einmal gut und richtig, sozusagen, um die "erste Blutung zu stillen" und auch, wenn notwendig, medizinisch korrekt zu versorgen.

Ich glaube, um wirklich Heilung zu bekommen von der ungesunden lähmenden "Lebensangst" ist das Wachsen in der Liebe notwendig. Liebe und Angst sind unvereinbar - die Liebe vertreibt die Angst. Und lieben zu können hängt stark vom Gott-Vertrauen ab. Es geht darum in der Freundschaft mit ihm immer mehr zu wachsen, ihm zu begegnen, mit ihm vertrauten Umgang zu haben - ihm die Ängste anzuvertrauen, und so vom Kreisen um das eigene Ich wegzukommen.
Das ist das Lebensthema: In der Freundschaft mit Jesus zu wachsen. Eine ganz essentielle Hilfe dafür sind die Sakramente. Dort findet ja die unmittelbare Begegnung mit Jesus Christus statt. Und das tägliche konsequent geübte Gebet. Zum Beispiel das Ruhegebet - Peter Dyckhoff hat da wunderbare Bücher dazu geschrieben.

Ein verbales Gebet möchte ich deiner Bekannten ans Herz legen:

Nimm hin, o Herr, meine ganze Freiheit. Nimm an mein Gedächtnis, meinen Verstand, meinen Willen. Was ich habe und besitze, hast du mir geschenkt. Ich gebe es dir wieder ganz und gar zurück und überlasse alles dir, dass du es lenkst nach deinem Willen. Nur deine Liebe schenke mir mit deiner Gnade. Dann bin ich reich genug und suche nichts weiter.

Hl. Ignatius von Loyola
Hallo Burkl,
in meinen Augen hast Du den Volltreffer gelandet. "Wirkliche Heilung".
Ich werde das Gebet abschreiben. Angst und Liebe scheinen wirklich zu korrespondieren. Das war mein Gefühl in der Situation und ich finde zu der These selbst auch Hinweise. Alles wurde egal außer "ich". Irgendwo verständlich, aber halt nicht "gut".
Ich denke, dass diese Panik ein Erwachen und eine große Chance bietet. Gefühlt würde ich lieber an einen Pfarrer weiterleiten als an einen Psychologen Das kommt mir aber so überheblich vor.

Das Gebet könnte die Lösung sein und ein nachdenken bewirken. Die Person meinte nämlich, dass man die Last bei Jesus abladen könne/ans Kreuz legen - das verstand ich nicht wirklich.
Mal sehen was das Gebet bewirkt - ich werde es einfach mal hinlegen und die Reaktion abwarten.

Bei den Sakramenten gibt es gerade ein Problemchen: Ich bin katholisch und war natürlich öfter in evangelischen Kirchen. Wo finde ich denn Sakramente in evangelischen freien Gemeinden? Gibt es die da? *was ein outing*

Ist das Ruhegebet eher "katholisch"?
Zitat:
Ich bin katholisch und war natürlich öfter in evangelischen Kirchen. Wo finde ich denn Sakramente in evangelischen freien Gemeinden?


Liebe Kisses,

die Fülle der Sakramente - also die ganze "Siebenzahl" - findest du in der anglikanischen, orthodoxen und katholischen Kirche. "Freikirchen" haben in der Regel "nur" die Taufe beibehalten, was ja sehr viel ist.
Für uns als Katholiken ist die sakramentale "Hauptnahrung" die Kommunion und die - leider momentan nicht immer "im Trend" liegende - Beichte.

Zitat:

Ist das Ruhegebet eher "katholisch"?


"Katholisch" heißt ja "allumfassend" - also ja sicher. Historisch geht es auf die christlichen "Wüstenväter" im 3./4. Jahrhundert in Nordafrika zurück - also in einer Zeit in der es die (ein wirkliches Ärgernis darstellenden und dem Willen Christi widersprechenden) "Kirchenspaltungen" noch nicht gab.

Lieben Gruß,
Burkl
Liebe Kisses!

In der Verbindung mit Gott geht jede Angst in Liebe über. Uns Sahaja Yogis hilft die tägliche Meditation und das abendliche Fussbad. Meditation und Fussbad reinigen uns von jeglicher Negativität. Darunter fallen auch Ängste jeglicher Natur.

Alles Liebe

Erich
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Es leitet mich die reine Liebe, die frei von Ego und frei von Konditionierungen ist!
Liebe Kisses, was mir so ganz spontan dazu einfällt ist folgender Spruch den man Mohammad zuspricht:

"Bete, aber binde Dein Kamel an"

Darunter verstehe ich auch in "Deinem Fall", dass es kein entweder oder geben soll, sondern ein sowohl als auch.

Wenn jemand solche Ängste hat kann ein/e Fachmann/Frau von großer Hilfe sein und man sollte dies ganz sicher in Angriff nehmen.

Darüber hinaus aber auch die göttliche Hilfe erbitten.

Als ich gestern einen Spaziergang durch den Wald machte, habe ich genau diese Gebete für mich gesprochen, denen ich eine große Kraft zuspreche, denn sie sind göttlich offenbart:

"O Gott! Erquicke und erfreue meinen Geist. Läutere mein Herz. Entflamme meine Kraft. Alles lege ich in Deine Hand. Du bist mein Geleit und meine Zuflucht. Ich will nicht mehr traurig und bekümmert, sondern glücklich und fröhlich sein. O Gott, Angst soll mich nicht länger plagen und Sorge mich nicht quälen. Ich will nicht bei den Widrigkeiten dieses Lebens verharren.
O Gott! Du meinst es besser mit mir als ich selbst. Ich weihe mich Dir, o Herr."


Läutere und heilige mich und lass mich teilhaben an der Ausgießung der Heiligkeit, so dass Gram und Traurigkeit schwinden und Freude und Glück herniedersteigen. Gib, dass Verzagtheit und Hoffnungslosigkeit sich wandeln in Freude und Zuversicht, und dass der Mut die Angst verdränge.
Baha'i-Gebete

Von Herzen alles Gute!
Linde
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
Menschen mit Angst und Panikattacken gehören m.E. von einem guten Psychotherapeuten betreut. Sehr gut würde ich auch Gespräche mit einem Pastoralpsychologen finden.
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Ich meine, was in 50 Jahren sein könnte, ob ich da ein Pflegefall bin oder längst nimmer auf der Welt, ist jetzt noch gar kein Thema! Ich denke, im Falle einer solchen Angst würde ich darauf achten, dass ich zwar gesund, aber doch recht ausgiebig lebe, um kein so hohes Alter mehr zu erreichen, wo mein Gesundheitszustand so sehr beeinträchtigt ist.
Peter.Trim hat folgendes geschrieben:
Ich meine, was in 50 Jahren sein könnte, ob ich da ein Pflegefall bin oder längst nimmer auf der Welt, ist jetzt noch gar kein Thema! Ich denke, im Falle einer solchen Angst würde ich darauf achten, dass ich zwar gesund, aber doch recht ausgiebig lebe, um kein so hohes Alter mehr zu erreichen, wo mein Gesundheitszustand so sehr beeinträchtigt ist.


Wenn Du so 'ausgiebig' lebst, besteht die Gefahr schon jünger zu einem Pflegefall zu werden ...
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Huhu,
das Kamel wird auch angebunden. Mein Gefühl ist halt, dass es noch einfacher gehen könnte. Psychologen waren halt nur mit Wochen Wartezeit und so schickte ich sie zur Homöopathin meines Vertrauens - die kann sehr gute kurze Hinweise geben. Derzeit ist auch Ruhe mit der Panik - trotzdem macht es Sinn da etwas zu tun (auch laut Homöopathin).

Das Baha'i-Gebet kenne ich und wäre wunderbar, aber sie macht sich ja so schon Gedanken, dass ich nicht in den Himmel kommen könnte wegen Baha'u'llah (Angst) *seufz*.
Meditation passt leider auch nicht zu ihr.
Joa Peter - ein Scheibchen davon abgeschnitten wäre prima. Das Problem, das ich sehe ist nämlich, dass die Gegenwart nicht komplett wahrgenommen wird.

Sie erzählte mir, wie sie sich wundere, dass alte Menschen alleine im tiefsten Wald laufen und dass da keine Hilfe da wäre! Ich habe etwas nachgedacht und dann gefragt, wo die Person lieber sterben will: Bett oder im geliebten Wald. Die Antwort war dann doch Wald Wenn ich garantiert im Bett sterben will, so gehe ich nicht mal mehr über eine Straße...

Meiner Meinung nach muss man auf dieser Welt akzeptieren, dass man Menschen helfen sollte und das nur aus Liebe und niemals wegen einer äußeren Verpflichtung (das ist meins gewesen). Wenn man nur an Selbstständigkeit jedes einzelnen glaubt und nicht hilft, so kann man schlecht Hilfe annehmen/bekommen. Da sehe ich einen Knackpunkt bei ihr. Außerdem kann ich jeden Tag sterben/zum Pflegefall werden und nichts dagegen tun. Somit einfach leben in der Gegenwart, etwas Zukunftsplanung und so die Vergangenheit gestalten... Ich liebe es, wenn mir ältere Leute erzählen und zu meinen Vorbildern werden, da sie mir zeigen wo ich hin möchte

Auch bei dem Thema Kontrollbedürfnis kommt man auch wieder zu Gott. Ich bin ja normalerweise sehr wenig der Meinung, dass Menschen Gott brauchen, aber hier in dem Fall sagt das mein Bauchgefühl. Der Zweifel ist man wieder so stark, dass es wohl richtig sein wird. Ich werde man fragen, ob der Dorfpfarrer mal als Gesprächpartner erwünscht ist (der Mann ist echt herzensgut).

Das wichtigste erscheint mir die Angst vor der Angst und die wird nur gehen wenn die körperlichen Angstsymptome irgendwie akzeptiert werden können. Heißt ja nicht, dass man seinem Körper/Geist/Psyche nicht helfen kann/sollte. Verdrängen und bekämpfen ist halt unproduktiv gewesen, da der Weg Angst machte.